Wohnungskauf - Etagentür ist normale Innentür

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aZon
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Wohnungskauf - Etagentür ist normale Innentür

Beitrag von aZon »

Sehr geehrte Helfer, folgendes Fallbeispiel:

Käufer (K) kauft eine Wohnung von Verkäufer und Bauträger (V). Laut KV wird eine Renovierung nach anerkannten Regeln der Technik festgelegt. Darunter der Einbau einer neuen Wohnungseingangstür.

Anstatt einer Wohnungseingangstür, die den gängigen Normen in Bezug auf Schallschutz, Klimaklasse, Brandschutz entspricht wurde eine etwas hochwertigere Innentür eingebaut, die sich von einer normalen Wohnungseingangstür optisch kaum unterscheidet.

Bei der Abnahme konnten K und ein befreundeter Handwerker das nicht erkennen. V war sich jedoch bewußt darüber, da er die Tür so bestellt und einbauen lassen hatte.

K hat, nach dem ihm Zweifel aufgekommen sind, da der Geräuschpegel vom Flur kaum gedämpft wurde, bei dem Hersteller der Tür nachgefragt und erfahren, dass es eine Innentür ist.

K verlangt nun von V den Mangel zu beseitigen. Standpunkt V: Die Tür ist abgenommen und somit nicht zu ersetzen.

Ist V verpflichtet den Mangel zu beseitigen? Handelt es sich hierbei um eine Täuschung des K durch V? Wie ist die Rechtslage?

Vielen Dank im Voraus für Ihre Hilfe

webelch
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Re: Wohnungskauf - Etagentür ist normale Innentür

Beitrag von webelch »

Wie genau ist denn die Tür nachweislich zwischen K und V spezifiziert worden?

aZon
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Re: Wohnungskauf - Etagentür ist normale Innentür

Beitrag von aZon »

Im KV steht beispielsweise folgende Formulierung:

"Folgende Renovierungsarbeiten werden nach anerkannten Regeln der Technik durchgeführt:
...
- Einbau einer Wohnungseingangstür
..."

Baden1957
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Re: Wohnungskauf - Etagentür ist normale Innentür

Beitrag von Baden1957 »

aZon hat geschrieben:Sehr geehrte Helfer, folgendes Fallbeispiel:

Käufer (K) kauft eine Wohnung von Verkäufer und Bauträger (V). Laut KV wird eine Renovierung nach anerkannten Regeln der Technik festgelegt. Darunter der Einbau einer neuen Wohnungseingangstür.

Anstatt einer Wohnungseingangstür, die den gängigen Normen in Bezug auf Schallschutz, Klimaklasse, Brandschutz entspricht wurde eine etwas hochwertigere Innentür eingebaut, die sich von einer normalen Wohnungseingangstür optisch kaum unterscheidet.

Bei der Abnahme konnten K und ein befreundeter Handwerker das nicht erkennen. V war sich jedoch bewußt darüber, da er die Tür so bestellt und einbauen lassen hatte.

K hat, nach dem ihm Zweifel aufgekommen sind, da der Geräuschpegel vom Flur kaum gedämpft wurde, bei dem Hersteller der Tür nachgefragt und erfahren, dass es eine Innentür ist.

K verlangt nun von V den Mangel zu beseitigen. Standpunkt V: Die Tür ist abgenommen und somit nicht zu ersetzen.

Ist V verpflichtet den Mangel zu beseitigen? Handelt es sich hierbei um eine Täuschung des K durch V? Wie ist die Rechtslage?

Vielen Dank im Voraus für Ihre Hilfe


Hallo,

DIN-Normen (DIN EN-Normen) können nach der Rechtssprechung des BGH die anerkannten Regeln der Technik wiedergeben oder hinter diesen zurück bleiben. http://www.bautipps.de/sites/default/fi ... ernorm.pdf

Aufgrund dieser Entscheidung wäre nachzuweisen, dass explizit eine Wohnungseingangstürvertraglich vereinbart wurden, also es muss irgendwo im Vertrag erkennbar sein, denn die vertraglich vereinbarten "anerkannten Regeln der Technik" sind hier ausschließlich für den Bauträger von Vorteil.

lG
Hinweise erfolgen ausschließlich aufgrund eines vorgetragenen Sachverhaltes und nicht aufgrund von Vermutungen; je detaillierter der Sachverhalt ist, desto zutreffender können die Hinweise sein.

aZon
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Re: Wohnungskauf - Etagentür ist normale Innentür

Beitrag von aZon »

Das ist es mit dem Beispiel von oben aber doch? Außerdem würde es ja gegen jegliche Logik sprechen eine Wohnungseingangstür gegen eine Innentür zu tauschen...

Baden1957
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Re: Wohnungskauf - Etagentür ist normale Innentür

Beitrag von Baden1957 »

aZon hat geschrieben:Das ist es mit dem Beispiel von oben aber doch? Außerdem würde es ja gegen jegliche Logik sprechen eine Wohnungseingangstür gegen eine Innentür zu tauschen...

Hallo,

da ist das Urteil des BGH wohl nicht eindeutig verstanden worden; "die anerkannten Regeln der Technik können wiedergegeben oder hinter diesen zurück bleiben" heisst mit anderen Worten:
Wenn der Anspruch der "anerkannten Regeln der Technik" nicht vollständig erfüllt werden (hinter diesen zurück bleiben), wäre auch dies dennoch rechtlich erfüllt.

Wenn der Hersteller behauptet, dass die eingebaute Außentür vom Hersteller nur als Innentür hergestellt wird, heisst dies dennoch nicht, dass diese nicht als Außentür geeignet sei bzw. als Außentür eingesetzt werden kann.

Vertraglich hat man sich wohl auf's "Glatteis führen lassen"; für den Bauträger eine finanzielle Einsparung und für den Käufer das erhebliche wirtschaftliche Risiko, hier einen Prozess mit ungewissen Ausgang führen zu müssen.

Kosten: bei einem angenommenen Streitwert von 1.000 € mit einer allgemeinen Beratung sowie die Vertretung des RA vor Gericht fallen ca. 333 € an, ohne die Gerichtskosten.
Wenn die Klage verloren geht, sind die gegnerischen Anwaltskosten zusätzlich zu den eigenen Anwaltskosten und Gerichtskosten zu tragen.

lG
Hinweise erfolgen ausschließlich aufgrund eines vorgetragenen Sachverhaltes und nicht aufgrund von Vermutungen; je detaillierter der Sachverhalt ist, desto zutreffender können die Hinweise sein.

aZon
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Re: Wohnungskauf - Etagentür ist normale Innentür

Beitrag von aZon »

Herstellerdaten der eingebauten Tür:
Röhrenspanplatteneinlage ROE,
Beanspruchungsgruppe S,
Klimaklasse I

Eine Wohnungseingangstür sollte laut DIN-Normen folgende Werte haben:
Schallschutz Rw, P= 32 dB, SK 27,
Klimaklasse II (beheizte Flure),
Klimaklasse III (unbeheizte Flure)
Beanspruchungsgruppe S

Bei der Wohnung handelt es sich um einen unbeheizten Flur

Sind die "anerkannten Regeln der Technik" erfüllt?
Kann K davon ausgehen Recht zu bekommen, wenn der Sachverhalt von einem Gutachter bestätigt wird?
Handelt es sich zusätzlich um arglistige Täuschung?

Vielen Dank!

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