Hausverwalter kündigt....Zwangsverwaltung?

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ISpeech
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Re: Hausverwalter kündigt....Zwangsverwaltung?

Beitrag von ISpeech » 14.02.18, 15:20

@TobiasF
Stimmst Du mir zu, dass eine Verwalterbestellung zum Rechtsbegriff "ordnungsgemäße Verwaltung" gehört?

Ist der Verwalter für eine ordnungsgemäße Verwaltung zuständig?

Stimmst Du mir weiterhin zu, dass die Mindestversammlungsanzahl von ETV'en bei eine pro Jahr liegt?

Tobis F
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Re: Hausverwalter kündigt....Zwangsverwaltung?

Beitrag von Tobis F » 14.02.18, 15:41

ISpeech hat geschrieben:Stimmst Du mir zu, dass eine Verwalterbestellung zum Rechtsbegriff "ordnungsgemäße Verwaltung" gehört?
JaEin. Denn der Verwalter ist nicht dazu verpflichtet für die Zeit NACH seiner Bestellung Sorge zu tragen.
D.h. der Verwalter kann/sollte, so die Versammlung zum Zeitpunkt seiner Kündigung/Niederlegung der Bestellung noch nicht stattgefunden hat, diesen Top aufnehmen - aber das war`s dann auch schon in dieser Angelegenheit.
Aber vielleicht kannst Du ja Deine Sicht der Dinge ein mal mit Urteilen untermauern, anstatt sie nur ständig zu wiederholen.
ISpeech hat geschrieben:Ist der Verwalter für eine ordnungsgemäße Verwaltung zuständig?
Für das was er WÄHREND seines Bestellungszeitraums tut. Was danach ist ..............
Vielleicht möchte die WEG sich ja selbst verwalten, oder man will sich am 6.12 zum Nikolausstiefelleeren zusammen setzen und im Wege des schriftlichen Verfahrens einen Verwalter bestellen. Oder man möchte .............. . Aber all das interessiert überhaupt nicht. Denn sonst müsste, deinen Logik folgend, jeder Verwalter der sein Amt niederlegt (was er JEDERZEIT DARF) "vorher ................".
ISpeech hat geschrieben:Stimmst Du mir weiterhin zu, dass die Mindestversammlungsanzahl von ETV'en bei eine pro Jahr liegt?
Dies ist die gesetzliche Regelung, ja. Aber auch das hat mit der gestellten Frage, in der nicht ein mal erwähnt ist ob diese Versammlung schon stattgefunden hat oder nicht, ob .......... - so gleichgültig.
Es hat zudem nichts mit der Behauptung zu tun er müsse .............. Einladen/Angebote....weil sonst ...... .


Und damit bin ich aus diesem Thema, in das jeder hinein interpretieren kann was er will, raus.

webmaster76
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Re: Hausverwalter kündigt....Zwangsverwaltung?

Beitrag von webmaster76 » 15.02.18, 10:13

Starwars2001 hat geschrieben:Frage:
Kann eine WEG "zwangsverwaltet" werden? Von wem?
Wer initiiert die Zwangsverwaltung? Es existiert ja kein Beschluss....
Um noch einmal direkt auf die Ausgangsfragen einzugehen:

Kommt drauf an was man denn nun unter "Zwangsverwaltung" versteht. Am 01.01.2019 wird kein Gericht, keine Behörde etc. ankommen und der ETG einen "Zwangsverwalter" vor die Nase setzen. Zu diesem Termin wäre die ETG verwalterlos und alle Eigentümer würden gemeinsam verwalten. Dass dies in der Praxis in den meisten Fällen nicht funktionieren wird dürfte klar sein.

Ergo bleiben der ETG folgende realistische Möglichkeiten:
1. ein oder mehrere Eigentümer holen sich Angebote von anderen Verwaltungen ein. Der aktuelle Verwalter wird aufgefordert, bei der kommenden ETV den entsprechenden TOP auf die Tagesordnung zu setzen und dort wird dann hoffentlich mehrheitlich ein Verwalter beschlossen.
2. keiner der Eigentümer kümmert sich, am 01.01.2019 ist die ETG verwalterlos. Ein Eigentümer wackelt mit seinem Anwalt (oder auch ohne Rechtsbeistand) zum AG und lässt sich ermächtigen, zu einer ETV einzuladen. Weiter s.o.
3. scheitern 1. und 2. und kommt kein Mehrheitsbeschluss für einen Verwalter zustande, könnte ein Eigentümer wieder zum AG wackeln und vom Gericht einen Verwalter suchen und einsetzen zu lassen.

Die erste Variante sollte immer bevorzugt werden. Wenn der bisherige Verwalter gekündigt hat und damit kein weiteres Interesse besteht, wieso sollte er dann die Neuwahl torpedieren (es sei denn, dass da zwischen Verwalter und ETG wesentliche Streitigkeiten entstanden sind)?

So oder so sollten die Eigentümer so zeitnahe wie möglich handeln, denn wenn man notfalls vor Gericht ziehen muss, dann dauert das (3 Monate Wartezeit für einen Verhandlungstermin sind nicht unrealistisch) und u.U. rennt sehr schnell die Zeit davon.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es zwar schwierig, aber nicht unmöglich ist, einen Verwalter für eine kleine ETG zu bekommen. Mann muss halt im schlimmsten Fall viel telefonieren.

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Re: Hausverwalter kündigt....Zwangsverwaltung?

Beitrag von ktown » 15.02.18, 10:23

:lachen: Das
webmaster76 hat geschrieben:Kommt drauf an
ist der Liebingssatz eines jeden Politikers :lachen:
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

ISpeech
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Re: Hausverwalter kündigt....Zwangsverwaltung?

Beitrag von ISpeech » 16.02.18, 11:35

Tobis F hat geschrieben:JaEin. Denn der Verwalter ist nicht dazu verpflichtet für die Zeit NACH seiner Bestellung Sorge zu tragen.
Tobis F hat geschrieben:Für das was er WÄHREND seines Bestellungszeitraums tut. Was danach ist ..............
Das ist quatsch. Ordnungsgemäße Verwaltung bezieht sich immer auf das Funktionieren und Erhalten der Gemeinschaft und dem Gemeinschaftseigentum im Gesamten und nicht auf einen Zeitraum. Wenn ein Verwalter merkt, dass das Dach undicht ist, muss er sofort reagieren. Dazu gehört es auch eine ETV einzuberufen, wenn er nicht anderweitige Ermächtigungen hat. Und selbst wenn der Verwalter zum Tag der Dachsanierung nicht mehr Verwalter sein wird, könnte er sich schadensersatzpflichtig machen, wenn er nichts in die Wege leitet und dadurch ein Schaden entsteht. Im beschriebenen Fall des Themenerstellers erkennt der Verwalter, dass die Gemeinschaft durch seine Kündigung am 01.01.2019 Verwalterlos sein wird, daher muss er einen TOP "Verwalterbestellung" aufnehmen.

Der Verwalter ist nur der Lakai der Eigentümer und muss im Sinne der Eigentümer handeln. Eine wichtige Hauptpflicht ist die Einberufung von ETV'en und dessen ordnungsgemäße Vorbereitung. Dazu zählt eben auch die Einholung von Angeboten (egal ob Verwaltervertrag oder Dachsanierung). Was am Ende die Eigentümer beschließen, kann ihm egal sein, er hat nur zu informieren, vorzubereiten und auszuführen.

Die mind. alle 5 Jahre notwendige Neu- oder Wiederholungsbestellung gem. § 26 WEG muss der Verwalter doch auch als Beschluss vorbereiten. Rein rechtlich macht er es nicht für sich, sondern für die Gemeinschaft. Wo liegt denn also der Unterschied, nur weil ER dann kein Verwalter mehr ist?
Tobis F hat geschrieben:D.h. der Verwalter kann/sollte, so die Versammlung zum Zeitpunkt seiner Kündigung/Niederlegung der Bestellung noch nicht stattgefunden hat, diesen Top aufnehmen - aber das war`s dann auch schon in dieser Angelegenheit.
Nur einen TOP aufnehmen reicht nicht. Er muss informieren, Möglichkeiten darstellen, aufklären und eben Angebote einholen. Er kann auch im Vorhinein bei Eigentümern nachfragen, ob jemand Verwalter sein will. Jedenfalls muss er alles tun, damit ein Beschluss zustande kommt. Wird der Verwalterbestellungsbeschluss abgelehnt, dann braucht er sich keine Gedanken mehr machen, weil er ja schließlich alles getan hat.
Tobis F hat geschrieben:Vielleicht möchte die WEG sich ja selbst verwalten, oder man will sich am 6.12 zum Nikolausstiefelleeren zusammen setzen und im Wege des schriftlichen Verfahrens einen Verwalter bestellen. Oder man möchte .............. .
Mag sein, darum geht es aber nicht. Es geht hier nur um die Tatsache, dass ein Verwalter erkennt, dass die Gemeinschaft in eine Verwalterlosigkeit schlittern würde. Verwalterlosigkeit gehört nunmal nicht zum Rechtsbegriff "ordnungsgemäßer Verwaltung". Vergleiche das einfach mal mit dem o.g. Dachschaden und einem anstehenden Verwalterwechsel. Das ist nichts anderes. Der aktuelle Verwalter muss reagieren, auch wenn die Auswirkung nicht in seine "Amtszeit" fällt.
Tobis F hat geschrieben:Aber all das interessiert überhaupt nicht. Denn sonst müsste, deinen Logik folgend, jeder Verwalter der sein Amt niederlegt (was er JEDERZEIT DARF) "vorher ................".
Eine Amtsniederlegung kann auch Schadensersatzforderungen gegen den Verwalter mit sich ziehen (siehe Kommentierung zu § 26 WEG). Darum geht es aber nicht, ich beziehe mich immer auf den Ausgangsfall und der besagt, der aktuelle Verwalter geht am 31.12.2018.
Tobis F hat geschrieben:Aber vielleicht kannst Du ja Deine Sicht der Dinge ein mal mit Urteilen untermauern, anstatt sie nur ständig zu wiederholen.
Was für Urteile? Das eine Verwalterbestellung zur ordnungsgemäßen Verwaltung gehört? Das der Verwalter für die Aufstellung der TOP'e zuständig ist? Das der Verwalter die Beschlüsse ordentlich vorbereiten muss?
Tobis F hat geschrieben:Es hat zudem nichts mit der Behauptung zu tun er müsse .............. Einladen/Angebote....weil sonst ...... .
Les mal die Kommentierung zu § 24 WEG. Der Verwalter hat die Pflicht zur Einberufung einer ETV "...wenn es aus Gründen ordnungsmäßiger Verwaltung nötig ist, ...". Und im aufgezeigte Beispielfall besteht die Notwendigkeit.
Tobis F hat geschrieben:Und damit bin ich aus diesem Thema, in das jeder hinein interpretieren kann was er will, raus.
Glaub ich nicht. 8)

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