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recht.de • Thema anzeigen - Wie ist der Absatz zu verstehen? "Kaufvertrag"
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BeitragVerfasst: 02.05.18, 11:56 
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Hallo zusammen,

eine kurze Frage, wie ist der Absatz zu verstehen:

"Der Verkäufer versichert, dass ihm versteckte Sachmängel nicht bekannt sind, insbesondere
dass ihm nicht bekannt ist, dass das Gebäude mit Holzbock, Hausbock, Trockenfäule oder
Hausschwamm, Schimmel oder Feuchtigkeit befallen ist. Der Verkäufer versichert auch ins¬
besondere, dass ihm nichts bekannt ist über Altlasten, widerrufliche behördliche
Genehmigungen oder nicht erfüllte behördliche Auflagen."

Verstehe ich ihn richtig, wenn bei Übergabe der Wohnung/Haus o. ä. bemerke das, dass Objekt mit Holzbock, Hausbock, Trockenfäule oder
Hausschwamm, Schimmel oder Feuchtigkeit befallen ist, das der VERKÄUFER haftet und den Schaden beseitigen muss und nicht die Kosten auf den Käufer umgelegt werden können?

Ich danke für Eure Meinung!


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BeitragVerfasst: 02.05.18, 12:05 
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In dem Zitat wird davon gesprochen, dass dem Verkäufer etwas nicht bekannt sei. Das bedeutet noch nicht, dass etwas nicht vorhanden ist.


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BeitragVerfasst: 02.05.18, 12:09 
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Angenommen, es wird bei Übergabe Schimmel o.ä. entdeckt, dann ist der Verkäufer für die Beseitigung des Mangels haftbar, oder?


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BeitragVerfasst: 02.05.18, 12:15 
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Wohnort: Berlin
Ich wiederhole mich einfach: In dem Zitat wird davon gesprochen, dass dem Verkäufer etwas nicht bekannt sei. Das bedeutet noch nicht, dass etwas nicht vorhanden ist.

Ist es denn unstrittig, dass der bei der Übergabe festgestellte Schimmel dem Verkäufer bekannt gewesen ist? Denn nur dann würde man auf die zitierten Passagen des Vertrages abstellen können.


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BeitragVerfasst: 02.05.18, 12:19 
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Beiträge: 471
chillaNRW hat geschrieben:
Angenommen, es wird bei Übergabe Schimmel o.ä. entdeckt, dann ist der Verkäufer für die Beseitigung des Mangels haftbar, oder?

Nur dann, wenn er den Mangel kannte. Er hat aber versichert, daß er derlei Mängel nicht kenne. Um ihn in Haftung nehmen zu können, müßte man ihm beweisen können, daß er die Mängel (entgegen seiner Zusicherung) kannte und nur verschwiegen hat. Ansonsten wird die Gewährleistung für Sachmängel in solchen Kaufverträgen regelmäßig ausgeschlossen.

_________________
Man wird ja wohl noch klagen dürfen! :devil:


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BeitragVerfasst: 02.05.18, 12:36 
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Beiträge: 7905
chillaNRW hat geschrieben:
Angenommen, es wird bei Übergabe Schimmel o.ä. entdeckt, dann ist der Verkäufer für die Beseitigung des Mangels haftbar, oder?



Die Sinnhaftigkeit der Klausel, die Sie oben zitiert haben wird erst klar, wenn Sie sie im Zusammenhang mit dem Gewährleistungsausschluss lesen, der im Absatz zuvor im Vertrag steht.

Zitat:
§ 444 BGB
Haftungsausschluss

Auf eine Vereinbarung, durch welche die Rechte des Käufers wegen eines Mangels ausgeschlossen oder beschränkt werden, kann sich der Verkäufer nicht berufen, soweit er den Mangel arglistig verschwiegen oder eine Garantie für die Beschaffenheit der Sache übernommen hat.


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BeitragVerfasst: 02.05.18, 13:44 
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Registriert: 30.08.06, 16:53
Beiträge: 17

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Laut dem Gewährleistungsausschluss:

"Der Grundbesitz wird übertragen in seinem derzeitigen Zustand, wie er vom Käufer
besichtigt worden ist bzw. zu besichtigen war.
Ansprüche und Rechte des Käufers wegen eines Sachmangels des Grundstückes, des
Grundbesitzes, des Gebäudes und der mitverkauften beweglichen Sachen sind
ausgeschlossen.
Dies gilt auch für alle Ansprüche auf Schadenersatz, es sei denn, der Verkäufer handelt
vorsätzlich."

würde es heißen, das alle im Nachgang auftretende Mängel nicht mehr Sache des Verkäufers sind sondern des Käufers. Sehe ich das richtig? Es sei den diese wurden anglistisch verschwiegen, welches meiner Meinung nach nur sehr schwer zu beweisen lässt, oder!?

Das einzige was mich noch interessieren würde ist, was ist wenn der Mangel bei der Besichtigung nicht sichtbar war, weil eine Einbauwand abgerissen wurde oder eine große Schrankwand davor war?
Dann würde es sozusagen "Pech" für den Käufer heißen, oder?


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BeitragVerfasst: 02.05.18, 14:04 
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Würde ich so sehen, ja. Es sei denn, dass der Verkäufer die Schrankwand extra aufgestellt hat, um den ihm bekannten Mangel zu verbergen.


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BeitragVerfasst: 02.05.18, 15:54 
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Beiträge: 18625
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webelch hat geschrieben:
Würde ich so sehen, ja. Es sei denn, dass der Verkäufer die Schrankwand extra aufgestellt hat, um den ihm bekannten Mangel zu verbergen.

Was soviel heißt, es kommt auf den Einzelfall an.

Ansonsten:

Liebes FDR-Mitglied,

wie Sie sicher in unserer Juriquette (=Forenregeln) gelesen haben, darf hier keine individuelle Rechtsberatung in einem konkreten Fall erfolgen. Sie helfen dem Forum und erleichtern dem Moderatoren-Team die Arbeit, wenn Sie eine Fragestellung zur allgemeinen Rechtslage herausarbeiten, die für Sie von Relevanz ist.

Weitere Konkretisierungen zur unseren Forenregeln finden sich neben der Juriquette in der Moderationsleitline oder in dem Beitrag "Was ist erlaubt"?

Fragen dazu können Sie jederzeit im Forum für Mitgliederinformation u. Support stellen.

Wenn sie eine individuelle Beratung wünschen, dann hilft ihnen diese Seite.


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