Gemeinschaftsgrundbesitz

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simplici
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Gemeinschaftsgrundbesitz

Beitrag von simplici » 20.08.19, 12:00

Hallo,

angenommen, die Familie C. bewohnt zwei Doppelhaushälften, je ein Familienteil bewohnt und besitzt ein Haus, die Außenanlagen sind zu 50% von jeder Partei nutzbar,
so kann zB. Partei 1 auch den Garten und die Nebengebäude vor dem Haus der Partei 2 zu 50% nutzen usw. .
Es hätte nun fortwährend Streit gegeben und Partei 2 wollte ausziehen und ihr Haus und 50% des Nutzungsrechtes der Außenanlagen veräußern.
Seit 3 Jahren wäre die Sache vor Gericht, ein Anwalt mit der Sache beauftragt, doch das Gericht versuchte sich ständig in Vergleichen und Schlichtungen,
welche von Partei 1 regelmäßig ignoriert würden. Käufer wären für so eine verworrene Situation nicht zu finden.

Was könnte Partei 2 unternehmen, wo gibt es Anwälte die sich auf dieses Thema spezialisierten ?

ktown
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Re: Gemeinschaftsgrundbesitz

Beitrag von ktown » 20.08.19, 12:08

Da vermutlich beide Haushälften auf einem Grundstück stehen, wäre eine Teilung vermutlich die beste Variante.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

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"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

SusanneBerlin
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Re: Gemeinschaftsgrundbesitz

Beitrag von SusanneBerlin » 20.08.19, 20:56

Käufer wären für so eine verworrene Situation nicht zu finden.
Wer will schon 50% Bruchteilseigentum kaufen wenn es keine schriftliche Nutzungsvereinbarung gibt und die Parteien im Streit miteinander liegen.
ktown hat geschrieben:wäre eine Teilung vermutlich die beste Variante.
Die reale Teilung des Grundstücks (und damit des Doppelhauses in die beiden Doppelhaushälften) ist auch mMn. die naheliegendste Lösung.
wo gibt es Anwälte die sich auf dieses Thema spezialisierten ?
Da es überall Immobilien gibt, und in Immobilien hohe Streitwerte liegen, gibt es auch überall viele Anwälte die sich darauf spezialisiert haben.
Grüße, Susanne

simplici
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Re: Gemeinschaftsgrundbesitz

Beitrag von simplici » 20.08.19, 22:20

Genau, WER will so eine Konstrulktion übernehmen, aber warum hilft da auch das Gericht nicht, muß es immer erst zu Mord und Totschlag kommen, bis beamte den A**** bewegen ?

ktown
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Re: Gemeinschaftsgrundbesitz

Beitrag von ktown » 21.08.19, 06:37

simplici hat geschrieben:
20.08.19, 22:20
Genau, WER will so eine Konstrulktion übernehmen, aber warum hilft da auch das Gericht nicht, muß es immer erst zu Mord und Totschlag kommen, bis beamte den A**** bewegen ?
Seit wann sind Beamte für die privaten Streitigkeiten und der Ä****** zuständig? Noch leben wir in einem Rechtsstaat in dem jeder frei entscheiden kann was er tun will. Es stellt sich eher die Frage, wieso die Anwälte der Streitparteien dies nicht vorschlagen.
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SusanneBerlin
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Re: Gemeinschaftsgrundbesitz

Beitrag von SusanneBerlin » 21.08.19, 07:55

simplici hat geschrieben:
20.08.19, 22:20
Genau, WER will so eine Konstrulktion übernehmen, aber warum hilft da auch das Gericht nicht, muß es immer erst zu Mord und Totschlag kommen, bis beamte den A**** bewegen ?
Ein Gericht entscheidet über die Klageanträge die gestellt werden bzw. fasst einen förmlichen Beschluss falls sich die Parteien auf einen Vergleich einigen. Was kann das Gericht dafür, wenn sich mehrere Parteien ein Mehrfamilienhaus mit Nebengebäuden zu Bruchteilseigentum kaufen und über die Nutzung in Streit geraten? Was kann das Gericht dafür, wenn die Parteien Vergleiche eingehen, an die sich anschließend keiner hält?


Wenn man am falschen Ende spart (Bruchteilseigentum kaufen ohne rechtliche Beratung, beim Kauf auf eine notarielle Nutzungsvereinbarung verzichtet) kommt eben sowas dabei raus.
Grüße, Susanne

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Re: Gemeinschaftsgrundbesitz

Beitrag von simplici » 21.08.19, 09:31

Frage :

Alle Richter sind Beamte.

Wofür sonst ist ein Gericht denn da, es handelt sich um einen gravierenden Streitfall der nur scheibchenweise angegangen wird, ohne das die streitenden Parteien damit weiter kommen.
Natürlich sind auch die Anwälte gefordert, aber es sollten dann schon "Spezialisten" sein die man erstmal finden muß ....
Ich sehe schon, dass solche Fälle sehr unangenehm für ein Gericht sind, da kann man keine Lorbeeren mit verdienen.

ralph12345
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Re: Gemeinschaftsgrundbesitz

Beitrag von ralph12345 » 21.08.19, 10:38

Wenn Partei A eine rechtlich einwandfreie Lösung will, dann muss sie sich ja nicht auf einen Vergleich einlassen. Warum stimmt die Partei A dem zu? Hat der Anwalt keine Teilung vorgeschlagen? Wenn doch - woran ist das gescheitert? Wollte die Gegenseite nicht? Wenn nein, Anwalt fragen, was man da machen kann, um das durchzusetzen. Dafür hat man den Anwalt, damit man den fragen kann.

SusanneBerlin
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Re: Gemeinschaftsgrundbesitz

Beitrag von SusanneBerlin » 21.08.19, 11:50

simplici hat geschrieben:
21.08.19, 09:31
Frage :

Alle Richter sind Beamte.

Wofür sonst ist ein Gericht denn da, es handelt sich um einen gravierenden Streitfall der nur scheibchenweise angegangen wird, ohne das die streitenden Parteien damit weiter kommen.
Der Richter urteilt über das was beantragt wurde. Wenn der Streitfall "nur scheibchenweise angegangen wird", ist das auf die Entscheidung der Parteien zurückzuführen, nicht des Richters.

Bzw. gibt es bei Bruchteilseigentum nicht viele Möglichkeiten, über eine gerichtliche Entscheidung nachträglich die Nutzungsrechte einzuschränken, da die Parteien nunmal beide Eigentümer sind und nur in gemeinsamer Entscheidung die Nutzungsrechte festlegen können. Ein Richter steht rechtlich nicht über dem Eigentümer und kann einem Bruchteilseigentümer nicht vorschreiben wie die Immobilie genutzt wird. Das ist ein Versäumnis der gemeinsamen Eigentümer, das nachträglich nicht ausgebügelt werden kann, wenn sich ein Bruchteilseigentümer sperrt.

Die radikale Lösung vom Gemeinschaftseigentum ist die Teilungsversteigerung. Dies ist zugleich die einzige Möglichkeit, die ein Bruchteilseigentümer ohne Zustimmung des anderen Bruchteilseigentümer betreiben kann. Für alles andere ist eine Einigung der Eigentümer vonnöten.
Grüße, Susanne

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Re: Gemeinschaftsgrundbesitz

Beitrag von simplici » 22.08.19, 21:53

Wäre eine interessante Lösung, die wir gerade diskutiert und auch gegoogelt haben, demnach ist es aber doch so,
das eine Wohnungseigentümergemeinschaft ( WEG ) von einem einzelnen Eigentümer ( auch wenn es hier nur 2 wären )
per Teilungsversteigerung ausdrücklich NICHT "aufgelöst" werden kann, siehe §11 Absatz 1 WEG ......

Könnte der besagte einzelne Eigentümer aber seinen Anteil nicht "normal" versteigern ?

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Re: Gemeinschaftsgrundbesitz

Beitrag von CruNCC » 22.08.19, 22:04

demnach ist es aber doch so, das eine Wohnungseigentümergemeinschaft ( WEG ) von einem einzelnen Eigentümer ( auch wenn es hier nur 2 wären ) per Teilungsversteigerung ausdrücklich NICHT "aufgelöst" werden kann, siehe §11 Absatz 1 WEG ......
Mit einer Teilungsversteigerung wird NICHT die WEG aufgelöst!

Handelt es sich hier überhaupt um eine WEG oder um eine "normale" Bruchteilsgemeinschaft?
Könnte der besagte einzelne Eigentümer aber seinen Anteil nicht "normal" versteigern ?
Nein. Wie schon geschrieben, kann jeder Eigentümer die Teilungsversteigerung beantragen - dann wird die gesamte Immobilie versteigert.

SusanneBerlin
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Re: Gemeinschaftsgrundbesitz

Beitrag von SusanneBerlin » 22.08.19, 22:30

simplici hat geschrieben:
22.08.19, 21:53
Wäre eine interessante Lösung, die wir gerade diskutiert und auch gegoogelt haben, demnach ist es aber doch so,
das eine Wohnungseigentümergemeinschaft ( WEG ) von einem einzelnen Eigentümer ( auch wenn es hier nur 2 wären )
per Teilungsversteigerung ausdrücklich NICHT "aufgelöst" werden kann, siehe §11 Absatz 1 WEG ......
Nein, natürlich kann eine WEG nicht von einem einzelnen Eigentümer aufgelöst werden, weder durch Teilungsversteigerung noch sonstwie.
simplici hat geschrieben:
22.08.19, 21:53
Könnte der besagte einzelne Eigentümer aber seinen Anteil nicht "normal" versteigern ?
Eher nicht. Aber er kann die Wohnung ganz normal verkaufen, wenn er der alleinige Eigentümer der Wohnung ist.
Grüße, Susanne

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Re: Gemeinschaftsgrundbesitz

Beitrag von simplici » 23.08.19, 20:36

Die Eigentümerin ( die WEG bestünde aus 2 Familienmitgliedern, Bruder und Schwester) hätte bereits versucht ihr Haus mit dem anteiligen Außenbereich zu veräußern.
Potentielle Käufer wären jedoch abgesprungen, als sie über die WEG-Situation informiert wurden. Der Bruder würde auch alles unternehmen, um den Verkauf des Hauses
der Schwester zu verhindern, zB. durch gezielte Verwahrlosung und Lagerung von Müll und Altautos usw. ....

SusanneBerlin
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Re: Gemeinschaftsgrundbesitz

Beitrag von SusanneBerlin » 23.08.19, 20:56

Sie hätten auch gleich schreiben können, dass es um eine WEG geht.

Das Lagern von Müll und abgemeldeten Altautos auf einem Privatgrundstück ist unzulässig, das könnte man beim Ordnungsamt anzeigen, da kann auch ein Bußgeld erhoben werden.
https://www.berlin.de/umwelt/themen/abf ... 114406.php
https://www.bussgeldkatalog.org/umwelt-muell/
https://www.seeon-seebruck.de/abgestellte-altfahrzeuge

Ansonsten erkenne ich in Ihrem letzten Beitrag keine Frage....
Grüße, Susanne

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Re: Gemeinschaftsgrundbesitz

Beitrag von simplici » 23.08.19, 21:35

Sorry, die Begrifflichkeit war mir nicht geläufig,
klar, man kann anzeigen, aber die Gegenseite weiß, wie langsam die Justiz ist und ihr immer einen Schritt voraus, das ginge auch schon Jahre mittlerweile, die Frage ?
WAS kann man unternehmen um möglichst schnell aus WEG und Immobilie zu kommen ?

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