Verzugzinsen zu bezahlen?

Moderator: FDR-Team

Antworten
Belg77
Topicstarter
noch neu hier
Beiträge: 4
Registriert: 20.09.18, 21:35

Verzugzinsen zu bezahlen?

Beitrag von Belg77 »

Guten Tag (sorry mein für Deutsch),


Verkäufer verkauft sein Haus an Käufer für € 300.000,-. Falligkeitsdatum für zahlung des Kaufpreis ist 1.8.2018.

Käufer bekommt der Schlüssel am 1.8.2018 aber dann ist die Kaufpreis noch nicht gezahlt wegen die Bank von Verkäufer; die hatten die benotigte Unterlagen noch nicht fertig und der Notar kann darum die Zahlung nicht fertigen.

Alles dauert lange und am 1.9.2018 wird dan endlich die Kaufpreis minus hypothekschuld an Verkäufer gezahlt also ein Monat zu spät. In das Kaufvertrag ist vereinbart das die Verzugzinsen 4,08% pro Jahr sein sollte.

Sollte hier für einen Monat Verzugzinsen bezahlt worden und wer bezahlt das?
ExDevil67
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 6053
Registriert: 17.01.14, 09:25

Re: Verzugzinsen zu bezahlen?

Beitrag von ExDevil67 »

Wenn der Käufer die freiwillig zahlen will, wird ihn keiner daran hindern. Ansonsten abwarten ob der Verkäufer die fordert.

Wenn das passiert, sind diese vom Käufer zu tragen. Ob der ggf einen Anspruch gegen die Bank hat, muss der Käufer selber prüfen und auch diesen ggf auch selber von der Bank einklagen. Das braucht aber den Verkäufer nicht zu interessieren, der hält sich nur an den Käufer. Und diesem gegenüber dürfte er auch gute Karten haben im Klagefall.
freemont
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 8317
Registriert: 21.08.14, 16:57

Re: Verzugzinsen zu bezahlen?

Beitrag von freemont »

Belg77 hat geschrieben:Guten Tag (sorry mein für Deutsch),


Verkäufer verkauft sein Haus an Käufer für € 300.000,-. Falligkeitsdatum für zahlung des Kaufpreis ist 1.8.2018.

Käufer bekommt der Schlüssel am 1.8.2018 aber dann ist die Kaufpreis noch nicht gezahlt wegen die Bank von Verkäufer; die hatten die benotigte Unterlagen noch nicht fertig und der Notar kann darum die Zahlung nicht fertigen.

Alles dauert lange und am 1.9.2018 wird dan endlich die Kaufpreis minus hypothekschuld an Verkäufer gezahlt also ein Monat zu spät. In das Kaufvertrag ist vereinbart das die Verzugzinsen 4,08% pro Jahr sein sollte.

Sollte hier für einen Monat Verzugzinsen bezahlt worden und wer bezahlt das?
Kein Verzug ohne Verschulden. Wenn es also der Verkäufer zu vertreten hat, dass die Zahlung nicht möglich ist, liegt kein Verzug vor. Dann sind auch keine Verzugszinsen zu zahlen.

Ggf. wird der Notar das dementsprechend aufklären.
SusanneBerlin
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 16199
Registriert: 05.11.12, 13:35

Re: Verzugzinsen zu bezahlen?

Beitrag von SusanneBerlin »

ExDevil67 hat geschrieben:Wenn der Käufer die freiwillig zahlen will, wird ihn keiner daran hindern. Ansonsten abwarten ob der Verkäufer die fordert.

Wenn das passiert, sind diese vom Käufer zu tragen. Ob der ggf einen Anspruch gegen die Bank hat, muss der Käufer selber prüfen und auch diesen ggf auch selber von der Bank einklagen. Das braucht aber den Verkäufer nicht zu interessieren, der hält sich nur an den Käufer. Und diesem gegenüber dürfte er auch gute Karten haben im Klagefall.
Wenn die Bank des Käufers den Kaufpreis erst nach dem 1.8. zur Verfügung stellt, würde ich Ihnen zustimmen, der TE führt aber aus:
belg77 hat geschrieben:dann ist die Kaufpreis noch nicht gezahlt wegen die Bank von Verkäufer; die hatten die benotigte Unterlagen noch nicht fertig und der Notar kann darum die Zahlung nicht fertigen.
@belg77 War es so, dass der Käufer den Kaufpreis auf das Notaranderkonto bezahlt und das rechtzeitig spätestens zum 1.8.? Bzw. was war im Kaufvertrag vereinbart, auf welches Konto der Käufer spätestens am 1.8. zu bezahlen hat? Wenn sich der Käufer an die vertragliche Vereinbarung gehalten hat, dann muss er m.E. keine Verzugszinsen bezahlen.
Grüße, Susanne
Zafilutsche
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 6414
Registriert: 24.07.07, 10:47
Wohnort: Rhein/Ruhrgebiet

Re: Verzugzinsen zu bezahlen?

Beitrag von Zafilutsche »

Der 01.08 war der vereinbarte bzw. geplante Übergabetermin. Die Kaufpreisfälligkeit (bitte genau im Vertrag nachlesen) ist oder kann sein (Nach Mitteilung/Zahlungsaufforderung des Notars).
Es kann also sein, dass die Voraussetzungen (fehlende Mitteilung) noch nicht erfüllt/waren.
Daher ist die Schlüsselübergabe ohne die Kaufpreisübergabe nicht unkritisch und ggf zu früh passiert.
Ob die Finanzierende Bank schon bereitstellungszinsen verlangt für das noch nicht abgerufenen Geld, ist eine Frage der Vereinbarung die getroffen wurde. Das Händeln die Banken m.W. recht unterschiedlich. Im Zweifel kann man eigentlich immer mit dem Notar reden, der einen auch aufklärt.
@Belg77 Sicher das eine Hypothek vorliegt? Heute wird häufiger eine "Grundschuld" verwendet. D.h. der Verkäufer verpflichtet sich das Haus/Objekt/Grundstück Lastenfrei zu übergeben.
Manchmal sind Banken für die Lastenfreistellung sagen wir mal etwas träge. Und dann kann das mal dauern. Da kann aber weder Käufer noch Verkäufer was zu. (Gut der Verkäufer ist zwar ein Kunde der Bank, aber auch die Macht des Kunden reicht erst einmal nur bis zur Beschwerde oder Reklamation.
ktown
FDR-Moderator
Beiträge: 25027
Registriert: 31.01.05, 08:14
Wohnort: Auf diesem Planeten

Re: Verzugzinsen zu bezahlen?

Beitrag von ktown »

Sorry,
aber ich habe immer noch nicht verstanden, wo die Zinsen nun entstanden sind.
Beim Käufer als Bereitstellungszinsen, oder beim Käufer, weil zwischen geplanten Kauftermin und realem Kauftermin 1 Monat das bestehende Darlehen nicht bedient wurde?
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe
ExDevil67
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 6053
Registriert: 17.01.14, 09:25

Re: Verzugzinsen zu bezahlen?

Beitrag von ExDevil67 »

Es geht um die Verzugszinsen die dem Verkäufer zustehen weil der Käufer nicht wie vereinbart am 1.8 gezahlt hat. Für solche Fälle wird afaik vom Notar automatisch eine Klausel eingebaut in den Kaufvertrag das in solchen Fällen Verzugszinsen fällig werden. Müssen halt nur vom Verkäufer auch gefordert werden.
ktown
FDR-Moderator
Beiträge: 25027
Registriert: 31.01.05, 08:14
Wohnort: Auf diesem Planeten

Re: Verzugzinsen zu bezahlen?

Beitrag von ktown »

OK danke.
Wenn aber die Bank des Verkäufers die Verspätung verursacht hat, dann kann doch im Vertragsverhältnis Käufer vs. Verkäufer nichts verlangt werden?
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe
ExDevil67
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 6053
Registriert: 17.01.14, 09:25

Re: Verzugzinsen zu bezahlen?

Beitrag von ExDevil67 »

Richtig, das hatte ich bisher überlesen das es die Bank des Verkäufers gewesen sein soll die die nötigen Unterlagen nicht zeitgerecht bereitgestellt hat.
In dem Fall würde ich auch dazu tendieren das der Käufer keine Zinsen zahlen muss.
Zafilutsche
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 6414
Registriert: 24.07.07, 10:47
Wohnort: Rhein/Ruhrgebiet

Re: Verzugzinsen zu bezahlen?

Beitrag von Zafilutsche »

Belg77 hat geschrieben: dann ist die Kaufpreis noch nicht gezahlt wegen die Bank von Verkäufer; die hatten die benotigte Unterlagen noch nicht fertig und der Notar kann darum die Zahlung nicht fertigen.
Und
Belg77 hat geschrieben:Alles dauert lange und am 1.9.2018 wird dann endlich der Kaufpreis minus hypothekschuld an Verkäufer gezahlt- also ein Monat zu spät. Im Kaufvertrag ist vereinbart das die Verzugzinsen 4,08% pro Jahr sein sollten.
die Schilderung spricht m.E. genau dem Fall wie bereits von mir angeführt:
Der Verkäufer genauer die Bank des Verkäufers schaffte es nicht rechtzeitig die Lastenfreistellung zu bewerkstelligen, daher konnte der Notar die Kreditauszahlung an den Verkäufer nicht veranlassen bzw. freigeben (weil noch nicht alle Voraussetzungen erfüllt waren).
Damit ist auch kein "Verzug" eingetreten also auch keine 4,08% Verzugszinsen.
Irgendwann waren die Voraussetzungen erfüllt und der Kaufpreis (abzüglich der wahrscheinlich noch offenen Lasten) ist an den Verkäufer von der kreditgebenden Bank des Käufers angewiesen worden.
Belg77
Topicstarter
noch neu hier
Beiträge: 4
Registriert: 20.09.18, 21:35

Re: Verzugzinsen zu bezahlen?

Beitrag von Belg77 »

Danke für Ihre Antworten.

Falls das Geld von 1.8.2018 bis 1.9.2018 bei der Notar war: hat der Notar dann für eine Monat zinsen erhalten von seinen Bank? Sollte der Notar dann (gesetzlich?) die Zinsen für ein Monat erstatten an Verkäufer?
Zafilutsche
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 6414
Registriert: 24.07.07, 10:47
Wohnort: Rhein/Ruhrgebiet

Re: Verzugzinsen zu bezahlen?

Beitrag von Zafilutsche »

Belg77 hat geschrieben:Danke für Ihre Antworten.

Falls das Geld von 1.8.2018 bis 1.9.2018 bei der Notar war: hat der Notar dann für eine Monat zinsen erhalten von seinen Bank? Sollte der Notar dann (gesetzlich?) die Zinsen für ein Monat erstatten an Verkäufer?
Ist denn tatsächlich das Geld "zwischengeparkt" worden?Notarandenkonto? Das muß nicht zwingend sein!!!
Es kann ja wie schon erwähnt sogar andersherum sein. Die Bank des Käufers erhebt schon Zinsen oder sogar Bereitstellungszinsen (weil der Kredit noch nicht abgerufen wurde)
freemont
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 8317
Registriert: 21.08.14, 16:57

Re: Verzugzinsen zu bezahlen?

Beitrag von freemont »

Belg77 hat geschrieben:Danke für Ihre Antworten.

Falls das Geld von 1.8.2018 bis 1.9.2018 bei der Notar war: hat der Notar dann für eine Monat zinsen erhalten von seinen Bank? Sollte der Notar dann (gesetzlich?) die Zinsen für ein Monat erstatten an Verkäufer?
Wie der Name schon sagt, "Verzugs"-Zinsen sind nur zu zahlen, wenn Verzug vorgelegen hat.
Antworten