Überdachung einer als Flachdach ausgelegten Terrasse

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Joda666
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Überdachung einer als Flachdach ausgelegten Terrasse

Beitrag von Joda666 »

Guten Tag zusammen,
folgende Frage tut sich auf .

Familie A wohnt in einem 2 Fam. Haus im Erdgeschoss, Familie B im 1 OG. Beide sind anteilig Eigentümer der Imobilie.

Familie A hat einen Garten, Familie B eine Loggia quer über die Hausbreite.

Unter der Terrasse von Familie A befindet sich ein Raum der als Keller, Fahrradkeller oder ähnliches genutzt werden kann und zum Besitz von Fam A gehört.
Die Terrasse ist gefließt und ist quasi das Flachdach des Raumes darunter. Naturgemäß verwittert ein Flachdach und muss im Schnitt alle 10-15 Jahre saniert werden was dann mit nicht unerheblichen Kosten
verbunden ist. Aufgrund der Bauart, lässt sich eine Folierung nicht einziehen, da dort wieder aufbetoniert werden müsste bevor Fliesen oder ähnliches Belagsmaterial verlegt werden könnte und dadurch
die Fläche zu hoch würde. Hierdurch würden die Terrassenfenster (auch Tür) nicht mehr geöffnet werden können.

Das Dach ist jetzt wieder undicht und das Wasser läuft bei Niederschlag durch die Betondecke in den darunter liegenden Keller und ins Gemäuer.

Nun hat Familie A vorgeschlagen, die Terrasse zu sanieren und gleichzeitig eine Überdachung aus Holz ( 6 Pfosten und ein Flachdach) anzubringen damit das Dach ( also der Fliesenboden) nicht mehr der gesammten Witterung ausgesetzt ist und dadurch auch länger hält als die besgaten 10-15 Jahre,

Auch bildet sich durch das durchdringeden Wasser Schimmel im Raum darunter und das Mauerwerk könnte durch die Nässe auch Schaden nehmen.
Zugegeben wäre der Nebeneffekt auch ein angenehmer Witterungsschutz wenn man im Sommer auf der Terrasse Sitz und es regnet o.ä.

Nun hat Fam A dies vorgeschlagen und Fam B lehnt dies strikt ab mit den Worten " Das verändert die Ansicht des Hauses (Der Garten liegt der Strasse abgewant) und ausserdem sehen wir dann das schöne grün nicht mehr" . Zu bemerken ist, es existiert ein Teilungsvertrag in dem das Stimmrecht auf 50:50 verteilt ist obwohl die Verteilung der Imobilie 2/3 - 1/3 ist.

Da das Gebäude und die Gegenstände in dem Kellerraum durch das eindringende Wasser schaden nehmen und nehmen können, ist dies eine sinnvolle investition.
Fam B möchte dies aber anscheinend aus anderen Gründen nicht. Evtl. Neid ? .

Frage hier, ist es möglich aufgrund der Gegebenheiten ( eindringendes Wasser, u.U. dadurch auch schaden am Haus ) eine Sondergenehmigung zu erhalten, auch ohne des Einverständnisses der Familie B ?
Wie müsste man hier vorgehen ? Wie ist hier die Rechtslage da es sich nicht einfach um eine reine Schönheitsangelegenheit handelt.
Klagen oder gibt es Anlaufstellen ? Hätte eine Klage überhaupt Aussicht auf Erfolg ? Ein Ombudsmann kommt nicht in Frage, den hat Fam. B. bereits verweigert.

Ich danke schon jetzt für die Antworten.
Tastenspitz
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Re: Überdachung einer als Flachdach ausgelegten Terrasse

Beitrag von Tastenspitz »

Das dürfte sich hier in Abs. 4 wiederfinden:
https://www.gesetze-im-internet.de/woeigg/__20.html
Inwieweit hier dann eine Klage usw. Erfolg haben könnte kann man nur raten.
Alleine nur die Tatsache, dass die bisherigen Handwerker zu b*** sind eine Terasse dicht zu bekommen ist nmE. jedenfalls kein Grund hier Sonderrechte abzuleiten.
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hambre
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Re: Überdachung einer als Flachdach ausgelegten Terrasse

Beitrag von hambre »

Tastenspitz hat geschrieben:Das dürfte sich hier in Abs. 4 wiederfinden:
Der Abs.4 dient dazu, bestimmte bauliche Maßnahmen zu verhindern. Auf Basis des Abs. 4 kann jedoch keine bauliche Maßnehme durchgesetzt werden.

Ich sehe keine Möglichkeit, die bauliche Veränderung gegen den Willen des anderen Eigentümers durchzusetzen.
ktown
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Re: Überdachung einer als Flachdach ausgelegten Terrasse

Beitrag von ktown »

Mal abgesehen davon, dass was gebaut werden soll, finde ich hier keinerlei baurechtliche Aspekte. Hab es daher mal ins Immobilienrecht verschoben.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

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Re: Überdachung einer als Flachdach ausgelegten Terrasse

Beitrag von Tastenspitz »

Ich meinte die Rechtslage. Unglücklich formuliert.... :|
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Für individuelle Rechtsberatung bitte "ALT" und "F4" auf der Tastatur gleichzeitig drücken.
ralph12345
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Re: Überdachung einer als Flachdach ausgelegten Terrasse

Beitrag von ralph12345 »

Ich finde es relativ selbstverständlich, dass in einer gemeinsamen Immobilie nicht ein Eigentümer ohne Zustimmung des anderen das optische Erscheinungsbild verändern kann... Egal wie sinnvoll das in den Augen von A erscheinen mag, wenn B seine Nutzung am Gebäude dadurch nachhaltig beeinträchtigt sieht, dann ist das nicht unerheblich. Und in einem Haus mit Garten den Garten nicht mehr zu sehen, sondern stattdessen auf ein Dach zu blicken halte ich für eine erheblich Einschränkung.
Joda666
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Re: Überdachung einer als Flachdach ausgelegten Terrasse

Beitrag von Joda666 »

ralph12345 hat geschrieben: 24.02.21, 12:14 Ich finde es relativ selbstverständlich, dass in einer gemeinsamen Immobilie nicht ein Eigentümer ohne Zustimmung des anderen das optische Erscheinungsbild verändern kann... Egal wie sinnvoll das in den Augen von A erscheinen mag, wenn B seine Nutzung am Gebäude dadurch nachhaltig beeinträchtigt sieht, dann ist das nicht unerheblich. Und in einem Haus mit Garten den Garten nicht mehr zu sehen, sondern stattdessen auf ein Dach zu blicken halte ich für eine erheblich Einschränkung.
Zu erwähnen ist evtl das B bereits schon viele Jahre im Sommer auf eine Markise schaut. Diese Markise ist kaum kleiner.
Was also ist der Unterschied zwischen dem Blick auf eine Markise ggü. einem Dach das fast die gleichen Ausmaße an gleicher Stelle haben soll ?
Die Markise kann halt nur bei schönem Wetter ausgefahren werden und schützt dadurch nicht vor Regen oder Schnee.
Auch ist kaum zu erwarten, dass B bei schlechtem Wetter und Kälte das Grün des Gartens von A bewundern will.

Es geht dabei tatsächlich nicht um einen reinen Sonnenschutz sondern hauptsächlich darum die Immobilie, die ja auch zu einem Teil dem B gehört, zu schützen.
ktown
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Re: Überdachung einer als Flachdach ausgelegten Terrasse

Beitrag von ktown »

Joda666 hat geschrieben: 05.02.21, 14:39Klagen oder gibt es Anlaufstellen?
Wenn die Familie B schon einen Ombudsmann verweigert, dann wohl nicht.
Joda666 hat geschrieben: 05.02.21, 14:39Hätte eine Klage überhaupt Aussicht auf Erfolg?
Moment ich justiere noch. Das kann nur ein Anwalt nach Prüfung aller Unterlagen bewerten.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
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Joda666
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Re: Überdachung einer als Flachdach ausgelegten Terrasse

Beitrag von Joda666 »

Joda666 hat geschrieben: 03.03.21, 08:07 Zu erwähnen ist evtl das B bereits schon viele Jahre im Sommer auf eine Markise schaut. Diese Markise ist kaum kleiner.
Was also ist der Unterschied zwischen dem Blick auf eine Markise ggü. einem Dach das fast die gleichen Ausmaße an gleicher Stelle haben soll ?
Die Markise kann halt nur bei schönem Wetter ausgefahren werden und schützt dadurch nicht vor Regen oder Schnee.
Auch ist kaum zu erwarten, dass B bei schlechtem Wetter und Kälte das Grün des Gartens von A bewundern will.

Es geht dabei tatsächlich nicht um einen reinen Sonnenschutz sondern hauptsächlich darum die Immobilie, die ja auch zu einem Teil dem B gehört, zu schützen.
Nachtrag, als A das Haus und die nötigen Balken des Dachstuhls neu streichen lassen wollte da es schon seit mind 25 Jahren nicht gestrichen wurde, argumentierte B dagegen mit den Worten " Es ist egal wie das von aussen aussieht, hauptsche innen ist es schön" . Somit hat B doch indirekt zugegeben das es ihm bei der (von der Straßenseite abgewanten) Terassenüberdachung nicht um die Anscht des Hauses geht sondern um reine Schikane. :devil:
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