Vorzeitige Ablösung und die Folgen...

Moderator: FDR-Team

Antworten
Kimi1
Topicstarter
FDR-Mitglied
Beiträge: 30
Registriert: 27.05.06, 11:49

Vorzeitige Ablösung und die Folgen...

Beitrag von Kimi1 » 05.12.09, 16:52

Hallo!

Person A war in der Privatinsolvenz. Diese konnte vorzeitig komplett abgeschlossen werden, da Person A eine große Abfindung erhalten hat.

Nun zum Anliegen:

Wie kann das bitte sein, dass der TH in einem "normalen" Verfahren so um die 600 € bekommt und in einem vorzeitig beendetem Verfahren rund 50.000 € abgreifen darf??? Was soll das denn? Wird der Insolvente nun dafür bestraft, dass er sein Verfahren vorzeitig ablösen kann??

LG,
Kimi

ThoFa
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 842
Registriert: 09.02.05, 04:41
Kontaktdaten:

Beitrag von ThoFa » 06.12.09, 13:44

Hallo,

die Antwort gibt die Insolvenzrechtliche Vergütungsverordnung (InsVV) im § 2:

Code: Alles auswählen

§ 2 Regelsätze
(1) Der Insolvenzverwalter erhält in der Regel 
1.
von den ersten 25.000 Euro der Insolvenzmasse 40 vom Hundert,
2.
von dem Mehrbetrag bis zu 50.000 Euro 25 vom Hundert,
3.
von dem Mehrbetrag bis zu 250.000 Euro 7 vom Hundert,
4.
von dem Mehrbetrag bis zu 500.000 Euro 3 vom Hundert,
5.
von dem Mehrbetrag bis zu 25.000.000 Euro 2 vom Hundert,
6.
von dem Mehrbetrag bis zu 50.000.000 Euro 1 vom Hundert,
7.
von dem darüber hinausgehenden Betrag 0,5 vom Hundert.
(2) Haben in dem Verfahren nicht mehr als 10 Gläubiger ihre Forderungen angemeldet, so soll die Vergütung in der Regel mindestens 1.000 Euro betragen. Von 11 bis zu 30 Gläubigern erhöht sich die Vergütung für je angefangene 5 Gläubiger um 150 Euro. Ab 31 Gläubiger erhöht sich die Vergütung je angefangene 5 Gläubiger um 100 Euro.
MfG

ThoFa

Kimi1
Topicstarter
FDR-Mitglied
Beiträge: 30
Registriert: 27.05.06, 11:49

Beitrag von Kimi1 » 07.12.09, 12:40

Danke für die Antwort...

Wie unfair.. Das sollte man echt ändern...

Dirty Uschi
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 1667
Registriert: 19.11.07, 18:29
Wohnort: ~ Betty Ford Clinic Berverly Hills~

Beitrag von Dirty Uschi » 07.12.09, 14:59

das ist nicht unfair, dass ist die Vergütungsnorm, die die Insolvenzmasse zur Grundlage macht.

Man kann es auch anders sehen: Wenn nichts vorhanden ist, dann bekommt der TH (der IV entsprechend mehr) 600 EUR Mindestvergütung zzgl Auslagen..

Die Abfindung muss aber groß gewesen sein, denn bei einfachem Regelsatz setzt dies eine Masse von über 1,1 Mio EUR voraus.
Scheiße verdammt noch mal, ich will wie eine Dame behandelt werden. Meredith Grey
Wenn ich allen meinen Schwestern einen Kaffee ausgeben würde, hätte
ich eine Cafeteria. Derek Shepherd

Kimi1
Topicstarter
FDR-Mitglied
Beiträge: 30
Registriert: 27.05.06, 11:49

Beitrag von Kimi1 » 07.12.09, 15:42

Nee, die Masse lag bei ca. 207.000 €...

Und der TH hat ca. 47.000-48.000 € erhalten...

Die Gerichtskosten waren auch viel höher als am Anfang gesagt wurde.. nicht 2500 € sondern es waren um die 4.200 € ...

Alles etwas für den Schuldner unfair, logisch.. denn die Schuldsumme war niedriger als die Summe für den TH.. und das geht doch mal gar nicht... :?

eidechse
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 864
Registriert: 25.06.08, 14:52

Beitrag von eidechse » 07.12.09, 17:35

Also, wenn es ein IK-Verfahren, also ein Verbraucherinsolvenz- oder sonstiges Kleinverfahren war, dann ist aber nicht § 2 InsVV sondern § 13 InsVV einschlägig. Danach bekommt der Treuhänder in der Regel 15 % der Insolvenzmasse.

Bei einer Insolvenzmasse von 207.000,00 € wären das 31.050,00 € netto. Brutto dann 36.949,50 €, wenn mich mein Rechner hier nicht täuscht.

Selbst, wenn man da noch Auslagen draufrechnet, kommt man nicht auf 47.000 - 48.000 €. Von daher frage ich mich, wie man darauf kommt, dass der TH so viel an Vergütung bekommen hat. Liegt denn ein Vergütungsbeschluss vor? Oder hat man sich das irgendwie selbst errechnet, so nach dem Motto; an und für sich müsste ich Betrag xyz rausbekommen und dann hat man ca. 10.000 € weniger bekommen?

Dirty Uschi
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 1667
Registriert: 19.11.07, 18:29
Wohnort: ~ Betty Ford Clinic Berverly Hills~

Beitrag von Dirty Uschi » 07.12.09, 17:52

das passt schon, bei 30% des Regelsatzes als Auslage: allerdings vergleicht man auch Äpfel mit Birnen, 600 EUR ist die Vergütung netto, ohne Auslagen. Der genannte Betrag ist die Gesamtvergütung, brutto.

Was daran nur unfair sein soll, kann ich nicht nachvollziehen: Sowohl die Vergütung als auch die Gerichtskosten orientieren sich an der Insolvenzmasse, wenig Masse, wenig Vergütung, viel Masse viel Vergütung, bei IN-Verfahren sogar degressiv.

Wenn man der Meinung gewesen ist, dass dies nicht angemessen ist, hätte man ja in dei Beschwerde gehen können.
Scheiße verdammt noch mal, ich will wie eine Dame behandelt werden. Meredith Grey
Wenn ich allen meinen Schwestern einen Kaffee ausgeben würde, hätte
ich eine Cafeteria. Derek Shepherd

Antworten