Haus aus Zwangsversteigerung kaufen - Finanzierungsfrage

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remie
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Haus aus Zwangsversteigerung kaufen - Finanzierungsfrage

Beitrag von remie »

Hallo,

mein Lebensgefährte und ich werden ab September beruflich bedingt von Bremen nach München ziehen. Monatenlang waren wir auf erfolgloser Suche nach einem Haus. Vor einer Woche haben wir nun eines gefunden, dies steht jedoch in der Zwangsversteigerung, der Termin ist am 11. August, also in ein paar Tagen. Mit viel Mühe haben wir es nun in den paar Tagen geschafft, von der Hausbank die 10% Sicherheitsleistung zu bekommen, die wir benötigen um überhaupt bei der Versteigerung teilnehmen zu können. Jedoch ist die restliche Finanzierung noch nicht gedeckt: Unsere Bank in Bremen will nicht finanzieren, da München nicht in Ihrem Einzugsbereich liegt. Sie sagt, wir müssen dafür eine Bank in München aufsuchen. Als wir letzte Woche in München waren, haben wir bei einer Bank vorgesprochen und Ihnen unsere Unterlagen vorgelegt. Der Bankbeamte sagte zunächst, dass er in dem Kredit keine Probleme sieht. Wieder zurück in Bremen bekamen wir jedoch einen Anruf vom Sachbearbeiter, sie würden uns den Kredit doch nicht genehmigen, da mein Lebensgefährte zwar ein gutes Gehalt bekommen würde, sein Arbeitsvertrag jedoch zunächst auf 5 Jahre begrenzt ist. Dies ist allerdings am Theater so üblich, da dann möglicherweise ein Intendantenwechsel stattfindet, und der jetztige Intendant nicht über seine Amtszeit Verträge schließen kann. Auf die Frage, in welcher Höhe der Kredit von der Bank denn ausfallen würde, sagte er, dass 150.000 klappen müsste. Wir sagten ihm, er solle diesen Antrag mit der Summe bearbeiten. Parallel hat meine Mutter einen Kreditantrag aufgenommen über die verbleibenden fehlenden 100.000 Euro mit der Sicherheit ihres Hauses, ihre Bank sagte, dies dürfte kein Problem darstellen. Von beiden Banken haben wir noch keine Bestätigung, dass der Kredit bewilligt wird. Leider rennt uns die Zeit weg um bei anderen Banken anzufragen und noch vor dem Gerichtstermin eine klare Zusage zu bekommen... Wie ist die Rechtslage, wenn wir das Haus ersteigern, uns dann aber keine Bank finanziert? Muss man mit Strafgebühren rechnen? Oder vielleicht die Gerichtskosten übernehmen? Was würdet ihr tun?

ingok.
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Beitrag von ingok. »

Wenn ihr das Haus ersteigert und die Finanzierung nicht steht, dann wird dieses Haus wohl ein weiteres Mal versteigert werden müssen. Diesmal aber zu euren Ungunsten.

Bei einer Versteigerung ist dem Amt egal, ob die Finanzierung steht. Man geht davon aus, dass sie steht. Alles andere wäre Dummheit, sorry. Aber mal kurz nachgedacht. Ich kaufe doch kein Haus, wenn die Finanzierung nicht gesichert ist. Regelt erst die Finanzierung und danach steht der Hauskauf an.

remie
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Beitrag von remie »

Da wir das Haus ja erst vor einer Woche entdeckt haben und Banken immer 4 - 6 Wochen brauchen um einen Kreditantrag zu bearbeiten, kann die Finanzierung zum Zeitpunkt der Versteigerung halt noch nicht gesichert sein. Nach der Versteigerung haben wir noch 4 Monate um alles zu regeln.

Es war aber nicht Sinn und Zweck meiner Anfrage zu erfahren, dass wir dumm sind, sondern ich wollte Antworten auf meine Fragen bekommen.

CruNCC
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Beitrag von CruNCC »

Ich kann nur zustimmen, man ersteigert oder kauft nur dann, wenn die Finanzierung gesichert ist!

Manchamal erhält man eben auch Antworten, die man nicht "hören" will. :wink:

ingok.
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Beitrag von ingok. »

remie hat geschrieben:Es war aber nicht Sinn und Zweck meiner Anfrage zu erfahren, dass wir dumm sind, sondern ich wollte Antworten auf meine Fragen bekommen.
Steht eigentlich schon sinngemäß oben. Es gibt eigentlich keine Strafgebühren. Und Gerichtsgebühren werden wohl für die nächste (ev. Eure) Zwangsversteigerung eh anfallen. Wobei dann noch die Frage zu klären wäre, ob den auch das Geld durch die nächste ZV wieder reinkommt, die für die erste ZV notwendig ist. Zumal durch die eventuell zweite ZV noch weitere Gebühren anfallen dürften, Grundbucheintrag, etc.

Wie kommst Du darauf, dass Du nach der ZV 4 Monate Zeit hast. Der Verteilungstermin ist doch meist 4 - 6 Wochen nach der ZV. Auch ist die Bearbeitungszeit von 4 - 6 Wochen für eine Hypothek schon recht lang. Bei uns hat es 1 Woche gedauert.

Euch ist auch klar, dass die Ersteigerungssumme nicht alles ist was gezahlt werden muß:

Der Ersteher hat mit folgenden Kosten zu rechnen:
a) Meistgebot
b) 4% Zinsen auf das Meistgebot für die Zeit vom Zuschlag bis zum Verteilungstermin (ca. 6-8 Wochen)
c) 4,5% Grunderwerbsteuer
d) Gerichtskosten für den Zuschlag
e) Gerichtskosten für die Eigentumsumschreibung im Grundbuch

Die Kosten in b) - d) sind auch nicht zu vernachlässigen.

CruNCC
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Beitrag von CruNCC »

@Ingok
Die Grunderwerbsteuer beträgt 3,5 %.

Anmerkung: Die Bezahlung der Grunderwerbsteuer ist Voraussetzung für die Umschreibung des Grundbuchs.

ingok.
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Beitrag von ingok. »

CruNCC hat geschrieben:@Ingok
Die Grunderwerbsteuer beträgt 3,5 %.
Aber leider nicht im Hamburg. Hier sind es seit dem 01.01.2009 4,5%. :?

Franz Königs
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Beitrag von Franz Königs »

Der Steuersatz bei der Grunderwerbsteuer für Rechtsvorgänge, die sich auf im Land Berlin belegene Grundstücke beziehen, beträgt 4,5 vom Hundert.
Quelle

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