Außergerichtliche Schuldenbereinigungsverfahren

Moderator: FDR-Team

Antworten
Wenigwisser
Topicstarter
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 108
Registriert: 03.03.11, 17:13

Außergerichtliche Schuldenbereinigungsverfahren

Beitrag von Wenigwisser »

A strebt Schuldenbereinigung an

Er schreibt (fast) alle Gläubiger an. Zufällig erfährt B, der eine noch nicht titulierte Forderung gegen A hat, von diesem Unterfangen. B möchte gerne auch in dieses Schuldenbereinigungsverfahren aufgenommen werden, weil er sich sagt lieber X % von der HF als 100 % von nix.

Hat B einen Anspruch in das Schuldenbereinigungsverfahren aufgenommen zu werden? Wie ist die Rechtslage?
idem
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 1626
Registriert: 25.01.07, 08:01

Re: Außergerichtliche Schuldenbereinigungsverfahren

Beitrag von idem »

Strebt A nur eine "normale" außergerichtliche (ohne dass hierdurch die Voraussetzung der insolvenzrechtlichen außergerichtlichen Schuldenbereinigung erfüllt werden sollen) Schuldenbereinigung an, hat B keinerlei Anspruch auf Teilnahme. A entscheidet selbst, ob und mit wem er sich einigen möchte.

Sofern A ein Vorgehen nach §§ 305 ff. InsO anstrebt, genügt es ohnehin nicht, dass A allein handelt. B sollte in der nächsten Zeit die Insolvenzveröffentlichungen beobachten.
Wenigwisser
Topicstarter
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 108
Registriert: 03.03.11, 17:13

Re: Außergerichtliche Schuldenbereinigungsverfahren

Beitrag von Wenigwisser »

idem hat geschrieben:Strebt A nur eine "normale" außergerichtliche (ohne dass hierdurch die Voraussetzung der insolvenzrechtlichen außergerichtlichen Schuldenbereinigung erfüllt werden sollen) Schuldenbereinigung an, hat B keinerlei Anspruch auf Teilnahme. A entscheidet selbst, ob und mit wem er sich einigen möchte.

Sofern A ein Vorgehen nach §§ 305 ff. InsO anstrebt, genügt es ohnehin nicht, dass A allein handelt. B sollte in der nächsten Zeit die Insolvenzveröffentlichungen beobachten.
Entschuldige bitte, dass ich da noch einmal nachhake:

Schuldner A ist amtsbekannt nicht pfändbar. B hat seine Forderung noch nicht tituliert. Nun kommt A zu Geld und läßt durch seinen Schuldnerberater ausgesuchte Gläubiger anschreiben um Ihnen X% der HF anzubieten. Wenn A danach das Insolvenzverfahren eröffnet sind dann alle anderen Gläübiger "ins Handtuch geschleudert" worden, die nicht durch das Ausgleichsverfahren berücksichtigt worden sind? Das ist ... sry das stinkt. Ist die Rechtslage wirklich so, dass der Schuldner nur die Schulden berücksichtigt im Ausgleichsverfahren, die seiner Meinung nach wichtig sind und andere außen vorlassen kann?
hws
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 8225
Registriert: 07.07.07, 13:39
Wohnort: Unna

Re: Außergerichtliche Schuldenbereinigungsverfahren

Beitrag von hws »

Wenigwisser hat geschrieben:Schuldner A ist amtsbekannt nicht pfändbar. B hat seine Forderung noch nicht tituliert. Nun kommt A zu Geld ...
.. und dann ist er immer noch nicht pfändbar?
Wenigwisser hat geschrieben: Wenn A danach das Insolvenzverfahren eröffnet ..
Dann geht der Rest des Geldes mit in die Insolvenz (Falls A dann trotzdem noch überschuldet ist.)

Wer freiwillig vorher sein Geld bekommen hat (bzw einen Teil davon .. X% der HF) ist fein raus - je nachdem wie hoch X% ist. :roll:
Der Rest kriegt die Quote der Insolvenz. Wie hoch da X% sind, wird sich rausstellen.

hws
Wenigwisser
Topicstarter
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 108
Registriert: 03.03.11, 17:13

Re: Außergerichtliche Schuldenbereinigungsverfahren

Beitrag von Wenigwisser »

B hat die Forderung noch nicht tituliert, das wird gewiss schnellstmöglich nachgeholt. A ist wie auch immer zu etwas Geld gekommen, hat einen Schuldnerberater eingeschaltet und ist somit erst einmal vor Pfändungsversuchen verschont, weil die großen Gläubiger vom Schuldnerberater eben diesen Brief bekommen haben und B noch nicht pfänden kann, da noch nicht tituliert.

Na ja, man muss eben noch gewiefter werden.
Antworten