Veröffentlichen einer Mail an die Redaktion einer Zeitung

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Thunderbirdy
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Veröffentlichen einer Mail an die Redaktion einer Zeitung

Beitrag von Thunderbirdy »

Sehr geehrte Damen und Herren,

zu folgendem Fall würde mich die Rechtslage interessieren:

Es wurde eine Pressemitteilung von einem Verein erstellt, in der über Herrn A nachweislich falsche Dinge behauptet werden. Diese Pressemitteilung wurde in einer Onlinezeitung veröffentlicht.
Herr A hat nun bei der Redaktion per Mail nachgefragt, ob es üblich sei, dass dort Meldungen veröffentlicht werden, ohne dass der Betroffene hierzu vorab befragt wurde. Eine Erlaubnis zur Veröffentlichung wurde weder gegeben noch untersagt.

Jetzt hat die Onlinezeitung die Mail von Hr. A in vollem Wortlaut veröffentlicht, ebenso wie die Antwort der Redaktion darauf.

Meine Frage ist jetzt: Ist es rechtlich zulässig, dass eine Mail ohne ausdrückliche Zustimmung veröffentlicht werden darf?
Wenn nein, welche gesetzlichen Bestimmungen greifen hier und wie kann sich Herr A am besten wehren?

Vielen Dank für die Hilfe schon im Voraus und viele Grüße
Thunderbirdy

Tastenspitz
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Re: Veröffentlichen einer Mail an die Redaktion einer Zeitun

Beitrag von Tastenspitz »

Thunderbirdy hat geschrieben:Meine Frage ist jetzt: Ist es rechtlich zulässig, dass eine Mail ohne ausdrückliche Zustimmung veröffentlicht werden darf?
Sicher. IdR. auch willkürlich gekürzt solange der Sinn dadurch nicht verfälscht wird.
Ausnahmen sind vermutlich jugendgefährdende, volksverhetzende oder beleidigende Texte bzw. Schreiben bei denen der Veröffentlichung ausdrücklich vom Verfasser widersprochen wurde.
Im vorliegenden Fall ging es vermutlich um eine Gegendarstellung. Wer könnte das besser formulieren als der Betroffene selber.
Wo ist das Problem(chen)?
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
Für individuelle Rechtsberatung bitte "ALT" und "F4" auf der Tastatur gleichzeitig drücken.

Thunderbirdy
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Re: Veröffentlichen einer Mail an die Redaktion einer Zeitun

Beitrag von Thunderbirdy »

Es ging nicht um eine Gegendarstellung, die käme im späteren Verlauf mit dem ausdrücklichen Hinweis und der Bitte um Veröffentlichung.

rabenthaus
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Re: Veröffentlichen einer Mail an die Redaktion einer Zeitun

Beitrag von rabenthaus »

Hallo

nochmal : Wo ist das Problem?
Wir sind dafür, dass wir dagegen sind.

FM
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Re: Veröffentlichen einer Mail an die Redaktion einer Zeitun

Beitrag von FM »

Bei Leserbriefen an eine Redaktion kann stillschweigend unterstellt werden, dass der Verfasser mit einer Veröffentlichung einverstanden ist bzw. diese sogar wünscht. Ist eben so üblich. Wer das nicht will, würde es extra äußern.

ktown
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Re: Veröffentlichen einer Mail an die Redaktion einer Zeitun

Beitrag von ktown »

Wenn die Redaktion den Hinweis auf den Verein weglassen würde, könnte man vielleicht darüber nachdenken, dass es nicht korrekt ist. Aber auch da kann ich nu sagen: Schauen sie sich die Yellowpress an. Dort wird gelogen bis sich die Balken biegen. Hauptsache die Auflage stimmt.
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Thunderbirdy
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Re: Veröffentlichen einer Mail an die Redaktion einer Zeitun

Beitrag von Thunderbirdy »

Herr A hat nun bei der Redaktion per Mail nachgefragt, ob es üblich sei, dass dort Meldungen veröffentlicht werden, ohne dass der Betroffene hierzu vorab befragt wurde. Eine Erlaubnis zur Veröffentlichung wurde weder gegeben noch untersagt.
Es handelt sich nicht um einen Leserbrief sondern eine Mail mit einer Frage an den Redakteur, bei der A keinesfalls mit einer Veröffentlichung gerechnet hätte.

Da es sich nicht um einen Leserbrief sondern um eine Bitte um Informationen handelt, war A sich nicht bewußt, dass diese Anfrage eine stillschweigende Zustimmung zur Veröffentlichung beinhaltet.

BäckerHD
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Re: Veröffentlichen einer Mail an die Redaktion einer Zeitun

Beitrag von BäckerHD »

Wenn A aber doch seit 2005 in diesem Forum unterwegs ist, hätte er wissen können, dass das Briefgeheimnis beim Empfänger endet - zumal an eine E-Mail womöglich noch geringere Maßstäbe zu stellen sind als an einen Brief im klassischen Sinne.

ktown
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Re: Veröffentlichen einer Mail an die Redaktion einer Zeitun

Beitrag von ktown »

Äh um was geht's jetzt eigentlich?
Thunderbirdy hat geschrieben:Es wurde eine Pressemitteilung von einem Verein erstellt, in der über Herrn A nachweislich falsche Dinge behauptet werden. Diese Pressemitteilung wurde in einer Onlinezeitung veröffentlicht.
Herr A hat nun bei der Redaktion per Mail nachgefragt, ob es üblich sei, dass dort Meldungen veröffentlicht werden, ohne dass der Betroffene hierzu vorab befragt wurde.
Thunderbirdy hat geschrieben:Es handelt sich nicht um einen Leserbrief sondern eine Mail mit einer Frage an den Redakteur, bei der A keinesfalls mit einer Veröffentlichung gerechnet hätte.
Im ersten Thread heißt es, dass A sich darüber beschwert, dass eine Pressmitteilung des Vereins ungeprüft veröffentlicht wurde und jetzt geht es plötzlich um eine Mail.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

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Thunderbirdy
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Re: Veröffentlichen einer Mail an die Redaktion einer Zeitun

Beitrag von Thunderbirdy »

Es geht um eine Mail, die über das Kontaktformular der Onlinezeitung an den Redakteur verschickt wurde und in der A nachfragt, ob es üblich ist, dass Pressemeldungen dort veröffentlicht werden, ohne vorher auch dem Betroffenen die Möglichkeit zu geben, sich dazu zu äußern, bzw. im Vorfeld den Wahrheitsgehalt zu prüfen.
Dies hätte A eigentlich nach §54 Abs. 2 RStV erwartet.

Die Mail enthielt noch keine Gegendarstellung.

Es geht hier um die Frage, ob die Redaktion einer Onlinezeitung Mitteilungen, die über das öffentliche Kontaktformular auf deren Webseite verschickt werden, ohne Zustimmung veröffentlichen darf.

ktown
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Re: Veröffentlichen einer Mail an die Redaktion einer Zeitun

Beitrag von ktown »

Also der Redakteur hätte also die Mail von A erst prüfen müssen?

Die Pressemitteilung heißt ja so, weil der Verein hier die Verantwortung dafür trägt und die Zeitung nur das Medium ist mit dem es verbreitet wird.
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FelixSt
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Re: Veröffentlichen einer Mail an die Redaktion einer Zeitun

Beitrag von FelixSt »

Thunderbirdy hat geschrieben:Es geht um eine Mail, die über das Kontaktformular der Onlinezeitung an den Redakteur verschickt wurde und in der A nachfragt, ob es üblich ist, dass Pressemeldungen dort veröffentlicht werden, ohne vorher auch dem Betroffenen die Möglichkeit zu geben, sich dazu zu äußern,
Welche Antwort hat A sich denn eigentlich erhofft? "Ja"?
Thunderbirdy hat geschrieben: Es geht hier um die Frage, ob die Redaktion einer Onlinezeitung Mitteilungen, die über das öffentliche Kontaktformular auf deren Webseite verschickt werden, ohne Zustimmung veröffentlichen darf.
Was soll daran wichtig sein? Es ist doch egal, ob die Mail übers Kontaktformular, über sonstige Mailadressen, oder ob der Schrieb per Fax, Brief, Einschreiben, Flaschenpost, Brieftaube oder per Morsezeichen übermittelt wurde.
Ich empfehle jedem, selbst zu denken und es sich nicht von unseren Forengutmenschen wie z.B. lottchen abnehmen zu lassen.

fragender123777
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Re: Veröffentlichen einer Mail an die Redaktion einer Zeitun

Beitrag von fragender123777 »

Vielleicht dachte der Redakteur, A. wolle eine Gegendarstellung veröffentlichen?

nordlicht02
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Re: Veröffentlichen einer Mail an die Redaktion einer Zeitun

Beitrag von nordlicht02 »

fragender123777 hat geschrieben:Vielleicht dachte der Redakteur, A. wolle eine Gegendarstellung veröffentlichen?
Wohl kaum. Sowohl beim Einreichen als auch beim Abdruck einer Gegendarstellung sind bestimmte, hier nicht erfolgte Formen einzuhalten - beim Einreichen einer Gegendarstellung unter anderem Schriftform und eigenhändige Unterschrift.
„Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache; dass er überall dabei ist, aber nirgendwo dazugehört.“ (Hanns Joachim Friedrichs)

fragender123777
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Re: Veröffentlichen einer Mail an die Redaktion einer Zeitun

Beitrag von fragender123777 »

Dann hätte er zumindest fragen müssen, ob Aeine formal korrekte Gegendarstellung oder diese Mail veröffentlichen will.

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