Immobilienkauf mit Nießbrauchrcht

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Bumblebii
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Immobilienkauf mit Nießbrauchrcht

Beitrag von Bumblebii » 10.02.18, 14:23

Hallo,

A möchte eine Immobilie kaufen und hatte auch schon eine Besichtigung mit dem Makler.

Ein paar Tage später schaut er sich die Immobilie noch einmal mit einem befreundeten Architekten an. Er wird von einer Nachbarin angesprochen und im Gespräch fällt das Thema Nießbrauchrecht.

Die alten Eigentümer sind kurz nacheinander verstorben. Lt. Testament ist der Sohn enterbt, die beiden Enkel Erben alles jedoch erhielt der Sohn im notariellem Testament ein lebenslanges Nießbrauchsrecht.

A rief den Makler an und dieser erklärte das dies richtig sei, es aber nicht im Grundbuch eingetragen sei und somit nichtig. Die Erben (Enkel) sind sich einig, das Haus soll verkauft werden.

Wie ist hier die Rechtslage? Kann man das Haus bedenkenlos kaufen oder kann der Sohn in irgendeiner Form sein Nießbrauchrecht einfordern?

Tobis F
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Re: Immobilienkauf mit Nießbrauchrcht

Beitrag von Tobis F » 10.02.18, 15:56

Hier wäre ich sehr vorsichtig und würde mich von einem Fachanwalt für Erbrecht beraten lassen.
Zwar sollte ein Nießbrauchsrecht im Grundbuch eingetragen sein, damit es für jeden Interessenten/Käufer erkennbar ist, und so könnte man hier mit gutem Willen davon ausgehen das dieses nicht zum Tragen kommt.
ABER, was ist hier mit dem Pflichtteil des Sohnes? Als solches könnte man eben jenen Nießbrauch ansehen. Deshalb würde ich mich wirklich x fach rückversichern das die beiden Enkel das Objekt überhaupt wie geplant verkaufen, bzw. du es wie beabsichtigt nutzen kannst.

khmlev
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Re: Immobilienkauf mit Nießbrauchrcht

Beitrag von khmlev » 10.02.18, 16:44

Das Nießbrauch entsteht durch Einigung und Eintragung in das Grundbuch.

Wenn der Erblasser den Nießbrauch als Vermächtnis vermacht hat, muss der Berechtigte die Erfüllung einfordern.

Eine Verfügungsbeschränkung ist damit nicht verbunden.
Gruß
khmlev
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