Baumangel und Immobilienverkauf 12 Jahre später

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Persefonä
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Baumangel und Immobilienverkauf 12 Jahre später

Beitrag von Persefonä »

Hallo,

angenommen jemand (Herr X) verkauft seine Eigentumswohung.

Diese befindet sich in einem 10 Familienhaus (1), das mit einem beanachbarten weiteren 10-Familienhaus (2) zusammen von der selben Immobilienverwaltung verwaltet wird.

Seine Wohnung hat zwar Schönheitsfehler, aber keine graverienden Mängel.



Herrn X ist aber bekannt, daß nach Fertigstellung des Neubaus vor 12 jahren ein statisches Problem im Berreich des anderen Hauses (2) festgestellt worden war.

Dies äußerte sich durch einen kleinen Riss in der Wand und daraus manachmal etwas auslaufendes Wasser in 1 Garage.

Der Schaden reichte aber nicht aus, um dem Bauherrn in die Pflicht zu nehmen laut damailigem Sachverständigengutachten.

Die Garagen befinden sich in der Tiefgarage, welche vor allem unter dem oben genannten 2. Haus verläuft.

Die Garage von Herrn X ist nicht betroffen.


Verhält sich Herr X richtig, wenn er beim Verkauf seiner Eigentumswohnung nichts von diesem statischen Problem erzählt, wohl aber den Käufern 1 Protokoll einer Eigentümerversammlung vorliegt, wo dieser Baumangel erwähnt wird?

Viele Grüße, Persefonä

ktown
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Re: Baumangel und Immobilienverkauf 12 Jahre später

Beitrag von ktown »

Folgende Fragen zurück:
Betrifft dieser Baumangel direkt diese Wohnung und wurde vom Sachverständigen festgestellt, dass dieser Mangel auch in Immobilie 1 vorhanden ist?
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

Persefonä
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Re: Baumangel und Immobilienverkauf 12 Jahre später

Beitrag von Persefonä »

Hallo ktown,

nein, der Mangel betrifft die Wohnung nicht, weil sich die Wohnung in Haus 1, das etwas versetzt steht, befindet.
Auch die Garage von Herrn X ist nicht betroffen.
Die beiden Häuser 1 und 2 teilen aber eine große Tiefgarage, die hauuptsächlich unter Haus 2 liegt und dort befindet sich in einer priv. Einzelgarage der Riss.

Der Sachverständige hat sich immer nur auf den konkreten Riss in der einen privaten Garage bezogen. Eventuelle statische Auswirkungen hätten Haus 2 betroffen. Aber diese
wurden vom Sachverständigen ja dementiert.

Viele Grüße,

Persefonä

Baden1957
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Re: Baumangel und Immobilienverkauf 12 Jahre später

Beitrag von Baden1957 »

Persefonä hat geschrieben:Hallo,

angenommen jemand (Herr X) verkauft seine Eigentumswohung.

Diese befindet sich in einem 10 Familienhaus (1), das mit einem beanachbarten weiteren 10-Familienhaus (2) zusammen von der selben Immobilienverwaltung verwaltet wird.

Seine Wohnung hat zwar Schönheitsfehler, aber keine graverienden Mängel.



Herrn X ist aber bekannt, daß nach Fertigstellung des Neubaus vor 12 jahren ein statisches Problem im Berreich des anderen Hauses (2) festgestellt worden war.

Dies äußerte sich durch einen kleinen Riss in der Wand und daraus manachmal etwas auslaufendes Wasser in 1 Garage.

Der Schaden reichte aber nicht aus, um dem Bauherrn in die Pflicht zu nehmen laut damailigem Sachverständigengutachten.

Die Garagen befinden sich in der Tiefgarage, welche vor allem unter dem oben genannten 2. Haus verläuft.

Die Garage von Herrn X ist nicht betroffen.


Verhält sich Herr X richtig, wenn er beim Verkauf seiner Eigentumswohnung nichts von diesem statischen Problem erzählt, wohl aber den Käufern 1 Protokoll einer Eigentümerversammlung vorliegt, wo dieser Baumangel erwähnt wird?

Viele Grüße, Persefonä


Hallo,
ohne auf ein statische Problem einzugehen kann der Verkäufer nicht argumentieren, dass der versteckte Mangel nicht vorgelegen habe, da der Käufer durch das Lesen eines Protokolles einer ETW hätte Kenntnis erlangen können.
Bei Mängeln an einer Immobilie unterscheidet man zwischen offenen, versteckten und arglistig verschwiegenen Mängeln.
Offene Mängel sind für den Immobilienkäufer sofort erkennbar,
versteckte Mängel (auch für den Verkäufer nicht sichtbar).
Um einen arglistig verschwiegenen, versteckten Mangel handelt es sich, wenn der Mangel dem Verkäufer bekannt war und er diesen bewusst verheimlicht. In diesem Fall steht dem Käufer Rückabwicklung des Kaufvertrages sowie Schadensersatz zu.

Wenn doch entsprechende Gutachten vorliegen, warum will der Verkäufer dann das Gutachten verschweigen? Er macht hierbei den Kaufvertrag anfällig.

lG
Hinweise erfolgen ausschließlich aufgrund eines vorgetragenen Sachverhaltes und nicht aufgrund von Vermutungen; je detaillierter der Sachverhalt ist, desto zutreffender können die Hinweise sein.

Persefonä
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Re: Baumangel und Immobilienverkauf 12 Jahre später

Beitrag von Persefonä »

Hallo Baden1957,

ist ein Mangel, den ein Sachverständiger als normal und nicht die Stabilität beeinträchtigend bewertet denn ein Mangel?
Wenn es also kein wirklicher Mangel ist, würde Herr X ihn ja auch nicht verschweigen?

Wäre es in diesem konstruierten Fall hilfreich, wenn Herr X sich eine Bestätigung der Hausverwaltung holt, daß die Tiefgarage zum Zeitpunkt des Verkaufs mängelfrei ist? Und diese dem Kaufvertrag beilegen? Oder das o.g. Gutachten beilegen?

Angenommen, der Kauf-Vorvertrag wäre von Herrn X schon unterzeichnet, könnte er die o.g. Dokumente noch beim Notartermin nachreichen?

Mfg, Persefonä

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