Rückbuchung von Lastschriften bei insolventem Versorger

Moderator: FDR-Team

Antworten
Janine_Neumann
Topicstarter
noch neu hier
Beiträge: 1
Registriert: 01.02.19, 16:06

Rückbuchung von Lastschriften bei insolventem Versorger

Beitrag von Janine_Neumann » 01.02.19, 16:16

Hallo,

angenommen der Stromversorger meldet Insolvenz an und der Kunde hat in den vergangenen 12 monatlichen Abschlagszahlungen erheblich mehr bezahlt, als am Ende des Jahres der tatsächliche Verbrauch war. Was würde passieren, wenn der Kunde nun die letzten Lastschrifteinzüge stornieren würde? Das Kundenkonto wäre in diesem Beispiel immer noch weit im Plus. Droht dem Kunden dann trotzdem Ärger?

Ich bin für Antworten sehr dankbar!

Tastenspitz
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 18891
Registriert: 05.07.07, 07:27
Wohnort: Daheim

Re: Rückbuchung von Lastschriften bei insolventem Versorger

Beitrag von Tastenspitz » 11.02.19, 07:11

Janine_Neumann hat geschrieben:Droht dem Kunden dann trotzdem Ärger?
Ärger im Sinne von Kosten der Rücklastschriften vermutlich schon.
Ärger im Sinne von Nachforderungen durch den Insolvenzverwalter, wenn sowieso zu viel bezahlt wurde wohl kaum.
Man sollte dem Kunden den Gang zur Verbraucherzentrale anraten. Die berät in der Sache sich gerade einen Wolf..... :ironie:
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
Für individuelle Rechtsberatung bitte "ALT" und "F4" auf der Tastatur gleichzeitig drücken.

ExDevil67
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 4600
Registriert: 17.01.14, 09:25

Re: Rückbuchung von Lastschriften bei insolventem Versorger

Beitrag von ExDevil67 » 11.02.19, 08:00

Wäre ich vorsichtig. Darf man als Kunde gemäß Vertrag überhaupt für beide Vertragspartner verbindlich feststellen das man über die Abschläge schon mehr gezahlt hat als die Endabrechnung ergeben wird?

Und das das keinen Ärger mit dem Insolvenzverwalter geben wird, wäre ich mir auch nicht so sicher. Formal mag man vielleicht einen Anspruch auf Rückzahlung der der überzahlten Abschläge haben. ABER der Insolvenzverwalter darf keinen Gläubiger bevorzugen, das würde er aber in meinen Augen tun wenn er tatenlos zuguckt wenn ein Kunde sich Abschlagszahlungen per Rücklastschrift zurückholt.
Die Überzahlung dürfte Teil der Insolvenzmasse geworden sein und aus der darf nur der Insolvenzverwalter Auszahlungen tätigen. Was anderes wäre es aber nicht wenn ich per Rücklastschrift meine Einzahlung mir zurückhole.

ktown
FDR-Moderator
Beiträge: 20764
Registriert: 31.01.05, 08:14
Wohnort: Auf diesem Planeten

Re: Rückbuchung von Lastschriften bei insolventem Versorger

Beitrag von ktown » 11.02.19, 08:26

ExDevil67 hat geschrieben:Darf man als Kunde gemäß Vertrag überhaupt für beide Vertragspartner verbindlich feststellen das man über die Abschläge schon mehr gezahlt hat als die Endabrechnung ergeben wird?
Wieso nicht? Hab ich jahrelang gegenüber meinem Gasversorger (Stand mit ihm vor Gericht) so gehandhabt. Habe regelmäßig ihm das schriftlich mitgeteilt mit dem Hinweis, dass dies keine Zahlungsverweigerung sei und mir bewusst ist, dass ein eventueller Fehlbetrag am Ende des Abrechnungszeitraumes ausgeglichen wird.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

Zafilutsche
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 5677
Registriert: 24.07.07, 09:47
Wohnort: Rhein/Ruhrgebiet

Re: Rückbuchung von Lastschriften bei insolventem Versorger

Beitrag von Zafilutsche » 11.02.19, 09:03

Ich hatte das (Glück) schon eine Insolvenz meines Stromanbieters mitmachen zu dürfen.
Ergebnis: Mehr Abschlagsbeiträge bezahlt als Stromkosten generiert: Anschreiben vom Rechtsanwalt/Bestellter Insoverwalter.
Ich sollte meine Forderung in die Gläubigerliste eintragen. Zum Ende des Verfahrens (was mehrere Jahre dauern wird), werden die Forderungen der Gläubiger entsprechend der Insolvenzmasse gesplittet (sofern es noch was zu verteilen gibt!)
Wenn aber festgestellt wird, dass die Abschlagszahlungen nicht gereicht haben, dann wird vom Insoverwalter der offene Betrag unverzüglich eingetrieben. (z.B. Zahlung innerhalb von 5 Werktagen)

FM
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 16216
Registriert: 05.12.04, 16:06

Re: Rückbuchung von Lastschriften bei insolventem Versorger

Beitrag von FM » 11.02.19, 09:27

Die Abschlagszahlungen waren vermutlich gemäß vertraglicher Vereinbarung schon fällig, die Erstattung aber noch nicht. Dann gäbe es noch keine Grundlage für die Rückforderung.

Es könnte aber gut sein, dass seitens des Kunden eine außerordentliche Kündigung in Betracht kommt.

Antworten