Kaufpreisaufteilung Grund/Boden & Gebäude im Notarvertrag

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vocaris
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Kaufpreisaufteilung Grund/Boden & Gebäude im Notarvertrag

Beitrag von vocaris »

Für die AFA Berechnung eines erworbenen Gebäudes gibt es verschiedene Berechnungsgrundlagen. Basis ist aber immer der Kaufpreis zzgl. der Nebenkosten.
Wenn man im notariellen Kaufvertrag diese Aufteilung nun einbinden möchte stellt sich die Frage, was der Notar eintragen würde.
Im Kaufvertrag ist nur der Kaufpreis (excl. Nebenkosten) enthalten. Somit würde er wohl nur eine Aufteilung vornehmen, die in Summe den Kaufpreis ergibt.
Das ist aber am Ende nicht der Wert, der bei der AfA verwendet wird.
Wer hat hierzu eine Antwort?

Wie ist die Rechtslage?
Zuletzt geändert von ktown am 17.03.21, 10:59, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Beitrag gemäß den Forenregeln angepasst.
RM
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Re: Kaufpreisaufteilung Grund/Boden & Gebäude im Notarvertrag

Beitrag von RM »

vocaris hat geschrieben: 17.03.21, 10:56 Wenn man im notariellen Kaufvertrag diese Aufteilung nun einbinden möchte stellt sich die Frage, was der Notar eintragen würde.
Der Notar würde von sich aus nichts eintragen. Er beurkundet ausschließlich die Vereinbarungen der Parteien.
vocaris hat geschrieben: 17.03.21, 10:56 Im Kaufvertrag ist nur der Kaufpreis (excl. Nebenkosten) enthalten. Somit würde er wohl nur eine Aufteilung vornehmen, die in Summe den Kaufpreis ergibt.
Das ist aber am Ende nicht der Wert, der bei der AfA verwendet wird.
Wo ist das Problem? Die weiteren Kosten sind dem Käufer bekannt und können damit in der Einkommensteuererklärung berücksichtigt werden.
vocaris hat geschrieben: 17.03.21, 10:56 Wer hat hierzu eine Antwort?
Das Finanzamt...
vocaris
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Re: Kaufpreisaufteilung Grund/Boden & Gebäude im Notarvertrag

Beitrag von vocaris »

OK.
Den Eintrag im Notarvertrag zu machen hat ja den Vorteil, dass das FA diese Aufteilung akzeptiert und damit arbeitet. (sofern nicht vollkommen utopisch)
Deshalb soll der ja da rein. Der Notar trägt aber nur die Aufteilung ein, die in Summe den Kaufvertragsbetrag im Vertrag ergeben.
ABER das werden später bei der Anlage V&V im Bereich AFA nicht die Werte sein, die dort eingetragen werden. Denn wie gesagt, dort kommen die NK hinzu.

XX
Zuletzt geändert von ktown am 17.03.21, 11:35, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Eine Beratung findet hier nicht statt.
hambre
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Re: Kaufpreisaufteilung Grund/Boden & Gebäude im Notarvertrag

Beitrag von hambre »

Den Eintrag im Notarvertrag zu machen hat ja den Vorteil, dass das FA diese Aufteilung akzeptiert und damit arbeitet. (sofern nicht vollkommen utopisch)
Sofern einigermaßen realistisch.
Der Notar trägt aber nur die Aufteilung ein, die in Summe den Kaufvertragsbetrag im Vertrag ergeben.
Was denn sonst?
ABER das werden später bei der Anlage V&V im Bereich AFA nicht die Werte sein, die dort eingetragen werden. Denn wie gesagt, dort kommen die NK hinzu.
Richtig, aber was willst Du damit sagen?
vocaris
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Re: Kaufpreisaufteilung Grund/Boden & Gebäude im Notarvertrag

Beitrag von vocaris »

Was denn sonst
Die Aufteilung inkl. Nebenkosten. so wie es richtig wäre.
Was willst du damit sagen
Ganz einfach. Die Aufteilung nach Grund/Boden & Gebäude entspricht nicht der Aufteilung (Betragsmäßig) die man später bei der AfA zu Grunde legt....
Ist dann die Frage, nützt der Eintrag im Vertrag überhaupt was.
Zuletzt geändert von ktown am 17.03.21, 13:13, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Bitte nutzen sie die korrekte Zitatfunktion
hambre
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Re: Kaufpreisaufteilung Grund/Boden & Gebäude im Notarvertrag

Beitrag von hambre »

Die Aufteilung inkl. Nebenkosten. so wie es richtig wäre.
Eine Aufteilung einschließlich der Nebenkosten wäre selbstverständlich falsch.
Wie schon der Begriff sagt, wird bei einer Kaufpreisaufteilung der Kaufpreis aufgeteilt.
Ganz einfach. Die Aufteilung nach Grund/Boden & Gebäude entspricht nicht der Aufteilung (Betragsmäßig) die man später bei der AfA zu Grunde legt....
Na und?
Ist dann die Frage, nützt der Eintrag im Vertrag überhaupt was.
Die Aufteilung der Nebenkosten auf Gebäude sowie Grund und Boden erfordert lediglich Grundschulkenntnisse in Mathematik. Ein Steuerpflichtiger darf erwarten, dass derartige Grundkenntnisse der Mathematik beim Finanzbeamten vorliegen. Die Nebenkosten werden im gleichen Verhältnis wie der Kaufpreis aufgeteilt.
vocaris
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Re: Kaufpreisaufteilung Grund/Boden & Gebäude im Notarvertrag

Beitrag von vocaris »

Eine Aufteilung einschließlich der Nebenkosten wäre selbstverständlich falsch.
Wie schon der Begriff sagt, wird bei einer Kaufpreisaufteilung der Kaufpreis aufgeteilt.
Mit Nichten. Die Aufteilung ist zum Zwecke der AfA und dort ist NICHT der Kaufpreis relevant.
Zuletzt geändert von ktown am 17.03.21, 14:06, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Bitte nutzen sie die korrekte Zitatfunktion
hambre
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Re: Kaufpreisaufteilung Grund/Boden & Gebäude im Notarvertrag

Beitrag von hambre »

In den Kaufvertrag kann nur eine Kaufpreisaufteilung aufgenommen werden.

Es gibt auch gar keinen Grund, in den Kaufvertrag die Berechnungsgrundlage für die AfA aufzunehmen, zumal zum Zeitpunkt der Unterschrift unter den Kaufvertrag im Regelfall noch gar nicht sämtliche Nebenkosten endgültig bekannt sind.

Im übrigen ist es trivial, aus der Kaufpreisaufteilung bei Kenntnis der tatsächlichen Kaufnebenkosten die Bemessungsgrundlage für die AfA zu ermitteln.

Beispiel:
Kaufpreis 300.000€, davon 200.000€ (=2/3) für das Gebäude und 100.000€ (1/3) für das Grundstück (das steht im Kaufvertrag)
Kaufnebenkosten 30.000€

Bemessungsgrundlage für die AfA: 200.000€ Kosten für das Gebäude zzgl. 2/3 der Kaufnebenkosten (20.000€) = 220.000€

Tatsächlich verstehe ich nicht, warum unbedingt die Bemessungsgrundlage für die AfA in den Kaufvertrag aufgenommen werden soll. Die hat darin nichts zu suchen.
Die Aufteilung ist zum Zwecke der AfA
Das ist schon klar.
und dort ist NICHT der Kaufpreis relevant.
Wie kommt man denn auf diese schräge Idee? Es ist alleine der prozentuale Anteil des Gebäudewertes am gesamten Kaufpreis relevant. Alles andere einschließlich der exakten Bemessungsgrundlage muss der Käufer daraus ermitteln und damit ist der Kaufpreis auch die Grundlage für die AfA.
RM
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Re: Kaufpreisaufteilung Grund/Boden & Gebäude im Notarvertrag

Beitrag von RM »

hambre hat geschrieben: 17.03.21, 14:53 ... und damit ist der Kaufpreis auch die Grundlage für die AfA.
Das trifft genau genommen so nicht zu. Grundlage für die Afa sind Anschaffungs- oder Herstellungskosten, die aus dem Kaufpreisanteil für das Gebäude und den anteiligen Kosten berechnet werden.

Ich vermute allerdings, dass der/die TE das wieder nicht verstehen wird. :cry:
bavarian tax collector
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Re: Kaufpreisaufteilung Grund/Boden & Gebäude im Notarvertrag

Beitrag von bavarian tax collector »

RM hat geschrieben: 18.03.21, 14:31

Das trifft genau genommen so nicht zu. Grundlage für die Afa sind Anschaffungs- oder Herstellungskosten, die aus dem Kaufpreisanteil für das Gebäude und den anteiligen Kosten berechnet werden.

Ich vermute allerdings, dass der/die TE das wieder nicht verstehen wird. :cry:
Deswegen "erweitere" ich die Aussage mal!

Sowohl der Kaufpreis als auch die Anschaffungsnebenkosten sind nach Auffassung des BFH im Verhältnis der Verkehrswerte aufzuteilen. Die Verkehrswerte von GuB und Gebäude zusammen können -eher zufällig- dem Kaufpreis oder auch den Anschaffungskosten entsprechen, sie können auch erheblich davon abweichen!

Wenn ich den Kaufpreis nach den Verkehrswerten aufteile und das FA folgt dem, dann sind die Anschaffungsnebenkosten -die übrigens weder den Notar noch den Verkäufer der Immo auch nur das geringste angehen!- eben nach diesem Verhältnis aufzuteilen!

Das wird auch klar, wenn man den Tenor des zugrunde liegenden Urteil liest:
Eine vertragliche Kaufpreisaufteilung von Grundstück und Gebäude ist der Berechnung der AfA auf das Gebäude zu Grunde zu legen,
Sprich KAUFPREISaufteilung legt den grundstein für die AfA-BERECHNUNG! Der Wert im Vertrag ist mit nichten die AfA-BMG!

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