Schuldenverkauf nach voller Rückzahlung?

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frugender
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Schuldenverkauf nach voller Rückzahlung?

Beitrag von frugender »

Im Rahmen eines gerichtlich angeordneten Schuldenbereinigungsplanes habe ich die Gläubiger-Banken bzw. die in deren Auftrag agierenden Inkassofirmen, die vollständig bedient wurden, angeschrieben und um ein Erledigungsschreiben gebeten.

Nun teilen 2 Banken mit, die Forderungen seien verkauft. Witzigerweise hat die Inkasso-Firma, die für eine dieser Banken arbeitet, 4 Tage vorher ein Erledigungsschreiben geschickt.

Ist das "normal"? Versuchen Banken, indem sie getilgte Schulden/Forderungen verkaufen, noch zusätzlich Geld zu erwirtschaften? Bzw. die "neuen Gläubiger"?

Vermutlich wird es besser sein, per Anwalt zu reagieren?

Danke für Eure Hilfe


AZ

ExDevil67
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Re: Schuldenverkauf nach voller Rückzahlung?

Beitrag von ExDevil67 »

Zunächst wäre mal zu klären wann die Forderung verkauft wurde und wann die Einigung mit wem erfolgte. Nach erfolgtem Verkauf ist die Bank kein Gläubiger mehr, Ansprechpartner ist dann nur noch der Käufer.
Wobei natürlich nur Bank oder Inkassofirma im Rahmen des Vergleichs Geld erhalten haben sollten. Zumal selbst wenn Verkauf und Vergleich sich zeitlich überschnitten haben und bei der Bank A nicht wusste was B tut. Dann hätte man sich mit der Inkassofirma nicht vergleichen können.

frugender
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Re: Schuldenverkauf nach voller Rückzahlung?

Beitrag von frugender »

Danke, ExDevil67!

Es gab keine Info über den Forderungsverkauf innerhalb meiner Zahlungszeit. Alle Schreiben, Anschreiben usw. jetzt sind mit Datum 8.11.2019 versehen. Also NACH meiner letzten Zahlung und nach meinem Anschreiben mit Bitte um Erledigungsschreiben. Und natürlich sind die Anschreiben der Inkassofirmen ohne beglaubigte Schreiben, sondern es ist nur eine Seite als Info der Bank enthalten: Wir haben die Forderungen abgetreten. Zahlungen bitte nun an xxx.

Der "Vergleich" also der Gerichtsbeschluss, ist von 2016. Seit dem nur gezahlt, keinerlei Veränderungen, und das bei vielen Bahnen/Gläubigern.

Zitat:
"Zumal selbst wenn Verkauf und Vergleich sich zeitlich überschnitten haben und bei der Bank A nicht wusste was B tut."

Da die Anschreiben von den Inkassofirmen kamen, und auch Schreiben der Banken dabei lagen, kann man diesen Fall ausschließen.

Also: die bevollmächtigte Inkassofirmen haben die Rückzahlung erfolgreich bekommen, bestätigten dies auch - und nun kommen die Banken wieder ins Spiel, und wollen erzählen, die Forderungen, die ja schon abgetreten wurden an Inkassobüro, die vollständig beglichen wurden, wären ERNEUT abgetreten an ein neues Unternehmen.

Bizarr.


ExDevil67
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Re: Schuldenverkauf nach voller Rückzahlung?

Beitrag von ExDevil67 »

Moment, abtreten und bevollmächtigen sind afaik zwei Dinge.

Denkbar wäre natürlich das Inkassofirma A über die Jahre im Auftrag der Bank tätig war und jetzt wo die Forderung komplett bezahlt wurde der Bank die Rückmeldung gibt "Geld ist vollständig da, Sache erledigt.". Das hindert aber natürlich nicht die Bank, weil die ihre Bücher bereinigen will, parallel mit B über einen Verkauf eines Forderungspaketes (erfolgreich) zu verhandeln und das Geschäft zu einem Termin X abschließen. Da wäre es natürlich denkbar das sich Verkauf der Forderung an B und die Meldung von A über die Begleichung der Forderung überschneiden.
Das sollte sich aber klären lassen und dann wäre es an B und der Bank sich über die wertlose, weil erledigte, Forderung zu verständigen. Da muss man zwar ggf als Ex-Schuldner akitv werden und B nachweisen das die Forderung schon erledigt ist, aber doppelt zahlen muss man nicht.

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