Optionen bei Schiffsinsolvenz ?

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Dixy
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Optionen bei Schiffsinsolvenz ?

Beitrag von Dixy » 29.09.16, 20:29

Fritzchen hatte sich 2001 am Schiffsfonds beteiligt.
Die Gesellschaft ist insolvent.
Die Einlage ist verdampft.

Der Insolvenzverwalter fordert auch noch die gesamten Ausschüttungen zurück - 65% der Einlage.
Weil Ausschüttungen Entnahmen vom Haftkapital seien.
Und jeder Gesellschafter in Höhe seiner Einlage haften muss.
Belegt wird die Forderung mit einer dürren Tabelle, die auf einer Postkarte Platz hat.
Es werden einfach alle Ausschüttungen summiert.

Welche Optionen hat Fritzchen ?
Prospekthaftung ist verjährt.

Fritzchen wüde gern wissen,
- ob die Forderungen gegen die Gesellschaft so hoch sind, dass wirklich das ganze Haftkapital eingesetzt werden muss - schliesslich ist das Schiff noch nicht verwertet.
- ob sich bei der Rückzahlung alle Gesellschafter - auch der Initiator - beteiligen müssen, oder nur die dummen Kleinanleger
- ob er seine eigenen Forderungen gegen die Gesellschaft mit den Forderungen des InsoVerw verrechnen darf. Schliesslich hatte die Gesellschaft steuerlich nicht den fuer die Anleger optimalen Weg gewählt.
- wie kann er den InsoVerw auf den steuerlich optimalen Weg bringen, damit Fritzchen nicht auch noch den Unterschiedsbetrag in Höhe von 120% der Einlage ans Finanzamt bezahlen muss ?

idem
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Re: Optionen bei Schiffsinsolvenz ?

Beitrag von idem » 05.10.16, 09:19

Viel zu wenig Information, zu viele offene Fragen.

F sollte sich an eine/n Rechtsanwalt/in wenden (und sämtliche Unterlagen, insbesondere Gesellschaftsvertrag, Belege, Kontoauszüge etc. mitnehmen).

mwjm
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Re: Optionen bei Schiffsinsolvenz ?

Beitrag von mwjm » 08.10.16, 05:05

idem hat ausnahmsweise nicht ganz recht.
Dixy hat geschrieben:- ob die Forderungen gegen die Gesellschaft so hoch sind, dass wirklich das ganze Haftkapital eingesetzt werden muss - schliesslich ist das Schiff noch nicht verwertet.
Darauf kommt es nicht an. Maßgeblich für die Rückforderung ist, dass die Ausschüttungen nicht aus Gewinnen geleistet wurden. Daher sind die Ausschüttungen zumeist vollständig als Kapitalrückzahlungen zu qualifizieren. Bei Schiffsfonds ist das regelmäßig der Fall in wenigstens den ersten 10 Jahren.
Dixy hat geschrieben:- ob sich bei der Rückzahlung alle Gesellschafter - auch der Initiator - beteiligen müssen, oder nur die dummen Kleinanleger
Der Insolvenzverwalter hat gegen alle Gesellschafter vorzugehen! Fritzchen hilft das aber nicht.
Dixy hat geschrieben:- ob er seine eigenen Forderungen gegen die Gesellschaft mit den Forderungen des InsoVerw verrechnen darf. Schliesslich hatte die Gesellschaft steuerlich nicht den fuer die Anleger optimalen Weg gewählt.
Welche Forderungen? Nein, das geht regelmäßig nicht. Ob eine Aufrechnungslage vorliegt, ist nach §§ 95, 96 InsO zu beurteilen. Allenfalls bestünden Schadensersatzansprüche gegen die Geschäftsführung; zumeist sind die aber durch Entlastungsbeschlüsse entfallen.
Dixy hat geschrieben:- wie kann er den InsoVerw auf den steuerlich optimalen Weg bringen, damit Fritzchen nicht auch noch den Unterschiedsbetrag in Höhe von 120% der Einlage ans Finanzamt bezahlen muss ?
Der Unterschiedsbetrag ist latent vorhanden; schließlich wird er schon bei Ausübung der Option zur Tonnagebesteuerung festgestellt. Der Insolvenzverwalter kann kaum Einfluss hier nehmen, denn das Schiff unterliegt regelmäßig dem Pfandrecht der Bank und damit deren abgesonderter Befriedigung. Maßgeblich für den Unterschiedsbetrag Schiff (es gibt auch einen für Darlehen) ist dessen Veräußerung.

Dixy
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Re: Optionen bei Schiffsinsolvenz ?

Beitrag von Dixy » 28.10.16, 15:35

Danke, mwjm.

Fritzchen wird sich also eine Flasche Cognac kaufen.
Und dann seine Beteiligung verschenken.

Aber an wen ?
Am besten an eine Ltd.

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