Wasseruhren/Abrechnung

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Wasseruhren/Abrechnung

Beitrag von DeDeEx » 13.05.19, 19:42

Hallo,

in einer WEG wird die verbrauchsabhängige Abrechnung beschlossen und auf Grund der Altbausituation Wasseruhren an jeder Entnahmestelle auf Kosten der Gemeinschaft durch eine Fachfirma installiert.

6 Monate später, noch bevor ein kompletter Abrechnungszeitraum vorbei ist, sanieren mehrere Eigentümer ihre Bäder in Eigenregie und ohne die Hausverwaltung zu informieren. Bei der jährlichen Ablesung durch die jeweiligen Eigentümer werden nun weniger Uhren angegeben als eingebaut wurden und die fehlenden mit dem Vermerk "ausser Betreib" oder "ausgebaut" gekennzeichnet. In der Eigentümerversammlung darauf angesprochen schwanken die Aussagen von "Es wurde alles auf eine Uhr gelegt" bis zu "Wir benutzen das Bad ja garnicht". Nachweise dazu gibt es natürlich nicht, da in Heimwerkerarbeit saniert wurde. Es besteht nun der starke Verdacht, das nicht mehr sämtliche Entnahmestellen gezählt werden. Selbst eine grobe Schätzung anhand von Restwasser oder Vorjahreswerten ist nicht zu machen, da die Uhren ja nicht mal ein Jahr eingebaut waren.

- Haben die restlichen Eigentümer ein Recht darauf, eine unabhängige Überprüfung zu verlangen, ob immer noch sämtliche Entnahmestellen gezählt werden ?
- Wenn ja, wie wäre das mit den Kosten dieser Prüfung ? Gibt es eine Möglichkeit diese den/die Verursache tragen zu lassen ?
- Wie wird nun eigentlich abgerechnet ? Eine komplette verbrauchsabhängige von allen Eigentümern ist ja bis zur Klärung des Sachverhalts nicht korrekt möglich. Das Restwasser wird nach MEA verrechnet, somit hätten alle Eigentümer die Kosten des eventuell viel zu hohen Restwassers mitzutragen.

Die Eigentümer, die saniert haben, haben knapp die einfache Mehrheit, ein positiver Beschluss jeglicher Art wird also nicht herbeizuführen sein.

MfG

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Re: Wasseruhren/Abrechnung

Beitrag von Verpflichteter » 14.05.19, 09:22

Hallo,

ein bloßer Verdacht ist etwas wenig.

Man könnte bei der ersten Abrechnung über die Summe aller Zählerablesung (inkl. die der zwischenzeitlich ausgebauten) die Differenz zwischen Hauptwasseruhr und Summe der Einzelzähler ermitteln, aus der Dif. versuchen etwas abzuleiten.

Die Abrechung des Restwassers (Garten, Nachspeisewasser Heizung usw.) über MEA könnte man infrage stellen und dort ebenfalls Zähler fordern.

Die Summe (m³) alle Zähler wäre dann ein Verteilungsschlüssel mit dem die Summe Wasserkosten + Grundgebühr verteilt werden.

Bei grober Abweichung zwischen Haupt- und Summe Einzelzähler wäre dies ein Argument eine Überprüfung anzuregen.
Das könnte der Verwalter oder der Beirat machen. Jede Zapfstelle im SE getrennt öffnen und beobachten ob Wasserzähler "läuft".

Man könnte auch mal über die "Eichordnung" nachdenken. Ist jeder Zähler geeicht und verblombt?
Man könnte mit dem Eichamt sprechen. Dort müsste auch jeder der SE "seine" Zähler angemeldet haben.

https://www.haufe.de/immobilien/verwalt ... 84174.html

Wenn man mit dem Eichamt droht hätte dies schon was.

Man kann sicher auch einen Beschluss herbeiführen der ordentlicher Verwaltung entspricht und dennoch von der Mehrheit abgelehnt wird. Dann könnte man mit der Hoffung auf Erfolg klagen.
Das sollte man mit einem Fachmann absprechen um die Wahrscheinlichkeit eines Erfolges zu erhöhen.

Eichamt finde ich aber eleganter.

Obwohl, es könnten der reinen Zweifel an der Korrektheit einen Ablesung ausreichen um einen Kontrollablesung einzufordern.

Zähler werden GE sein und GE sollte bei gegebenen Grund durch die GE im SE überprüfbar sein.

Man könnte darüber nachdenken ob einen Ablesung durch die Sondereigentümer überhaupt statthaft ist. Was würde zur Ablesung beschlossen. Garnicht? Das könnte ein Aufhänger sein.

MfG
uwe

DeDeEx
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Re: Wasseruhren/Abrechnung

Beitrag von DeDeEx » 14.05.19, 10:28

Verpflichteter hat geschrieben: ein bloßer Verdacht ist etwas wenig.
Der Verdacht kommt unter Anderem durch die erwähnte Altbau Situation. Teilweise wurden vor Jahrzehnten 2 Wohnungen zu einer Zusammengelegt. Also 2 Bäder , 2 Küchen etc. ... es gibt im Haus eine rechte und eine linke Steigleitung, für die ursprünglich rechten und linken Wohnungen. Das Zusammenlegen auf eine einzige Uhr wäre technisch sehr schwierig, wenn überhaupt "unbemerkt" (Rohre durch Gemeinschaftseigentum etc.) möglich. Aber gerade eine Aussage, die sinngemäß sagt "Ich baue Uhren in dem Bad aus, weil ich es nicht benutze" ist doch seeeeeehr suspekt.

Verpflichteter hat geschrieben: Die Abrechung des Restwassers (Garten, Nachspeisewasser Heizung usw.) über MEA könnte man infrage stellen und dort ebenfalls Zähler fordern.

Bei grober Abweichung zwischen Haupt- und Summe Einzelzähler wäre dies ein Argument eine Überprüfung anzuregen.
Das könnte der Verwalter oder der Beirat machen. Jede Zapfstelle im SE getrennt öffnen und beobachten ob Wasserzähler "läuft".
Es gibt in der Anlage keine gemeinschaftlichen Abnahmestellen. Das Restwasser müsste also rein über die Toleranz der Hauptwasseruhr im Vergleich zu den Einzelzählern zustande kommen plus das Wasser das im Rohr steht. Hier scheinen ja aber gerade bei Gerichten teilweise aber unterschiedliche Toleranzen "in Ordnung" zu sein, ich meine bereits von 10% - 20% gelesen zu haben. Und es gibt ja leider noch keinen Vergleichswert der Vorjahre.

Natürlich wäre die einfachste Möglichkeit, z.B. eine der Steigleitungen abzudrehen und zu schauen ob Wasser läuft. Hier werden aber die Eigentümer, die umgebaut haben, nicht freiwillig mitarbeiten.

Verpflichteter hat geschrieben: Man könnte auch mal über die "Eichordnung" nachdenken. Ist jeder Zähler geeicht und verblombt?
Die Zähler sind geeicht und dem Eichamt mitgeteilt. Verblombt sind die Einzelzähler allerdings nicht. Interessiert sich das Eichamt aber dafür, wenn z.B. einfach mittgeteilt wurde, das jetzt eben weniger Uhren da sind ?

Verpflichteter hat geschrieben: Man kann sicher auch einen Beschluss herbeiführen der ordentlicher Verwaltung entspricht und dennoch von der Mehrheit abgelehnt wird. Dann könnte man mit der Hoffung auf Erfolg klagen.
Das sollte man mit einem Fachmann absprechen um die Wahrscheinlichkeit eines Erfolges zu erhöhen.
Das wäre die einzige Lösung, die mir in den Sinn gekommen ist.

Verpflichteter hat geschrieben: Zähler werden GE sein und GE sollte bei gegebenen Grund durch die GE im SE überprüfbar sein.
Wenn die Zähler Gemeinschaftseigentum sind, hätten die Sondereigentümer diese dann überhaupt einfach entfernen dürfen ?
Verpflichteter hat geschrieben: Man könnte darüber nachdenken ob einen Ablesung durch die Sondereigentümer überhaupt statthaft ist. Was würde zur Ablesung beschlossen. Garnicht? Das könnte ein Aufhänger sein.
Dazu dürfte es keinen Beschluss geben, sondern nur eine Absprache. Allerdings würden dann ja jetzt einfach die aktuelle Anzahl Uhren abgelesen werden und man wüsste immernoch nicht ob alles gezählt wird.

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Re: Wasseruhren/Abrechnung

Beitrag von Verpflichteter » 14.05.19, 22:29

Hallo,

https://www.haufe.de/recht/deutsches-an ... 37601.html
DeDeEx hat geschrieben:Wenn die Zähler Gemeinschaftseigentum sind, hätten die Sondereigentümer diese dann überhaupt einfach entfernen dürfen ?
Ich sag mal ja.
Was geht es die anderen Miteigentümer an wenn ich in meinem SE Wasserleitungen verändere und dabei auch drei GE-Zähler durch einen einzigen ersetze.
Soll ich das zu einem Tagesordnungspunkt machen und ein 3/4 Jahr auf einen Beschluss warten. Dann wird er abgelehnt und soll ich dann auf Zustimmung klagen?

Ich werde die alten Zähler wohl nicht entsorgen dürfen.
DeDeEx hat geschrieben:Es gibt in der Anlage keine gemeinschaftlichen Abnahmestellen. Das Restwasser müsste also rein über die Toleranz der Hauptwasseruhr im Vergleich zu den Einzelzählern zustande kommen plus das Wasser das im Rohr steht. Hier scheinen ja aber gerade bei Gerichten teilweise aber unterschiedliche Toleranzen "in Ordnung" zu sein, ich meine bereits von 10% - 20% gelesen zu haben. Und es gibt ja leider noch keinen Vergleichswert der Vorjahre.
Ja, das mit bis zu 20% sollte hinkommen.

OK, ich weiß jetzt nicht wie ich reagieren würde in solch einer Situation.

Als Nichtbetroffener sag ich mal: relax.

Wenn einer betrügen will, geht das immer. Da bau ich doch einfach den Zähler für ein paar Monate aus.

Ich geh mal davon aus, dass das Warmwasser im SE erzeugt wird.

Um wieviel geht es denn. Besteht der Verdacht, dass alle die umbauten betrügen? Dann würde ich aus dem Haus ausziehen.

Wenn es nur einen Minderheit ist, sollte ein Beschluss zur Kontrolle eine Mehrheit finden.

Ich würde einen Abrechnung abwarten.
Dann schaut man sich die einzelnen Verbäuche an.

Wenn es halbwegs plausibel ist, gönne den Betrügern das bischen Ersparnis und freu dich daran, dass du der bessere Mensch bist.

MfG
uwe

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