Eigentumswohnung: Eigenbedarf

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segelmann05
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Re: Eigentumswohnung: Eigenbedarf

Beitrag von segelmann05 » 12.11.18, 13:09

Ah. Verzeihung. Daran habe ich im unteren Teil des Threads nicht gedacht.

Ich nehme an, je länger der Mieter drinnen wohnt, desto länger die Kündigungsfrist?!

SusanneBerlin
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Re: Eigentumswohnung: Eigenbedarf

Beitrag von SusanneBerlin » 12.11.18, 13:22

Der § 573c Abs 1 BGB besagt:
  • Die Kündigungsfrist beträgt (beinahe) 3 Monate.
  • Die Kündigungsfrist für den Vermieter verlängert sich nach fünf Jahren seit der Überlassung des Wohnraums um drei Monate. -> Ergebnis: 3 + 3 = 6
  • Die Kündigungsfrist für den Vermieter verlängert sich nach acht Jahren seit der Überlassung des Wohnraums nochmal um drei Monate. ->. Ergebnis: 3 + 3 + 3 = 9

Sie vermuten also richtig: Je länger der Mieter bereits drin wohnt, desto länger die Kündigungsfrist des Vermieters. (!&#?!!)
Grüße, Susanne

webmaster76
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Re: Eigentumswohnung: Eigenbedarf

Beitrag von webmaster76 » 21.11.18, 07:30

Achtung, wenn der zeitliche Faktor eine Rolle spielt: der Käufer und neue Vermieter kann erst dann eine Eigenbedarfskündigung aussprechen, wenn er im Grundbuch eingetragen ist!

Das Ganze sieht so aus:
1. Notartermin
2. Auflassungsvormerkung
3. Zahlung Kaufpreis und Übergabe
4. Umschreibung im Grundbuch

Die Umschreibung im Grundbuch kann sehr schnell gehen (1-2 Monate), sich aber auch richtig hinziehen (ich durfte mal 9 Monate(!) warten). D.h. im Worst Case kann der neue Eigentümer erst viele Monate nach dem Kauf (= Notartermin) überhaupt erst kündigen und muss u.U. (abhängig von der Dauer des Mietverhältnisses) nochmal 9 Monate bis zur Räumung der Wohnung warten (wenn sich der Mieter nicht querstellt).

So oder so sei dem Kaufwilligen dringend angeraten, die Eigenbedarfskündigung durch einen Anwalt erledigen zu lassen, da es hierbei viele Fallstricke gibt.

winterspaziergang
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Re: Eigentumswohnung: Eigenbedarf

Beitrag von winterspaziergang » 21.11.18, 09:01

webmaster76 hat geschrieben: So oder so sei dem Kaufwilligen dringend angeraten, die Eigenbedarfskündigung durch einen Anwalt erledigen zu lassen, da es hierbei viele Fallstricke gibt.
Auf jeden Fall und umso mehr, wenn der künftige Eigentümer und Vermieter Fragen nach der "Prüfung des Härtefalls" stellt oder nicht mal weiß
-> Woraus ergibt sich diese zeitliche Kondition? Wann sind 3 Monate gültig, und wann 9?
Da ist es für den auszugsunwilligen Mieter ein Leichtes...

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