Hauskauf per Vollmacht?

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LeeMay
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Hauskauf per Vollmacht?

Beitrag von LeeMay » 02.07.09, 22:22

nochmal hallo,

ein ehepaar möchte eine eigentumswohnung kaufen. der mann kann aufgrund eines längeren auslandsaufenthaltes aber nicht bei der unterzeichnung beim notar dabei sein.
wie wird der kauf dann geregelt? geht das durch eine vollmacht?

LeeMay

khmlev
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Beitrag von khmlev » 03.07.09, 06:23

Vollmacht ist möglich. Allerdings muss auch diese notariell beglaubigt bzw. beurkundet sein.

Die zweite Möglichkeit wäre dass sich der Ehemann durch einen "vollmachtlosen Vertreter" verteten lässt. Dies kann z.B. seine Ehefrau, oder aber auch ein Mitarbeiter des Notars oder eine sonstige dritte Person sein. In diesem Fall müßte der Ehemann den Kaufvertrag im nachhinein genehmigen. Auch die Genehmigungserklärung muß öffentlich beglaubigt werden.

Befindet sich der Ehemann im Ausland könnte er seine Unterschrift auch von einem Konsularbeamten der Deutschen Botschaft beglaubigen lassen oder dort zu einem Notar gehen. Geht er zu einem ausländischen Notar muß u.U. noch eine Apostille bzw. Legalisation der Vollmacht bzw. Genehmigungserklärung beigefügt werden.

Sofern der Kaufpreis finanziert wird, sollte unbedingt vor der Beurkundung der Grundschuld bei der finanzierenden Bank geklärt werden, ob diese eine Vertretung des Ehemannes durch Vollmacht bei der Grundschuldbestellung akzeptieren. Aufgrund eines BGH-Urteils wegen der Belehrungspflicht bei der Zwangsvollstreckungsunterwerfung in der Grundschuldbestellungsurkunde akzeptieren viele Banken eine Vertretung aufgrund Vollmacht bei Grundschuldbestellungen nicht mehr. Eine vollmachtlose Vertretung bei der Grundschuldbestellung wird die Bank sicherlich nicht aktzeptieren.

Kurzum, mindestens einmal muß der Ehemann zum Notar oder Konsularbeamten. Ohne geht es nicht.
Gruß
khmlev
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LeeMay
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Beitrag von LeeMay » 03.07.09, 12:29

also wäre es am einfachsten, wenn der mann zu einem notar geht, solang er noch in deutschland ist und die vollmacht z.b. für seine frau beglaubigen lässt. diese kann dann mit dieser vollmacht den kaufvertrag für ihren mann unterschreiben und fertig.
der verkäufer würde dann doch auch sofort sein geld bekommen?

wegen der finanzierung / grundschuld muss der vater der frau sowieso eine bürgschaft übernehmen, da sie selbst nicht berufstätig und ihr mann amerikaner ist und die bank im falle einer zahlungsunfähigkeit nicht auf sein gehalt zugreifen kann. wäre damit das thema vertretung durch vollmacht und grundschuld hinfällig?

LeeMay

khmlev
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Beitrag von khmlev » 03.07.09, 17:18

also wäre es am einfachsten, wenn der mann zu einem notar geht, solang er noch in deutschland ist und die vollmacht z.b. für seine frau beglaubigen lässt.
Bei einem Auslandsaufenthalt eines Beteiligten sicherlich..
der verkäufer würde dann doch auch sofort sein geld bekommen?
In der Regel werden sogenannte Fälligkeitsvoraussetzungen im Kaufvertrag vereinbart. Damit wird sichergestellt, dass der Käufer nach Zahlung des Kaufpreises auch Eigentümer werden kann. I.d.R. kann man davon ausgehen, dass 4 bis 6 Wochen nach der Beurkundung der Kaufpreis fließt. Der beurkundende Notar wird Ihnen das aber auch alles sehr ausführlich erklären.
wegen der finanzierung / grundschuld muss der vater der frau sowieso eine bürgschaft übernehmen, da sie selbst nicht berufstätig und ihr mann amerikaner ist und die bank im falle einer zahlungsunfähigkeit nicht auf sein gehalt zugreifen kann. wäre damit das thema vertretung durch vollmacht und grundschuld hinfällig?
Die Bank wird die Bürgschaft des Vaters vermutlich als weitere Sicherheit wollen. Trotz dieser Sicherheit werden sie mit großer Wahrscheinlichkeit noch eine Grundschuld bestellen müssen. Dies klären sie am Besten direkt ihrem Sachbearbeiter bei der Bank.
Gruß
khmlev
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Lucky
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Beitrag von Lucky » 03.07.09, 18:34

Die Ehefrau kann auch alleine kaufen - ohne Mann. Zum Alleineigentum. Dann steht eben nur die Frau im Grundbuch. Oder aber mit dem Vater.
Wenn der Vater bürgt, dann sollte er auch als Miteigentümer ins Grundbuch.
Es könnte sonst sein, daß eines Tages der Yankee weg ist - und der Vater der Braut mit den Schulden dasteht.
MfG
Lucky
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khmlev
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Beitrag von khmlev » 03.07.09, 19:42

Die Ehefrau kann auch alleine kaufen - ohne Mann. Zum Alleineigentum. Dann steht eben nur die Frau im Grundbuch. Oder aber mit dem Vater.
Das sind alternative Möglichkeiten...
Wenn der Vater bürgt, dann sollte er auch als Miteigentümer ins Grundbuch.
Es ist heute nicht selten, dass Eltern bürgen und trotzdem nicht miterwerben (wollen). Das ist eine Entscheidung, die die Beteiligten unter Berücksichtigung ihrer persönlichen Situation treffen müssen.
Es könnte sonst sein, daß eines Tages der Yankee weg ist - und der Vater der Braut mit den Schulden dasteht.
Das kommt nicht nur bei amerikanischen Staatsbürgern vor. Es kann immer sein, dass eine Ehe scheitert und ein Partner trägt den Großteil der Last, weil sich der andere Partner verweigert, nicht greifbar ist oder einfach nicht in der Lage ist die Forderungen zu leisten.

Aber das war hier nicht die Fragestellung.
Gruß
khmlev
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