Sicherungskarte für Schlüssel

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gmmg
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Re: Sicherungskarte für Schlüssel

Beitrag von gmmg » 26.11.17, 20:08

ktown hat geschrieben:Die Mehrzahl dieser Schließsysteme haben ja auch keine Sicherungskarte. Es gibt bzw. gab halt Schnittmengen zwischen den höherwertigen und den hochwertigen Schließsystemen in denen mit Rohlingen gearbeitet wurde, die hauptsächlich in den unteren Preisklassen zuhause sind.
Aber wie schon gesagt. Dies ist größtenteils ausgemerzt und sicherlich nur noch ein baulicher und kein rechtlich relevanter Aspekt mehr.
Was tut das zur Sache? Ich wiederhole noch mal:
Ein solcher [Schlüsseldienst] ist nämlich in der Lage, fast jeden beliebigen Rohling nachzufertigen.
Klebt hier vielleicht jemand an den falschen Sicherheitsversprechen der Hersteller überholter mechanischer Systeme?

ktown
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Re: Sicherungskarte für Schlüssel

Beitrag von ktown » 26.11.17, 20:44

gmmg hat geschrieben:Klebt hier vielleicht jemand an den falschen Sicherheitsversprechen der Hersteller überholter mechanischer Systeme?
Nö. Ich kenne nur aus meinem Berufsalltag sehr genau, dass Objektlösungen und solche sind normalerweise in größeren WEG üblich, nicht mit den üblichen Maschinen eines Schlüsseldienstes reproduzierbar. Selbst der immer wieder erwähnte 3D-Drucker kann in diesen Bereichen, aufgrund beweglicher Teile im Schlüssel, nicht weiter helfen.
gmmg hat geschrieben:Für den Privatgebrauch greift ein Patentschutz eh nicht.
Was wollen sie damit sagen und wieso ist es Privatgebrauch, wenn ein Gewerbetreibender gegen ein Entgeld Ersatzschlüssel für einen Dritten produziert?
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gmmg
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Re: Sicherungskarte für Schlüssel

Beitrag von gmmg » 26.11.17, 21:04

ktown hat geschrieben:Ich kenne nur aus meinem Berufsalltag sehr genau, dass Objektlösungen und solche sind normalerweise in größeren WEG üblich, nicht mit den üblichen Maschinen eines Schlüsseldienstes reproduzierbar.
Mit diesen simplen Fräsen, mit denen der Typ im Baumarkt hantiert, ist das freilich nicht zu machen, wenn die entspr. Rohlinge nicht zur Verfügung stehen. Genau deshalb fertigen Schlüsseldienste, welche ihren Namen verdienen, die Rohlinge selbst nach.

Ich zitiere:
Unter Schließanlagenschlüsseln oder Spezialschlüsseln verstehen wir alle Schlüssel, die nicht vor Ort im XXXXXX Schlüssel Center vorhanden sind und daher in unserer Zentrale gefertigt werden müssen. Es sind häufig aufwendiger gefertigte und geformte Schlüssel für spezielle Schließzylinder, die gerne auch für Schließanlagen verwendet werden. Eine Schließanlage befindet sich in fast jedem größeren Gebäude. Ein Schließanlagenschlüssel schließt innerhalb des Gebäudes mehrere Türen. So passt zum Beispiel jeder Wohnungsschlüssel in einem Mietshaus auch zur Haustüre.
Große Schließanalgen befinden sich beispielsweise in Firmengebäuden, Behörden, Krankenhäusern, Schulen und Mietgebäuden.

Kopien solcher Spezialschlüssel musste man bisher entweder beim Originalhersteller neu bestellen, oder bei einem Schlüsseldienst, der Schließzylinder mit sogenanntem "Eigenprofil" verkauft.
In beiden Fällen ist der Kunde auch bei späterem Bedarf von Ersatzschlüsseln an diese Quellen gebunden. Ein gutes Geschäft für Schlüsseldienst und Zylinder-Hersteller - aber ein sonderbares Verhalten in der freien Marktwirtschaft.
Sie könne gern die Probe auf's Exempel machen, die Firma bietet an auf eingeschickten Schlüsselfotos die Reproduzierbarkeit zu prüfen.

ktown
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Re: Sicherungskarte für Schlüssel

Beitrag von ktown » 26.11.17, 22:11

Ihnen ist schon aufgefallen, dass diese Schlüsseldienste verschweigen, dass sie bei den "Spezialschlüsseln" eigentlich nur die Schlüssel mit den Bohrmulden anfertigen können?
Bei integrierten Kugelrollen und Magnetplatten scheitert es schon.
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Re: Sicherungskarte für Schlüssel

Beitrag von gmmg » 26.11.17, 23:09

ktown hat geschrieben:Ihnen ist schon aufgefallen, dass diese Schlüsseldienste verschweigen, dass sie bei den "Spezialschlüsseln" eigentlich nur die Schlüssel mit den Bohrmulden anfertigen können?
Das stimmt nicht, es geht zumindest auch bei Systemen mit seitlichen Kerben.
Woher wissen Sie denn, was die alles noch nachmachen können und was nicht?

Der Anbieter schreibt auch:
Ist Ihr Spezialschlüssel machbar?

Sie können gerne von zu Hause aus überprüfen, ob ihr Schlüssel machbar ist. Schicken Sie uns einfach (Handy-) Fotos von beiden Seiten Ihres Schlüssels an xxxx@xxxx mit dem Betreff: Machbarkeit.
Adresse gern per PN, dann kann sich jeder selbst überzeugen.

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Re: Sicherungskarte für Schlüssel

Beitrag von Beier » 27.11.17, 07:15

gmmg hat geschrieben:Adresse gern per PN
Wozu? Es reicht doch, einen kleinen Teil des o.g. Werbetextes in eine Suchmaschine einzugeben.

Was mich wundert: Auf manchen Schließsystemen ist doch ein Patentschutz und auch die Schlüssel tragen oftmals die Prägung "ges. gesch.". Ist es dennoch erlaubt, als freier Anbieter Nachschlüssel in Umlauf zu bringen?

Das könnte ja bedeuten, dass sich jemand einen Generalschlüssel einer Institution (Schule, Rathaus, Klinik o.ä.) leiht, meinetwegen als Handwerker, und schickt diesen zu der besagten Firma ein. Weil dies ein paar Tage dauert, vertröstet er die Institution zwei-, dreimal hinsichtlich der Schlüsselrückgabe und stellt sich dumm. Letztlich gibt er das Original zurück, entschuldigt sich für die Verspätung und kann fortan mit seinem Nachschlüssel im ganzen Haus auf Beutezug gehen.

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Re: Sicherungskarte für Schlüssel

Beitrag von ktown » 27.11.17, 07:29

Wir wandern viel zu sehr vom eigentlichen Thema ab.

Kurz nur dazu.
1. Der Anbieter nutzt eine Grauzone um den Patentschutz zu umgehen.
2. Der Anbieter kann nur alles was mechanisch möglich ist an Schlüsseln machen.....mehr nicht.
gmmg hat geschrieben:Der Anbieter schreibt auch
Klar schreibt er das. Es wäre natürlich nicht werbewirksam, wenn er bei dem Stichwort Spezialschlüssel alle Einschränkungen von vornherein Preis geben würde. :lachen:
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Re: Sicherungskarte für Schlüssel

Beitrag von Verpflichteter » 27.11.17, 11:28

Tobis F hat geschrieben:
Verpflichteter hat geschrieben:Das Schließsystem ist Eigentum der Gemeinschaft.
Stellt sich die Frage, ob ein einzelner Wohnungseigentümer das Recht hat an "seiner" Wohnungseingangstür einen anderen Schließzylinder einzubauen.
Da würde ich sagen, nein, hat er nicht, weil ja Gemeinschaftseigentum und z.B. der Sinn eines Generalschlüssels unterlaufen wird.
Sorry, aber so ein .....
Natürlich darf jeder Wohnungseigentümer an seiner Wohnungstür/seinem Keller das Schloss auswechseln. Man lese einfach ein mal das WEG, genauer gesagt §5 Abs. 1

Einen GENERALSCHLÜSSEL gibt es darüberhinaus auch nicht, nur Schlüssel mit unterschiedlichen Berechtigungen. Und hieran ändert das neue Schloss an der Wohnungstür der linken Wohnung im EG überhaupt nichts.
Lesen schadet in der Regel nicht.
https://www.haufe.de/recht/deutsches-an ... 37079.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Generalschl%C3%BCssel


Werden für die Wohnungstür der linken Wohnung im EG zahllose Nachschlüssel erstellt, die sich z.B. inflationär im Bekanntenkreis von Mietern verbreiten, und sind diese als Bestandteil einer Schließanlage z.B. in der Lage auch den Fahrradkeller und die Haustüre zu schließen, wird sich niemand über Fahrradschwund wundern.

Wer viel Geld für eine halbwegs sichere Schließanlage ausgibt, sollte sich dann auch den erforderlichen Restriktionen unterwerfen.

Wer Sätze mit ..... beendet dem fehlen die Worte, das ist machmal auch besser so.

MfG
uwe



MfG
uwe

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Re: Sicherungskarte für Schlüssel

Beitrag von ktown » 27.11.17, 12:59

Verpflichteter hat geschrieben:Lesen schadet in der Regel nicht.
und was wollen sie uns damit sagen?
Der erste Link befasst sich vorrangig mit dem Fall des Schlüsselverlustes und der Zweite erklärt nur, was ein Generalschlüssel ist.
Beides sagt aber nicht, dass ich den in meinem Sondereigentum befindliche Schließzylinder nicht ausbauen, sichern und durch einen anderen ersetzen darf.
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Re: Sicherungskarte für Schlüssel

Beitrag von Verpflichteter » 27.11.17, 13:26

Hallo,
und was wollen sie uns damit sagen?
vergleichsweise
Sorry, aber so ein .....
mit
Lesen schadet in der Regel nicht.
mit anschließendem Denken.

Welche der beiden Einlassungen ist wohl höherwertiger?

MfG
uwe

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Re: Sicherungskarte für Schlüssel

Beitrag von ktown » 27.11.17, 13:33

Mal abgesehen von der Art der Wortwahl, hat aber Tobis F Recht. Wo steht geschrieben, dass ich nicht einen eigenen Schließzylinder einbauen darf?
Verpflichteter hat geschrieben:Welche der beiden Einlassungen ist wohl höherwertiger?
Keine von beiden, weil sie beide Kinderkram sind und nichts zum eigentlichen Thema beitragen.
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Re: Sicherungskarte für Schlüssel

Beitrag von Verpflichteter » 27.11.17, 13:51

Hallo,

einmal unterstellt, diese Einlassung wäre richtig:
Schloss (Wohnungseingangstüre)
Bei sämtlichen Abschlusstüren in einem Sonder- oder Teileigentum handelt es sich um Gemeinschaftseigentum. Daher ist auch das Schloss (Schließzylinder) an einer zum Teileigentum zählenden Wohnungseingangstüre Bestandteil des Gemeinschaftseigentums
https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q= ... K5TfF0KWZz

Dann stellt sich die Frage,

wenn die Wohnungseingangstüre und
Drückergarnitur (Wohnungsabschlusstüre)
Wohnungsabschlusstüren einschließlich Zarge, Verschluss und Klinke sind in der Regel bis auf den Innenanstrich (Sondereigentum) Bestandteil des Gemeinschaftseigentums
sind, dann bau ich doch einfach mal das Schloss aus, lege es zur Seite, verwahre es und ersetze es.
Dann auch noch die Drückergarnitur. Verwahre sie neben dem Schloss.
Zu guter Letzt hänge ich noch die Türe aus und ersetze sie durch einen Perlenvorhang.

Wo steht geschrieben, dass ich das nicht darf?

MfG
uwe

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Re: Sicherungskarte für Schlüssel

Beitrag von ktown » 27.11.17, 13:57

So nun nehmen sie Rechtslage dazu, dass ein Mieter sehr wohl ein Schloss austauschen darf.....und nun? Nach ihrem Verständnis darf der Mieter das nicht. Das Mietrecht gibt ihm jedoch recht.

In den meisten Fällen ist dies in der Teilungserklärung geregelt.
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Re: Sicherungskarte für Schlüssel

Beitrag von Verpflichteter » 27.11.17, 14:35

Hallo,

ich richte mich zuerst nach meinem eigenen Rechtsempfinden.
Dann nach der Rechtssprechung rund um das WEG.
https://books.google.de/books?id=odJoL_ ... &q&f=false

Dann würde ich mal die Mietrechtsrechtsprechung dahingehend untersuchen ob es dort um Urteile, Schließanlagen einschließend, handelt.

Die Einlassung
Das Mietrecht gibt ihm jedoch recht.
hätte ich zuerst überprüfen, bevor ich sie schriebe.


Ich findes es lustig wenn jemand schreibt:
Man lese einfach ein mal das WEG, genauer gesagt §5 Abs. 1
und selber nicht mehr Abs. 2 zur Kenntnis nimmt.

Mal eine andere Frage:

sind ..... als Ende eines Satzes höherwertig als
weil sie beide Kinderkram sind
?

MfG

uwe

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Re: Sicherungskarte für Schlüssel

Beitrag von gmmg » 27.11.17, 17:02

Beier hat geschrieben:Was mich wundert: Auf manchen Schließsystemen ist doch ein Patentschutz und auch die Schlüssel tragen oftmals die Prägung "ges. gesch.". Ist es dennoch erlaubt, als freier Anbieter Nachschlüssel in Umlauf zu bringen?
Jene mit Patentschutz werden meines Wissens nicht nachgefertigt. Das sind aber wohl die wenigsten. Irgendwelche Abkürzungen auf Produkten sind nicht von Relevanz.
ktown hat geschrieben:Der erste Link befasst sich vorrangig mit dem Fall des Schlüsselverlustes (...)
Da fängt die Gelddruckmaschine der Anbieter mechanischer Systeme richtig an zu laufen.
Verpflichteter hat geschrieben:Wer viel Geld für eine halbwegs sichere Schließanlage ausgibt, sollte sich dann auch den erforderlichen Restriktionen unterwerfen.
Umgekehrt wird ein Schuh daraus: Wer Sicherheit möchte, sollte in inhärent sichere Systeme investieren, und nicht auf Konventionen setzen, die leicht umgangen werden können.

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