Pfand bares Einkommen in der Insolvenz. Probleme mit Bank XY

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70ng2
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Pfand bares Einkommen in der Insolvenz. Probleme mit Bank XY

Beitrag von 70ng2 » 30.12.16, 10:59

Hallo,

Mein Name ist Christoph und ich hab aktuelle enorme Probleme mit meiner Bank. Vor ca einem halben Jahr habe ich Insolvenz angemeldet, ich war wirklich froh das ich diesen Weg gegangen bin und den Brief über die erfolgreiche Eröffnung des Verfahrens in den Händen halten konnte.
Allerdings wird mir seitdem jeden Monat alles abgezogen was über dem frei Ertrag von 1073€ liegt.
Habe meinen Insolvenz Verwalter zu Rate gezogen, dieser hat eine Freigabe für mein Konto ausgestellt und diese auf dem Postweg zur Bank XY geschickt. Am 01. Des Folge Monat habe ich dann den überschüssigen Betrag (also alles was über der freigrenze lag) zurück erhalten.

Nach meiner nächsten Lohn Zahlung dann das selbe Spiel, diesmal würde allerdings der Betrag vom Monatsbeginn mit meinem Lohn bis 1073€ verrechnet und alles überschüssige wieder einbehalten. Daraufhin gab es eine Quell Freigabe durch den Insolvenz Verwalter bei meiner Bank. Den Rest der Lohn Zahlung erhielt ich wieder am 01. Des Folge Monats. War soweit kein Problem denn wir sprechen hier von Summe knapp über 100 oder 200€. Bis im vergangenen November ein Weihnachtsgeld von 500€ ausgezahlt wurde.

Seit dem sprechen wir von einem Betrag von 650€ der jeden Monat von der Bank eingehalten wird.
Sowohl Weihnachten als auch die anstehende Silvester Planung ist komplett im Eimer. Ich hatte sage und schreibe 500€ zur freien Verfügung, wovon mir ca 50 Euro geblieben sind nachdem ich meine Miete und sonstige anstehende kosten beglichen habe.


Auf Anfrage bei der Bank XY heisst es nur das für solche Angelegenheiten das "Team Insolvenzen" zuständig sei, dieses Team agiert aber wohl abseits von allem da ein direkter Ansprechpartner für Kunden nicht zu Verfügung steht. Auch mein Insolvenz Verwalter erhalt keine Benachrichtigung über den aktuellen Status meines Vorgangs. Verbraucherschutzzentrale wurde hinzu gezogen, auch bei dieser Anfrage warten wir vergebens auf eine Rückmeldung. Nach einem Telefonat mit dem Qualitätsmanagement der Bank XY würde ich an eine zuständige Mitarbeiterin in der Qualitätssicherung verwiesen, diese kann aber telefonisch nicht von mir kontaktiert werden, sie reagiert angeblich nur auf Rückruf Wunsch.... Mein Wunsch nach einem persönlichen Gespräch mit dieser Dame würde bis heute ignoriert.( Angeblich weitergegeben vor ca 2 Wochen)

Zur Aufklärung, Pfändbares Einkommen wird vor Lohn Auszahlung direkt von meinem Arbeitgeber an den Insolvenz Verwalter ausgezahlt somit sollte meiner freien Verfügung über mein Konto doch nichts im Wege stehen oder?

Es besteht noch eine Pfändung auf meinem Konto, der entsprechende Gläubiger hat sich weder zur Eröffnung des Insolvenz Verfahrens gemeldet noch auf aktuelle anfragen von meinem Insolvenz Verwalter.

Wie ist die Rechtslage? Mein IV rät zu einem Banken Wechsel, was sich als schwierig gestalten wenn die Bank mein Guthaben ein behält. Habe Angst es dann nie wieder zu sehen. Was kann ich tun? Dieser Sachverhalt gefährdet meine aktuelle lebenssituation enorm. Abgesehen von fehlendem Geld für Nahrungsmittel geben mir auch langsam die Möglichkeiten aus um meinen Job wahr zu nehmen da ich mit die öffentlichen Verkehrsmittel nicht mehr leisten kann.


Ich danke im voraus jedem der sich die Mühe macht Licht ins dunkle zu bringe....

Lieben Gruß aus Dortmund und Danke
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Vaughn
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Re: Pfand bares Einkommen in der Insolvenz. Probleme mit Ban

Beitrag von Vaughn » 30.12.16, 12:57

Ich werde aus der Schilderung noch nicht ganz schlau.

Wenn ich es richtig verstanden habe, wird der pfändbare Teil der Arbeitseinkommens direkt vom Arbeitgeber an den Insolvenzverwalter überwiesen.
Demnach wird nur der unpfändbare Teil vom Arbeitgeber auf dein privates Konto überwiesen. (Freibetrag 1.073 € ist für mich nicht nachvollziehbar).

Sobald die Bank von dem Insolvenzverfahren erfährt, darf sie erst einmal nicht an den Kontoinhaber auszahlen, sondern muss ein vorhandenes Guthaben grundsätzlich an den Insolvenzverwalter auskehren (Ausnahme ggf. über Pfändungsschutzkonto, bin ich mir jetzt aber nicht ganz sicher). Deshalb bedurfte es der Freigabe des IV gegenüber der Bank, das ist nach der Schilderung geschehen.

Jetzt gab es irgendeinen "Betrag vom Monatsbeginn", der mit der späteren Gutschrift des Arbeitgebers verrechnet wurde. Um was für Beträge handelt es sich dabei? Laufende Daueraufträge, z.B. für Miete, Lastschriften für Telefon, Versicherungen usw.?

Mit einer "Quell Freigabe" kann ich ebenfalls nichts anfangen.

Auch die Berechnung der jeden Monat einbehaltenen 650 € vermag ich nicht nachzuvollziehen.

Die vorliegende Kontopfändung wird mit Insolvenzeröffnung nur dann unwirksam, wenn sie im letzten Monat vor IV-Antrag erlangt wurde.

Ach ja: Handelt es sich denn um ein Pfändungsschutzkonto oder (noch) nicht?


70ng2
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Re: Pfand bares Einkommen in der Insolvenz. Probleme mit Ban

Beitrag von 70ng2 » 30.12.16, 14:25

Danke für die schnelle Antwort. Ja die Freigabe durch den IV wurde umgehend an die Bank übermittelt.
Und ja es handelt sich um ein PKonto mit einer freigrenze von 1073€. Ich erhalten im zum 15. Meine Lohn Zahlung, Pfändbares Guthaben wurde zu diesem Zeitpunkt schon an den IV übermittelt. Die Bank halt nun jeden Euro zurück der diese freigrenze überschreitet. Zum 01. Jeden Monats Word dieser Betrag allerdings wieder freigegeben um dann Mitte des Monats mit meinem Lohn verrechnet zu werden.
( Wieder bis zur freigrenze von 1073€)


Durch die erhöhte Zahlung im November( Weihnachtsgeld) besteht nun jeden Monat eine Differenz von grob 650 euro zwischen meinem Guthaben und der freigrenze von 1073€.

Die Berechnung des Pfändbares Einkommens durch die Bank ergibt sich aus allen Zahlungseingangen in einem Monat. Im Dezember also wie folgt :

01.12 Rückzahlung des einbehaltenen Betrags von 650€ durch die Bank
14.12 1200€ Lohn Zahlung

Diese beiden Summe werden addiert und die Differenz zwischen dem Endergebnis und der 1073 Euro werden mir abgezogen. Sprich, ich bekomme mein Lohn mittlerweile in 2 raten überwiesen, was meine Monats Planung verständlicherweise enorm durcheinander bringt.


Ich hoffe es war diesmal verständlicher,ist etwas kompliziert.
Verzeih mir die Rechtschreibung...schreibe unterwegs am handy.

Gruß 70ng2

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Re: Pfand bares Einkommen in der Insolvenz. Probleme mit Ban

Beitrag von 70ng2 » 30.12.16, 14:28

Oh kleiner Fehler. 650€ werden am 01. Geschickt. Und am 15. Wird alles einbehalten was über 1073 Euro geht inkl der 650 €. Diesen Monat waren also 423€ von meiner Lohn Zahlung übrig

Der Internationale
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Re: Pfand bares Einkommen in der Insolvenz. Probleme mit Ban

Beitrag von Der Internationale » 30.12.16, 22:45

Gegen Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens 8) Und Blödheit und Inkompetenz ist seit Jahren Pflicht, um überhaupt in einer Bank arbeiten zu dürfen. :ironie:

Es gibt hier diverse Praxis-Probleme, die Banken i.d.R. überfordern. Ferner darf man den Worten eines Insolvenzverwalters eigentlich nie trauen. Außer das eigene Geld verbindlich, exakt und mehrmals zählen, machen die alles nur unter Vorbehalt :ironie:

Zu den einzelnen Problemkreisen:

Ein P-Konto schützt nicht den Pfändungsfreibetrag, sondern lediglich den in jedem Fall und unbedingt unpfändbaren Betrag!!!

Ein P-Konto gehört grundsätzlich nicht zur Masse und ist ergo auch nicht vom Insolvenzverwalter freizugeben 8) Das weiss der i.d.R. aber nicht, da er denkt neben Gott, Allah und Zeus für EINFACH ALLES im Himmel und auf Erden zuständig zu sein. :ironie:

Das beschriebene Problem kann drei Ursachen haben:

a) die vorliegende Pfändung und b) die Tatsache, dass das Konto ein P-Konto ist und c) das zu viel doofe Köche im Brei rühren.

Lösungsansätze:

Im Eröffnungsbeschluss bzw. beim Berufen eines vorläufigen IVs (falls gegeben) steht im Gerichtsbeschluss (Pfändungen einzelner Insolvenzgläubiger sind unzulässig, bereits bestehende sind aufzuheben). Damit zur Bank dackeln und Aufhebung/Abweisung der vorliegenden Pfändung fordern.

Des Weiteren kann man - da das Konto ja freigegeben - auch schadlos verlangen, das P-Konto wieder in ein "normales" Konto umzuwandeln. Dann ist das beschriebene Problem auch weg. Achtung Gefahr durch Doofheit und EDV: Unter Umständen schicken die dann die festgehaltene Kohle an den Pfändungsgläubiger. ERGO Bänker erst wecken und erst dann handeln lassen, wenn sie wissen was sie tun. Außerdem denken viele Banken und auch IVs, dass Insolvenzschuldner gar nichts mehr dürfen. :? Und stehen dann da und sagen: "Dürfen Sie das denn?" :shock:

Ferner kann man die Köche im Brei ertränken. Aber es kommen dann neue blöde Köche nach. :ironie:

Zu guter Letzt kann man zu einem guten Anwalt gehen 8) 8) 8) (FAST :ironie: ) der sich mit sowas auskennt und bei Gericht Beschlüsse erwirkt, die dann auch ein TEAM (Bankenjargon für nicht greifbare Tunichtsgute) begreift.

In jedem Fall. VIEL GLÜCK!!
Das Böse bringen in der Regel nicht böse Menschen in die Welt, sondern dumme.

Haben Schuldner nur die Pflicht zur Redlichkeit?
Oder auch das Recht auf redliche Insolvenzverwalter und redliche Rechtspfleger und redliche Richter?

Frank Wiedenhaupt
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Re: Pfand bares Einkommen in der Insolvenz. Probleme mit Ban

Beitrag von Frank Wiedenhaupt » 03.01.17, 14:02

Das Spannende an den Antworten vom Internationalen ist ja jedes Mal nicht das was, sondern das wie :christmas

Grüße aus Berlin

Dirty Uschi
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Re: Pfand bares Einkommen in der Insolvenz. Probleme mit Ban

Beitrag von Dirty Uschi » 03.01.17, 16:02

Der Internationale hat geschrieben: Ein P-Konto schützt nicht den Pfändungsfreibetrag, sondern lediglich den in jedem Fall und unbedingt unpfändbaren Betrag!!!

Ein P-Konto gehört grundsätzlich nicht zur Masse und ist ergo auch nicht vom Insolvenzverwalter freizugeben
Der wäre ja auch schön doof. Man kann ja dann nicht abschöpfen, was über dem Pfändungsfreibetrag liegt.
Der Internationale hat geschrieben:
Im Eröffnungsbeschluss bzw. beim Berufen eines vorläufigen IVs (falls gegeben) steht im Gerichtsbeschluss (Pfändungen einzelner Insolvenzgläubiger sind unzulässig, bereits bestehende sind aufzuheben). Damit zur Bank dackeln und Aufhebung/Abweisung der vorliegenden Pfändung fordern.
Da wollen wir aber einmal hart am Text arbeiten:
idR sind nur künftige Einzelzwangsvollstreckungsmaßnahmen unzulässig, bereits bestehende sind einzustellen (soweit nicht unbewegliche Gegenstände betroffen sind). Damit ist die bereits bestehende Pfändung nicht "weg", es besteht weiterhin eine sog. Verstrickung, die zunächst noch beseitigt werden muss. Ohne Beseitigung wird die Bank nichts auszahlen, auch nicht an den geldgierigen, nur auf seinen Vorteil bedachten Insolvenzverwalter. Insoweit könnte ich den Gott/Allah/Zeus - Button gut gebrauchen, um mir lästige Arbeit vom Hals zu schaffen.
Scheiße verdammt noch mal, ich will wie eine Dame behandelt werden. Meredith Grey
Wenn ich allen meinen Schwestern einen Kaffee ausgeben würde, hätte
ich eine Cafeteria. Derek Shepherd

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Re: Pfand bares Einkommen in der Insolvenz. Probleme mit Ban

Beitrag von 70ng2 » 03.01.17, 19:01

Okay. Nachdem ich nun eine Antwort von der Bank erhalten habe, habe ich mich dazu entschlossen das Konto zu schließen. Ich habe sowohl mit meinem Anwalt, mit meinem IV und mit der Verbraucher Schutz Zentrale gesprochen und alle sagten mir unabhängig von einander das es Probleme dieser Art häufiger speziell bei meiner Bank gibt. Die Antwort der Bank reflektiert die Meinung meiner Ansprechpartner. Mal wieder ging es in einem Schreiben nur um eine interne Abteilung und darum das man diese als Kunde nicht kontaktieren kann. Außerdem wurde mir nahe gelegt die Menge der anrufe meinerseits in der zuständigen Filiale zu reduzieren da das dort Angestellte Personal mir sowieso nicht helfen kann.

Ist mir echt zu blöd.

Danke an alle die sich meiner Anfrage angenommen haben und mir so ausführlich geantwortet haben.

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