Abwasserleitung im Sondereigentum?

Moderator: FDR-Team

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Hanomag
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Abwasserleitung im Sondereigentum?

Beitrag von Hanomag »

Folgendes Beispiel:
Der Mieter eines WEG-Eigentümers entsorgt offensichtlich häufiger fetthaltige Abwässer über seine Küchenabwasserleitung. Dies macht dann immer wieder Einsätze eines Rohrreinigers notwendig. Die nicht immer unerheblichen Kosten werden allen WEG-Eigentümern in Rechnung gestellt, wobei diese mittlerweile nicht immer Willens sind sich an den Kosten zu beteiligen.

Fragen dazu:
1. Könnte man die einzelnen Küchenabwasserleitungen dem jeweiligen Sondereigentum zuordnen? Dies hätte dann die Folge, dass der betroffene Sondereigentümer die Kosten zu tragen hätte.
2. Inwiefern kann man für solche Fälle den betreffenden Mieter und/oder Sondereigentümer zur Übernahme der Kosten verpflichten?
3. Welche sonstige Möglichkeiten zur Ablehnung der Kostenbeteiligung haben die übrigen Sondereigentümer?
ktown
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Re: Abwasserleitung im Sondereigentum?

Beitrag von ktown »

Hanomag hat geschrieben: 29.04.21, 12:14Könnte man die einzelnen Küchenabwasserleitungen dem jeweiligen Sondereigentum zuordnen?
Ich kenne keine Regelung die explizit die die Abwasserleitung aus der Küche heraus als Gemeinschaftseigentum zu betrachten ist. Gemeinschaftseigentum ist einzig der Hauptstrang.
Hanomag hat geschrieben: 29.04.21, 12:14Inwiefern kann man für solche Fälle den betreffenden Mieter und/oder Sondereigentümer zur Übernahme der Kosten verpflichten?
Naja. Indem man beweist, dass er der Verursacher ist.
Hanomag hat geschrieben: 29.04.21, 12:14Welche sonstige Möglichkeiten zur Ablehnung der Kostenbeteiligung haben die übrigen Sondereigentümer?
Wenn der "Schaden" grundsätzlich im Hauptstrang entsteht und ein Beweis nicht möglich ist, wird es schwierig. Man sollte, wenn es immer wieder die selbe Stelle ist, über eine Sanierung nachdenken um die möglichen Hindernisse zu beseitigen.
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lottchen
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Re: Abwasserleitung im Sondereigentum?

Beitrag von lottchen »

An dieser Abwasserleitung hängt einzig und allein diese eine Küche? Und die Verstopfung ist immer in der vertikalen Falleitung oder in der Zuleitung?
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Hanomag
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Re: Abwasserleitung im Sondereigentum?

Beitrag von Hanomag »

lottchen hat geschrieben: 29.04.21, 13:02An dieser Abwasserleitung hängt einzig und allein diese eine Küche?
Genau so muss man sich das vorstellen.
lottchen hat geschrieben: 29.04.21, 13:02Und die Verstopfung ist immer in der vertikalen Falleitung oder in der Zuleitung?
Hauptsächlich in der Einmündung von der horizontalen Zuleitung des betroffenen Mieters zum vertikalen Fallrohr.
ktown hat geschrieben: 29.04.21, 12:58
Hanomag hat geschrieben: 29.04.21, 12:14Könnte man die einzelnen Küchenabwasserleitungen dem jeweiligen Sondereigentum zuordnen?
Ich kenne keine Regelung die explizit die die Abwasserleitung aus der Küche heraus als Gemeinschaftseigentum zu betrachten ist. Gemeinschaftseigentum ist einzig der Hauptstrang.
Dann bist Du besser als ich informiert, wobei ich allerdings auch eingestehen muss, dass ich mir nicht ausreichend Zeit zum recherchieren genommen habe.
ktown hat geschrieben: 29.04.21, 12:58
Hanomag hat geschrieben: 29.04.21, 12:14Inwiefern kann man für solche Fälle den betreffenden Mieter und/oder Sondereigentümer zur Übernahme der Kosten verpflichten?
Naja. Indem man beweist, dass er der Verursacher ist.
Wenn es tatsächlich aus seinem Strang heraus resultiert, dürfte das mit der neu gewonnenen Erkenntnis kein Problem sein.
ktown
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Re: Abwasserleitung im Sondereigentum?

Beitrag von ktown »

Hanomag hat geschrieben: 29.04.21, 13:26Hauptsächlich in der Einmündung von der horizontalen Zuleitung des betroffenen Mieters zum vertikalen Fallrohr.
Dann befinden wir uns noch im Sondereigentum und ein Beweis liegt auch vor. Da Anschlüsse nie im 90° Winkel angeschlossen werden, sondern immer in 45 oder 30° in Fall- oder Fließrichtung, ist es, meines Erachtens, unmöglich, dass der Schaden durch jemand anderen ausgelöst wurde.
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lottchen
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Re: Abwasserleitung im Sondereigentum?

Beitrag von lottchen »

Sieht für mich eher nach einem Baufehler aus. Entweder die Rohre sind zu gering dimmensioniert oder der Anschluß Zuleitung an Fallstrang ist nicht richtig gebaut (falsche / zu wenige Bögen verwendet). Und dafür kann man schlecht den Mieter zur Verantwortung ziehen. Wie weit ist denn dieser Problempunkt von der Spüle weg? Normalerweise sind das doch meist nur 1 oder 2 Meter. Das könnte der Hausmeister auch mit der Handspirale freidrehen...
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Verpflichteter
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Re: Abwasserleitung im Sondereigentum?

Beitrag von Verpflichteter »

Hallo,

was bietet den der BGH dazu als Meinung an:
https://www.haufe.de/immobilien/verwalt ... 71170.html

Zu dem im Gemeinschaftseigentum stehenden Versorgungsnetz gehören die Leitungen nicht nur bis zu ihrem Eintritt in den räumlichen Bereich des Sondereigentums, sondern jedenfalls bis zu der ersten für die Handhabung durch den Sondereigentümer vorgesehenen Absperrmöglichkeit.

Offen bleibt meiner Meinung nach, was der BGH unter Versorgung versteht.

Strom,
Heizung Vorlauf, ok dann auch den Rücklauf
Gas, dann auch die Abgasleitung
Telefon,
Klingel, Sprechanlage (Versorgung mit Information)
Trinkwasser, dann auch das Abwasser als Versorgung mit Entsorgung.

Wo ist nun die erste für die Handhabung durch den Sondereigentümer vorgesehenen Absperrmöglichkeit.
Ist damit der Geruchsverschluss im WC und Waschbecken gemeint oder der Stöpsel im Waschbecken und der Toilettendeckel auf dem Porzelan?

Was sagt den die Teilungserklärung, sagt die was zu waagerechten Leitungen oder Abgängen?

Bei einer Rohrverstopfung halte ich den Fachmann an Beweismittel zu sichern. Aufzeichnung der Rohrkamera oder Bergung der z.B. Zahnbürste.
Das erhöht die Bereitschaft der Schuldübernahme bei den Verdächtigen.

MfG
uwe
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Re: Abwasserleitung im Sondereigentum?

Beitrag von ktown »

:lachen: :lachen: Jetzt sucht der TE sicherlich die erste Absperrmöglichkeit des Abwasserrohrs.

Sie sollten ihren Text lesen bevor sie ihn hier posten.

Die Überschrift lautet:
Wann die Wasserleitung Gemeinschaftseigentum ist
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Re: Abwasserleitung im Sondereigentum?

Beitrag von Verpflichteter »

ktown hat geschrieben: 29.04.21, 14:50 Da Anschlüsse nie im 90° Winkel angeschlossen werden, sondern immer in 45 oder 30° in Fall- oder Fließrichtung,
Ein kleiner Exkurs in die Welt der Technik sei mir erlaubt.

90 ° is nich, garnie nich. ;-)

https://www.marley.de/media/89/5c/30/15 ... serung.pdf

MfG
uwe
lottchen
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Re: Abwasserleitung im Sondereigentum?

Beitrag von lottchen »

Verpflichteter hat geschrieben: 30.04.21, 12:20 Bergung der z.B. Zahnbürste
In einem Küchenabfluß? Mir hat mal eine Rohrreinigungsfirma gesagt, dass es bei Küchenabflüssen eigentlich fast ausgeschlossen ist, dass der Mieter Schuld hat. Außer Flüssigkeiten, Ölen, Fetten kann man da ja im Prinzip auch nichts reinschütten. Größere Dinge passen ja gar nicht durch das Sieb der Küchenspüle. Normal für Probleme wäre zu geringes Gefälle, zu geringer Rohrdurchmesser, verwinkelte falsch gebaute Abzweige und Einbindungen, falsche Materialwahl. Wenn der Mieter nicht literweise mit voller Absicht Frittierfett oder Sonnenblumenöl da regelmäßig reinkippt sehe ich keine Chance (im Gegensatz zu einer WC-Falleitung) dem Mieter die Verantwortung aufs Auge zu drücken. Wenn man weiß, dass dort ein Problem ist, muss man entweder umbauen oder gleich prophylaktisch in regelmäßigen Abständen reinigen. Rohrbomben/Rohrgranaten (zumindest die mit Schwefelsäure) richtig angewendet können übrigens auch sehr hilfreich sein um Verstopfungen zu lösen.
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Re: Abwasserleitung im Sondereigentum?

Beitrag von Verpflichteter »

Hallo,
lottchen hat geschrieben: 30.04.21, 12:35 In einem Küchenabfluß?
Es war eine allgemeine Einlassung meinerseits, dass es ratsam ist mit dem Fachmann zu sprechen.
Der erklärt einem dann, dass die menschliche Vorstellungeskraft nicht ausreicht, sich vorzustellen auf was für Gedanken Mitmenschen kommen, wenn es um die Nutzung von Abflussleitungen geht.
Wenn dann noch Kinder im Haushalt sind ist es schon mal für einen Katze dumm gelaufen.

Fettverstopfung kommen häufig vor bei Leitungen ohne WC-Anschluss.
WC-Papier reinigt zwei mal, das zweite Mal im Rohr.

Eine unserer Leitungen entsorgt nur Küchen, >>> Fettverstopfung in Höhe der Grundplatte. Schuldzuschreibung unmöglich :cry:
lottchen hat geschrieben: 30.04.21, 12:35 Rohrbomben/Rohrgranaten (zumindest die mit Schwefelsäure) richtig angewendet
Das entscheidende Wort ist richtig.


https://www.spiegel.de/panorama/london- ... 76490.html

Mit etwas Geduld schafft das auch eine Küche. :)

MfG
uwe
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Re: Abwasserleitung im Sondereigentum?

Beitrag von ktown »

lottchen hat geschrieben: 30.04.21, 12:35 Mir hat mal eine Rohrreinigungsfirma gesagt, dass es bei Küchenabflüssen eigentlich fast ausgeschlossen ist, dass der Mieter Schuld hat. Außer Flüssigkeiten, Ölen, Fetten kann man da ja im Prinzip auch nichts reinschütten.
Sie haben wohl noch nie an Amerikaner vermietet :lachen: Sie glauben nicht, was die alles in einen deutschen Küchenabfluss stopfen und das nur, weil die in Amiland üblicherweise diese Küchenabfallzerkleinerer haben.
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