Durchgangsrecht (Wegerecht)

Moderator: FDR-Team

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Rainer Weißbach
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Durchgangsrecht (Wegerecht)

Beitrag von Rainer Weißbach »

Ein Hallo an Alle,
nun zum Thema bzw. Frage
Grundstück wurde Sept.2016 erworben. Nachbarin und deren Gehilfen durchqueren nun das private Grundstück. Nach höflichen Anfragen des neuen Besitzers kam folgendes heraus:
Das gesamte Grundstück lt. Grundbuch umfasst 1680 qm. Es wurde nur eine optische Trennung (830 : 830 )vollzogen mit Hecke und Sichtschutzzaun. Im Grundbuch selber ist nichts von einem Wegerecht vermerkt. Im Mai 2010 hatten sich beide mit Unterschrift geeinigt, das die Frau B vom Nachbargrundstück durch das andere (auch Helfer und Gäste) zum duchqueren nutzen darf. Jedoch besteht nun eine andere Situation. Jeder hat sein eigenes Grundstück als Eigentum (Miteigentum des Ganzen) wobei das Grundstück vor 2010 auf anderem Weg durch Nachbarin Frau B erreicht wurde. Die Neuen Eigentümer verwehren nun der Frau B das Betreten bzw. durchqueren ihres Eigentumes. Wie gesagt, gibt es zwischen dem Neuen Miteigentümer kein Wegerecht, was wie gesagt auch nirgend wo eingetragen ist. Sie soll den Weg vor 2010 nutzen. Ist diese Entscheidung richtig und was sollte man beachten. Ein Streit sollte ausgeschlossen werden.

MfG Rainer
Allen einen guten Rutsch ins Jahr 2017

ktown
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Re: Durchgangsrecht (Wegerecht)

Beitrag von ktown »

Rainer Weißbach hat geschrieben:Ein Streit sollte ausgeschlossen werden.
Na dann sollte man sie gehen lassen. :wink:
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

SusanneBerlin
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Re: Durchgangsrecht (Wegerecht)

Beitrag von SusanneBerlin »

Hallo,

ein Wegerecht, das nicht im Grundbuch eingetragen ist, gilt nur zwischen den Personen, die den Vertrag unterschrieben haben, ein neuer Eigentümer ist nicht daran gebunden.

Hat Frau B denn keine andere Möglichkeit, zu Ihrem Grundstück zu komnen? Niemand muss zulassen, dass andere über sein Grundstück gehen, es sei denn, es gäbe keine andere Möglichkeit (Notwegerecht).
Grüße, Susanne

khmlev
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Re: Durchgangsrecht (Wegerecht)

Beitrag von khmlev »

Rainer Weißbach hat geschrieben:Das gesamte Grundstück lt. Grundbuch umfasst 1680 qm. Es wurde nur eine optische Trennung (830 : 830 )vollzogen mit Hecke und Sichtschutzzaun. ... Jedoch besteht nun eine andere Situation. Jeder hat sein eigenes Grundstück als Eigentum (Miteigentum des Ganzen)
Wie darf man diese Sachdarstellung in Bezug auf die Eigentumsverhältnisse des Grundstücks in einer Größe von 1680 am verstehen?
  1. Wohnungs-/Teileigentum zu 1/2 Anteil am Grundstück verbunden mit dem Sondereigentum an WE Nr ?? mit Sondernutzung Recht am Garten oder zu
  2. je 1/2 Anteil in Bruchteilsgemeinschaft mit Miteigentümervereinbarung zwischen Nachbarin und alten und/oder neuen Besitzer?
Gruß
khmlev
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Rainer Weißbach
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Re: Durchgangsrecht (Wegerecht)

Beitrag von Rainer Weißbach »

Hallo,
ein Dank an Susanne
- Frau B hatte vor Absprache von 1969 bis 2010 einen anderen Weg als Zugang. Dieser wird nun vom Neueigentümer als ihr Zugang angeboten.

auch ein Dank an khmlev
- ja jeder ist zu seinem Teil Eigentümer, also Miteigentümer des Ganzen (1/2 Frau B und 1/2 die Neueigentümer)

Tschüß Rainer

khmlev
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Re: Durchgangsrecht (Wegerecht)

Beitrag von khmlev »

Wenn es sich um eine Bruchteilsgemeinschaft handelt, dann benötigt B kein Wegerecht um als Miteigentümer sich auf dem gesamten Grundbesitz frei bewegen zu können. Sie hat schlicht und ergreifend das Recht dazu und könnte dieses auch einklagen.

Ausser die Miteigentümer haben eine Vereinbarung getroffen, welche die hier behauptete Trennung des Grundstücks regelt.
Gruß
khmlev
- out of order -

Rainer Weißbach
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Re: Durchgangsrecht (Wegerecht)

Beitrag von Rainer Weißbach »

Hallo khmlev,
dachten wir uns auch schon, werden es dem Mit-Neueigentümer durch die Blume wissen lassen. Da müssen beide Seiten eine neue Absprache treffen und mit Unterschrift schriftlich fixieren.

Guten Rutsch

SusanneBerlin
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Re: Durchgangsrecht (Wegerecht)

Beitrag von SusanneBerlin »

Zur Verdeutlichung: es sollte nicht nur die Benutzung der Zugangswege, sondern die aufgeteilte Nutzung und Kostentragung des gesamten Grundstücks und der aufgebauten Häuschen zwischen den Miteigentümern vereinbart und schriftlich fixiert werden. Denn es gibt keine "Teilgrundstücke", keine "meine Hälfte, deine Hälfte", kein "Nachbargrundstück" bei gemeinsamen Eigentum, es ist EIN Grundstück, solange wie man nichts vereinbart. Jedem Eigentümer gehören auch beide WE-Häuschen zu ideellen 50%!

Ebenfalls guten Rutsch!
Grüße, Susanne

ktown
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Re: Durchgangsrecht (Wegerecht)

Beitrag von ktown »

Mir scheint hier läge vieles in den Vereinbarungen um argen. :shock:
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

SusanneBerlin
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Re: Durchgangsrecht (Wegerecht)

Beitrag von SusanneBerlin »

ktown hat geschrieben:Mir scheint hier läge vieles in den Vereinbarungen um argen. :shock:
Mir scheint, Neukäufer und TE unterliegen dem Irrglauben, dass hier 830 m2 Boden (eine bestimmte beispielsweise linke oder vordere Hälfte von 1600 m2) mit einem Wochenendhaus drauf gekauft wurde. :liegestuhl:
Grüße, Susanne

khmlev
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Re: Durchgangsrecht (Wegerecht)

Beitrag von khmlev »

Insbesondere sollte darüber nachgedacht werden, die zu treffende Miteigentümervereinbarung zu verdinglichen (Eintragung in das Grundbuch) sowie auch den Ausschluss der Aufhebung der Gemeinschaft zu vereinbaren. Hierzu müssen die Eigentümer allerdings zum Notar. Der Vorteil, es ist dann auch für die zukünftigen Eigentümer verbindlich und kein Eigentümer kann beim Streit um den Grillgeruch die Teilungsversteigerung betreiben bzw. damit drohen.
Gruß
khmlev
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