Schuldner gibt falsche schriftliche Angaben

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heinrich1
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Schuldner gibt falsche schriftliche Angaben

Beitrag von heinrich1 » 06.07.16, 12:41

Bsp.:SchuldnerA gibt in einem Fragebogen zur Person schriftlich mit Unterschrift an , das er sich in keinen Insolvenzverfahren befindet. Auf grund dessen wird ein (Miet)vertrag abgeschlossen. Im Nachhinein wird festgestellt , dass diese Angabe von A falsch ist . V fühlt sich arglistig getäuscht und empfiehlt A nicht einzuziehen und den (Miet)vertrag sofort aufzulösen .
Der Schuldner zieht in die Wohnung nicht ein und lehnt jeglichen Kontakt zu Vermieter V ab. Der Mietvertrag wurde wie von M angestrebt nicht aufgehoben, so dass Mietschulden auflaufen trotz der Nichtbewohnung des Objektes

Welche Aufgaben nimmt der bestellte Betreuer und der Treuhänder wahr . Damit u.a. die Schuldner nicht auf weitere Schulden zusteuert überlegt V einen der letzt genannten Personen anzusprechen. Wer wäre der richtige ???

SusanneBerlin
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Re: Schuldner gibt falsche schriftliche Angaben

Beitrag von SusanneBerlin » 06.07.16, 21:29

Damit u.a. die Schuldner nicht auf weitere Schulden zusteuert überlegt V einen der letzt genannten Personen anzusprechen. Wer wäre der richtige ???
Muss er doch gar nicht.

Der VM kann die Wohnung doch einfach fristlos kündigen, wenn 2 Mieten nicht bezahlt wurden.
Die Kündigung ist wirksam, wenn sie dem Mieter an der aktuellen Wohnadresse zugeht.
Ob der Mieter das dann an seinen Betreuer und/oder an den Treuhänder weiterleitet, ist das Bier des Mieters und muss den Vermieter nicht interessieren.
V fühlt sich arglistig getäuscht und empfiehlt A nicht einzuziehen und den (Miet)vertrag sofort aufzulösen .
Der Mietvertrag wurde wie von M angestrebt nicht aufgehoben,
Haben Sie da einmal M und V verwechselt oder wie erklärt sich der Widerspruch in den beiden letzten Zitaten?
Grüße, Susanne

freemont
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Re: Schuldner gibt falsche schriftliche Angaben

Beitrag von freemont » 06.07.16, 22:05

heinrich1 hat geschrieben:...

Welche Aufgaben nimmt der bestellte Betreuer und der Treuhänder wahr . Damit u.a. die Schuldner nicht auf weitere Schulden zusteuert überlegt V einen der letzt genannten Personen anzusprechen. Wer wäre der richtige ???
Macht das denn Sinn, wenn der Mieter insolvent ist? Der Vermieter wird doch auf den Mietausfällen und allen weiteren Kosten sitzen bleiben.

Arglistige Täuschung ist das richtige Stichwort, das berechtigt dazu den Mietvertrag anzufechten. Der wird dadurch nichtig, es entstehen keine Mietschulden, die Wohnung kann anderweitig vermietet und der Schaden klein gehalten werden.

heinrich1
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Re: Schuldner gibt falsche schriftliche Angaben

Beitrag von heinrich1 » 06.07.16, 22:08

in der Tat Vund M wurde einmal vertausch-

''Der VM kann die Wohnung doch einfach fristlos kündigen, wenn 2 Mieten nicht bezahlt wurden'' formal juristisch vermutlich richtig . Schuld-/Schadensminimierung könnte aber auch anders erfolgen , in dem man M erläutert eine Vertragsauflösung anzustreben !

Da dem V die Funktion und Aufgabe des Betreuers und des Treuhänders unklar ist - Wer wäre von der Funktion der geeigneteste - der Betreuer - oder der Treuhänder ??

Hilfreich wäre auch die Aufgaben der vorgenannten Personen mal zu erläutern !!

heinrich1
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Re: Schuldner gibt falsche schriftliche Angaben

Beitrag von heinrich1 » 06.07.16, 22:13

Zusatzfrage : Kann denn VM den Mietvertrag nach Mietbeginn noch anfechten ??? Wenn ja dann fielen wieder Kosten für Anwaltstätigkeiten für M an .

SusanneBerlin
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Re: Schuldner gibt falsche schriftliche Angaben

Beitrag von SusanneBerlin » 06.07.16, 22:19

Mir ist unklar, worauf die Frage abzielen soll.

Wenn der VM den Mieter nicht mit Geldforderungen belasten will, muss er das doch nicht tun.
Er kann den Vertrag kündigen oder anfechten und auf die aufgelaufene Miete verzichten.
Kann denn VM den Mietvertrag nach Mietbeginn noch anfechten ??? Wenn ja dann fielen wieder Kosten für Anwaltstätigkeiten für M an .
Um einen Vertrag anzufechten, muss erst einmal ein Vertrag vorhanden sein.
Insofern natürlich, kann man den Mietvertrag nach Abschluss anfechten, anders geht es nicht.
Es ist auch kein Anwalt nötig.

Und welche Rolle sollte in diesem Fall der "Mietbeginn" spielen, wenn der Mieter ohnehin nicht in die Wohnung eingezogen ist? Es entstehen dem Mieter doch keine Umstände, er muss nicht ausziehen, da er nicht eingezogen ist und die Wohnung nie genutzt hat.
Zuletzt geändert von SusanneBerlin am 06.07.16, 22:31, insgesamt 2-mal geändert.
Grüße, Susanne

freemont
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Re: Schuldner gibt falsche schriftliche Angaben

Beitrag von freemont » 06.07.16, 22:20

heinrich1 hat geschrieben:Zusatzfrage : Kann denn VM den Mietvertrag nach Mietbeginn noch anfechten ??? Wenn ja dann fielen wieder Kosten für Anwaltstätigkeiten für M an .

Ja sicher kann sofort ohne Frist angefochten werden. Das geht 1 Jahr lang, siehe §§ 123, 124 BGB.

Es ist hier nicht nötig sinnloserweise 2 Monate Mietrückstände auflaufen zu lassen. Der Mieter hat schliesslich arglistig getäuscht.

report
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Re: Schuldner gibt falsche schriftliche Angaben

Beitrag von report » 07.07.16, 15:42

Irgendwie läuft hier einiges durcheinander.
Welche Aufgaben nimmt der bestellte Betreuer und der Treuhänder wahr
Gibt es hier tatsächlich einen Betreuer und einen Treuhänder?
Befindet sich der Mieter noch im Insolvenzverfahren oder ist dies bereits aufgehoben?
Wieso hat der Vermeter den Vertrag nicht aufgelöst und überlässt dies der Gegenseite, zumal er sich doch "arglistig getäuscht" fühlt?
Suchet und ihr werdet finden. Fragt und euch wird geantwortet.
Doch verdammt sind jene, die nicht suchen und dennoch fragen. Selig ist der, der suchet und erst fragt, wenn er nichts gefunden hat.

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