Maklergebühren - welcher Makler hat vorrangig Anspruch?

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Bienchen_1
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Maklergebühren - welcher Makler hat vorrangig Anspruch?

Beitrag von Bienchen_1 » 07.07.09, 18:23

Hallo zusammen,
bei der Vermittlung einer Immobilie hat Makler A den Erstkontakt mit dem Käufer - es erfolgt die erste Besichtigung des Objektes sowie Kaufverhandlungen.

Der Käufer nimmt einige Tage später Kontakt mit einem anderen Makler B auf, da Makler B das gleiche Objekt etwas günstiger anbietet. Auch Makler B besichtigt nun mit dem Käufer das Objekt und führt Verkaufsverhandlungen, wohlwissend, dass der Käufer bereits schon das Objekt mit Makler A angeschaut hatte.

Zeitnah werden sich Käufer und Verkäufer (über Makler B) handelseinig - es ist davon auszugehen, dass Makler A das gleiche Ergebnis erzielt hätte.

Beide Makler A und B bestehen nunmehr auf Notarabwicklung sowie auf die Zahlung der Maklerprovision (je 1/2 von Käufer und Verkäufer).

Wie ist hier die Rechtslage ? Gilt hier das Prinzip des Erstkontaktes ?
P.S. Weder Makler A noch B hatten Alleinauftrag.

emi 10
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Beitrag von emi 10 » 07.07.09, 19:38

Hallo Bienchen 1,
im Foren-Archiv ist zumindest ein ähnlich gelagerter Fall schon einmal beschrieben worden.

Mal durchblättern.

Lucky
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Re: Maklergebühren - welcher Makler hat vorrangig Anspruch?

Beitrag von Lucky » 07.07.09, 22:34

Bienchen_1 hat geschrieben:Hallo zusammen,
bei der Vermittlung einer Immobilie hat Makler A den Erstkontakt mit dem Käufer - es erfolgt die erste Besichtigung des Objektes sowie Kaufverhandlungen.

Der Käufer nimmt einige Tage später Kontakt mit einem anderen Makler B auf, da Makler B das gleiche Objekt etwas günstiger anbietet. Auch Makler B besichtigt nun mit dem Käufer das Objekt und führt Verkaufsverhandlungen, wohlwissend, dass der Käufer bereits schon das Objekt mit Makler A angeschaut hatte.
Der Käufer schuldet dem Makler der den sog. Erstnachweis erbracht hat, die Maklergebühr.
Zusätzlich schuldet er auch dem zweiten Makler die Maklergebühr, wenn er dem 2. Makler nicht umgehend mit der Einrede der Vorkenntnis begegnet ist.
Da in vorliegendem Beispiel dem zweiten Makler die Vorkenntnis mitgeteilt wurde, muss also der zweite Makler nicht bezahlt werden. Es sei denn, der Käufer nimmt weiterhin die Dienste des Maklers in Anspruch. Dann kann der zweite Makler seinen Provisionsanspruch mit "Vermittlung" begründen (auch wenn "Erstnachweis" nicht mehr möglich ist). Wenn beide Makler voneinander wissen und kollegial zusammenarbeiten, dann teilen sie sich die Provision im Rahmen eine Gemeinschaftsgeschäftes.
MfG
Lucky
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Re: Maklergebühren - welcher Makler hat vorrangig Anspruch?

Beitrag von Bienchen_1 » 08.07.09, 07:44

Lucky hat geschrieben:Da in vorliegendem Beispiel dem zweiten Makler die Vorkenntnis mitgeteilt wurde, muss also der zweite Makler nicht bezahlt werden. Es sei denn, der Käufer nimmt weiterhin die Dienste des Maklers in Anspruch. Dann kann der zweite Makler seinen Provisionsanspruch mit "Vermittlung" begründen (auch wenn "Erstnachweis" nicht mehr möglich ist). Lucky
Was bedeutet "der Käufer nimmt weiterhin die Dienste des Maklers in Anspruch" ? Das er also weiter mit dem Makler B bis Abschluss des Vertrages verhandelt, ohne nochmals mit Makler A Kontakt zu haben? Das würde dann ja immer den "Erstkontakt" aufheben.
Und was macht nun der Verkäufer ?

LG Bienchen

hws
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Re: Maklergebühren - welcher Makler hat vorrangig Anspruch?

Beitrag von hws » 08.07.09, 08:09

Bienchen_1 hat geschrieben:Und was macht nun der Verkäufer ?
Zweimal Provision zahlen da er so bl... war. :twisted:
Makler A hat einen Provisionsanspruch, da er den Erstkontakt hergestellt hat. Für den Provisionsanspruch reicht es, wenn der Makler sagt: Das Haus ist Bahnhofstraße 1, klingeln sie zwischen 10:00 und 16:00 oder vereinaben sie einen Termin unter Telefon 12345 mit Herrrn Meier.

Wenn sie trotzdem weiter mit dem späteren Makler B verhandeln, Besuchstermine vereinbaren, sich ein Expose geben lassen u.ä. will der dafür natürlich auch Geld - berechtigterweise ... :twisted:

hws

Bienchen_1
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Beitrag von Bienchen_1 » 08.07.09, 10:13

.... der Verkäufer wußte aber gar nix vom Erstkontakt Makler A, dass hat er erst später in der Endverhandlung mit Käufer und Makler B erfahren.
Und Makler A hat dies dem Verkäufer auch nicht mitgeteilt.
:oops:

hws
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Beitrag von hws » 08.07.09, 10:41

Bienchen_1 hat geschrieben:.... der Verkäufer wußte aber gar nix
Meinen sie wirklich Verkäufer ?
Den interessiert das auch nicht, mit wem der Käufer einen Maklervertrag eingeht. Der Käufer geht einen Maklervertrag mit dem Makler ein und daran ist niemand anders beteiligt als Käufer und Makler. Der Verkäufer, oder der Kneipenwirt wo man sich trifft oder sonstwer hat nix damit zu tun.

Und wenn der Käufer mit zwei Makern einen Vertag über dasselbe Objekt eingeht, dann zahlt er auch zweimal. Es sei denn, er sagt dem später hinzukommenden Makler B, das man schon über Makler A den Erstkontakt zu dem Objekt hatte und keine weiteren Leistungen des Maklers B in Anspruch nehmen möchte.

hws

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Re: Maklergebühren - welcher Makler hat vorrangig Anspruch?

Beitrag von Bienchen_1 » 08.07.09, 10:52

hws hat geschrieben:
Bienchen_1 hat geschrieben:Und was macht nun der Verkäufer ?
Zweimal Provision zahlen da er so bl... war. :twisted:
hws
Also ist hier schon der Käufer gemeint :?: :?:

hws
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Re: Maklergebühren - welcher Makler hat vorrangig Anspruch?

Beitrag von hws » 08.07.09, 11:13

Bienchen_1 hat geschrieben:Also ist hier schon der Käufer gemeint :?: :?:
Böses Mißverständnis.

Der Verkäufer hat erstmal nix mit Makler und Käufer und einer evtl. Provision zu tun.

Der Käufer zahlt Provision an Makler A und - wenn er auch Dienste des Maklers B in Anspruch nimmt, auch eine zweite Provision an Makler B.

Bitte korrigieren sie:
hws hat geschrieben:
Bienchen_1 hat geschrieben:
Und was macht nun der Verkäufer ?

edit: der Verkäufer macht garnix nur der Käufer:
Zweimal Provision zahlen da er so bl... war. :twisted:


Es gibt spezielle Fälle, wo der Verkäufer einen Makler beauftragt und auch bezahlt und der Käufer keine Provision zahlen muss. Wäre in diesem Fall aber extrem unwahrscheinlich.
Und Vermittler durfen für Wohnungen die ihnen selbst gehören, keine Provisionen nehmen - auch das dürfte hier nicht vorliegen.

hws

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Re: Maklergebühren - welcher Makler hat vorrangig Anspruch?

Beitrag von Bienchen_1 » 08.07.09, 13:37

[quote="hws"] Der Verkäufer hat erstmal nix mit Makler und Käufer und einer evtl. Provision zu tun.[quote="hws"]

upps - ich vergaß zu erwähnen, unser Fall spielt in Baden-Württemberg und da sind in der Regel die Maklerkosten zu je der Hälfte (3,57%) auf Käufer und Verkäufer aufgeteilt.

Lucky
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Re: Maklergebühren - welcher Makler hat vorrangig Anspruch?

Beitrag von Lucky » 08.07.09, 21:28

Bienchen_1 hat geschrieben:.... upps - ich vergaß zu erwähnen, unser Fall spielt in Baden-Württemberg und da sind in der Regel die Maklerkosten zu je der Hälfte (3,57%) auf Käufer und Verkäufer aufgeteilt.
Nein, Bienchen_1, das haben Sie nicht vergessen. Zitat: "Beide Makler A und B bestehen nunmehr auf Notarabwicklung sowie auf die Zahlung der Maklerprovision (je 1/2 von Käufer und Verkäufer)." Es ist bislang nur noch niemand darauf eingegangen.
Für den Verkäufer gilt dasselbe, wie für den Käufer. Wenn er dem zweiten Makler nicht sagt, daß er den Interessenten bereits kennt, dann zahlt er auch ggf. doppelt - falls er beide Makler beauftragt und entsprechende Provisionsvereinbarungen getroffen hat.
Da in Baden-Württemberg vorwiegend vernünftige Leute wohnen, gehe ich davon aus, daß die beiden Makler in Rahmen eines Gemeinschaftsgeschäfts die Provision hälftig teilen. Vorausgesetzt, sie wissen voneinander.
Z.B. nimmt der erste Makler die Provision des Käufers und der andere die des Verkäufers, oder aber der eine Makler stellt seine Rechnung an Käufer und Verkäufer und rechnet intern mit dem Kollegen ab. Ich empfehle, einfach mal die beiden Makler zu fragen.
MfG
Lucky
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