1) Zinssatz auf angemeldete Forderung 2) Gleichzeitige Forderung an ursprünglichen Gläubiger

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Kindesvater
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1) Zinssatz auf angemeldete Forderung 2) Gleichzeitige Forderung an ursprünglichen Gläubiger

Beitrag von Kindesvater »

Angenommen:

A fliegt im Januar ins Ausland, mit geplantem Rückflug im Mai. Ein paar Tage vor dem Rückflug wird von der Airline der Flug storniert (aufgrund der Pandemie). Reisebüro fragt A, ob er einen Gutschein oder eine Rückerstattung von der Airline möchte. A entscheidet sich für die Rückerstattung. Dies alles geschieht noch im Mai.

Mitte Julie erhält A vom Reisebüro Mitte Juli eine Mail, dass die Airline den Rückerstattungsbetrag an das Reisebüro überwiesen habe, und dass der Betrag innerhalb der nächsten 60 Tage auf seinem Konto eingehen werde. Das Geld kommt nie an, da das Reisebüro vor Ablauf der 60 Tage ein Insolvenzverfahren angemeldet hat.

A hat nun vom Insolvenzverwalter ein Formular für die Anmeldung der Forderung zugeschickt bekommen.

Darf er auf den ihm zustehenden Betrag Zinsen berechnen?
Wie hoch dürfen die sein? Und ab welchem Datum dürfen die Zinsen berechnet werden?

Zusatzfrage: Im Internet hat A gelesen, dass es ratsam sei, sich mit seiner Forderung gleichzeitig auch direkt an die Airline zu wenden. Ist das überhaupt zulässig? Das Geld wurde ja angeblich schon an das Reisebüro überwiesen.

Wie ist die Rechtslage?
ktown
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Re: 1) Zinssatz auf angemeldete Forderung 2) Gleichzeitige Forderung an ursprünglichen Gläubiger

Beitrag von ktown »

Für mich stellt sich die Frage. Wieso zahlt die Airline an das Reisebüro? Der Vertrag bestand doch zwischen der Airline und A.
Ich würde die Airline auch als ersten Ansprechpartner für A betrachten.
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Kindesvater
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Re: 1) Zinssatz auf angemeldete Forderung 2) Gleichzeitige Forderung an ursprünglichen Gläubiger

Beitrag von Kindesvater »

Da A den Flug über das Reisebüro gebucht hatte, bot das Reisebüro an, sich um die Rückerstattung zu kümmern.
ktown
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Re: 1) Zinssatz auf angemeldete Forderung 2) Gleichzeitige Forderung an ursprünglichen Gläubiger

Beitrag von ktown »

Kindesvater hat geschrieben: 16.01.21, 12:13 Da A den Flug über das Reisebüro gebucht hatte, bot das Reisebüro an, sich um die Rückerstattung zu kümmern.
das mag ja sein. Trotzdem gehört das Geld nicht dem Vermittler sondern dem Vertragspartner A. Somit setzt man die Airline in Verzug, setzt dann ein Mahnverfahren in gang und gut ist.
Oder wurde im Reisebüro irgendetwas unterschrieben?
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FM
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Re: 1) Zinssatz auf angemeldete Forderung 2) Gleichzeitige Forderung an ursprünglichen Gläubiger

Beitrag von FM »

Kindesvater hat geschrieben: 16.01.21, 12:13 Da A den Flug über das Reisebüro gebucht hatte, bot das Reisebüro an, sich um die Rückerstattung zu kümmern.
Wenn der Kunde das Angebot leichtsinniger Weise angenommen hat, könnte das Reisebüro zur Entgegennahme bevollmächtigt gewesen sein, und die Fluggesellschaft hat ihre Zahlungspflicht genau so erfüllt wie vom Kunden gewünscht. Dann werden die nicht noch einmal zahlen.
Kindesvater
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Re: 1) Zinssatz auf angemeldete Forderung 2) Gleichzeitige Forderung an ursprünglichen Gläubiger

Beitrag von Kindesvater »

Unterschrieben wurde nicht, jedoch gab es ein paar Emails hin und her. Als Der der Kunde die Airline per Email anschrieb, haben die natürlich erwidert, dass sie das Geld schon an das Reisebüro überwiesen haben.

Deshalb auch die Fragen nach 1) der Festlegung des Zinsatzes bei Insolvenzverfahren und 2) der Möglichkeit eines Versuches, das Geld über beide Wege einzufordern und zu schauen, wer als erstes zahlt.
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