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Masseunzulänglichkeit

04.12.17, 15:32

Hallo,
mich würde interessieren, wenn z. B. ein Schuldner bei dem im Rahmen eines
Insolvenzverfahrens ein Insolvenzplan erstellt wurde, und plötzlich Masseunzulänglichkeit
über das Vermögen dieses Schuldners festgestellt wurde, wie es dann mit dem Betrieb
des Schuldners (der Schuldner hat einen eigenen Betrieb) weitergeht.
Wird der Betrieb dann geschlossen?

Viele Grüße
seglereins

Re: Masseunzulänglichkeit

05.12.17, 11:14

Mit den gegebenen Informationen kann man nichts Verbindliches sagen. Was ist im Rahmen Ihrer Frage z.B. ein "Betrieb"? Eine Fabrik mit 100 Mitarbeiter? Oder eine 1-Mann-Firma mit dem Schuldner als Direktor, Chauffeur und als Sekretär? 8) Unter Aufsicht des Insolvenzverwalters wird ein Betrieb sicher nicht fortgeführt, wenn im Verfahren Masseunzulänglichkeit erklärt wurde.

Andererseits gibt es für den Schuldner kein Berufsverbot. Da schätzt unsere Verfassung vor. Insofern kann auch ein vormals gescheiterter Unternehmer weiterhin selbständig tätig sein. Diese Selbständigkeit hat der Insolvenzverwalter dann oftmals "freigegeben". Von außen und ohne Detailwissen heisst es dann schnell: "Wieso wird dessen Betrieb den nicht geschlossen?"

Antwort: Leider haben die meisten Deutsche nie die verfassungsgemäßen Grundrechte im Land verstanden. :| Traurig, aber wahr.

Re: Masseunzulänglichkeit

19.12.17, 16:33

Hallo,
angenommen bei dem Schuldner würde es sich um eine Anwaltskanzlei handeln,
und nun nach der Feststellung der Masseunzulänglichkeit die Regelinsolvenz laufen, bestünde
da die Gefahr des Verlierens der Anwaltszulassung wegen Vermögensverfall?

Viele Grüße
seglereins

Re: Masseunzulänglichkeit

20.12.17, 10:35

seglereins hat geschrieben: bei dem Schuldner würde es sich um eine Anwaltskanzlei handeln


Dann wohl doch eher um einen Anwalt. Ansonsten hätten wir es ja mit einer Gesellschaftsinsolvenz zu tun, in Form einer Partnerschaft, GbR, GmbH,....

seglereins hat geschrieben:und nun nach der Feststellung der Masseunzulänglichkeit die Regelinsolvenz laufen, bestünde
da die Gefahr des Verlierens der Anwaltszulassung wegen Vermögensverfall?


Das Insolvenzverfahren läuft doch schon, ansonsten gäbe es keine MUZ.

Mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens haben wir doch schon den Fall des § 14 Abs. 2 Nr. 7 BRAO. Da spielt die MUZ keine Rolle.

Re: Masseunzulänglichkeit

20.12.17, 12:21

Im Übrigen betrifft die Masseunzulänglichkeit die Insolvenzmasse, also das vom Verwalter verwaltete Vermögen und nicht den freigegebenen Geschäftsbetrieb.

Re: Masseunzulänglichkeit

20.12.17, 14:59

RGSilberer hat geschrieben:Im Übrigen betrifft die Masseunzulänglichkeit die Insolvenzmasse, also das vom Verwalter verwaltete Vermögen und nicht den freigegebenen Geschäftsbetrieb.


Wobei auch die Freigabe des Geschäftsbetriebes kein Grund darstellt, die Zulassung nicht zu entziehen.

Dem kann man begegnen, wenn man die Selbstständigkeit aufgibt, die anwaltliche Tätigkeit im Rahmen einer Sozietät ausübt und keine Möglichkeit hat, auf Mandantengelder zurückzugreifen. Hierzu gibt es Entscheidungen des BGH.

Re: Masseunzulänglichkeit

21.12.17, 11:10

Dirty Uschi hat geschrieben:Wobei auch die Freigabe des Geschäftsbetriebes kein Grund darstellt, die Zulassung nicht zu entziehen.

Dem kann man begegnen, wenn man ... keine Möglichkeit hat, auf Mandantengelder zurückzugreifen. Hierzu gibt es Entscheidungen des BGH.


Bärchen, äussert sich der BGH dazu, wieso Insolvente, deren Verfahren bereits ÖFFENTLICH ERÖFFNET ist, alle potentielle Kleptomanen sind, Schulder vor der Insolvenz, deren Verzweiflung weit mehr zu einer Verdeckungstat anregt, hingegen nicht? 8)

Re: Masseunzulänglichkeit

21.12.17, 13:10

Der Internationale hat geschrieben:Bärchen, äussert sich der BGH dazu, wieso Insolvente, deren Verfahren bereits ÖFFENTLICH ERÖFFNET ist, alle potentielle Kleptomanen sind, Schulder vor der Insolvenz, deren Verzweiflung weit mehr zu einer Verdeckungstat anregt, hingegen nicht? 8)


Wer schaut den unter insolvenzbekanntmachungen.de bevor er zum Anwalt geht?

Hier geht es um den Vermögensverfall, der offensichtlich ist und erst einmal als gesetzlich vermutet zum Schutz der Mandanten unterstellt wird.

Das Problem mit zahlungsunfähigen Anwälten, die versucht sein könnten, Fremdgelder zu mißbrauchen, will ich nicht wegdiskutieren, aber bei denen ist die finanzielle Situation ja gerade nicht offensichtlich.

Und wenn es offensichtlich ist, dass man mit eigenem Geld schon nicht umgehen kann, sollte man fremdes Geld nicht in die Finger bekommen.

Dem trägt der BGH auch Rechnung. Lösung ist nicht die Tätigkeit als Einzelanwalt, sondern in einer Sozietät, welche sicherstellt, dass der Schuldner über Fremdgeldkonten nicht verfügen darf.

Re: Masseunzulänglichkeit

22.12.17, 20:29

Dirty Uschi hat geschrieben:Und wenn es offensichtlich ist, dass man mit eigenem Geld schon nicht umgehen kann, sollte man fremdes Geld nicht in die Finger bekommen.


:shock: :shock: :shock: :shock: :shock: Du bist sicher ein Riesen-Merkel-Fan, oder?? :mrgreen:

Re: Masseunzulänglichkeit

28.12.17, 15:42

Der Internationale hat geschrieben:
Dirty Uschi hat geschrieben:Und wenn es offensichtlich ist, dass man mit eigenem Geld schon nicht umgehen kann, sollte man fremdes Geld nicht in die Finger bekommen.


:shock: :shock: :shock: :shock: :shock: Du bist sicher ein Riesen-Merkel-Fan, oder?? :mrgreen:


Klar, dreimal darfst Du raten, wer denn in 2017 so dick gespendez hat.

Re: Masseunzulänglichkeit

02.01.18, 15:19

Hallo,
wie lange würde es denn ungefähr dauern von der Eröffnung der Regelinsolvenz
bis zum Entzug der anwaltlichen Zulassung?
Gibt es da zeitliche Anhaltspunkte?

Viele Grüße
seglereins

Re: Masseunzulänglichkeit

02.01.18, 16:10

Da würde ich doch eher mal bei der zuständigen Anwaltskammer nach Erfahrungswerten fragen.
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