Streit um Wegerecht

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MarcoH289
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Streit um Wegerecht

Beitrag von MarcoH289 » 12.02.18, 16:29

Hallo. Wir haben vor kurzem ein Haus und Garage auf je 2 einzelnen Grundstücken gekauft.
Die Zufahrt zur Garage und zum hinteren Teil des Grundstücks ist durch ein Wegerecht auf einem fremden Grundstück gewährleistet. Noch 5 weitere Nachbarn haben dieses Wegerecht um zu ihren Garagen zu kommen. Der Besitzer des Zufahrtsgrundstücks ist stadtbekannt als ´´schwierig´´ um es positiv zu beschreiben. Er macht gerne den Nachbarn das Leben schwer indem er Bereiche des Weges zustellt mit Auto, Wohnwagen oder Roller. Er scheint wenig Hobbys und viel Langeweile zu haben. Darüber hinaus verlangt er einmal im Jahr ´´Unterhaltungskostenerstattung´´ von ca. 45 EUR pro Nachbar.
Es geht um Grundsteuer B, Niederschlagswassergebühr und Versicherung für Verkehrssicherung. Er benennt in seinem Schreiben eine notarielle Urkunde die besagt dass wir und alle anderen Nachbarn diese Kosten zu tragen haben.

In unserem Kaufvertrag steht:
Die Erreichbarkeit der Parzelle …… erfolgt von der öffentlichen Straße über das Grundstück ….., das sich im Eigentum der Eheleute dingens und bummens Müller-Meier-Schmidt befindet. Das Zufahrtsgrundstück ist im Grundbuch von …. Blatt ….. eingetragen und in Abt. II unter lfd. Nr. 3 mit einer Grunddienstbarkeit – Wegerecht – für den jeweiligen Eigentümer der Grundstücke… und …. belastet.

So, nun war jeder der Nachbarn wegen dieser Sache schon mit dem guten Mann vor Gericht. Die einen müssen nun tatsächlich bezahlen, die anderen haben Recht bekommen und müssen es nicht. Das ist schon mal die erste Sache die ich nicht verstehe. Darüber hinaus waren auch schon einige Mitbürger der Stadt wegen anderen Dingen mit dem Mann vor Gericht.

Wir sind nun überhaupt nicht die Typen für Anwalt, Gericht, Klage usw….
Bei dieser geringen Summe würden wir fast sagen, bezahl und du hast deine Ruhe. Auf der anderen Seite sehen wir es gerade aufgrund des ewigen Zuparkens usw… nicht ein. Zudem kann nun wirklich jeder uns nen Brief einwerfen und auf Basis irgendwelcher Urkunden irgendwelches Geld verlangen. Wo ist da also wirklich die rechtliche Grundlage ?

Wir haben eine Rechtsschutzversicherung, überlegen uns aber echt ob wir uns den Stress antun wollen. Der Notar über den der Verkauf lief sagte uns bereits dass er in diesem Fall nicht ein Mandat annehmen würde. Er sagte wörtlich: ´´Die Forderung ist nicht rechtens aber ich gehe da nicht ran.´´ Weiter erklären wollte er uns das nicht. Verstehe das wer will.

Also, mich würden Meinungen bzgl. der Rechtslage von Leuten die da Plan von haben einfach mal interessieren um mir dann mal Gedanken machen zu können wie ich damit umgehe.

Vielen Dank !

khmlev
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Re: Streit um Wegerecht

Beitrag von khmlev » 12.02.18, 16:39

Ohne Kenntnis der Eintragungsbewilligung, welche Grundlage für das Wegerecht ist, lässt sich zu einem Einzelfall nur grundsätzliches schreiben. Der Grundbucheintrag gibt nur den wesentlichen Inhalt der Dienstbarkeit schlagwortartig wieder.
Gruß
khmlev
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hambre
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Re: Streit um Wegerecht

Beitrag von hambre » 12.02.18, 18:07

Weiter erklären wollte er uns das nicht. Verstehe das wer will.
Wahrscheinlich, weil der Streitwert so gering ist, dass die Vergütung, die der RA bekommt in keinem vernünftigen Verhältnis zum Aufwand steht.
Er benennt in seinem Schreiben eine notarielle Urkunde die besagt dass wir und alle anderen Nachbarn diese Kosten zu tragen haben.
Diese notarielle Urkunde muss es dann ja geben und in die sollte man dann Einsicht nehmen.

Tobis F
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Re: Streit um Wegerecht

Beitrag von Tobis F » 12.02.18, 19:10

MarcoH289 hat geschrieben:Weiter erklären wollte er uns das nicht. Verstehe das wer will.
Musst weder Du noch jemand anderes "verstehen", muss der Notar (ich gehe davon aus das er auch Rechtsanwalt ist) euch aber auch nicht erklären.

Eine Möglichkeit wäre z.B.:
"Möglichen Interessenkollisionen, die daraus entstehen können, dass der Anwaltsnotar in seiner Eigenschaft als Rechtsanwalt die einseitigen Interessen einer Partei vertritt, während er in seiner Eigenschaft als Notar unabhängiger und unparteiischer Betreuer aller Beteiligten ist, versucht das Gesetz durch umfangreiche Mitwirkungsverbote entgegenzuwirken. So darf der Anwaltsnotar nicht in einer Angelegenheit als Notar tätig werden, in der er bereits als Rechtsanwalt tätig war (und umgekehrt). Verstöße hiergegen können bis zur endgültigen Amtsenthebung führen."

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