Jahresabrechnung der Verwaltung falsch

Moderator: FDR-Team

Dondebile
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Jahresabrechnung der Verwaltung falsch

Beitrag von Dondebile »

Hallo zusammen,

wir wohnen jetzt schon seit etlichen Jahren in einer WEG. Bisher war es eigentlich auch immer so, dass wir nach der jeweiligen Jahresabrechnung entweder ein paar Euros zurück erhalten haben oder nachzahlen mussten. Also alles ganz normal.

Seit ein paar Jahren erhalten wir aber immer Geld zurück, was ja eigentlich kein Problem ist. Nun frage ich mich aber, was würde passieren, wenn der Verwaltung auf einmal auffällt, dass z.B. die Heizkosten der letzten 5 Jahre nicht korrekt war (z.B. durch einen Übertragungsfehler durch die Verwaltung der sich in den vergangenen Jahren durchgezogen hat) und wir alle in der WEG nachzahlen müssten?

Grundsätzlich hätte ich ja auch kein Problem damit, da wir ja auch zuviel erstattet bekommen haben.
Allerdings glaube ich nicht, dass das rechtlich korrekt wäre, da wir als WEG ja die Jahresabrechnungen der vergangenen Jahre so abgenickt haben und die Verwaltung jetzt nicht einfach wieder die Rechnungsjahre vergangener Zeiträume wieder auf unsere Kosten öffnen darf.

Also Beipielhaft mal zusammen gefasst:
Dürfte die Verwaltung bei der nächsten Jahresabrechnung für das Kalenderjahr 2019, die in den Jahren 2014 bis 2018 fehlerhaft erstellten (Heizkosten-)Abrechnungen nun korrigieren und uns als WEG mit den Kosten belasten? Vorausgesetzt natürlich, dass wir als WEG dies bei der nächsten ETV ablehnen.

ExDevil67
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Re: Jahresabrechnung der Verwaltung falsch

Beitrag von ExDevil67 »

Ich kann mir ehrlich nicht ganz vorstellen das so ein Fehler erst nach mehreren Jahren auffallen soll. Sowas müsste recht zeitnah bemerkt werden, schlicht weil der WEG dann ja Geld für die Begleichung der laufenden Kosten fehlt.
Dondebile hat geschrieben:
13.11.19, 23:18
Dürfte die Verwaltung bei der nächsten Jahresabrechnung für das Kalenderjahr 2019, die in den Jahren 2014 bis 2018 fehlerhaft erstellten (Heizkosten-)Abrechnungen nun korrigieren und uns als WEG mit den Kosten belasten? Vorausgesetzt natürlich, dass wir als WEG dies bei der nächsten ETV ablehnen.
Könnte es sein das im letzten Satz ein nicht fehlt? Das die Verwaltung das in die Abrechnung einbaut wird man kaum im Vorfeld verhindert bekommen. Kernfrage wäre, wie gestellt, wie man als Eigentümer dann darauf reagiert.

Zafilutsche
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Re: Jahresabrechnung der Verwaltung falsch

Beitrag von Zafilutsche »

Wir hatten mal, dass die Müllkosten der zurückliegenden Jahre durch neu Berechnungen änderten. (Durch Gerichtsbeschluss)
Dadurch ist es zu einer Änderung bei der nächsten Wohngeldabrechnung gekommen bzw waren die früheren Wohngeldabrechnungen nicht deshalb falsch.
Es kommt dann eine Erstattung oder eine Nachforderung.

Verpflichteter
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Re: Jahresabrechnung der Verwaltung falsch

Beitrag von Verpflichteter »

Hallo,
Dondebile hat geschrieben:
13.11.19, 23:18
wir alle in der WEG nachzahlen müssten
Die Abrechnung innerhalb der WEG ist also ok.

Ein z.B. Energielieferant hat zuwenig für seine Leistungen bekommen.
Dieser fordert nun von der WEG rückwirkend Leistungsersatz.

Was anderes, als diese Forderung an die WEG in eine Jahresabrechnung einzustellen, soll der Verwalter machen?

Irgendwo habe ich mal gelesen, dass z.B. die Wasserversorger bei Abrechungsfehler bis zu 30 Jahre rückwirkend ihre Forderungen noch erheben können.
l
Dondebile hat geschrieben:
13.11.19, 23:18
Dürfte die Verwaltung bei der nächsten Jahresabrechnung für das Kalenderjahr 2019, die in den Jahren 2014 bis 2018 fehlerhaft erstellten (Heizkosten-)Abrechnungen nun korrigieren und uns als WEG mit den Kosten belasten?
Ja.

Interessant ist die Frage, was passiert mit Mietern und ausgeschiedenen Miteigentümern.
Da könnte man daran denken, wenn denn der Fehler durch den Verwalter verursacht wurde, den Verwalter ggf. auf Schadensersatz anzusprechen.
ExDevil67 hat geschrieben:
14.11.19, 07:07
Ich kann mir ehrlich nicht ganz vorstellen das so ein Fehler erst nach mehreren Jahren auffallen soll. Sowas müsste recht zeitnah bemerkt werden, schlicht weil der WEG dann ja Geld für die Begleichung der laufenden Kosten fehlt.
Ich kann dir versichern, solche Fehler können auch über Jahrzehnte unbemerkt auftreten.

Da kann/muss man dann den Beirat fragen wie es denn mit seiner Prüfung aussah.

MfG
uwe

ExDevil67
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Re: Jahresabrechnung der Verwaltung falsch

Beitrag von ExDevil67 »

Verpflichteter hat geschrieben:
14.11.19, 12:31


Ein z.B. Energielieferant hat zuwenig für seine Leistungen bekommen.
Dieser fordert nun von der WEG rückwirkend Leistungsersatz.

Was anderes, als diese Forderung an die WEG in eine Jahresabrechnung einzustellen, soll der Verwalter machen?
Ich habe das eher so verstanden das beim Verwalter alle Rechnungen sauber vorliegen, er aber, warum auch immer, nicht alle in der Abrechnung berücksichtigt hat.

ISpeech
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Re: Jahresabrechnung der Verwaltung falsch

Beitrag von ISpeech »

Verpflichteter hat geschrieben:
14.11.19, 12:31
Ja.
Falsch. Die Abrechnungen sind durch. Wenn Geld fehlt, kann nur über einen Beschluss über eine Sonderumlage das Minus auf dem Konto ausgeglichen werden.

Dondebile
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Re: Jahresabrechnung der Verwaltung falsch

Beitrag von Dondebile »

ExDevil67 hat geschrieben:
14.11.19, 13:08
Verpflichteter hat geschrieben:
14.11.19, 12:31


Ein z.B. Energielieferant hat zuwenig für seine Leistungen bekommen.
Dieser fordert nun von der WEG rückwirkend Leistungsersatz.

Was anderes, als diese Forderung an die WEG in eine Jahresabrechnung einzustellen, soll der Verwalter machen?
Ich habe das eher so verstanden das beim Verwalter alle Rechnungen sauber vorliegen, er aber, warum auch immer, nicht alle in der Abrechnung berücksichtigt hat.
Gehen wir mal davon aus, dass der Verwaltung alle Rechnungen vorlagen und es sich um einen Übertragungsfehler der Verwaltung handelt.

ISpeech
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Re: Jahresabrechnung der Verwaltung falsch

Beitrag von ISpeech »

Wenn die Abrechnung beschlossen ist und nicht angefochten wurde, ist sie durch und kann nicht mehr geändert werd, auch wenn überall nur Spaßzahlen standen.

Verpflichteter
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Re: Jahresabrechnung der Verwaltung falsch

Beitrag von Verpflichteter »

ISpeech hat geschrieben:
15.11.19, 06:17
Wenn die Abrechnung beschlossen ist und nicht angefochten wurde, ist sie durch und kann nicht mehr geändert werd, auch wenn überall nur Spaßzahlen standen.
War das überhaupt die Frage?

Es geht doch um einen zukünftige Abrechnung.

MfG

Dondebile
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Re: Jahresabrechnung der Verwaltung falsch

Beitrag von Dondebile »

Die Frage ist, kann die Jahresabrechnung 2019 eine Nachberechnung der vorherigen Jahre enthalten, wenn die vorherigen Jahre beschlossen und nicht angefochten wurde.
Der Fehler bei der Abrechnung der vergangenen Jahre lag bei der Verwaltung.

M.E. ist die Frage beantwortet (Wenn die Abrechnung beschlossen ist und nicht angefochten wurde, ist sie durch und kann nicht mehr geändert werd, auch wenn überall nur Spaßzahlen standen.)

hambre
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Re: Jahresabrechnung der Verwaltung falsch

Beitrag von hambre »

M.E. ist die Frage beantwortet
So einfach ist das nicht. Wenn die verwaltung fehlerhaft abgerechnet hat, dann fehlt ja Geld in der Kasse (vielleicht ist auch zu viel drin). Das fehlende Geld muss dann irgendwo herkommen.

Je nach Verschulden muss der Verwalter Schadenersatz zahlen oder die WEG muss das Geld nachschießen. Der Fehlbetrag muss dann durch eine Sonderumlage ausgeglichen werden, die wiederum von den Eigentümern beschlossen werden muss. Natürlich kann die WEG stattdessen auch beschließen, die alte fehlerhafte Abrechnung durch eine neue korrekte Abrechnung zu ersetzen. Es liegt in der Hand der Eigentümer und nicht des Verwalters, wie mit so einer Situation umgegangen wird.

Ähnliches kann ja passieren, wenn ein Eigentümer sein Hausgeld nicht zahlt. Wenn bei dem dann nichts zu holen ist, muss der Fehlbetrag auch mit Hilfe einer Sonderumlage von den übrigen Eigentümern nachgeschossen werden.

webmaster76
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Re: Jahresabrechnung der Verwaltung falsch

Beitrag von webmaster76 »

Wenn ich den Sachverhalt richtig verstehe, dann hat die Verwaltung also über die Jahre Rechnungen vom Energieversorger bekommen und bei der Einbuchung der Beträge ins eigene EDV-System Fehler gemacht (z.B. anstatt 21.000€ versehentlich 12.000€ eingetippt). Und das über die Jahre immer wieder. Was dazu geführt hat, dass der an extern zu bezahlende Betrag falsch im EDV-System hinterlegt, jedoch die interne Aufteilung auf die Eigentümer korrekt war. Richtig?

Lassen wir dabei mal Nebenthemen Mieter und wechselnde Eigentümer beiseite. Dann wäre doch eigentlich "nur" das Problem, dass über die Jahre aus dem ETG-Vermögen Geld abgeflossen ist, was so nicht angedacht war. Z.B. aus der Instandhaltungsrücklage. Um dies zu "heilen" könnten die Eigentümer eine entsprechende Sonderumlage beschließen um diesen Topf wieder zu füllen. Oder aber akzeptieren, dass nun halt weniger Gemeinschaftsvermögen existiert.

Wenn nun aber tatsächlich Jahr für Jahr Gemeinschaftsvermögen abgeschmolzen wurde, hätte das der Verwalter doch schon im ersten Jahr merken müssen. Spätestens aber der Beirat, der die Buchungsvorgänge gegenprüft...

Vom Prinzip her sehe ich das aber auch so, dass beschlossene Abrechnungen nach der Anfechtungsfrist durch sind und der korrekte Zustand nur durch Sonderumlagen wieder hergestellt werden kann. Das kann der Verwalter aber nicht einfach so, dazu bedarf es eines Beschlusses der (Mehrheit) der Eigentümer. Wurde der Verwalter für die betroffenen Jahre entlastet?

Verpflichteter
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Re: Jahresabrechnung der Verwaltung falsch

Beitrag von Verpflichteter »

webmaster76 hat geschrieben:
20.11.19, 09:51
Wenn ich den Sachverhalt richtig verstehe
Das ist die Frage, wie versteht man den Sachverhalt?

Da hält sich don debile sehr bedeckt.

Es kann sein, dass das Betrag der bei Heizung fehlt z.B. im Rücklagenkonto zu viel ist.
Oder es besteht einen Forderung von z.B. einem Energielieferanten an die WEG.

Ob es zur Lösung eine Sonderumlage braucht?

MfG
uwe

Dondebile
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Re: Jahresabrechnung der Verwaltung falsch

Beitrag von Dondebile »

Entschuldigung, das ich mich jetzt erst wieder melde.

Es liegt keine Nacherhebung seitens des Energielieferanten vor. Alle Daten lagen dem Verwalter vor.
Es wurde seitens der Verwaltung falsche Daten übertragen.
  • tatsächlicher Anfangsbestand Öl z.B. 14.000 Liter
  • von der Verwaltung eingetragener Anfangsbestand Öl z.B. 24.000 Liter
Somit wurde tatsächlich mehr Öl verbraucht und aufgrund dessen kommt es jetzt zu einer Nacherhebung

Ist die Nacherhebung für Wirtschaftsjahre, die von der WEG in der Vergangenheit bereits anerkannt hat, überhaupt zulässig? Greift hier nicht z.T. sogar schon die Verjährung?

Verpflichteter
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Re: Jahresabrechnung der Verwaltung falsch

Beitrag von Verpflichteter »

Hallo,

ich verstehe das Problem nicht.

Die Eigentümer bestimmen darüber wie sie abrechnen und der Verwalter führt nach Anweisung aus.

Ihr könnt alle fehlerhaften Abrechnungen neu erstellen lassen und neu darüber beschließen.
Ihr könnt aber auch nur die Heizkostenabrechnungen neu erstellen lassen und einen Korrekturposten in die nächste Hausgeldabrechnung einstellen.
Ihr könnt aber auch alles so weiter laufen lassen.

Außer einer kommt auf die Idee und besteht auf einer korrekten Abrechnung.

Sicher kann man argumentieren Beschlossen ist Beschlossen.

Ein Fehler könnte immer noch in der Bewertung der Heizölbestände sein.

Also könnte sich immer noch einer finden der auf einer fehlerfrei Abrechnung besteht.

Man könnte jetzt einen bewusst falsche Heizkostenabrechnung erstellen die den alten Fehler korregiert und hätte für die Zukunft alles sauber.


Nur trenn dich von dem Gedanken, dass der Verwalter euch irgend etwas vorschreibt.

MfG
uwe

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