PKW-Leasingrückgabe - welche Kosten trägt der Leasingnehmer?

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Lupi
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PKW-Leasingrückgabe - welche Kosten trägt der Leasingnehmer?

Beitrag von Lupi »

Wenn man einen PKW über 4 Jahre least (Kilometerleasing) und ihn knapp vier Wochen vor Vertragsende zurückgeben will, kann das Autohaus irgendwelche Gebühren dafür nehmen? (Der Vertrag ist komplett abgezahlt, im Vertrag steht nur, was passiert, wenn das Fahrzeug verspätet zurückgegeben wird).

Kann das Autohaus oder die Leasing-Bank die Vergütung der Minder-km einbehalten, wenn sie der Meinung ist, der Leasingnehmer müsste die Kosten für neue Bremsen, Lackkratzer und Steinschlagreparaturen sowie Aufbereitung und HU/AU übernehmen? Der Leasingnehmer ist der Meinung, dass er diese Kosten nicht zu tragen hat, weil sich das Auto in einem (wie es auch der Vertrag will) dem Alter und der Fahrleistung entsprechenden Erhaltungszustand befindet.

Vielen Dank für eine qualifizierte Antwort!

Big Guro
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Beitrag von Big Guro »

Eine Zahlungsverpflichtung kann sich nur aus dem Leasingvertrag ergeben. Daher muss die Leasing-Bank vortragen, aus welchem Passus sich diese Verpflichtung ergibt.
Ich habe keine Ahnung, was ich hier tue...

...aber Inkompetenz hat mich auch
noch nie von etwas abgehalten.

pOtH
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Beitrag von pOtH »

Gibt der Kunde nach Ablauf des Leasingvertrags das geleaste Fahrzeug zurück, muss dieser der Leasingfirma nur die Kosten für Schäden und Mängel ersetzen, die auf eine übervertragliche Nutzung zurückzuführen sind. Eine solche liegt jedoch nicht vor, wenn das Fahrzeug lediglich typische Gebrauchsspuren (hier: Kratzer an Dach und Türen, Klappergeräusche, leichte Einbeulungen an drei Türen) aufweist, entschied das Landgericht München (Urteil vom 9.10.1996, Az. 15 S 9301/96, DAR 1998, Seite 19).
Das Landgericht Gießen (NJW RR 95, 687) hat einen verbogenen Stoßfänger vorne, einen im Innenraum verkratzten Kofferraum, Türen links und rechts leicht eingebeult noch durchgehen lassen und hat gesagt, dass gewisse Lackschäden mit der Benutzung eines Pkw immer verbunden sind, weshalb leichte Schrammen, Kratzer und Beulen im Rahmen eines Leasingvertrages zur vertragsgemäßen Abnutzung gehören und keinen Schaden darstellen.
Nach AG Osnabrück (DAR 99, 556) liegt bei typischen Gebrauchsspuren, wie oberflächlichen Lack- und Blechschäden, die bereits auf Grund geringer Berührung eintreten können, keine übervertragliche Abnutzung vor.

Riesling
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Anteilige Kosten für Inspektion?

Beitrag von Riesling »

Mich interessiert ob es eine rechtliche Grundlage für das anteilige Berechnen von Inspektionskosten gibt?

Angenommen der Leasingnehmer ließ das KfZ einmal pro Jahr (alle 20.000 km) in der Fachwerkstatt inspizieren. Warum sollte er für Kosten aufkommen die die Nutzung des KfZ in der Zukunft betrifft?

Danke und Gruß,

Riesling
Erst wägen dann wagen,
erst denken dann sagen.

Christoph
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Beitrag von Christoph »

Die Wartung eines Fahrzeuges bezieht sich im Normalfall auf die Verschleißspuren, die in der Vergangenheit angefallen sind und dienen dem Werterhalt des Fahrzeuges, wozu der LN verpflichtet ist. Und wann die Wartungen fällig sind, steht im Wartungsheft bzw. der Gebrauchsanleitung zum Fahrzeug. Meistens ist dies Abhängig vom Zeitablauf bzw. der gefahrenen Kilometer, jenachdem was zuerst erreicht ist.
Dieser Beitrag ist meine persönliche Meinung und stellt keine Rechtsberatung im eigentlichen Sinne dar.

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