Privatinsolvenz und Bedenken

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ronnst
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Privatinsolvenz und Bedenken

Beitrag von ronnst » 21.01.18, 14:42

Hallo.
Ich habe mal eine allgemeine Frage.
Wenn jemand in einem Privatinsolvenzverfahren steckt, muss er das einem potenziellen neuen Arbeitgeber sagen?
Die Frage hat folgenden Grund.
Jemand der Privatinsolvenz ist hat nun Angst, das wenn er das sagt, der neue Arbeitgeber ihn nicht einstellen wird.

Wie sind da so die Erfahrungen? Macht sich diese Person umsonst Gedanken? Ist es am Ende dem AG egal?


Grüße
Ronny

SusanneBerlin
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Re: Privatinsolvenz und Bedenken

Beitrag von SusanneBerlin » 21.01.18, 15:14

Ist es am Ende dem AG egal?
Da es "den" Arbeitgeber nicht gibt, sondern "solche und solche" lässt sich die Frage nicht allgemeingültig beantworten.

Sicherlich hat die Lohnabrechngssstelle des Arbeitgebers mit der Abführung des den Pfändungsfreibetrag übersteigenden Lohnanteils mehr Arbeit als bei einem nicht insolventen Arbeitnehmer. Dieser Aspekt mag dann weniger ins Gewicht fallen, wenn der Nettolohn des AN beispielsweise aufgrund von Unterhaltsverpflichtungen sowieso unterhalb des Pfändungsfreibetrags liegt.
Grüße, Susanne

ronnst
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Re: Privatinsolvenz und Bedenken

Beitrag von ronnst » 21.01.18, 15:19

Ja das stimmt das es diese und diese gibt.
Die Person um die es geht hat sowiso ein P-Konto. Also denke mal, das es am Ende sowiso egal ist, da alles was über die Freigrenze ist sowiso einbehalten wird.

Gruß
Ronny

SusanneBerlin
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Re: Privatinsolvenz und Bedenken

Beitrag von SusanneBerlin » 21.01.18, 15:41

Der Pfändungsfreibetrag ist bei Arbeitseinkommen höher als bei sonstigem Einkommen, außerdem sind bestimmte Gehaltsbestandteile pfändungsfrei wie Erschwerniszulagen und Weihnachtsgeld bis 500€. Deshalb pfändet der Insolvenzverwalter in der Regel direkt beim Arbeitgeber und gibt das Konto des Schuldners nach Prüfung frei.
Grüße, Susanne

FM
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Re: Privatinsolvenz und Bedenken

Beitrag von FM » 21.01.18, 15:59

Neben dem Pfändungsaufwand können, je nach Art der Arbeit, Überlegungen eines Arbeitgebers sein:

- Wenn der Bewerber schon in seinem eigenen Bereich nicht erfolgreich wirtschaften konnte, kann er das dann für mein Unternehmen?

- Wenn dem ohnehin alles über der Grenze weggepfändet wird, ist er dann überhaupt zu motivieren? (oder auch: reicht es dann nicht, ihm ein sehr geringes Gehalt anzubieten?)

- Wer Schulden hat kommt eher in Versuchung, unkorrekt zu handeln.

Dirty Uschi
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Re: Privatinsolvenz und Bedenken

Beitrag von Dirty Uschi » 22.01.18, 09:01

SusanneBerlin hat geschrieben:Der Pfändungsfreibetrag ist bei Arbeitseinkommen höher als bei sonstigem Einkommen, außerdem sind bestimmte Gehaltsbestandteile pfändungsfrei wie Erschwerniszulagen und Weihnachtsgeld bis 500€. Deshalb pfändet der Insolvenzverwalter in der Regel direkt beim Arbeitgeber und gibt das Konto des Schuldners nach Prüfung frei.
@SusanneBerlin
sorry, aber das ist zweimal Käse:

1. der Insolvenzverwalter pfändet nicht. Dier Vewalter zieht die pfändbaren Bezüge gem. § 35 InsO i.V. mit § 80 InsO ein.

2. Wie oben gesagt, soll es sich um ein P-Konto handeln. Dieses ist aber nicht Bestandteil der Insolvenzmasse, ergo kann es auch nicht freigegeben werden.Sollte der Verwalter der Bank mitteilen, dass er mit dem Konto "nichts zu tun haben will", setzt er sich einem möglichen Haftungsanspruch aus, denn ihm gebühren die überschießenden Beträge gem. § 850k ZPO. Das P-Konto ist kein Sparbuch.
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