Zwangsversteigerung Räumung

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MarQi
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Zwangsversteigerung Räumung

Beitrag von MarQi »

Interessent I möchte bei einer Zwangsversteigerung mitbieten. Lt. dem Gutachten wird die Wohnung vom Noch-Eigentümer selbst bewohnt und der Noch-Eigentümer hat den Gutachter für die Verkehrswertermittlung nicht in die Wohnung gelassen. Demzufolge geht Interessent I davon aus, das der Noch-Eigentümer vermutlich nicht freiwillig die Wohnung verlassen wird.

1) Angenommen die Zwangsversteigerung ist am 20.02.2010 und I erhält den Zuschlag. Wäre der Noch-Eigentümer verpflichtet sofort die Wohnung zu verlassen, oder gibt es da eine Frist?

2) Wie würdet ihr euch an I's Stelle verhalten? Mal beim Noch-Eigentümer klingeln und fragen, wie er sich den Auszug so vorstellt, oder sofort mittels dem Zuschlagsbeschluss tätig werden, ohne das Gespräch mit dem Noch-Eigentümer gesucht zu haben? I befürchtet, dass zB der Noch-Eigentümer beim Gespräch sagen wird, er würde in zwei Wochen ausziehen (womit I prinzipiell einverstanden wäre) aber dann nichts passiert und zwei Wochen an Zeit quasi verloren wären.

3) An welches Amt wendet sich I mit dem Zuschlagsbeschluss, damit die Wohnung geräumt wird?

juggernaut
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Beitrag von juggernaut »

ihre fragen 1 bis 2 haben sie sich doch schon selbst beantwortet.
die antwort auf ihre frage 3 lautet: an den zuständigen gerichtsvollzieher, ggf. zu erfragen beim örtlichen amtsgericht.
juggernaut
Redfox hat geschrieben:Das ist ein Irrtum. Beamte arbeiten nicht. Sondern ... machen sonstwas. Aber arbeiten tun sie nicht.

MarQi
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Beitrag von MarQi »

I ist jetzt verwirrt! angenommen die Zwangsversteigerung ist am 20.02.2010 um 9:uhr und I erhält den Zuschlag. kann er dann um 12:00 bei der wohnung auftauchen und den nocheigentümer zum sofortigen auszug auffordern, oder gibt es da eine frist, die dem nocheigentümer eingeräumt werden muss? eine fristlose kündigung bei einem mietverhältnis ist ja auch nicht fristlos im wahrsten sinne des wortes sondern es müssen dem mieter ein paar tage eingeräumt werden.

juggernaut
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Beitrag von juggernaut »

eine fristlose kündigung beendet ein mietverhältnis mit ihrem zugang. deswegen heisst sie ja "fristlos". fristen gibt es deshalb da keine. unabhängig davon ist ein auszug natürlich nicht binnen 5 min zu bewerkstelligen. mit dem zuschlag sind sie eigentümer (§ 90 ZVG), und können deshalb räumung fordern. dass der (dann ehemalige) eigentümer dazu ein paar tage brauchen könnte, liegt auf der hand und ist dazu in ihrem interesse, oder wollen sie einen keller voll gerümpel?

sie hatten aber vermutet, dass der ehemalihge eigentümer eh nicht freiwillig ausziehen wird. der gerichtsvollzieher (!) wird dem ehemaligen eigentümer eh noch eine frist von 3 wochen setzen müssen.
juggernaut
Redfox hat geschrieben:Das ist ein Irrtum. Beamte arbeiten nicht. Sondern ... machen sonstwas. Aber arbeiten tun sie nicht.

SpecialAgentCooper
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Beitrag von SpecialAgentCooper »

I sollte die Kosten einer eventuell nötigen Zwangsräumung mit in sein Gebot einpreisen.
„Die Welt wird immer absurder. Nur ich bin weiter Katholik und Atheist. Gott sei Dank!“ (Luis B.)

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