Mitarbeit Redaktion; Verwenung Pseudonym

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Marlein
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Mitarbeit Redaktion; Verwenung Pseudonym

Beitrag von Marlein » 26.04.15, 03:27

Hallo liebes Forum,

bin neu und habe die Suchfunktion ausprobiert und selbst nichts zu meiner Fragestellung gefunden.
Das kann aber meiner mangelnden Erfahrung hier im Forum geschuldet sein. Wer also eine Antwort weiß,
die ich selbst nicht gefunden habe, bin ich auch auf den Hinweis darauf sehr dankbar. :christmas

Zu Frage:
Wir nehmen an: Eine Person A möchte (zunächst ehrenamtlich mit Aussicht auf spätere Vollmitgliedschaft) in einer Redaktion einer Lokalzeitung mitarbeiten und dort Artikel, Kommentare, Buchkritiken, Satiren u. ä. in gegenseitiger Absprache mit der Redaktion veröffentlichen.
Veröffentlicht wird
- in der Lokalzeitung (Print)
- auf der Website der Zeitung

Person A arbeitet noch in weiteren Redaktionen mit.
Person A möchte hier aber unter einem Pseudonym veröffentlichen.
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Gründe hierfür: Person A ist eventuell an einer wissenschaftlichen Fakultät und/oder bei einer anderen Zeitung tätig und/oder aktiv in einer Partei, einem Verband oder Verein und möchte in der Zeitung gerne einen neuen, von der bisherigen Arbeit unabhängigen Bereich bearbeiten, der nicht durch das Googlen: "Was macht der/die denn sonst so?" beeinträchtigt wird.
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Frage 1:
Muss diese Person mit bürgerlichem Namen irgendwo (unter Redaktionsteam, im Impressum o. ä.) in der Zeitung oder auf der Website genannt werden? Oder reicht als Autorenname/ -kürzel das Pseudonym?

Der Redaktion ist der bürgerliche Name bekannt. Wie ist da die Rechtslage?
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Frage 2:
Es soll weiterhin eine schriftliche Vereinbarung über die ehrenamtliche Mitarbeit von Person A mit der Redaktion geschlossen werden.
Kann sich Person A grundsätzlich vertraglich zusichern lassen, dass die Redaktion nicht eigenmächtig ihren bürgerlichen Namen verwendet?
Ich habe zwar gelesen, dass dies ein grundsätzlicher Vertragsbestandteil (z.B. bei Buchautoren) sein kann aber wie ist das bei einer Zeitung und insbesonders bei ehrenamtlicher Mitarbeit? Wie ist da die Rechtslage?
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Frage 3:
Ich gehe einfach davon aus, dass Person A das Recht hat, mit Pseudonym (Autorenname oder -kürzel) als AutorIn genannt zu werden, da er/sie kein festes Redaktionsmitglied ist und nicht z.B. im Impressum oder unter "Redaktionsteam" mit aufgeführt wird. Aber: Wie ist die Rechtslage?


Vielen Dank für Antworten
(PS: Bin nicht vom Fach :shock: ) :? :wink:
Marlein

nordlicht02
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Re: Mitarbeit Redaktion; Verwenung Pseudonym

Beitrag von nordlicht02 » 26.04.15, 07:13

Ehrenamtlich, Vollmitgliedschaft?
Eine Zeitung ist eigentlich kein Verein. Entweder arbeitet man dort als fest angestellter Journalist, als freier Journalist oder als "fester Freier". Und ohne Honorierung schon mal gar nicht, was ich unter "ehrenamtlich" verstehen würde. :evil:
Und üblich ist es, dass man dort unter seinem regulären Namen schreibt und unter seinem Kürzel, das sich aus dem regulären Namen herleitet - je nachdem, was gerade veröffentlicht wird. Mir ist jedenfalls keine Redaktion bekannt, bei der es anders gehandhabt wird. Ein Recht darauf, unter Pseudonym zu schreiben, gibt es nicht. Wenn die Redaktion auf den regulären Namen besteht, wird man unter dem schreiben oder eben gar nicht.
Man sollte, wenn man journalistisch arbeitet, schon mit seinem Namen zu dem stehen, was man schreibt.
Und dass man für mehrere Redaktionen arbeitet, ist bei freien Journalisten vollkommen normal.
„Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache; dass er überall dabei ist, aber nirgendwo dazugehört.“ (Hanns Joachim Friedrichs)

SusanneBerlin
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Re: Mitarbeit Redaktion; Verwenung Pseudonym

Beitrag von SusanneBerlin » 26.04.15, 08:05

Hallo,

ehrenamtliche Tätigkeiten gibt es in der freien Wirtschaft nicht, man könnte es also ein "Praktikum" nennen, allerdings müssen auch Praktikanten seit der Einführung des Mindestlohngesetzes bezahlt werden, wenn das Praktikum kein Pflichtpraktikum im Rahmen einer Ausbildung ist.
Grüße, Susanne

Marlein
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Re: Mitarbeit Redaktion; Verwenung Pseudonym

Beitrag von Marlein » 26.04.15, 09:04

Hallo an alle,

vielen Dank für die ersten Antworten.
Das sagt man vielerorts so: "Mitglied in einer Redaktion sein":-). Ist kein juristischer Begriff, wie gesagt: bin nicht vom Fach:-)
Vollmitglied habe ich deshalb als Begriff genommen, weil man ja auch als ehrenamtliche bei Sitzungen dabei ist, nur eben unbezahlt.
Dass man - insbesonders auf dem Lande oder bei bestimmten Projekten, die Zeitungen haben - umsonst seine Beiträge zu zur Verfügung stellt, kommt auch vor.
Da machen viele was ehrenamtlich, ist vielleicht auch nicht der richtige juristische Begriff - ich weiß es nicht.
Irgendwie musste ich es ja nennen...

Mir geht es eher um das Pseudonym, nicht ob ich für irgendwas Geld bekomme:-)
Also vielleicht könntet ihr in euren Antworten eher auf diesen Punkt eingehen.

Darf man darunter schreiben und darf man darauf bestehen darunter genannt zu werden?

VG und vielen Dank! Marlein :wink:
Zuletzt geändert von Marlein am 26.04.15, 09:10, insgesamt 2-mal geändert.

SusanneBerlin
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Re: Mitarbeit Redaktion; Verwenung Pseudonym

Beitrag von SusanneBerlin » 26.04.15, 09:09

Marlein hat geschrieben: Mir geht es eher um das Pseudonym, nicht ob ich für irgendwas Geld bekomme:-)
Also vielleicht könnten die Antworten eher auf diesen Punkt eingehen.

Darf man darunter schreiben und darf man darauf bestehen darunter genannt zu werden?
Wurde doch schon beantwortet:
nordlicht02 hat geschrieben:Und üblich ist es, dass man dort unter seinem regulären Namen schreibt und unter seinem Kürzel, das sich aus dem regulären Namen herleitet - je nachdem, was gerade veröffentlicht wird. Mir ist jedenfalls keine Redaktion bekannt, bei der es anders gehandhabt wird. Ein Recht darauf, unter Pseudonym zu schreiben, gibt es nicht. Wenn die Redaktion auf den regulären Namen besteht, wird man unter dem schreiben oder eben gar nicht.
Grüße, Susanne

Marlein
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Re: Mitarbeit Redaktion; Verwenung Pseudonym

Beitrag von Marlein » 26.04.15, 09:13

Hallo Susanne,

der TN oben schreibt aber auch, ihm sei keine Redaktion bekannt, die es anders handhaben würde. Das heißt noch nicht, dass er alle Redaktionen kennt:-)
Ist das also eine Meinungsäußerung oder auf welchen Gesetzestext bezieht sich der TN? :)

LG Marlein

SusanneBerlin
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Re: Mitarbeit Redaktion; Verwenung Pseudonym

Beitrag von SusanneBerlin » 26.04.15, 09:23

Ein Recht darauf, unter Pseudonym zu schreiben, gibt es nicht.
Das hier ist eine Tatsache.
Da es kein Gesetz gibt, das eine Redaktion dazu zwingt, Artikel unter Pseudonym zu veröffentlichen (oder überhaupt Artikel anzunehmen und zu veröffentlichen), bestimmt die Redaktion, welche Artikel sie annimmt und ob der Name des Autors genannt wird.
Grüße, Susanne

Marlein
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Re: Mitarbeit Redaktion; Verwenung Pseudonym

Beitrag von Marlein » 26.04.15, 09:45

Oh man :wink: , ich glaube, wir missverstehen uns;.)
Vielleicht gibt es ja später noch andere Antworten. Ich will niemanden zwingen, auch geht es mir nicht darum was allgemein üblich ist :D So mache ich es schon.
Es geht mir ja gerade darum, etwas unüblich ist (natürlich in wohlgemeinter Absprache mit der Redaktion).
Und meine Frage ist hierbei: Ist das juristisch okay, das auch so zu machen.

VG Marlein

FM
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Re: Mitarbeit Redaktion; Verwenung Pseudonym

Beitrag von FM » 26.04.15, 10:02

Wenn man journalistisch tätig werden will, sollte man schon ein gewisses Textverständnis haben und in der Lage sein zu erkennen, dass die Frage nun bereits mehrfach beantwortet wurde - wenn auch nicht ganz so, wie erhofft.

nordlicht02
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Re: Mitarbeit Redaktion; Verwenung Pseudonym

Beitrag von nordlicht02 » 26.04.15, 11:39

Nur, um es zu verdeutlichen:
Marlein hat geschrieben:.. bei bestimmten Projekten, die Zeitungen haben - umsonst seine Beiträge zu zur Verfügung stellt, kommt auch vor.
Sie schrieben oben aber von einer Lokalzeitung und nicht von irgendwelchen (gemeinnützigen) Projekten.
Und da ist es eben so, dass Textbeiträge und Fotos honoriert werden und es dort auch keine "ehrenamtlichen" Tätigkeiten gibt. Alles andere wäre unkollegial, da bei dieser Art der Beschäftigung irgendwann die Folge wäre, dass die Honorare der Kollegen gedrückt werden. Bei den Kollegen, die ausschließlich Bild machen passiert dies schon seit Jahren durch die Bildagenturen, die Bilder von (meist) Amateuren zu Spottpreisen verschleudern. :twisted:
„Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache; dass er überall dabei ist, aber nirgendwo dazugehört.“ (Hanns Joachim Friedrichs)

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Re: Mitarbeit Redaktion; Verwenung Pseudonym

Beitrag von Michael A. Schaffrath » 27.04.15, 17:02

Ist doch ganz einfach:

Man "darf" unter Pseudonym veröffentlichen (es ist einem nicht gesetzlich verboten).
Solange die Zeitung einen V.i.S.d.P. benennt (bzw. das Impressum der Website entsprechend einrichtet), ist sie damit auf der sicheren Seite, was Kennzeichnungspflichten angeht.

Ob die Zeitung einem das auch als Recht zugesteht, liegt in ihrem Ermessen bzw. an den Regelungen des mit dem Autor eingegangenen Vertrages.
DefPimp: Mein Gott
Biber: Nö, war nur M.A.S. Aber hier im Forum ist das schon ziemlich dicht dran.

Chabos wissen, wer der M.A.S. ist.

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Re: Mitarbeit Redaktion; Verwenung Pseudonym

Beitrag von FM » 28.04.15, 07:59

Bei einer ländlichen Lokalzeitung stelle ich mir die Anonymität etwas schwierig vor. Es kann funktionieren, wenn man lediglich Buchrezensionen schreibt. Sobald man aber zu Veranstaltungen muss, oder zwecks Recherche Kontakt zu jemand aufnimmt, wird trotz Pseudonym schnell bekannt, wer der "Neue" ist.

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Re: Mitarbeit Redaktion; Verwenung Pseudonym

Beitrag von nordlicht02 » 28.04.15, 08:05

FM hat geschrieben:Bei einer ländlichen Lokalzeitung ...
Dazu muss es gar nicht ländlich sein. Auch als "Frontschwein" in der Großstadt ist man relativ schnell bekannt. :wink:
„Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache; dass er überall dabei ist, aber nirgendwo dazugehört.“ (Hanns Joachim Friedrichs)

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Re: Mitarbeit Redaktion; Verwenung Pseudonym

Beitrag von Nadruo » 09.06.15, 08:56

Also ich habe in der ZEIT auch einen Artikel gelesen, dessen Autor der Redaktion namentlich bekannt war,
der Name aber nicht veröffentlicht wurde. Es wurde ein Synonym verwendet. Der ZEIT traue ich eine legale
Beschäftigungskultur zu, also spricht meiner Ansicht nach nichts dagegen.

PurpleRain
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Re: Mitarbeit Redaktion; Verwenung Pseudonym

Beitrag von PurpleRain » 09.06.15, 09:04

nordlicht02 hat geschrieben:Und üblich ist es, dass man dort unter seinem regulären Namen schreibt und unter seinem Kürzel, das sich aus dem regulären Namen herleitet - je nachdem, was gerade veröffentlicht wird. Mir ist jedenfalls keine Redaktion bekannt, bei der es anders gehandhabt wird.
Ich lese die Beiträge von Don Alphonso in der FAZ gerne :lol:
"Das ganze Problem mit der Welt ist, dass Dummköpfe und Fanatiker der Richtigkeit ihrer Sicht immer so sicher, weise Menschen aber so voller Zweifel sind." Bertrand Russel

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