Grundschuldforderung

Moderator: FDR-Team

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saya
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Grundschuldforderung

Beitrag von saya »

Angenommen ist eine Grundschuld zu Gunsten von A im Grundbuch von B eingetragen.

Es besteht die Gefahr, dass B das Grundstück verkauft und den gesamten Kaufpreis einkassiert: Wie sichert A seine Grundschuldforderung:

Wenn B dieses belastete Grundstück verkaufen will, muß er vorher die Zustimmung von A einholen,
oder er muß A nur mitteilen und nach Kaufpreiseingang dem A die Grundschuld auszahlen ?

Kann B den gesamten Kaufpreis auf sein konto überweisen lassen,
oder wie regelt/verteilt der Notar den Kaufpreis unter A und B ?

webmaster76
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Re: Grundschuldforderung

Beitrag von webmaster76 »

Der Sinn eines Grundschuldeintrags ist es ja, dass B nicht einfach an A vorbei die Immobilie verkaufen kann. I.d.R. wird man die Grundschuld löschen lassen, bevor der Verkauf durchgeführt wird. Dies ist der einfachste Weg. Ansonsten bleibt nur die Grundschuldübertragung, bei der aus meiner Kenntnis der A dieser zustimmen muss. Dies wird der A aber nur machen, wenn kein Darlehen mehr auf der Grundschuld offen ist oder der A damit einverstanden ist, dass der noch offene Kredit vom Käufer weitergeführt oder durch ihn ein neues Darlehen angefordert wird.

ExDevil67
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Re: Grundschuldforderung

Beitrag von ExDevil67 »

Warum und auf wen sollte die Grundschuld übertragen werden?

AFAIK ist es einer Grundschuld egal wer als Eigentümer im Grundbuch eingetragen ist. Sprich wenn diese bestehen bleibt könnte A immer noch aus dieser eine Zwangsversteigerung des Grundstücks einleiten, auch wenn das in der Zwischenzeit an K verkauft wurde. Das wäre natürlich für K nachteilig, also wird K nur kaufen wenn er die Grundschuld gelöscht bekommt. Üblicherweise wird dazu in den Kaufvertrag eine Klausel eingefügt das der erst wirksam wird wenn B die Löschungsbewilligung vorlegt. Die wird A aber natürlich erst nach Erhalt des Geldes ausstellen. Also alles im grünen Bereich für A.

Alternative wäre das K an B einen geringeren Kaufpreis zahlt und dann selber an A zahlt um die Löschung zu erreichen. Da K aber natürlich nicht die genau Schuldenhöhe bei A kennt, wird er pauschal die gesamte Summe die eingetragen ist einplanen. Was natürlich B nicht passen wird. da er sonst weit unter Wert verkaufen würde.

CruNCC
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Re: Grundschuldforderung

Beitrag von CruNCC »

Es besteht die Gefahr, dass B das Grundstück verkauft und den gesamten Kaufpreis einkassiert: Wie sichert A seine Grundschuldforderung
Da gibt es nichts zu sichern.
Wenn B dieses belastete Grundstück verkaufen will, muß er vorher die Zustimmung von A einholen
Nein.
oder er muß A nur mitteilen und nach Kaufpreiseingang dem A die Grundschuld auszahlen ?
Nein.
Kann B den gesamten Kaufpreis auf sein konto überweisen lassen,
oder wie regelt/verteilt der Notar den Kaufpreis unter A und B ?
Der Notar schreibt den Gläubiger an und bittet um Übersendung der Löschungsunterlagen. Dieser übersendet dem Notar die Löschungsunterlagen mit der Auflage, dass er nur darüber verfügen darf, wenn der Betrag X gezahlt wird. Der Käufer zahlt des Ablösebetrag direkt an den Gläubiger, der Rest des Kaufpreises geht an den Verkäufer.

Das ist das Tagesgeschäft jedes Notars.
Üblicherweise wird dazu in den Kaufvertrag eine Klausel eingefügt das der erst wirksam wird wenn B die Löschungsbewilligung vorlegt.
Üblich ist, dass der Kaufpreis erst fällig wird, wenn die Löschungsunterlagen beim Notar vorliegen. Das hat nichts mit der Wirksamkeit des Vertrags zu tun.

webmaster76
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Re: Grundschuldforderung

Beitrag von webmaster76 »

Habe mich in meinem letzten Post wohl ein wenig missverständlich ausgedrückt...

Wenn ein Grundschuldeintrag ohne offenes Darlehen besteht, kann der Käufer diesen ohne Zustimmung des Gläubigers übertragen lassen und bei diesem (einer Bank) wenn gewünscht ein neues Darlehen aufnehmen. Dies spart Kosten, da keine Gebühren für einen (neuen) Grundschuldeintrag anfallen (wenn der Eintrag ausreichend hoch ist).

Wenn ein Grundschuldeintrag mit offenem Darlehen besteht, kann der Verkäufer dieses komplett tilgen (entweder über eigene Mittel oder mittels des Verkaufs) und in diesem Zuge die Grundschuld löschen lassen. Wird das Geld aus dem Verkauf benötigt, sendet der Notar eine Löschbewilligung an den Gläubiger und dieser stimmt der Löschung zu unter der Voraussetzung, dass aus dem Verkauf die Summe X an ihn geht. Der Gläubiger und der Käufer können sich aber auch einigen, dass der Darlehensvertrag durch den Käufer weitergeführt oder auf der bestehenden Grundschuld ein neuer Darlehensvertrag geschlossen wird.

saya
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Re: Grundschuldforderung

Beitrag von saya »

Wie ist es bei forderungslosen Grundschulden und ohne Vollstreckungsklausel.
Wenn z.B. die eingetragene Grundschulden nur Platzhalter oder Vermögenverteilung gewesen sind ?

Werden ebenso wie bei normalen Grundschulden, wie vorgeschildert gehandhabt ?

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