WEG-Anlage und Brandschutzprobleme mit der Tiefgarage. NRW

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Tommynocker
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WEG-Anlage und Brandschutzprobleme mit der Tiefgarage. NRW

Beitrag von Tommynocker »

Hallo zusammen,

es geht hier um eine allgemeine Problemstellung, die vermutlich viele Anlagen der späten 70er / frühen 80er betreffen kann.

Als repräsentatives Beispiel soll ein Plattenbau dienen, bei dem eine "Tiefgarage" hinter dem Haus liegt. Bedeutet, trotz der Bezeichung Tiefgarage liegt das Ganze vollständig hinter dem Haus. Ein Feuer in dieser Garage würde also nicht zwangsläufig unmittelbar das Haus und Leib und Leben von Personen, sondern "nur" die Sachwerte gefährden, falls das juristisch von Belang ist.

Typisch aus dieser Zeit sieht diese Garage nicht wie ein klassisches Parkhaus aus, sondern wie ein unterirdischer Garagenhof, dh. es gibt offene Fahrwege mit allgemeiner Beleuchtung, aber durch Betonwände sind individuelle Garagen geformt, die vorne durch abschließbare Schwenk-Tore gesichert sind. Jede einzelne Garage verfügt über individuelle Beleuchtung und Stromanschlüsse, die jeweils auch mit den individuellen Stromzählern der Besitzer verbunden sind. In der Teilungserklärung sind diese als "abschließbare Einstellboxen" bezeichnet und fest Wohnungen zugeordnet.

Diese im Revier öfters anzutreffende Kombination wurde in NRW zigfach errichtet und hat die letzten 30-40 Jahre noch jede Brandschau problemlos überstanden, mit dem Generationswechsel in den Bauordnungsämtern mehren sich jedoch Probleme:

1. Sind den Bauordnungsämtern die Tore zuwieder, da sie die Einsehbarkeit verhindern. Da Diese logischerweise Teil der damaligen Baugenehmigung waren, wird zumindest versucht Tore wegzubekommen, die im Laufe der Jahre ersetzt wurden. Ebenso "möchten" die Ämter aus dem gleichen Grund keine Schränke mit Türen, selbst aus Metall. Dazu würde mich interessieren, hat man nicht in irgendeiner Form ein "Recht" auf Privatsphäre oder Sicherung seines Eigentums, wenn man schon eine "abschließbare Einstellbox" gekauft hat? Ich stell mir vor, man dürfte in einer Wohnung nur noch offene Regale haben und muss die Tür offen lassen wenn man geht, damit die Feuerwehr jederzeit alles kontrollieren kann.

2. Lagerung von brennbaren Stoffen, außer Winterreifen und Fahrräder sind in NRW untersagt, das ist klar. Müsste im Umkehrschluss aber doch bedeuten, Dinge wie Reinigungsmittel und Werkzeuge in eben Metallschränken müssten vom Bauordnungsamt doch toleriert werden? Und erfüllen 2-3 Baumwollputzlappen und ein Besen schon die Definition "brennbarer Stoff"? Was ist mit Ladekabel und Stationen für Elektroautos, das ist in der Regel aus Kunststoff?

Gibt es hier eine eindeutige Rechtslage, Rechtsprechung oder zumindest Definitionen, wie zukünftig der Betrieb solcher Garagen auszusehen hat?

Nette Grüße,
Tom.

Etienne777
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Re: WEG-Anlage und Brandschutzprobleme mit der Tiefgarage. N

Beitrag von Etienne777 »

Die Garagenanlage verfügt über eine Baugenehmigung, und zwar in der Ausführung mit Toren vor den einzelnen Stellboxen. Solange das Bauwerk nicht umgewidmet und anders genutzt wird, hat es Bestandsschutz, und zwar in der ursprünglich genehmigten Beschaffenheit. Das heißt: mit Toren. Auch wenn Tore erneuert wurden, berührt das die Baugenehmigung nicht.

Es ist keine Frage des Baurechts, ob und welche Schränke in einem Bauwerk aufgestellt werden, es geht allein um das Bauwerk. Für eine "Schrankkontrolle" durch die Bauordnungsbehörde sehe ich keine Ermächtigungsgrundlage, Schränke sind weder Gegenstand des Baugesetzbuches, noch der Landesbauordnungen. Das Bauordnungsamt hat auch nicht zu interessieren, ob man in seiner Wohnung oder dem Keller Schränke mit Türen aufstellt, was schon nicht dort zu verlangen ist, wo die Gefährdung von Menschen und Sachwerten erheblich größer ist, kann erst recht nicht in einem als Garage genutzten Nebengebäude gelten.

Als Lagerung brennbarer Stoffe würde ich brennbare Flüssigkeiten wie z. B. Lacke, Sprays, Kraftstoffe, Schmiermittel, Papier und Kartonagen ansehen, aber nicht 2 oder 3 Putzlappen oder einen Besen. Sonst dürfte ein PKW dort ja auch nicht stehen, der enthält brennbare Polstersitze, Teppiche und jede Menge Betriebsmittel. Da sollte man mal die Kirche im Dorf lassen. Hat jemand 6 Kartons Lackspray in seiner Garage stehen, weil er das Zeug als kleiner Onlinehändler vertickt, dann ist das etwas Anderes. Aber eine Handvoll Putzlappen, selbst wenn die Garage mal brennen sollte, was soll da passieren?
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Tastenspitz
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Re: WEG-Anlage und Brandschutzprobleme mit der Tiefgarage. N

Beitrag von Tastenspitz »

§ 18 GarVO Verordnung über den Bau und Betrieb von Garagen (Garagenverordnung - GarVO) Landesrecht Nordrhein-Westfalen hat geschrieben:(4) In Mittel- und Großgaragen dürfen brennbare Stoffe außerhalb von Kraftfahrzeugen nicht aufbewahrt werden. In Kleingaragen dürfen bis zu 200 l Dieselkraftstoff und bis zu 20 l Benzin in dicht verschlossenen, bruchsicheren Behältern aufbewahrt werden.
und
Verordnung über Bau und Betrieb von Sonderbauten (Sonderbauverordnung – SBauVO) hat geschrieben:(4) In Mittel- und Großgaragen dürfen brennbare Stoffe außerhalb von Kraftfahrzeugen nicht aufbewahrt werden. In Kleingaragen dürfen bis zu 200 l Dieselkraftstoff und bis zu 20 l Benzin in dicht verschlossenen, bruchsicheren Behältern aufbewahrt werden.

(5) Abweichend von Absatz 4 Satz 1 dürfen in Mittel- und Großgaragen je Einstellplatz bis zu vier Räder für ein Kraftfahrzeug innerhalb eines Einstellplatzes gelagert sowie Fahrräder innerhalb der Garage abgestellt werden. Die Nutzbarkeit der notwendigen Stellplätze darf durch die Lagerung der Räder und das Abstellen der Fahrräder nicht beeinträchtigt sein. Abstellplätze für Fahrräder erfordern keine Trennwände nach § 129 Absatz 1.
Betreffend den Brandschutzbegehungen und der Zugänglichkeit nachfolgendes Urteil:

https://www.haufe.de/recht/deutsches-an ... 48085.html
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Etienne777
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Re: WEG-Anlage und Brandschutzprobleme mit der Tiefgarage. N

Beitrag von Etienne777 »

Da sehe ich einen wesentlichen Unterschied zur Konstellation des hiesigen Falls, in dem urteilsgegenständlichen Fall ist die Rede von illegalen Garagentoren. Ist eine Garagenanlage jedoch mit Toren genehmigt worden, können die Tore nicht illegal sein. Außerdem sind im hiesigen Fall durch feuerfeste Zwischenwände aus Beton völlig andere Verhältnisse hinsichtlich einer Brandausbreitung vorliegend, als bei einer zusammenhängenden großflächigen Halle, in der lediglich Gitter eine Gliederung schaffen. Den vom TE gezogenen Vergleich zu einem unterirdischen Garagenhof halte ich für zutreffend, auch in einem Garagenhof findet sich eine Mehrzahl von Garagen, in der Regel aneinanderbauend, die regelmäßig mit Toren einzeln verschlossen werden. Dort käme niemand auf die Idee, daß die Tore zur besseren Einsicht offen bleiben müßten.
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Tastenspitz
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Re: WEG-Anlage und Brandschutzprobleme mit der Tiefgarage. N

Beitrag von Tastenspitz »

Das mit dem illegalen Toren habe ich offen gestanden nicht gelesen, sorry. Ist aber trotzdem nicht ganz nutzlos, weil dem Urteil zu entnehmen ist, dass
1.
Gerade in einer Tiefgarage ist im Brandfall mit erheblichen Gefahren für Menschen und Sachen zu rechnen, sodass der Einhaltung brandschutzrechtlicher Anforderungen dort besondere Bedeutung zukommt.
was dem "nur Sachwerte, ist doch egal" Tenor hier
Tommynocker hat geschrieben:Ein Feuer in dieser Garage würde also nicht zwangsläufig unmittelbar das Haus und Leib und Leben von Personen, sondern "nur" die Sachwerte gefährden, falls das juristisch von Belang ist.
widerspricht
Und
2.
Sie kann ihn jedoch nicht dazu verpflichten, Gegenstände aus den Einzelboxen zu entfernen und diese dauerhaft von unzulässig gelagerten Materialien freizuhalten.
was damit den Verwalter bei einer "Boxenanlage" aus der Haftung nimmt und diese dem einzelnen Nutzer der Box zuweist.
Jeder ist also dafür verantwortlich, dass dort keine unzulässigen brennbaren Materialien gelagert sind. Der Verwalter muss nmE. lediglich auf die Vorschrift hinweisen ( Aushang).
Darüber hinaus muss man unterscheiden, zwischen
1. dauerhaft offen oder entfernt, was die Tore anbelangt. Das ist Baurecht und hier durch Bestandsschutz wohl noch geduldet.
und
2. der Situation einer Brandbegehung.
Da kann durchaus verlangt werden, dass die Tore aufgemacht werden, weil die einzelnen Boxen eben Teil einer Gesamtanlage sind und ohne den Zugang zu den Boxen eine Brandschau wohl ohne Sinn ist. Wenn der SV nur die Wege zu sehen bekommt sieht er nur einen kleinen Teil der Anlage.
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Etienne777
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Re: WEG-Anlage und Brandschutzprobleme mit der Tiefgarage. N

Beitrag von Etienne777 »

Es bietet sich doch hinsichtlich der Feuerschau eine sehr einfache Möglichkeit an: Man kündigt diesen den Boxeneignern rechtzeitig vorher mit Datum und Uhrzeit an und diese sind dann entweder zugegen, oder lassen an diesem Tag ihre Garage eben mal offen.

Solche Feuerschauen finden doch höchstens einmal jährlich statt, es ist kein vernünftiger Grund ersichtlich, für ein derart seltenes Ereignis von einer Minute Dauer ständig die Garage für jedermann zugänglich halten zu sollen. Bei Zwischenwänden aus Beton und Metalltoren vor den einzelnen Garagen wird der Brandschutz durch das Vorhandensein geschlossener Tore sogar erhöht, da die Feuerausbreitung behindert wird. Woanders baut man sogar extra Feuerschutztore und -türen ein.
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Re: WEG-Anlage und Brandschutzprobleme mit der Tiefgarage. N

Beitrag von Verpflichteter »

Hallo,
bei dem eine "Tiefgarage" hinter dem Haus liegt
Wenn das Gebilde den Taufnamen "Tiefgarage" hat, so hält sich jeder Beamte an diesem Begriff fest.

Unsere liegt auch hinter dem Haus, oder auch vor dem Haus, kommt auf den jeweiligen eigenen Standpunkt an :shock: .
Auf jeden Fall nicht unter dem Haus und auch nicht unterirdisch.

Code: Alles auswählen

Ein Feuer in dieser Garage würde also nicht zwangsläufig unmittelbar das Haus und Leib und Leben von Personen, sondern "nur" die Sachwerte gefährden
Na ja, wenn es brennt und z.B. ein Nutzer seinen Rausch im KFZ ausschäft oder die löschenden Feuerwehrleute/innen könnten schon gefährdet sein.


Stellt sich die Frage, inwieweit die Seitenwände und die Tore einen ausreichenden Brandschutz darstellen.

Wir mussten unser Mülltonnen einhausen. Eine eingehauste Brandlast ist also zulässig.
wird zumindest versucht Tore wegzubekommen, die im Laufe der Jahre ersetzt wurden
Kann ich nachvollziehen, alte waren bestandgeschützt, die ausgetauschten werden wohl nicht die erforderliche Brandschutzklasse haben um brennbares sicher einzuhausen.
>>> nur noch zugelassene Tore einbauen.
In der Teilungserklärung sind diese als "abschließbare Einstellboxen"
Das wird die Beamten nicht interessieren, sondern was im Bauantrag steht und was genehmigt wurde.
Müsste im Umkehrschluss aber doch bedeuten,
Wenn der Schrank die Brandschutzklasse hat sehe ich die Möglichkeit darin auch Putzlappen zu lagern.
Und erfüllen 2-3 Baumwollputzlappen schon die Definition "brennbarer Stoff"?
Drei 0,75m² große, ölgetränkte Putzlappen wird man als brennbaren Stoff ansehen.

Daher ist die Abgrenzung zu den 4 Reifen einfach. Alles was nicht rund, aus Gummi und an ein KFZ montierbar ist, hat in der Tiefgarage nichts zu suchen.
So was darf
https://www.baufun.com/category/interessantes/page/23

Was ist mit Ladekabel und Stationen für Elektroautos, das ist in der Regel aus Kunststoff?
Würde ich als Bestandteil der Tiefgarage sehen, so wie die Kabel der Beleuchtung und dem Verteilerkasten die ggf.auch aus Kunststoff sind.
Es geht um Gegenstände die gelagert werden.
Kannst dir also einen ölgetränkten Putzlappen um die Hüftenwickel, ist dann Kleidung. Nur nicht ausziehen und in der Garage lagern.
Gibt es hier eine eindeutige Rechtslage, Rechtsprechung oder zumindest Definitionen, wie zukünftig der Betrieb solcher Garagen auszusehen hat?
Ja

MfG
uwe

Tommynocker
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Re: WEG-Anlage und Brandschutzprobleme mit der Tiefgarage. N

Beitrag von Tommynocker »

Hallo zusammen,

danke für die rege Beteiligung! Auf jeden Fall finde ich die Beiträge interessant.

Das ärgerlichste an der Konstellation ist das Verhalten des Bauamtes. (Alles natürlich hypothetisch)

Die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr war immer schon partnerschaftlich und mit dem Amt professionell. Es gab ja schon seit den 80ern Brandschauen.

Die Garagenanlage hat z.B. wie sämtliche Flure und Wirtschaftsräume ein von professioneller Seite betreutes Rauchmeldersystem, welches vernetzt arbeitet, dh. ein Ansprechen in der Garage löst den Alarm im ganzen Haus aus.

Kurz vor der "schicksalhaften" Brandschau wurde noch die vollständige Beleuchtungsanlage von einer Fachfirma durch modernste LED-Technik ersetzt, die nun nicht zeitgesteuert, sondern 24 Stunden in Betrieb ist und eigentlich den Ansprüchen für öffentliche Parkhäuser entspricht bezüglich der Helligkeit. Selbstverständlich gibt es ein fachgerecht gewartetes Batterienotlichtsystem, welches bei Stromausfall zu den zahlreichen Ausgängen weist... Es ist halt eine reine Eigentumsanlage bei der alle Eigentümer auch geschlossen das Gebäude und damit den Wert der Anlage tadellos halten möchten. Andere Gebäude vergleichbarer Bauweise mit Mietern präsentieren sich da anders.

Selbst bei der Riesenmängelliste von der Eklat-Begehung (Bei der die Feuerwehr nix zu meckern hatte), und die vor handwerklichen Fehlern strotzte (Es wurden z.B. fehlende Gummidichtungen an Brandschutztüren bemängelt, die unter gar keinen Umständen Dichtungen haben dürfen, weil Dichtungen den Feuerübertritt ermöglichen könnten) bemüht man sich professionell.... Die Tore enden z.B. 30 Zentimeter vor der Decke, da könnte man auch einen Lösch-Schlauch drüberhalten. Diese Öffnungen hatten Eigentümer teilw. verschlössen. Dies wurde beseitigt und eine Fotodokumentation erstellt. Es wurden Gutachten über die elektrischen Anlagen und Lüftungssituation erstellt. Fehlende elektrische Lüftung war auch ein Vorwurf, obwohl damals schon gemessen wurde das Dies nicht erforderlich ist. Außerdem fand eine große Aufräumaktion statt, an deren Anschluss Fotos von leeren und sauberen Garagenboxen erstellt wurden. Leider beteiligten sich hierbei nur 90% Trotzdem wurde dies alles ans Bauordnungsamt überstellt um das Bemühen zu zeigen. Zur Torproblematik wurde sogar ein Architektenbüro beauftragt, welches die umgebauten Tore dokumentiert und ein Bauantragsverfahren für jedes neue Tor anstößt und hier versucht einen genehmigungsfähigen Zustand zu schaffen. Dies benötigte jedoch etwas Vorlauf, weil wegen der Kosten logischerweise ein Beschluss der Eigentümerversammlung nötig war.

Trotz der sichtbaren Bemühungen hat das Bauordnungsamt eine Deadline in 2 Wochen gesetzt, wo Sie nochmal kommen und auch alle Garagen einsehen wollen, und wenn auch nur Eine zu, oder irgendwas nicht abgearbeitet ist, wird mit sofortiger Räumung und Versiegelung der Anlage gedroht.... Dies halte ich für überzogen, die Anlage ist seit 40 Jahren in Betrieb ohne Vorfälle. Daher der Kommentar mit den Sachwerten... Natürlich ist das ein Wert der nicht heruntergespielt werden soll, aber müsste für so harte Maßnahmen nicht Gefahr im Verzug sein für Menschenleben? Draußen können die Autos jedenfalls ja auch zu schaden kommen. Man hat in diesem Verfahren das Gefühl, mit dem Schlagwort "Brandschutz", kann dieses Amt absolut machen was es will. Das ist nicht so schön.... Aber wie gesagt, alles ein spekulatives Beispiel.

Nette Grüße,
Tom

Etienne777
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Re: WEG-Anlage und Brandschutzprobleme mit der Tiefgarage. N

Beitrag von Etienne777 »

Bei solchen Ämtern, oft sind es sogar nur bestimmte Mitarbeiter der selben, erwacht in mir stets ein Kampfgeist, den, hätte sie ihn gehabt, unsere National-Elf sicherlich ins Finale geführt hätte. Meine Eltern sind an solch einen Typen mal geraten, als sie die Dachneigung einer bestehenden Doppelgarage um 90° drehen wollten. Am Grundriß des Gebäudes oder den Fundamenten änderte sich nichts, gleichwohl bestand der wackere Amtmann darauf, das Grundstück müsse vorab auf Munition abgesucht werden, schließlich könne ein Blindgänger im Boden liegen. Nachdem ich das mit seinem Dezernenten geregelt hatte, es mußte dann doch nicht gesucht werden, folgte von dem Mitarbeiter eine neue Liste mit sage und schreibe nunmehr über 20 Forderungen. Was soll ich sagen, der Mitarbeiter hat nach verlorenem verwaltungsgerichtlichen Rechtsstreit in der Behörde nur noch das Archiv betreut und ging dann vorzeitig in den Ruhestand. :mrgreen:
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Re: WEG-Anlage und Brandschutzprobleme mit der Tiefgarage. N

Beitrag von Verpflichteter »

Hallo Tom,

ich kann Unmut bei solchen Fragestellungen nachvollziehen.

Hatte selber einen dicken Hals nach der letzten Begehung.

Etliches von dem was du beschreibst ist aber irrelevant.
Jede einzelne Garage verfügt über individuelle Beleuchtung und Stromanschlüsse,...
Da hilft auch nicht ein eingebautes WC mit Wasserspülung.
professioneller Seite betreutes Rauchmeldersystem,
sehr schön.
modernste LED-Technik
noch schöner.
Leider beteiligten sich hierbei nur 90%
Das Problem sind die 10%

Wir haben alle angeschrieben und auf die Konsequenzen hingewiesen. Danach herrschte Ordnung.

Nach dem oben zitierten Urteil könnte der Verwalter die Tore öffnen lassen.
Allerdings dürfte er nicht die dann zu entdeckenden 10 Kartons mit Polenböller rausräumen.
Zur Torproblematik wurde sogar ein Architektenbüro beauftragt, welches die umgebauten Tore dokumentiert und ein Bauantragsverfahren für jedes neue Tor anstößt und hier versucht einen genehmigungsfähigen Zustand zu schaffen.
Na also, alles wird gut. :kopfstreichel:

Alternativ könnte man sich einen Kastenwagen zulegen, in die Box stellen und alles in das Fahrzeug räumen.

Die Vorschrifen sind nun mal ziemlich eindeutig, vier Räder für ein KFZ maximal.
Dann ist den Vorschriften genüge getan.

Stelle mir gerade vor in so einer Box stehen ein paar
https://www.kaplanbarrelsandrags.com/pr ... teel-drum/
gefüllt mit Leitungswasser.


Soll jetzt der Beamte einen Kostprobe nehmen oder Feuerwehr mit dem ABC Zug anrücken.

Nix da, auch Wasserfass muss raus, es sei denn man schraubt es am Gebäude fest und deklariert es als Löschwasserbehälter. :D
das Bauordnungsamt eine Deadline in 2 Wochen gesetzt, .... Dies halte ich für überzogen, die Anlage ist seit 40 Jahren in Betrieb ohne Vorfälle.
Fag mal die
https://www.focus.de/regional/dortmund/ ... 93475.html

MfG
uwe

Tommynocker
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Re: WEG-Anlage und Brandschutzprobleme mit der Tiefgarage. N

Beitrag von Tommynocker »

Hallo nochmal,

den Fall aus der Zeitung kenn ich, das macht mir ja Sorgen...

Ich habe zum Glück noch das Originaltor, da ist lediglich ein Motorantrieb nachgerüstet... Das Einzige worüber man sich ggf. streiten kann, ich hab so ne Werkzeugwand, wo die ganzen Werkzeuge hängen mit nochmal Hängeschränke links und rechts. Das ist aber aus Metall, sollte also nicht unter brennbarer Stoff fallen.

Nur man kann zwar natürlich die Garagenverordnung lesen, aber das ganze Theater das die ohne irgendeine Art von Durchsuchungsbeschluss einen zwingen können das Tor zu öffnen und vielleicht sogar das es offen bleiben muss, da finde ich gar nix drüber. Oder was ist mit Scheibenwaschwasser z.B.? Der Kanister ist aus Plastik, aber dadurch das Wasser drin ist kann er eigentlich ja nicht in Brand geraten. Was ist mit Schraubendrehern, die einen Kunstoffgriff haben? Ich hab was gefunden, das Sachen die in Zusammenhang mit dem Betrieb eines Autos stehen zu tolerieren sind, aber nix konkretes... Ich denke jedoch, das sind Kleinigkeiten über die man sich bei der Begehung einig genug werden kann, ohne Schließung...

Der Witz aber, sollte die Garage dann dichtgemacht werden, wegen der Nachbarn, ich habe ein Elektroauto und ein chinesisches Elektromotorad, und keine öffentliche Ladestation im Dorf. Es bliebe mir nur das Auto einzumotten, und den Riesen China-Kracher Lithiumakku aus dem Motorrad direkt im Wohnzimmer aufzuladen, der ist entnehmbar. Dann wären wir wirklich alle in Gefahr, und das der Gefahrenabwehr zuliebe.... Da hab ich absolut kein Bock drauf.

Nette Grüße,
Tom.

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Re: WEG-Anlage und Brandschutzprobleme mit der Tiefgarage. N

Beitrag von Verpflichteter »

Hallo Tom,

beim Thema Tiefgarage bin ich inzwischen zu den Strenggläubigen konvertiert. Soll heißen 4 Räder und nicht ein Stückchen mehr.

Die Erkenntnis, gibt man den kleinen Finger, nehmen welche gleich die ganze Hand, hat sich in unserer erwiesen. Gerne verwendetes Argument ... der hat doch auch...

Soll man jetzt anfangen zu diskutieren.
ich hab so ne Werkzeugwand, wo die ganzen Werkzeuge hängen mit nochmal Hängeschränke links und rechts.
Ok, was ist mit der Box in der die doppelte Menge an Werkzeug und Schränken hängt.
Oder der, in der man einen Teil der "Werkzeugwand " zur Arbeitsplatte von der Wand klappen kann.
Gegen so ein Teil spricht doch auch nichts, oder?
https://hebebuehnen-kroemer.de/mobile-s ... gIyB_D_BwE


Nix da, vier Räder und Schluss. Das erleichtert ungemein das Leben.

Habe gerade dieses Urteil gefunden. Werde ich mal ausdrucken und an einen Nutzer unserer Garage zur Kenntnis weiterreichen :D
https://www.kostenlose-urteile.de/AG-St ... s22882.htm


Auf dem Stellplatz neben meinem lagern seit ein paar Monaten zwei Wasserpfeifen. Ist jetzt so einen Wasserpfeife was brennbares.

Die Situation bei euch ist etwas anders. Ihr lebt seit langer Zeit in der Heimligkeit von Boxen. Sich jetzt davon zu trennen fällt schwer.

So wie ich es sehe ist eure Garage nun mal einen Großgarage >>>> vier Räder und sonst nix.

Wenn weitere Teile zulässig sind, dann wohl nur in Bayern.


Es geht auch nicht um brennbar oder nicht, sondern um Lagern.
Oder was ist mit Scheibenwaschwasser z.B.?
Mit oder ohne Frostschutzmittel, wenn mit, wieviel % Alkohol. Ab 45% kannst schon flambieren.


Bei der Ladestation würde ich argumentieren, dass diese Teil der Elektroinstallation ist und nicht lagert.
aber das ganze Theater das die ohne irgendeine Art von Durchsuchungsbeschluss einen zwingen können das Tor zu öffnen
Das darfst du nicht so eng sehen.
Wenn im SE Teile des GE z.B. von einer Instandsetzung betroffen sind dürfen andere ja auch rein.
Oder denk mal an Mieter die auch den Vermieter in die Wohnung lassen müssen, ohne dass dieser einen "Durchsuchungsbeschluss" braucht.

Bei uns war die Feuerwehr teilweise recht kulant. Trotz Ankündigung hat so ein Ignorant einen Benzinkanister auf seinen Stellplatz stehen lassen. Feuerwehr hat geschüttelt, war leer, noch mal Glück gehabt.

MfG
uwe

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Re: WEG-Anlage und Brandschutzprobleme mit der Tiefgarage. N

Beitrag von Verpflichteter »

Also, wenn ich das lese:
https://openjur.de/u/601269.html

ist es auch nichts mit 4 Rädern.

Noch so ein Gedanke....
Weitere Landesgesetzgeber erlauben brennbare Stoffe außerhalb von Kraftfahrzeugen, aber "nur in unerheblichen Mengen". Diese wegen der Gefahr der Brandfortleitung eng auszulegende Fassung hilft Fahrradbesitzern nicht zuverlässig weiter: Gemeint ist nämlich nicht der eher geringe Anteil brennbarer Stoffe am einzelnen Fahrrad. Vielmehr ist die Tiefgarage als Ganzes zu beurteilen, mit der Folge, dass die auf allen Stellplätzen gelagerten Gegenständen insgesamt nur eine unerhebliche Menge ausmachen dürfen.

Wenn KFZ-Räder nicht zulässig sind, sind es auch Fahrräder nicht.

Da ist es bei uns wiederum interessant, weil im Bauplan in der Tiefgarage Fahrradstellplätze ausgewiesen sind.



MfG
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Etienne777
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Re: WEG-Anlage und Brandschutzprobleme mit der Tiefgarage. N

Beitrag von Etienne777 »

Es erscheint lebensfremd, in einer Garage ausschließlich einen PKW abstellen zu dürfen, nicht aber die heutzutage notwendigen Winterräder, eine Werkzeugausstattung oder auch Arbeitsplatte, und andere Dinge die keine brennbaren Flüssigkeiten sind. Was wäre denn sonst die Konsequenz? Schaffen die Garagenbesitzer ihr Werkzeug ab? Oder ihre Werkbank? Nein, sie werden es allenfalls aus der Garage in den Keller im Wohnhaus verlagern, wo dann eine viel größere Gefährdung die Folge wäre.
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Zafilutsche
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Re: WEG-Anlage und Brandschutzprobleme mit der Tiefgarage. N

Beitrag von Zafilutsche »

Die Tage war ein Interview mit einem Bürgermeister wo die Parkplatznot entsprechend groß war. Ursache aus Sicht der Stadt: Viele Anwohner nutzen ihre/die Garagen und Stellplätze nicht, weil die zu Lagerplätzen umfunktioniert wurden. Da wurde angekündigt, dagegen vorgehen zu wollen.

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