Hauskauf von Erbengemeinschaft

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webmaster76
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Re: Hauskauf von Erbengemeinschaft

Beitrag von webmaster76 » 09.07.19, 13:01

Erstmal das Thema Notargebühren: bis zur erfolgreichen Beurkundung bezahlt derjenige den Kaufvertragsentwurf bzw. den Notar, der ihn bestellt hat. Und das war nach den bisherigen Ausführungen der M im Auftrag des E3 bzw. der E1-3. D.h. wenn dies so anzunehmen ist, entsteht die Kostenpflicht für den Notar für den Käufer erst nach der Unterschrift unter den Kaufvertrag, wenn dies so im Kaufvertrag auch vereinbart wurde.

Bestehende Mietverhältnisse müssen im Kaufvertrag angegeben werden, ansonsten würde hier ein Rechtsmangel vorliegen.

Der Käufer könnte sich von einem Fachanwalt bzgl. des Kaufvertrags beraten lassen und dafür einen pauschalen Vergütungssatz verhandeln. So etwas habe ich schon einmal für einen 3-stelligen Betrag in Anspruch genommen.

khmlev
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Re: Hauskauf von Erbengemeinschaft

Beitrag von khmlev » 09.07.19, 14:42

webmaster76 hat geschrieben:
09.07.19, 13:01
Erstmal das Thema Notargebühren: bis zur erfolgreichen Beurkundung bezahlt derjenige den Kaufvertragsentwurf bzw. den Notar, der ihn bestellt hat. Und das war nach den bisherigen Ausführungen der M im Auftrag des E3 bzw. der E1-3.
Wohl eher A:
Stephan1 hat geschrieben:
06.07.19, 15:51
M hat einen Notar N ausgewählt (A hat dem zugestimmt)
Gruß
khmlev
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webmaster76
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Re: Hauskauf von Erbengemeinschaft

Beitrag von webmaster76 » 10.07.19, 07:49

khmlev hat geschrieben:
09.07.19, 14:42
Wohl eher A:
Warum?
Stephan1 hat geschrieben:
06.07.19, 17:19
Ok, so wie A den Makler verstanden hat, hat dieser schon den Notar mit dem Vertragsentwurf beauftragt.
Außer über den Kaufpreis wurden zwischen A und M aber noch keine weiteren Details (Übergabetermin, Übernahme Inventar, Notaranderkonto ja/nein etc.) besprochen. Wahrscheinlich werden jetzt hier die Wunschvorstellungen der Verkäufer bzw. des Maklers eingesetzt. Ist so ein Vorgehen üblich?
Der M fragt den A, ob er mit dem Notar einverstanden ist und beauftragt diesen mit dem Vertragsentwurf. Der M handelt nicht im Auftrag des A sondern der E1-3. Somit sind diese in der Kostenpflicht (bis zur Vertragsunterschrift) und nicht der A.

khmlev
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Re: Hauskauf von Erbengemeinschaft

Beitrag von khmlev » 10.07.19, 12:29

Die Erfahrung lehrt, dass A nicht nur gefragt wurde, ob er mit dem Notar einverstanden ist, sondern ob er mit Notar und der Beauftragung einverstanden ist.

Damit beauftragt der Makler den Notar im Auftrag von A.
Gruß
khmlev
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webmaster76
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Re: Hauskauf von Erbengemeinschaft

Beitrag von webmaster76 » 15.07.19, 09:21

Ok, wenn der M den A fragt, ob er mit den Notar einverstanden ist und ob er diesen in seinem Auftrag beauftragen darf, dann ist der A in der Kostenpflicht. Dann sollte der M das aber im Notfall alles schriftlich haben. Wobei mir dann aber nicht klar ist, ob das so ok wäre, wenn der M nun in beiderseitigem Auftrag handelt...

So wie ich das aber verstanden habe, hat der M den Notar X ausgewählt und den A gefragt, ob der mit diesem einverstanden ist. A hat bejaht und der M hat ihn daraufhin im Auftrag der E1-3 beauftragt. Dann wäre A raus.

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Re: Hauskauf von Erbengemeinschaft

Beitrag von badb » 27.09.19, 20:47

Müssen denn in einem solchen Fall, wenn sich die Erben nicht alle "grün" sind, alle Beteiligten, also die 3 Erben als Verkäufer und der/die Käufer gleichzeitig bei der Beurkundung eines Immobilienkaufvertrags beim Notar anweisend sein?

Oder aber bei einem Hausverkauf, wenn alle 3 oder mehr Eigentümer in weit auseinandergelegenen Orten wohnen und nur einer in der Stadt, in dem das zu verkaufende Haus steht?

SusanneBerlin
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Re: Hauskauf von Erbengemeinschaft

Beitrag von SusanneBerlin » 27.09.19, 21:43

Nein, die müssen nicht alle gleichzeitig anwesend sein, § 128 BGB, uns sowohl auf der Käuferseite als auch auf der Verkäuferseite kann einer in Vertretung der anderen unterschreiben und die anderen erklären die Nachgenehmigung bei einem Notar ihrer Wahl. Für jede Beurkundung werden entsprechend Gebühren erhoben, bei einem Hauskauf kostet das schnell mal ein paar tausend Euro mehr.
Grüße, Susanne

CruNCC
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Re: Hauskauf von Erbengemeinschaft

Beitrag von CruNCC » 27.09.19, 22:05

Für jede Beurkundung werden entsprechend Gebühren erhoben, bei einem Hauskauf kostet das schnell mal ein paar tausend Euro mehr.
Die Nachgenehmigung wird notariell beglaubigt. Die Kosten für den Entwurf der Genehmigung wird vom Notar (der den KV beurkundet) als Vollzugsgebühr abgerechnet (ggf. wird die Gebühr z.B. für die Einholung vonn Löschungsunterlagen bereits abgerechnet, dann kommt keine weitere Gebühr hinzu). Die Unterschriftsbeglaubigung beim Notar der Wahl kostet jeweils max. eine Gebühr von EUR 70,--

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Re: Hauskauf von Erbengemeinschaft

Beitrag von hambre » 27.09.19, 22:33

Wenn die einzige Variable in einem Kaufvertrag der Kaufpreis ist,
Nein, ist es nicht.

Dem A würde ich in diesem Fall z.B. empfehlen, dass die Räumung des Hauses Voraussetzung für die Fälligkeit des Kaufpreises ist.

Auch könnte A über die Aufnahme einer Vertragsstrafe nachdenken für den Fall, dass das Haus nicht rechtzeitig geräumt wird.

Letztlich muss A sich genau überlegen, was er im Detail will. Natürlich kann ein Anwalt dabei helfen, an (fast) alles zu denken. Das befreit A aber nicht davor, sein eigenes Gehirn einzuschalten.

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