Privatinsolvenz / Anwalt / Fragen

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whistle
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Privatinsolvenz / Anwalt / Fragen

Beitrag von whistle » 01.11.16, 19:54

Hallo,

traue mich kaum zu fragen.

Meine Privatinsolvenz steht kurz bevor, es steht der Besuch bei der Insolvenzverwalterin/Anwältin an.

Klar ist, dass sie Konto-Auszüge, Lohnabrechnungen etc. haben möchte.

Ist es normal, dass sie auch einen Lebenslauf haben möchte und nach Ratenzahlungen seit Bestehen meiner Schulden (sehr lange) fragt? Da müsste ich 10 Jahre zurück gehen und diese Kontoauszüge habe ich nicht mehr. Aktuell zahle ich keine Raten mehr. Sie meinte, dass es sonderbar wäre, dass das Gericht nicht sofort das Inso-Verfahren eröffnet hätte und dass es dafür einen Grund geben müsste. Ich bin damit sehr überfordert.

Kann man das Insolvenzverfahren einfach so ablehnen, z. B. wenn es zu viele Gläubiger sind? Wie ist die Rechtslage?

Ich bitte sehr um Aussagen, die mir HELFEN, z. B. von Menschen, die hier schon einen Schritt weiter sind oder rechtskundige Menschen, die ein wenig Empathie besitzen, denn meine Nerven liegen blank! ;)

Danke! :(

Dirty Uschi
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Re: Privatinsolvenz / Anwalt / Fragen

Beitrag von Dirty Uschi » 02.11.16, 13:16

Fragen gehört zum Geschäft und Unterlagen die man vernichtet hat, weil man sie nicht mehr brauchte und keine Aufbewahrungspflichten bestehen, sind nun einmal durch den Wolf. Dem Verwalter geht es darum, dass er von Gläubigern, die in Kenntnis der Insolvenzreife Geld von Dir erhalten haben, diese Beträge zurückfordern will. Dies geht max. für eine Zeitspanne von 10 Jahren, gerechnet ab Beantragung des Verfahrens. Das kann für Dich den Nebeneffekt haben, wenn Geld hereinkommt, dass hierdurch die Verfahrenskosten gedeckt werden können, was eine vorzeitige Erteilung der Restschuldbefreiung auf gesonderten Antrag möglich macht.

Warum das Gericht das Verfahren nicht sofort eröffnet hat, keine Ahnung. Auch bei scheinbar eindeutigen Fällen dauert es hier auch erst einmal.

Da das Verfahren eröffnet ist, kannst Du es jetzt nicht mehr "ablehnen". Die Anzahl der Gläubiger spielt dabei auch keine Rolle.
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ExDevil67
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Re: Privatinsolvenz / Anwalt / Fragen

Beitrag von ExDevil67 » 04.11.16, 07:06

Dirty Uschi hat geschrieben:Dem Verwalter geht es darum, dass er von Gläubigern, die in Kenntnis der Insolvenzreife Geld von Dir erhalten haben, diese Beträge zurückfordern will. Dies geht max. für eine Zeitspanne von 10 Jahren, gerechnet ab Beantragung des Verfahrens.
Ja das geht und hat schon so manchem Unternehmen das Genick gebrochen und mit in die Insolvenz getrieben, aber solche Fälle kenne ich bisher nur aus Insolvenzverfahren von Firmen.
Bei Privatpersonen mag das ja vielleicht auch gehen, aber wie will der Insolvenzverwalter nachweisen das der Gläubiger damals schon wusste/hätte wissen können das eine Privatperson die er als Kunden hat eigentlich schon insolvent war?

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