auseinandersetzungsvertrag mit auflassung

Moderator: FDR-Team

Antworten
saalegokart
Topicstarter
FDR-Mitglied
Beiträge: 88
Registriert: 11.06.06, 13:48

auseinandersetzungsvertrag mit auflassung

Beitrag von saalegokart » 12.06.18, 16:13

Es ist ein komplizierter Fall, ich möchte es trotzdem kurz beschreiben.

2 Brüder haben über einen Notar einen auseinandersetzungsvertrag mit auflassung abgeschlossen, bevor die Mutter verstorben ist.

Bruder A wollte die restliche Grundstückfläche, die er schon vorher benutzen konnte.
Bruder B das Haus, mit einer Grundstücksfläche bis zu dem/einem Baum. (steht so im Vertrag)

Nach 5-6 Jahren stellt sich heraus, das der Bereich in dem Vertrag, bis zum Nussbaum nicht genau bestimmt ist.
Deswegen hat Bruder B einen Vermesser beantragt, der gemessen hat und nicht genau bestimmen kann, was nun rechtens wäre.
Bruder B müsste dies dann wohl einklagen und vom Gericht festlegen lassen. Dies hat er bisher nicht getan.


Im Grundbuch des Streithauses, das Bruder B "übernommen" hat.
Sind immer noch Bruder A und B zu 50% 1/2 Anteil jeweils eingetragen.

Das Grundstück und die Umgebung wurden vor einigen Jahren von Hochwasser heimgesucht.
Bruder B hat vom Staat nun für dieses Haus was eh schon heruntergekommen ist. 170 000 Euro erhalten(Hochwasserhilfe)
Er hat davon woanders ein neues Haus gebaut.

Bruder B möchte nun das Hausabreissen lassen und alles verkaufen

Bruder B(bekommt nicht genug) möchte nun noch die Grundstückfläche weiter zu Richtung Bruder A setzen lassen und das Haus noch verkaufen bzw. die Grundstücksfläche.
Der Verkauf kann ja nicht stattfinden, da Bruder A noch im Grundbuch steht und die Grundstücksfläche nicht genau festgelegt ist .

Bruder A hat den Zaun im Streitbereich jetzt 3m an die Grenze von Bruder B verlegt.
Bruder B will 93m2 mehr für den Verkauf, der ja nicht stattfinden kann .
Bruder A stellt jetzt den gesamten Vertrag in Frage und will auch an das Geld was Bruder B sich "ergaunert" hat zur Hälfte.

Es stehen Fragen offen:
Welche Wirksamkeit hat der Notarvertrag, wenn die Grundstücksfläche nicht genau benannt ist und dies ein Streitfall für das Gericht ist.

Solange Bruder A noch mit im Grundbuch des Erbhauses steht, hätte er dann nicht Anspruch auch auf 85000 Euro( von 170k) die Bruder B vom Staat erhalten hat (Hochwasserhilfe, keiner in der Straße hat soviel bekommen)
Ist die Erbschaft rechtlich verteilt? Welche Wirksamkeit hat der Notarvertrag , wenn die Grundstückfläche nicht genau benannt ist.
Kann Bruder A nicht Akteneinsicht beantragen bezüglich der Hochwasserhilfe um sich den Fall näher anzuschauen, da er ja noch zu 50% im Grundbuch des Hauses eingetragen ist?
Hat Bruder A Anspruch auf die Hälfte der Hochwasserhilfe?

Ich habe dies noch grafisch eben schnell gezeichnet.

http://abload.de/image.php?img=beispielstreit9pj0u.png


Ich suche einige Anregungen und Hinweise und Fragen. Wäre dem sehr dankbar :)

SusanneBerlin
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 15450
Registriert: 05.11.12, 13:35

Re: auseinandersetzungsvertrag mit auflassung

Beitrag von SusanneBerlin » 12.06.18, 18:49

Hallo,

ich glaube der Fall ist zu kompliziert für ein Forum. So richtig verstanden habe ich den Sachverhalt nicht. Vielleicht beginnen Sie nochmal neu, und dann chronologisch am Anfang.
2 Brüder haben über einen Notar einen auseinandersetzungsvertrag mit auflassung abgeschlossen, bevor die Mutter verstorben ist.
Wenn man das als ersten Satz liest, fragt man sich: Wem gehört denn das Grundstück? Was hat der Tod der Mutter damit zu tun? Wenn die Brüder das Grundstück erst von der Mutter erben, können sie es mW. noch nicht unter sich aufteilen weil sie keine Eigentümer sind. Usw.

Es ist gut einen Sachverhalt so zu erzählen, dass ihn auch ein Außenstehender verstehen kann. Das ist Ihnen nicht so gut gelungen, weil der Text zu Beginn sehr viele Fragen aufwirft.
Grüße, Susanne

saalegokart
Topicstarter
FDR-Mitglied
Beiträge: 88
Registriert: 11.06.06, 13:48

Re: auseinandersetzungsvertrag mit auflassung

Beitrag von saalegokart » 12.06.18, 19:46

SusanneBerlin hat geschrieben:Hallo,

ich glaube der Fall ist zu kompliziert für ein Forum. So richtig verstanden habe ich den Sachverhalt nicht. Vielleicht beginnen Sie nochmal neu, und dann chronologisch am Anfang.
2 Brüder haben über einen Notar einen auseinandersetzungsvertrag mit auflassung abgeschlossen, bevor die Mutter verstorben ist.
Wenn man das als ersten Satz liest, fragt man sich: Wem gehört denn das Grundstück? Was hat der Tod der Mutter damit zu tun? Wenn die Brüder das Grundstück erst von der Mutter erben, können sie es mW. noch nicht unter sich aufteilen weil sie keine Eigentümer sind. Usw.

Es ist gut einen Sachverhalt so zu erzählen, dass ihn auch ein Außenstehender verstehen kann. Das ist Ihnen nicht so gut gelungen, weil der Text zu Beginn sehr viele Fragen aufwirft.
Vielen Dank für diese Rückmeldung.

Meine Theorie und Fakten:

Die Frage ist absolut richtig gestellt, wem gehört denn nun das Grundstück? (vorher der Mutter)
In dem Vertrag wurde per Notar ausgemacht, bevor die Mutter verstorben ist, wer was bekommt.
Bruder B das Haus mit einer anteiligen Grundstückfläche, Bruder A die lange Grundstückfläche nach hinten , die an sein Haus grenzt. (Siehe bild)
Dies wurde von Bruder A mit einem Zaun begrenzt. So das jeder seinen Bereich hat.( In der Realität umgesetzt auf dem Papier wohl noch nicht)
Der Grundbucheintrag, fand erst letztes Jahr statt mit 50/50 über den Erbschein und nicht dem Vertrag.
Da die Streitfläche nicht entschieden ist über den Vertrag.

Dadurch, das dieser Streitbereich/Grundstücksfläche erst definiert werden muss(wem sie gehört) und eingeklagt werden muss. Kann der Vertrag nicht benutzt werden, um sich alleinig im Grundbuch einzutragen.

Bruder B hat den Erbschein benutzt und sich im Grundbuch eintragen lassen zu je 50/50.
Würde Bruder B die Fläche jetzt per Gericht festlegen lassen, könnte er sich im Grundbuch alleinig eintragen lassen(das nehme ich an???) .

Da dies bisher nicht geschehen ist.
Müsste das Haus und die Gesamte Grundstückfläche je zur Hälfts Bruder A und B gehören( auch das was Bruder A geerbt hat, also alles was die Mutter besessen hat)

Welche Recht- Wirksamkeit entsteht auf das Geld der Hochwasserhilfe von Seiten Bruder A?
Und zählt der Vertrag trotzdem, so dass kein Anspruch auf das Geld bestehen würde?
In welcher Rechtslage befindet sich diese Erbangelegenheit , Erbphase rechtlich?

Stellen Sie die fragen, die Sie haben, ich bin über jede Hilfe bei diesem Beispiel dankbar. :)

SusanneBerlin
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 15450
Registriert: 05.11.12, 13:35

Re: auseinandersetzungsvertrag mit auflassung

Beitrag von SusanneBerlin » 12.06.18, 20:07

Hat der Notar den Aufteilungsvertrag beurkundet, oder hat er ihn nur beglaubigt?

Mich wundert es nämlich, dass die nicht ausreichende Bestimmung der Teilflächen ("bis zum Nussbaum") vom Notar formuliert wurde, dewegen vermute ich, dass der Notar die Willenserklärung nur beglaubigt hat.

Was hat es mit der Auflasdungsvormerkung auf sich? Die kann doch zu Lebzeiten der Mutter nicht eingetragen werden weil die Mutter am Vertrag nicht beteiligt war, und nachdem die Brüder Erben geworden sind braucht es keine Auflassung mehr.
Müsste das Haus und die Gesamte Grundstückfläche je zur Hälfts Bruder A und B gehören( auch das was Bruder A geerbt hat, also alles was die Mutter besessen hat)
Tut es doch, die Brüder sind als Erbengemeinschaft mit je 50% im Grundbuch, haben Sie doch selbst geschrieben, wieso fragen Sie noch?
Der Grundbucheintrag, fand erst letztes Jahr statt mit 50/50 über den Erbschein
Die Brüder müssten jetzt beide gemeinsam veranlassen, dass das Grundstück gemäß dem Vertrag geteilt wird- das ist dann die Erbschaftsauseinandersetzung. Ob das direkt beim Grundbuchamt möglich ist, oder ob der Notar beauftragt werden muss tätig zu werden, bin ich überfragt.
Grüße, Susanne

saalegokart
Topicstarter
FDR-Mitglied
Beiträge: 88
Registriert: 11.06.06, 13:48

Re: auseinandersetzungsvertrag mit auflassung

Beitrag von saalegokart » 12.06.18, 20:42

SusanneBerlin hat geschrieben:Hat der Notar den Aufteilungsvertrag beurkundet, oder hat er ihn nur beglaubigt?

Mich wundert es nämlich, dass die nicht ausreichende Bestimmung der Teilflächen ("bis zum Nussbaum") vom Notar formuliert wurde, dewegen vermute ich, dass der Notar die Willenserklärung nur beglaubigt hat.

Was hat es mit der Auflasdungsvormerkung auf sich? Die kann doch zu Lebzeiten der Mutter nicht eingetragen werden weil die Mutter am Vertrag nicht beteiligt war, und nachdem die Brüder Erben geworden sind braucht es keine Auflassung mehr.
Müsste das Haus und die Gesamte Grundstückfläche je zur Hälfts Bruder A und B gehören( auch das was Bruder A geerbt hat, also alles was die Mutter besessen hat)
Tut es doch, die Brüder sind als Erbengemeinschaft mit je 50% im Grundbuch, haben Sie doch selbst geschrieben, wieso fragen Sie noch?
Der Grundbucheintrag, fand erst letztes Jahr statt mit 50/50 über den Erbschein
Die Brüder müssten jetzt beide gemeinsam veranlassen, dass das Grundstück gemäß dem Vertrag geteilt wird- das ist dann die Erbschaftsauseinandersetzung. Ob das direkt beim Grundbuchamt möglich ist, oder ob der Notar beauftragt werden muss tätig zu werden, bin ich überfragt.
Der Vertrag wurde vor 12 Jahren gemacht und wurde von der Mutter unterschrieben, als sie noch gelebt hat.
Sie war aktiv dabei, hat unterschrieben.

Es steht da Beglaubigte Abschrift und später wird sie Beurkundet.
Ich gehe davon aus , das er beurkundet ist, da drin steht wird vom Notar beurkundet.
Notar hat auch alles nochmals vorgelesen.


Im Grunde hat bei der Streitfläche der Notar geschlampt und dadurch ist bei der Streitfläche bisher noch keine Einigung möglich gewesen.(im bild 1 beitrag,kreis)

nur Streitfläche:
Im vertrag steht 94m2 erhält bruder A ,
Die angegebene CIRCA grundstücksfläche vom notar weicht über 100% mit der notariell bestätigten flurkarte(wo die flächen farbig eingezeichnet sind) maßstabsgetreu ab.
diese fläche in der flurkarte beträgt darin 350 m2
die flurkarte ist von allen bestätigt und genehmigt und unterschrieben(notar erben ,mutter) auf der flurkarte
bruder b besteht auf die 94 m2 , bruder a auf die 350m2
diesbezüglich (vermutet) konnte bruder b noch keinen grundbucheintrag vornehmen lassen

jetzt ist die frage , welche fläche zählt , die circa flächenangabe vom notar oder die bestätigte fläche auf der flurkarte( auch vom notar)
beide sachen wurden vom notar unterschrieben
die flurkarte wurde als wesentlicher bestandteil dieser urkunde bezeichnet im notarvertrag


2 . Es geht AUCH darum, ob der Vertrag nun, schon seit des Todes der Mutter Rechtskräftig ist.
Und ob, Anspruch von Bruder A auf die Hochwasserhilfe, für das geerbte Haus des Bruders B oder aktuell auch Bruder A(steht ja im grundbuch) besteht , je zur Hälfte.
Der Bruder B hat das Gesamte Geld benutzt und sich ein Eigenheim woanders gebaut.
Obwohl ja je beide zu 50/50 im Grundbuch stehen.
oder zählt der auseinandersetzungsvertrag vor dem grundbuch(obwohl diese streitfläche noch nicht entschieden ist)
wo die flächen aufgeteilt sind, aber eine streitfläche entstanden ist, durch schlampige arbeit des notars
wo die fläche des bruder b nicht genau festgelegt ist

bruder a möchte als rache durch diese extreme gier von bruder b und die unneinigkeit über diese streitfläche, jetzt auch noch zur hälfte an die hochwasserhilfe, deswegen spielt das grundbuch in seinen augen eine große rolle
Zuletzt geändert von saalegokart am 12.06.18, 21:07, insgesamt 1-mal geändert.

SusanneBerlin
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 15450
Registriert: 05.11.12, 13:35

Re: auseinandersetzungsvertrag mit auflassung

Beitrag von SusanneBerlin » 12.06.18, 21:06

Der Vertrag wurde vor 12 Jahren gemacht und wurde von der Mutter unterschrieben, als sie noch gelebt hat.
Sie war aktiv dabei, hat unterschrieben.
Sehen Sie, und diese Info hätte an den Anfang gehört.
Dann könnte es nämlich ein Erbvertrag gewesen sein.

Ein Erbvertrag widerum ist ganz was anderes als das, was Sie am Anfang schrieben:
2 Brüder haben über einen Notar einen auseinandersetzungsvertrag
Erbvertrag und (Erb-)auseinandersetzungsvertrag sind unterschiedliche Dinge. Beim Erbvertrag unterschreiben der Erblasser (die Mutter) und die Erben, beim Erbauseinandersetzungsvertrag ist der Erblasser bereits tot.
Und ob Anspruch auf die Hochwasserhilfe besteht des Bruders B , je zur Hälfte
Dazu werde ich nichts schreiben, weil mir immer noch nicht ausreichend klar ist, was da für ein Vertrag gemacht wurde. Am besten Sie gehen zu dem Notar, der das aufgesetzt hat und lassen es sich erklären.
Wenn Sie selber nicht wissen, was das für ein Vertrag ist, kann Ihnen ein Forum nicht helfen. Man braucht dann eine Beratung von einem Rechtskundigen anhand der Unterlagen.
Grüße, Susanne

saalegokart
Topicstarter
FDR-Mitglied
Beiträge: 88
Registriert: 11.06.06, 13:48

Re: auseinandersetzungsvertrag mit auflassung

Beitrag von saalegokart » 12.06.18, 21:12

SusanneBerlin hat geschrieben:
Der Vertrag wurde vor 12 Jahren gemacht und wurde von der Mutter unterschrieben, als sie noch gelebt hat.
Sie war aktiv dabei, hat unterschrieben.
Sehen Sie, und diese Info hätte an den Anfang gehört.
Dann könnte es nämlich ein Erbvertrag gewesen sein.

Ein Erbvertrag widerum ist ganz was anderes als das, was Sie am Anfang schrieben:
2 Brüder haben über einen Notar einen auseinandersetzungsvertrag
Erbvertrag und (Erb-)auseinandersetzungsvertrag sind unterschiedliche Dinge. Beim Erbvertrag unterschreiben der Erblasser (die Mutter) und die Erben, beim Erbauseinandersetzungsvertrag ist der Erblasser bereits tot.
Und ob Anspruch auf die Hochwasserhilfe besteht des Bruders B , je zur Hälfte
Dazu werde ich nichts schreiben, weil mir immer noch nicht ausreichend klar ist, was da für ein Vertrag gemacht wurde. Am besten Sie gehen zu dem Notar, der das aufgesetzt hat und lassen es sich erklären.
Wenn Sie selber nicht wissen, was das für ein Vertrag ist, kann Ihnen ein Forum nicht helfen. Man braucht dann eine Beratung von einem Rechtskundigen anhand der Unterlagen.

Vielen dank für die Frage.
es steht da
auseinandersetzungsvertrag mit auflassung (ohne erb)
das ist der vertrag, dort wird aufgeführt, wer was bekommt bruder a und b

der vertrag wird überprüft werden, trotz all dem ist die neugier doch sehr groß

die mutter war bei der unterschrift nicht tod, hat hier der notar wohl geschlampt mit der bezeichnung des vertrages?


nehmen wir an dieser vertrag wäre bisher nicht gültig gewesen, würde dann ein anspruch auf das geld bestehen?

ich warte gespannt auf ihre antwort bezüglich des vertrages, :)

SusanneBerlin
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 15450
Registriert: 05.11.12, 13:35

Re: auseinandersetzungsvertrag mit auflassung

Beitrag von SusanneBerlin » 12.06.18, 22:05

Eine Möglichkeit fällt mir noch ein: Möglicherweise war die Mutter nicht alleinige Eigentümerin des Grundstücks. Bzw. sind Sie sicher, dass beim Erstellen des "Auseinandersetzungsvertrags" die Mutter alleine Eigentümerin des Grundstücks war?

Möglicherweise waren ehemals beide Eltern gemeinsame Eigentümer der Immobilie. Dann hätten die Brüder und die Mutter bereits jeweils einen Anteil vom Vater geerbt und wären nach dem Tod des Vaters zu dritt eine Erbengemeinschaft gewesen. Dann würde ein Auseinandersetzungsvertrag in meinen Augen einen Sinn ergeben.
Grüße, Susanne

saalegokart
Topicstarter
FDR-Mitglied
Beiträge: 88
Registriert: 11.06.06, 13:48

Re: auseinandersetzungsvertrag mit auflassung

Beitrag von saalegokart » 12.06.18, 22:51

SusanneBerlin hat geschrieben:Eine Möglichkeit fällt mir noch ein: Möglicherweise war die Mutter nicht alleinige Eigentümerin des Grundstücks. Bzw. sind Sie sicher, dass beim Erstellen des "Auseinandersetzungsvertrags" die Mutter alleine Eigentümerin des Grundstücks war?

Möglicherweise waren ehemals beide Eltern gemeinsame Eigentümer der Immobilie. Dann hätten die Brüder und die Mutter bereits jeweils einen Anteil vom Vater geerbt und wären nach dem Tod des Vaters zu dritt eine Erbengemeinschaft gewesen. Dann würde ein Auseinandersetzungsvertrag in meinen Augen einen Sinn ergeben.
WOW
sie sind sehr schlau, vielen dank für den Hinweis
das ist richtig, der Ehemann der Mutter ist als erstes gestorben und die Anteile sinnd dann auf die Mutter und die Brüder übergegangen. Dann auf die Brüder 50/50.
Woraus würde dies dann einen Sinn ergeben, für diesen genannten Vertrag?

Die aktuelle Frage ist, ob der Auseinandersetzungs vertrag mit dem fehlenden grundbucheintrag(inhalt vertrag) aktuell wirksam ist
ODER ob aktuell der Grundbucheintrag von 50/50 zählt und dann neu verhandelt werden müsste über das Gesamte Erbe(fläche).

BRUDER B KANN wegen der Streitfläche, weil sie nicht bemessen ist, keinen Grundbucheintrag vornehmen(Vertrag)

Im Außeinandersetzungs vertrag steht das Bruder B das Haus und die Fläche bekommt. Bruder A die restl. Grundstücksfläche die übrig bleibt (näher benannt im vertrag)

Trotz alldem konnte er den Grundbucheintrag durch den Notarfehler nicht vornehmen und hat stattdessen den Erbschein von 50/50 genommen. 5 Jahr nach dem Tod der Mutter und hat zeitlich, nachdem Grundbucheintrag(50/50), die Auszahlung der Hochwasserhilfe bekommen. (vorher schon beantragt)
Bruder B seine Gier noch mehr zu wollen, das Maximale aus der Streitfläche herauszubekommen, hat erst das ganze zum Rollen gebracht und sich nicht über die Streitfläche einig zu werden.
Weiterhin soll das Erbhaus verkauft werden, das durch den Grundbucheintrag , ja gar nicht möglich ist. Es ist wirklich verwirrend.

Möglichkeiten meiner Vorstellung:
1Der Vertrag ist unwirksam und das Erbe wird neu verhandelt
2 Der Vertrag ist wirksam und die Streitfläche ist nicht bemessen und nicht im Grundbuch eintragbar
sondern 50/50. Keine Einigung möglich
Klage erforderlich
Ich frage mich wie soll der Vertrag wirksam sein, wenn im Grundbuch etwas völlig anderes steht?
Ist der Vertrag wirksam oder unwirksam, während im Grundbuch 50/50 steht oder wird der Vertrag erst nach Bemessung der Streitfläche von Bruder B wirksam?
Wenn der Vertrag dann erst wirksam wird wenn der alleinige Grundbucheintrags von Bruder B stattfindet, hat Bruder A dann nicht vorher schon ein Recht auf die Hälfte der Hochwasserhilfe?

Bruder A könnte seine Fläche ins Grundbuch eintragen lassen
Bruder B nicht, weil sie nicht bemessen ist. Stattdessen, lässt er 50/50 ins Grundbuch eintragen.( über die gesamte Fläche)
Der Vertrag wurde dort nicht berücksichtigt
Vertrag fehlerhaft und gesamter Vertrag dadurch nichtig? Vertrag fehlerhaft und vermessen erzeugt Heilung des Vertrages? Vertrag nicht fehlerhaft und Vermessung des Grundstückes erzeugt Heilung des Vertrages?
Zuletzt geändert von saalegokart am 12.06.18, 23:16, insgesamt 1-mal geändert.

SusanneBerlin
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 15450
Registriert: 05.11.12, 13:35

Re: auseinandersetzungsvertrag mit auflassung

Beitrag von SusanneBerlin » 12.06.18, 23:15

BRUDER B KANN wegen der Streitfläche, weil sie nicht bemessen ist, keinen Grundbucheintrag vornehmen.


Stattdessen, lässt er 50/50 ins Grundbuch eintragen.

Im Außeinandersetzungs vertrag steht das Bruder B das Haus und die Fläche bekommt. Bruder A die restl. Grundstücksfläche die übrig bleibt (näher benannt im vertrag)

Trotz alldem konnte er den Grundbucheintrag durch den Notarfehler nicht vornehmen und hat stattdessen den Erbschein von 50/50 genommen. 5
Ich schätze mal, die Brüder sind jetzt als Erbengemeinschaft im Grundbuch eingetragen. Dann müsste man den Notarvertrag noch "nachbessern" können, so dass die gewollte Aufteilung ins Grundbuch eingetragen werden kann. Die Brüder sollten sich mMn. an den Notar wenden und einen Nachtrag erstellen lassen, der den Ansprüchen des Grundbuchamts gerecht wird, damit das Grundstück auf die gewünschte Weise geteilt werden kann.

Auch ist es so, dass das Grundbuchamt die Auflassung erst dann vornimmt, wenn es vom Notar die Mitteilung erhält, dass die Voraussetzungen jetzt vorliegen (bei einem Grundstücksverkauf ist das die Kaufpreiszahlung, in Ihrem Fall gab es vielleicht eine andere Bedingung). Ohne den Notar einzubeziehen, kann man den Vertrag nicht im Grundbuch zur Wirkung kommen lassen. Es nützt nichts, wenn man mit der Abschrift des notariellen Vertrags zum Grundbuchamt geht, sondern die Mitteilung an das Grundbuchamt muss vom Notar komnen.
Grüße, Susanne

saalegokart
Topicstarter
FDR-Mitglied
Beiträge: 88
Registriert: 11.06.06, 13:48

Re: auseinandersetzungsvertrag mit auflassung

Beitrag von saalegokart » 12.06.18, 23:25

SusanneBerlin hat geschrieben:
BRUDER B KANN wegen der Streitfläche, weil sie nicht bemessen ist, keinen Grundbucheintrag vornehmen.


Stattdessen, lässt er 50/50 ins Grundbuch eintragen.

Im Außeinandersetzungs vertrag steht das Bruder B das Haus und die Fläche bekommt. Bruder A die restl. Grundstücksfläche die übrig bleibt (näher benannt im vertrag)

Trotz alldem konnte er den Grundbucheintrag durch den Notarfehler nicht vornehmen und hat stattdessen den Erbschein von 50/50 genommen. 5
Ich schätze mal, die Brüder sind jetzt als Erbengemeinschaft im Grundbuch eingetragen. Dann müsste man den Notarvertrag noch "nachbessern" können, so dass die gewollte Aufteilung ins Grundbuch eingetragen werden kann. Die Brüder sollten sich mMn. an den Notar wenden und einen Nachtrag erstellen lassen, der den Ansprüchen des Grundbuchamts gerecht wird, damit das Grundstück auf die gewünschte Weise geteilt werden kann.

Auch ist es so, dass das Grundbuchamt die Auflassung erst dann vornimmt, wenn es vom Notar die Mitteilung erhält, dass die Voraussetzungen jetzt vorliegen (bei einem Grundstücksverkauf ist das die Kaufpreiszahlung, in Ihrem Fall gab es vielleicht eine andere Bedingung). Ohne den Notar einzubeziehen, kann man den Vertrag nicht im Grundbuch zur Wirkung kommen lassen. Es nützt nichts, wenn man mit der Abschrift des notariellen Vertrags zum Grundbuchamt geht, sondern die Mitteilung an das Grundbuchamt muss vom Notar komnen.
Verstehe, da über die Streitfläche keine Einigung sund keine Bemessung von Bruder B stattfindet.

Bruder B hat dies jedenfalls versucht einzutragen über den Notar. Durch die fehlerhafte nicht Bemessung im Vertrag, hat dadurch kein Grundbucheintrag stattfinden können.
Der Notar schrieb dann an Bruder A , das sie dies an die Seite legen und nicht mehr weiterführen.
Welche Folgen hat das auf den Vertrag?

SusanneBerlin
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 15450
Registriert: 05.11.12, 13:35

Re: auseinandersetzungsvertrag mit auflassung

Beitrag von SusanneBerlin » 13.06.18, 00:05

Ich weiß es nicht.

Sie müssen nicht immer meine Beiträge vollständig zitieren, es gibt auch einen "Antworten"-Button unten auf der Seite, da erfolgt die Antwort ohne Zitat.
Grüße, Susanne

khmlev
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 6016
Registriert: 02.05.09, 18:01
Wohnort: Leverkusen

Re: auseinandersetzungsvertrag mit auflassung

Beitrag von khmlev » 13.06.18, 05:35

saalegokart hat geschrieben:Im Grunde hat bei der Streitfläche der Notar geschlampt
Der Notar hat nicht geschlampt. Er kann in der Urkunde den Grenzverlauf einer Teilfläche nur so genau beschreiben, wie er von den Beteiligten vorgegeben wird. Der Notar kennt die Örtlichkeiten nicht im Detail.

Die Beteiligten bestimmen nach der Beurkundung zusammen mit dem Vermesser in der Örtlichkeit den genauen und letzendlichen Grenzverlauf. Nach dem Grenztermin der Beteiligten mit dem Vermesser und der katasteramtlichen Fortschreibung des Grundstücks, werden dann in einer weiteren Notarurkunde die genauen Vertragsgrundstücke in einer Messungsanerkennung und Auflassungsurkunde bestimmt.
saalegokart hat geschrieben:Der Notar schrieb dann an Bruder A , das sie dies an die Seite legen und nicht mehr weiterführen.
Welche Folgen hat das auf den Vertrag?
Ganz einfach. Der Vertrag wird nicht vollzogen, solange sich die Brüder nicht über den Grenzverlauf einigen können und der Vermesser und der Notar ihren Job machen können.
Kurzum: Es bleibt beim Status Quo.
Gruß
khmlev
- out of order -

saalegokart
Topicstarter
FDR-Mitglied
Beiträge: 88
Registriert: 11.06.06, 13:48

Re: auseinandersetzungsvertrag mit auflassung

Beitrag von saalegokart » 13.06.18, 12:39

khmlev hat geschrieben:
saalegokart hat geschrieben: Die Beteiligten bestimmen nach der Beurkundung zusammen mit dem Vermesser in der Örtlichkeit den genauen und letzendlichen Grenzverlauf. Nach dem Grenztermin der Beteiligten mit dem Vermesser und der katasteramtlichen Fortschreibung des Grundstücks, werden dann in einer weiteren Notarurkunde die genauen Vertragsgrundstücke in einer Messungsanerkennung und Auflassungsurkunde bestimmt.
saalegokart hat geschrieben:Der Notar schrieb dann an Bruder A , das sie dies an die Seite legen und nicht mehr weiterführen.
Welche Folgen hat das auf den Vertrag?
Ganz einfach. Der Vertrag wird nicht vollzogen, solange sich die Brüder nicht über den Grenzverlauf einigen können und der Vermesser und der Notar ihren Job machen können.
Kurzum: Es bleibt beim Status Quo.
Danke für Ihre Meinung

Bedeutet das Ihrer Meinung/bisherigen Auffassung nach:
Die ausgeschriebenen Bedingungen im Auseinandersetzungsvertrag sind also aktuell noch nicht gültig bzw. also ist es im aktuellen Zustand noch eine Erbgemeinschaft?

khmlev
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 6016
Registriert: 02.05.09, 18:01
Wohnort: Leverkusen

Re: auseinandersetzungsvertrag mit auflassung

Beitrag von khmlev » 13.06.18, 17:44

Nein, die Auseinandersetzung ist wirksam. Aber wegen der Uneinigkeit der Beteiligten über den Grenzverlauf, wird der (grundbuchliche) Vollzug der Urkunde verhindert.
Gruß
khmlev
- out of order -

Antworten