Mehrheit durch einen einzelnden Eigentümer

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ILEMax
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Mehrheit durch einen einzelnden Eigentümer

Beitrag von ILEMax » 08.07.19, 09:28

Hallo,
ich fürchte zwar das die Antwort negativ ausfällt, aber vllt gibt es ja ein Möglichkeit ...

Angenommen in einem Mehrfamilienhaus mit 12 Einheiten gehören 6 Wohnungen einem Eigentümer.
Da es nie gelingt, die restlichen Eigentümer ALLE zur Versamlung zu bekommen, bestimmt dieser eine Eigentümer quasi alles.

Einerseits sein gutes Recht mit 6 Wohneinheiten, andererseits ab und an ziemlich ärgerlich.
Gibt es Möglichkeiten diese Bevormundung ein zu schränken?

Danke
der ILEMax

ktown
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Re: Mehrheit durch einen einzelnden Eigentümer

Beitrag von ktown » 08.07.19, 09:37

Wenn man auf der Versammlung erscheint hilft das ungemein. :wink:
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SusanneBerlin
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Re: Mehrheit durch einen einzelnden Eigentümer

Beitrag von SusanneBerlin » 08.07.19, 09:46

Man könnte sich von den nicht erscheinenden Eigentümern eine Vertretungsvollmacht geben lassen, um stellvertretend für sie abzustimmen (vorausgesetzt die Teilungserklärung lässt eine Bevollmächtigung zu).
Grüße, Susanne

Zafilutsche
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Re: Mehrheit durch einen einzelnden Eigentümer

Beitrag von Zafilutsche » 08.07.19, 09:58

Wenn der Eigentümer mit den 6 Einheiten schlau ist, kauft er noch die 7. Einheit!

ExDevil67
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Re: Mehrheit durch einen einzelnden Eigentümer

Beitrag von ExDevil67 » 08.07.19, 10:10

SusanneBerlin hat geschrieben:
08.07.19, 09:46
Man könnte sich von den nicht erscheinenden Eigentümern eine Vertretungsvollmacht geben lassen
Was allerdings auch nur begrenzt helfen dürfte. Damit stünden sich im Extremfall zwei gleichstarke Gruppen gegenüber die sich gegenseitig ihre Wunschbeschlüsse blockieren können.

ILEMax
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Re: Mehrheit durch einen einzelnden Eigentümer

Beitrag von ILEMax » 08.07.19, 10:15

Eigentümer, die > 200 KM Anfahrt haben kommen i.d.R. nie zur Versammlung.
Vollmacht ist möglich und wird auch zum Teil genutzt..
Leider nicht von allen!

ktown
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Re: Mehrheit durch einen einzelnden Eigentümer

Beitrag von ktown » 08.07.19, 10:21

ILEMax hat geschrieben:
08.07.19, 10:15
Eigentümer, die > 200 KM Anfahrt haben kommen i.d.R. nie zur Versammlung.
Vollmacht ist möglich und wird auch zum Teil genutzt..
Leider nicht von allen!
Dann braucht man sich nicht zu wundern, wenn ein Eigentümer schalten und walten kann wie er will.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

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SusanneBerlin
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Re: Mehrheit durch einen einzelnden Eigentümer

Beitrag von SusanneBerlin » 08.07.19, 10:29

ExDevil67 hat geschrieben:
08.07.19, 10:10
SusanneBerlin hat geschrieben:
08.07.19, 09:46
Man könnte sich von den nicht erscheinenden Eigentümern eine Vertretungsvollmacht geben lassen
Was allerdings auch nur begrenzt helfen dürfte. Damit stünden sich im Extremfall zwei gleichstarke Gruppen gegenüber die sich gegenseitig ihre Wunschbeschlüsse blockieren können.
Richtig, aber bei 6:6 Stimmen bestünde zumindest ein Verhandlungspotential, während man bei 5:6 Stimmen gar nichts in der Hand hat was man dem Mehrheitseigentümer entgegensetzen könnte.
Vollmacht ist möglich und wird auch zum Teil genutzt..
Leider nicht von allen!
Tja dann kann man nichts machen, wie Sie zu Anfang auch bereits vermutet hatten. Wenn es dem einen oder anderem Eigentümer egal ist, was auf den Versammlungen entschieden wird, dann kommt man gegen den Mehrheitseigentümer eben nicht an.

Man könnte höchsten versuchen, Kontakt zu diesen Eigentümern aufzunehmen und sie davon zu überzeugen versuchen, dass sie Nachteile erleiden wenn sie immer den Mehrheitseigentümer entscheiden lassen. Anders geht es nicht, rechtlich können Sie nichts daran drehen, dass dieser Eigentümer mit seinen 50% der MEA die Anwesenden überstimmt.
Grüße, Susanne

khmlev
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Re: Mehrheit durch einen einzelnden Eigentümer

Beitrag von khmlev » 08.07.19, 10:49

Was ist denn in der Gemeinschaftsordnung hinsichtlich der Stimmkraft geregelt?
Der Wohnungseigentümer mit den sechs Wohnungen, hätte nur dann 6 Stimmen, wenn anstelle des gesetzlichen Kopfprinzipes (§ 25 (2) Satz 1 WEG), das Objektprinzip vereinbart wäre. Eine Mehrheit hätte er vermutlich auch, wenn das Wertprinzip (nach Miteigentumsanteilen) vereinbart ist.

Zu guter Letzt darf auch die Beschlussfähigkeit nicht aus dem Blick geraten. Die Beschlussfäühigkeit ist gegeben, wenn die erschienenen stimmberechtigten Wohnungseigentümer mehr als die Hälfte der Miteigentumsanteile, berechnet nach der im Grundbuch eingetragenen Größe dieser Anteile, vertreten.
Gruß
khmlev
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webmaster76
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Re: Mehrheit durch einen einzelnden Eigentümer

Beitrag von webmaster76 » 09.07.19, 13:19

khmlev hat geschrieben:
08.07.19, 10:49
Was ist denn in der Gemeinschaftsordnung hinsichtlich der Stimmkraft geregelt?
Das hatte ich mich im ersten Moment auch gefragt. Wird nach dem Wertprinzip gestimmt und wenn man davon ausgeht, dass die Wohnungen nicht alle exakt gleich groß sind, gibt es eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass es nicht zu einer 50:50-Pattsituation kommt. Wobei das Pendel aber auch "in die Gegenrichtung" ausschlagen kann.

Der Mehrheitseigentümer könnte stimmrechtsmißbräuchlich agieren, siehe dazu

https://www.gevestor.de/details/das-sti ... 38795.html

Dazu müsste jedoch am Ende einer (oder mehrere) der anderen Eigentümer einen Beschluss deswegen vor Gericht anfechten. Wenn sich manche schon nicht die Mühe geben, eine Stimmrechtsvollmacht auszufüllen, werden diese mit Sicherheit hier noch weniger einzuspannen sein.

Läuft die Sache am Ende tatsächlich aufgrund des Objektprinzips auf eine Pattsituation hinaus, bleibt wohl in allen anderen Fällen (kein Stimmrechtsmißbrauch) nur die Geschlossenheit der restlichen Eigentümer. Oder man lebt mit der aktuellen Situation.

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