Insolvenz am Kippen?

Moderator: FDR-Team

Antworten
ronnst
Topicstarter
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 480
Registriert: 25.11.06, 22:39
Wohnort: Bad Düben

Insolvenz am Kippen?

Beitrag von ronnst »

Hallo.
Eine Person A hat ein Privatinsolvenz am laufen. A ist aber ein Fehler unterlaufen und hat versäumt, Lohnnachweise an seinen Verwalter zu senden. Der Verwalter hatte es aber auch nicht für nötig gehalten, A daran zu erinnern.
Dadurch sind einige Monate ins Land gelaufen, bevor eine Erinnerung kam.
Zeitgleich kam aber auch vom Gericht eine solche Erinnerung / Aufforderung, die fehlenden Nachweise einzureichen.
A hatte nahezu alle Lohnzettel bis auf vier zum Gericht geschickt. Die vier fehlenden musste A sich vom damaligen Arbeitgeber noch mal zuschicken lassen. Als die da waren, hat A auch diese vier zum Gericht geschickt.
Jetzt hat A ein Schreiben bekommen, wo A über 1200€ an Gerichtskosten zahlen soll. Keine Begründung oder ähnliches.
Im Anhang steht was von "Gegen dieses Kostenansatz findet die Erinnerung statt".
A weis damit nichts anzufangen. Was bedeutet das?
Das andere ist, das A ja das Insolvenzverfahren ja nicht umsonst gemacht hat. Wie soll A denn über 1200€ zahlen. Würde sowas auch nicht als Ratenzahlung gehen?
Und was am wichtigsten ist, was ist mit der Insolvenz von A?

Grüße
Heiko66
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 378
Registriert: 23.10.20, 11:05

Re: Insolvenz am Kippen?

Beitrag von Heiko66 »

Eine Person A hat ein Privatinsolvenz am laufen. A ist aber ein Fehler unterlaufen und hat versäumt, Lohnnachweise an seinen Verwalter zu senden. Der Verwalter hatte es aber auch nicht für nötig gehalten, A daran zu erinnern.
Wurde denn wenigstens das pfändbare Einkommen an den Treuhänder/Insolvenzverwalter gezahlt oder belief sich das auf Höhe Null und man hat es aber gleichzeitig (durch fehlende Nachweise) versäumt aufzuzeigen, warum es bei Höhe Null bleibt? Das mag gemein klingen aber während der Wohlverhaltsperiode muss sich ja nicht der Verwalter wohl verhalten, sondern derjenige der ein Restschuldbefreiung anstrebt. Gegen die nicht ganz unwesentlichen Obligenheiten zu verstoßen gefährdet dann halt leider eine Restschuldbefreiung. :kopfstreichel:
ronnst
Topicstarter
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 480
Registriert: 25.11.06, 22:39
Wohnort: Bad Düben

Re: Insolvenz am Kippen?

Beitrag von ronnst »

Hallo. Ja belief sich auf 0.
A war und ist aber vom Verdienst her unterhalb der Freigrenze. Also nichts Pfändbar.

Grüße
lottchen
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 3247
Registriert: 04.07.12, 14:01

Re: Insolvenz am Kippen?

Beitrag von lottchen »

ronnst hat geschrieben: 13.01.21, 16:09 Jetzt hat A ein Schreiben bekommen, wo A über 1200€ an Gerichtskosten zahlen soll. Keine Begründung oder ähnliches.
Von wem ist das Schreiben? Wer will das Geld? Das Insolvenzgericht? Und da stehen keine Paragrafen drauf, worauf sich die Forderung bezieht? Da steht nur: Zahlen Sie 1.200€ Gerichtskosten!? Kann ich mir kaum vorstellen.
Ich empfehle, Beiträge unserer Forentrolle BäckerHD, FelixSt und Dieter_Meisenkaiser konsequent zu ignorieren!
ronnst
Topicstarter
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 480
Registriert: 25.11.06, 22:39
Wohnort: Bad Düben

Re: Insolvenz am Kippen?

Beitrag von ronnst »

Ja da steht hinten was drauf.

1.) § 3 II GKG, KV 2310
2.) § 3 II GKG, KV 2320
3.) § 3 II GKG, KV 9017

Und dann steh da noch was von §4a InsO. Das gehört zu Punkt 3.)

Im Kopf steht "Landesjustizkasse"
Evariste
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 3567
Registriert: 31.12.15, 17:20

Re: Insolvenz am Kippen?

Beitrag von Evariste »

Es ist also im Moment noch vällig unklar, ob die verlangten Gerichtskosten überhaupt etwas mit den Versäumnissen zu tun haben.

Üblicherweise läuft es so, dass die Gerichtskosten zwar zu zahlen sind, aber nicht sofort, sondern sie können gestundet werden. Dazu muss aber ein Antrag gestellt werden.

§ 4a Abs. 1 InsO:
Ist der Schuldner eine natürliche Person und hat er einen Antrag auf Restschuldbefreiung gestellt, so werden ihm auf Antrag die Kosten des Insolvenzverfahrens bis zur Erteilung der Restschuldbefreiung gestundet, soweit sein Vermögen voraussichtlich nicht ausreichen wird, um diese Kosten zu decken. Die Stundung nach Satz 1 umfasst auch die Kosten des Verfahrens über den Schuldenbereinigungsplan und des Verfahrens zur Restschuldbefreiung. Der Schuldner hat dem Antrag eine Erklärung beizufügen, ob ein Versagungsgrund des § 290 Absatz 1 Nummer 1 vorliegt. 4Liegt ein solcher Grund vor, ist eine Stundung ausgeschlossen.
Vielleicht einfach mal bei Gericht nachfragen?
ronnst
Topicstarter
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 480
Registriert: 25.11.06, 22:39
Wohnort: Bad Düben

Re: Insolvenz am Kippen?

Beitrag von ronnst »

Ja sowas ähnliches wurde A auch mit geteilt.
Wenn die fehlenden Unterlagen nicht nachgereicht werden.
Nun ist aber schon alles bei Gericht.
Darum ist das für A unverständlich. A wird heute dort mal anrufen.
Evariste
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 3567
Registriert: 31.12.15, 17:20

Re: Insolvenz am Kippen?

Beitrag von Evariste »

ronnst hat geschrieben: 14.01.21, 10:52 Ja sowas ähnliches wurde A auch mit geteilt.
Wenn die fehlenden Unterlagen nicht nachgereicht werden.
Nun ist aber schon alles bei Gericht.
Darum ist das für A unverständlich.
Für mich auch. Die Gerichtskosten fallen auch dann an, wenn alles Unterlagen pünktlich eingereicht wurden.
ronnst
Topicstarter
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 480
Registriert: 25.11.06, 22:39
Wohnort: Bad Düben

Re: Insolvenz am Kippen?

Beitrag von ronnst »

Es ist wie in einem Beitrag hier schon erwähnt.
Es geht um die Stundung der Gerichtskosten bis Ende der Insolvenz. Durch die fehlenden Unterlagen ist A seiner Mitwirkungspflicht nicht nachgekommen.
Dadurch wurde die Stundung aufgehoben und die Gerichtskosten sind sofort fällig.
Die Insolvenz ist dadurch nicht gefährdet.
Sie die Aussage der Geschäftsstelle.


Grüße und Danke für die Antworten
Antworten