Wasserschaden, Problem: Hausverwaltung und Mieter

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Juli277
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Wasserschaden, Problem: Hausverwaltung und Mieter

Beitrag von Juli277 » 07.05.19, 10:15

Herr (A) hat Anfang 2018 eine 10 Jahre alte, vermietete Wohnung gekauft, die zu diesem Zeitpunkt in einem ordentlichen Zustand war. Nun meldet der Mieter (B) massiven Schimmel Befall und verlangt Beseitigung mit Terminsetzung. Da die vermietete Wohnung in einer anderen weit entfernten Stadt liegt, verlangt A zunächst Fotos von dem Mangel, die er zusammen mit einem Grundriss, in welchem die befallenen Stellen eingezeichnet sind, bekommt. A ist entsetzt, denn der Schimmelbefall ist weitaus gravierender als vermutet und muss sich schon sehr viel früher gebildet haben als vom Mieter angegeben. Die befallenen Stellen befinden sich hauptsächlich an den Innenwänden, von der Bodenleiste ausgehend nach oben. A denkt sofort an einen Wassereschaden und fragt B ob derartiges stattgefunden hat. Worauf B antwortet:“ davon ist mir nichts bekannt“.
A sendet die Fotos an die Hausverwaltung mit der Bitte um Rückruf und der Aufforderung einen Sachverständigen zur Besichtigung zu bestellen. Er erhält aber keinen Rückruf,
und keine E-Mail von der Hausverwaltung, eigene Anrufe werden weggedrückt. A schickt einen eingeschriebenen Brief, leider ohne Terminsetzung, bis dito keine Antwort.

Was am besten tun? Folgeschäden können entstehen wenn zu lange gewartet wird.
Außerdem steht eine Drohung des Mieters im Raum, (der womöglich selbst schuld ist).
Kann A nun selbst einen Sachverständigen einschalten?

SusanneBerlin
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Re: Wasserschaden, Problem: Hausverwaltung und Mieter

Beitrag von SusanneBerlin » 07.05.19, 10:28

Kann A nun selbst einen Sachverständigen einschalten?
Natürlich kann er das, es ist doch seine Wohnung.
Grüße, Susanne

cherokee
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Re: Wasserschaden, Problem: Hausverwaltung und Mieter

Beitrag von cherokee » 07.05.19, 10:49

Ein versierter Fachbetrieb für Feuchtigkeitsschäden wäre geeignet um der Sache auf den Grund zu gehen. Den kann der Eigentümer auch selber beauftragen, muss diesen aber auch bezahlen! Ich kenne es so, das für solche Schäden innerhalb einer WEG, die HV zuständig ist, handelt diese nicht macht sie sich Schadensersatzpflichtig und sollte auf der nächsten Eigentümerversammlung abgewählt werden.

Sollte der Schaden durch den Mieter verspätete gemeldet worden sein und dadurch ein größerer Schaden entstanden sein, könnte dafür eventuell der Mieter verantwortlich sein. das dürfte aber eher schwer nachzuweisen sein.

lottchen
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Re: Wasserschaden, Problem: Hausverwaltung und Mieter

Beitrag von lottchen » 07.05.19, 11:29

Man könnte auch erst einmal den Hausmeister oder einen Haustechniker hinschicken, der sich im Objekt auskennt. Irgendjemanden, der technisch nicht ganz doof ist. Die Stunde Arbeitszeit ist sicher nicht so teuer wie als wenn man gleich den Gutachter hinschickt und dann weiß man erst mal, was überhaupt los ist / sein könnte. Wie viele Wände betrifft das? Welche Zimmer? Auf welcher Höhe? Was grenzt da an (welcher Raum der Nachbarwohnung, Treppenhaus, Keller..)? Gehen da Leitungen entlang? Verliert die Heizung permanent Wasser (Zentralheizung oder Etagenheizung)? Ist die darunterliegende Wohnung auch betroffen? Ohne Zutun der Hausverwaltung ist sowas natürlich schwierig. Die sollte ja am Ehesten wissen, welcher Handwerker geeignet ist und welches Problem an dieser Stelle in Frage kommen könnte.

SusanneBerlin
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Re: Wasserschaden, Problem: Hausverwaltung und Mieter

Beitrag von SusanneBerlin » 07.05.19, 11:53

Oft gibt es Aushänge, welche Firma im Notfall gerufen werden soll wenn die Verwaltung nicht erreichbar ist. Das sind meistens die gleichen Firmen, die die Hausverwaltung auch im Nicht-Notfall beauftragt und die sich demzufolge im Objekt auskennen.
Grüße, Susanne

Juli277
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Re: Wasserschaden, Problem: Hausverwaltung und Mieter

Beitrag von Juli277 » 08.05.19, 12:24

Danke für die Beiträge!
Nachgehakt:
Das Problem ist: Kleine Lösung, oder große Lösung. Kann man sich auf die Ehrlichkeit des Mieters Verlassen? Würde dieser sagen: Ja bei mir ist der Schlauch geplatzt oder die Wanne übergelaufen, wäre alles klar:
kleine Lösung, Trockenfirma bestellen, kann Herr A selbst entscheiden. So aber muss man davon in Erwägung ziehen, dass das Wasser von außen kommt, was Sache der Hausverwaltung ist. Haustechniker gibt es nicht,
Auch der Hausmeister hält sich bedeckt, äußert sich zweideutig. A ist schließlich ein Fremder in dieser Wohnanlage.
Die Frage nun konkret: 1. Kann A bei dieser Sachlage zum Anwalt gehen, welcher die erforderlichen Maßnahmen ergreift, ohne letzlich Anwalt und Reparatur selbst bezahlen zu müssen.
2. Kann er von sich aus die notwendigen Maßnahmen ergreifen wenn die Hausverwaltung untätig ist?

ktown
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Re: Wasserschaden, Problem: Hausverwaltung und Mieter

Beitrag von ktown » 08.05.19, 12:42

Juli277 hat geschrieben:Kann man sich auf die Ehrlichkeit des Mieters Verlassen?
Woher soll dieses Forum das wissen?
Juli277 hat geschrieben:Kann A bei dieser Sachlage zum Anwalt gehen, welcher die erforderlichen Maßnahmen ergreift, ohne letzlich Anwalt und Reparatur selbst bezahlen zu müssen.
Primär wird A wohl in Vorleistung treten müssen.
Juli277 hat geschrieben:Kann er von sich aus die notwendigen Maßnahmen ergreifen wenn die Hausverwaltung untätig ist?
Wenn A nicht in Gemeinschaftseigentum eingreift, kann A fast alles.
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SusanneBerlin
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Re: Wasserschaden, Problem: Hausverwaltung und Mieter

Beitrag von SusanneBerlin » 08.05.19, 12:46

1. Kann A bei dieser Sachlage zum Anwalt gehen, welcher die erforderlichen Maßnahmen ergreift, ohne letzlich Anwalt und Reparatur selbst bezahlen zu müssen.
1. Solange die Schadensursache unklar ist, werden die Maßnahmen des Anwalts darin bestehen, dass der Anwalt die Hausverwaltung schriftlich per Brief auffordert, Ausmaß und Ursache des Schadens festzustellen. Diese Tätigkeit des Anwalts muss A selbst bezahlen.

Möglicherweise rät der Anwalt dem A auch, einen Fachmann oder einen Sachverständigen mit der Ausforschung des Schadens zu beauftragen. Diesen Fachmann oder Sachverständigen muss dann A beauftragen (und damit auch bezahlen), denn der Anwalt wird niemanden beauftragen.

Wer letztendlich die Reparatur bezahlt, hängt davon ab wer den Schaden verursacht hat. Ist die Ursache ein Rohrbruch und kann man niemandem ein Verschulden zuordnen, dann wird die Versicherung bezahlen (die die Verwaltung hoffentlich abgeschlossen hat) und für von der Versicherung nicht abgedeckte Kosten wird die WEG bezahlen, also Herr A anteilig mit.

Egal wen Herr A auf eigene Faust beauftragt, sei es der Anwalt, den Fachmann/Gutachter oder Handwerker, Herr A wird erstmal in Vorleistung gehen müssen, denn als Auftraggeber ist er dem Beauftragten die Bezahlung schuldig.
2. Kann er von sich aus die notwendigen Maßnahmen ergreifen wenn die Hausverwaltung untätig ist?
2. Das kommt auf die Ursache und Ausmaß des Schadens an. Liegt die Schadensursache in einem Rohrbruch außerhalb von A's Sondereigentum, dann darf A (oder ein von A beauftragter Handwerker) nicht hergehen und irgendwo in einer fremden Wohnung oder im Gemeinschaftseigentum die Wand aufbrechen.
Grüße, Susanne

cherokee
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Re: Wasserschaden, Problem: Hausverwaltung und Mieter

Beitrag von cherokee » 08.05.19, 13:57

Wenn A sich schon nicht selber vor Ort begeben mag und der Schilderung des Mieters nicht traut, sollte er einen Handwerker beauftragen, der sich der Sache in der Wohnung von A in Abstimmung mit dem Mieter von A annimmt und berichtet. Danach können weiter Schritte eingeleitet werden.
Jetzt schon einen RA zu beauftragen halte ich für reichlich verfrüht!

ktown
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Re: Wasserschaden, Problem: Hausverwaltung und Mieter

Beitrag von ktown » 08.05.19, 14:24

Aber A will ja erstmal wissen, wer den Handwerker bezahlt und ob der Mieter die Wahrheit sagt. :wink:
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

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lottchen
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Re: Wasserschaden, Problem: Hausverwaltung und Mieter

Beitrag von lottchen » 08.05.19, 15:09

Entweder es gibt einen Wasserschaden, dann wäre es Sache der Versicherung sich drum zu kümmern (und die wird wohl nur tätig werden wenn die Hausverwaltung diese beauftragt) oder das Problem liegt an der Bausubstanz, am Lüftungs- und Heizverhalten des Mieters, an einem Dachschaden (wenn da Wasser eindringt wäre das wieder nicht versichert) oder woran auch immer. Ohne die Schadensursache zu kennen kann niemand sagen, wie man vorgehen soll. Ein Anwalt wird diese allerdings auch nicht höchstpersönlich rausfinden und einen Handwerker beauftragen wird dieser auch nicht.
Wer macht denn die Mietsonderverwaltung der Wohnung? Der Eigentümer selber? Dann muss er sich kümmern. Wie er das macht ist sein Problem. Die Hausverwaltung? Dann muss diese sich kümmern, ansonsten kann man gleich den Vertrag kündigen und Schadensersatz fordern, wenn die eh nichts machen.

SusanneBerlin
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Re: Wasserschaden, Problem: Hausverwaltung und Mieter

Beitrag von SusanneBerlin » 08.05.19, 16:27

cherokee hat geschrieben:Wenn A sich schon nicht selber vor Ort begeben mag und der Schilderung des Mieters nicht traut, sollte er einen Handwerker beauftragen, der sich der Sache in der Wohnung von A in Abstimmung mit dem Mieter von A annimmt und berichtet. Danach können weiter Schritte eingeleitet werden.
Das halte ich für eine sehr gute Idee.
Jetzt schon einen RA zu beauftragen halte ich für reichlich verfrüht!
Weil es nichts bringt einen Anwalt "böse Briefe" schreiben zu lassen, wenn man weder weiß wer oder was den Schimmel verursacht hat, noch ob noch andere Wohnungen betroffen sind.
Grüße, Susanne

cherokee
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Re: Wasserschaden, Problem: Hausverwaltung und Mieter

Beitrag von cherokee » 09.05.19, 06:52

Wurde die Verwaltung schon mit unterdrückter Nummer angerufen? Kann doch nicht sein, dass die sich nicht melden. Die machen sich bei Untätigkeit ggf. Schadensersatzpflichtig.

Verpflichteter
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Re: Wasserschaden, Problem: Hausverwaltung und Mieter

Beitrag von Verpflichteter » 09.05.19, 09:54

cherokee hat geschrieben:...Kann doch nicht sein, dass die sich nicht melden. Die machen sich bei Untätigkeit ggf. Schadensersatzpflichtig.
Wer weiß, vielleicht nervt A den Verwalter häufiger?
Oder der Verwalter sagt sich: Schimmel im Sondereigentum, was geht mich das an?

A könnte ja mal mit einem Beirat sprechen, wenn es einen gibt.

Oder A spricht direkt die Gebäudeversicherung an. Da kann dann häufig auf Fachleute verweisen.

MfG
uwe

webmaster76
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Re: Wasserschaden, Problem: Hausverwaltung und Mieter

Beitrag von webmaster76 » 13.05.19, 14:59

Eine kostenrisikofreie Lösung wird es für A nicht geben. Nur weitere Kostenrisiken, wenn er nicht zeitnahe handelt.

Der A sollte schleunigst einen Fachbetrieb beauftragen und mit diesem zusammen die Wohnung begehen. Nur ein Fachmann wird vor Ort sicher einschätzen können, was die Ursache für die Schimmelbildung sein kann. Ausgehend davon, dass A die Wohnung in 2018 beim Kauf gründlich begutachtet hat kann man bei massivem Schimmelbefall (bei gleichbleibendem Mieter) fast schon ein falsches Lüftverhalten ausschließen. Vor allem dann, wenn auch Innenwände betroffen sind (wenn in der Wohnung nicht gerade 90% Luftfeuchtigkeit herrscht).

Erst wenn man ein ungefähres Bild von der (möglichen) Ursache hat macht es Sinn, weitere Schritte einzuleiten, dann u.U. Anwalt einschalten, Hausverwaltung (nachweislich) informieren etc.

Dass die Verwaltung zunächst nicht reagiert, wenn der A in seinem Sondereigentum einen Schimmelbefall meldet liegt auf der Hand. Allerdings könnte dieser das dem A auch so mitteilen.

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