Einwilligung Hausverkauf/Auszahlung

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fortuna68
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Einwilligung Hausverkauf/Auszahlung

Beitrag von fortuna68 » 17.07.09, 07:13

Hallo,
Folgende Situation:
Mann und Frau sind geschieden[/u]. Es gibt ein Eigenheim. Beide stehen zu gleichen Teilen im Grundbuch. Seit der Trennung nutzt Mann das Haus alleine und trägt alle Kosten.
Nun möchte Mann seine Ex Frau gerne auszahlen, denn das Haus ist erst zu einem sehr geringen Teil abbezahlt. Frau möchte das nicht.
Also sagt Mann, dann möchte ich das Haus verkaufen. Frau möchte auch das nicht.
Was kann Mann tun, um nicht weiterhin als private Sparkasse für seine Ex Frau zu dienen, denn ihr steht ja dann immer die Hälfte zu, obwohl Mann weiterhin alle Kosten alleine trägt.
Wie ist die Rechtslage, kann Mann seine Ex Frau gerichtlich dazu zwingen dem einen oder anderen zuzustimmen? Wobei es ihm am liebsten wäre sie auszuzahlen.
Vielen Dank schonmal im Voraus für ihre Antworten.
Lieben Gruss
Fortuna68

Thorsten D.
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Beitrag von Thorsten D. » 17.07.09, 08:17

Als allererstes die Kosten der Finanzierung teilen und Exfrau auffordern ihren Anteil zu bezahlen.
Gleichzeitig die ortsübliche Nettomiete für das Haus ermitteln, davon steht der Frau die Hälfte zu.

Danach den Scheidungsanwalt feuern, wie kann man nur so doof sein, sorry nicht persönlich nehmen, bei einer Scheidung weiterhin gemeinsames Eigentum zu haben ?????
Wer nicht bereit ist für sein Recht als Eigentümer einzutreten , sollte besser zur Miete wohnen

Franz Königs
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Beitrag von Franz Königs » 17.07.09, 10:09

Ein Miteigentümer eines Hausgrundstücks hat gegen den anderen Miteigentümer keinen Anspruch auf Zustimmung zur Veräußerung des Grundstücks. Er kann auch nicht verlangen, dass der andere Miteigentümer sich "auszahlen" lässt.

Ein Miteigentümer kann aber die Zwangsversteigerung des Grundstücks zum Zwecke der Aufhebung der Miteigentümergemeinschaft beantragen und die Aufteilung des Versteigerungserlöses verlangen.
Thorsten D. hat geschrieben:Danach den Scheidungsanwalt feuern, .....
Nach Scheidung der Ehe sind die Aufgaben eines Scheidungsanwalts normalerweise beendet. Außerdem kann auch ein Scheidungsanwalt nicht bewirken, dass eine Miteigentümergemeinschaft von Eheleuten an einem Grundstück anders als durch Zwangsversteigerung aufgelöst wird.

Thorsten D.
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Beitrag von Thorsten D. » 17.07.09, 10:37

Nach der Scheidung, aber nicht während, und ich denke dass das Gericht sehr wohl bei der Vermögensaufteilung gemeinsames Eigentum regeln kann und darf, wenn dies denn beantragt wird - und da sollte ein Anwalt seine Mandatschaft schon ausreichend drüber informieren.

Ein Rechtsanspruch untereinander besteht natürlich nicht, allerdings die Pflicht der anteiligen Kostentragung und das Recht der anteiligen Nutzung - was übrigens auch bei der Scheidung festgelegt werden kann
Wer nicht bereit ist für sein Recht als Eigentümer einzutreten , sollte besser zur Miete wohnen

Franz Königs
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Beitrag von Franz Königs » 17.07.09, 11:16

Thorsten D. hat geschrieben:Nach der Scheidung, aber nicht während, und ich denke dass das Gericht sehr wohl bei der Vermögensaufteilung gemeinsames Eigentum regeln kann und darf, wenn dies denn beantragt wird - und da sollte ein Anwalt seine Mandatschaft schon ausreichend drüber informieren.
Bei einer Scheidung gibt es keine Vermögensaufteilung durch das Gericht. Wenn die Eheleute vor einer Scheidung Miteigentümer eines Hausgrundstücks waren, bleiben sie auch Miteigentümer, wenn sie geschieden werden. Daran kann und darf das Gericht nichts ändern.

fortuna68
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Beitrag von fortuna68 » 17.07.09, 11:22

Hallo,
@Thorsten
der Anwalt hat schon aufgeklärt, zum damaligen Zeitpunkt war es auch OK so, da festgehalten wurde dass die Frau das Haus nicht zur Zwangsversteigerung und auch nicht zur Teilzwangsversteigerung geben kann solange Mann dort wohnt.
War damals auch im Hinblick auf das Erbe für die Kinder gedacht.....
Nun...die Zeiten ändern sich.....

@ Franz Königs
vielen Dank für die sachliche Antwort. Das würde ja dann bedeuten, dass bei einer Zwangsversteigerung erheblich weniger als der tatsächliche Wert des Hauses herauskäme und die Parteien dann event. sogar auf Schulden sitzen bleiben würden.
Sehe ich das richtig?

Lieben Gruss
Fortuna

Franz Königs
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Beitrag von Franz Königs » 17.07.09, 12:20

fortuna68 hat geschrieben:Das würde ja dann bedeuten, dass bei einer Zwangsversteigerung erheblich weniger als der tatsächliche Wert des Hauses herauskäme und die Parteien dann event. sogar auf Schulden sitzen bleiben würden. Sehe ich das richtig?
Das ist durchaus nicht sicher. Sollte sich aber ein solches Ergebnis abzeichnen, kann der Antrag auf Zwangsversteigerung bis zur Erteilung des Zuschlags an den Meistbietenden zurückgenommen werden.

Lucky
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Beitrag von Lucky » 17.07.09, 21:28

Franz Königs hat geschrieben:
fortuna68 hat geschrieben:Das würde ja dann bedeuten, dass bei einer Zwangsversteigerung erheblich weniger als der tatsächliche Wert des Hauses herauskäme und die Parteien dann event. sogar auf Schulden sitzen bleiben würden. Sehe ich das richtig?
Das ist durchaus nicht sicher. Sollte sich aber ein solches Ergebnis abzeichnen, kann der Antrag auf Zwangsversteigerung bis zur Erteilung des Zuschlags an den Meistbietenden zurückgenommen werden.
In einem solchen Fall wäre es naheliegend, daß der Ehemann selbst mitbietet und einsteigert.
Der Preis ist zweitrangig, denn er bezahlt es ja (zur Hälfte) an sich selbst.
Die andere Hälfte bekommt die Frau - und ist damit "ausbezahlt", d.h. das Ziel ist erreicht.
Ausbezahlt wird natürlich nur der Betrag, der nach Rückzahlung des Darlehens übrig bleibt.
Bleibt nix übrig, ist der Mann Alleineigentümer, ohne daß er seiner Ex was zahlen muß
Einfach mal mit Stichwort Teilungsversteigerung googeln.
MfG
Lucky
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Ich gebe grundsätzlich weder Steuer- noch Rechtsberatung.

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