Gemeinschaftsgrundstück - Verjährung Forderung Grundsteuer

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gitta.
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Gemeinschaftsgrundstück - Verjährung Forderung Grundsteuer

Beitrag von gitta. »

Ich habe eine Frage zu einem fiktiven Fall, den wir im Kollegenkreis diskutiert haben.

Es geht um ein fiktives Grundstück mit mehreren Eigentümern.

Allen Miteigentümern geht der Grundsteuerbescheid zu, aber nur vom Konto eines Miteigentümers wird die Steuerschuld abgebucht.

Es gibt in den ca. 25 Jahren seit dem Kauf des Grundstücks diverse Mitanteilseigentümerwechsel durch Tod bzw. Vererbung und Verkauf von Grundstücksanteilen.

Jahrelang besteht kaum Kontakt zwischen den Eigentümern.

Jetzt in 2022 fordert der Eigentümer, der die Steuern gezahlt hat , von den Miteigentümern eine Beteiligung an den Steuern für die Zeit 2010 bis 2022.

Er beziffert die Forderung in Höhe einer geringen 3stelligen Höhe, einer der Miteigentümer ist jedoch der Meinung, dass der Großteil der Forderung verjährt ist und nur eine Forderung für 2022 sowie die vergangenen 3 Jahre noch gefordert werden kann.

Es ging bei der Diskussion darum, ob solche Forderungen für unbegrenzte Zeit rückwirkend geltend gemacht werden können und nicht wie z.B. bei Handwerkerrechnungen eine kurze Verjährungsfrist haben.

Ich bin gespannt auf eure Meinungen und freue mich auf rege Beteiligung.
Froggel
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Re: Gemeinschaftsgrundstück - Verjährung Forderung Grundsteuer

Beitrag von Froggel »

Der Verjährung der Grundsteueranteile von 2010 bis 2018 würde ich insofern zustimmen, wenn die Grundsteuer tatsächlich jährlich von dem einen Eigentümer bezahlt wurde bzw die Gemeinde die Steuerbescheide jährlich versendet hat. Sofern sich die Gemeinde Zeit gelassen hat, um den Steuerbescheid zu schicken, dürfte m.E. das Datum des Grundsteuerbescheids ausschlaggebend sein, ab wann das Geld verjährt. Und da für die Grundsteuer eine Verjährungsfrist von vier Jahren gilt, könnte es durchaus sein, dass da durchaus mehr "Schuldjahre" zusammenkommen, als ursprünglich angenommen.
Beispiel: Normalerweise sind bis Ende 2022 alle Steueranteile ab 2019 noch nicht verjährt. Hat nun aber die Gemeinde erst 2019 einen Steuerbescheid für 2015 und die Folgejahre geschickt, sind die Anteilszahlungen auch für die Miteigentümer in 2022 noch nicht verjährt. Grundsätzlich ist aber mMn eine Verjährung der Jahre 2010 bis 2014 auf alle Fälle zu bejahen.

Mag mich jemand korrigieren, wenn ich hier falsch liege :wink:
Ich bin kein Jurist.
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