Computerspiele doch schuld an Amok?

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spraadhans
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Computerspiele doch schuld an Amok?

Beitrag von spraadhans »

John Robie
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Beitrag von John Robie »

Hmm, nicht so lustig.
Richard Gecko
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Beitrag von Richard Gecko »

Genauso lustig wie die Waffenmesse in Nuernberg zu eroeffnen, aber ein e-Sport-Event in Stuttgart zu verbieten:
http://www.iwa.info/de/default.ashx
http://www.(Wortsperre: Name).de/newsticker/meldung/135025
Roni
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Beitrag von Roni »

hallo

ich habe mich gerade gestern mit einigen Jugendlichen wegen dieser Computerspiele unterhalten.
Die meinten, dass diese Spiele Agressionen abbauen würden, ohne so ein Ventil wäre viellt. schon mehr passiert ??
Könnte man das auch so sehnt ??

Grß roni
spraadhans
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Beitrag von spraadhans »

Daran scheiden sich wohl die Geister.

Ich halte diese Argumentation durchaus für nachvollziehbar, da ich selber mit der ersten Generation von Computerspielen aufgewachsen bin und aus mir trotz allem ein mäßig aber doch sozialisierter Bürger geworden ist 8) .

Mir kann aber niemand erzählen, dass diese Gewaltspiele alleiniger Auslöser solcher Taten sein können, in der Entwicklung dieser Persönlichkeiten muss m.E. vorher schon jede Menge schief gelaufen sein.
flipmow

Beitrag von flipmow »

Ich bin mittlerweile soweit, dass ich behaupten würde, dass Computerspiele ein Katalysator für Gewaltsein können. Sie sind aber nie der Auslöser.

Nicht selten erlebt man als Jugendlicher in Computerspielen sogar schöne Erfolgserlebnisse, die sich auch auf die "richtige" Welt auswirken (z.b. Preise bei Turnieren). Ich weiss da sehr gut, wovon ich rede. Habe von 16-19 oder 20 täglich ca. 4 Stunden derartige Spiele gespielt.

Bei vielen wird es auch - wie schon erwähnt - eher ein Ventil für Aggression und Gewalt sein, anstatt sie zu fördern. Aber da jeder Mensch individuell ist, reagiert jeder auch anders darauf. Die Mehrheit baut damit meiner Meinung nach aber Aggressionen ab.

Deswegen Computerspiele ("Killerspiele") verbieten zu wollen, halte ich aber für den falschen Weg.

lg flipmow
Zuletzt geändert von flipmow am 24.03.09, 12:37, insgesamt 1-mal geändert.
Bob Loblaw
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Beitrag von Bob Loblaw »

Mir kann niemand erzählen, dass überhaupt ein direkter Zusammenhang bestehen soll

Post hoc ergo propter hoc.
Roni
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Beitrag von Roni »

hallo

wenn ich Autorennen anschaue, rase ich ja auch nicht deswegen los.
Wenn ich Boxkämpfe sehe, schlage ich auch nicht um mich.

Gruß roni
karli
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Beitrag von karli »

Zu dem Thema ist auch diese Seite einen Klick wert!
Wer´s noch ausführlicher mag http://www.f01.fh-koeln.de/wvw/
Wenn du kritisiert wirst, dann mußt du irgend etwas richtig machen, denn man greift nur denjenigen an, der den Ball hat. (Bruce Lee)
Achtung: Meine Beiträge können Meinungsäusserungen, Denkanstösse, sowie Spuren von Ironie und Sarkasmus enthalten.
spraadhans
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Beitrag von spraadhans »

Ein wenig differenzieren sollte man aber m.E. schon, denn die richtigen Killerspiele haben aus meiner Sicht tatsächlich nichts in Kinderhänden verloren, sowie es natürlich unverantwortbar ist, wenn Kinder permanent dem Ferhsehschrott ausgesetzt sind oder Gewalt live zu Hause erleben.

Hier kommt aber schnell an die Schwelle, bei der es richtig teuer wird, denn Bildung und ansatzweise soziale Gerechtigkeit sind eine Grundvoraussetzung dafür, dass aus den heutigen Kinder, in ferner zukunft gute (bessere) Eltern werden.

Und daran wird unser Staat und unsere Gesellschaft aller Voraussicht nach scheitern...
Ronny1958
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Beitrag von Ronny1958 »

Obwohl ichvon meiner Altersgruppe her eine andereMeinung haben müßte (so ähnlich war das Ergebnis einer Umfrage in einerTageszeitung):

Ich halte Computerspiele nicht für Amokauslöser.

Wer sich erinnert:

Früher standen Videos über Kampfsport ala Todeskralle des Bruce Lee in diesem Ruf....
Ein wenig differenzieren sollte man aber m.E. schon, denn die richtigen Killerspiele haben aus meiner Sicht tatsächlich nichts in Kinderhänden verloren, sowie es natürlich unverantwortbar ist, wenn Kinder permanent dem Ferhsehschrott ausgesetzt sind oder Gewalt live zu Hause erleben.
Wie alles ist das ständige Computerspielen eher ein Indiz dafür, dass Eltern ihre Kids vernachlässigen oder ruhig stellen.....
Das Bonner Grundgesetz ist unverändert in Kraft. Eine deutsche Reichsverfassung, eine kommissarische Reichs-Regierung oder ein kommissarisches Reichsgericht existieren ebenso wenig, wie die Erde eine Scheibe ist. (AG Duisburg 26.01.2006)
pOtH
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Beitrag von pOtH »

es gibt millionen die "killerspiele" spielen, aber nur einige wenige die "amok laufen".
es gibt milliarden autofahrer u. jedes jahr einige hunderttausende verletzte u. tote.


die politik meint, nur weil es gerade mal wieder aktuell ist, sich auf dieses thema einschießen zu müssen - in einem jahr sind die toten wieder vergessen u. man wird irgend ein anderes thema aufgreifen!
deshalb http://www.3dsupply.de/shop/detail.php?PID=00004774

ps.: die US-regierung hat es auf uns amokläufer abgesehen "u. freut sich uns in ihrer arme willkommen heißen zu dürfen"- trainiert wird man heutzutage am pc, um so kosten zu sparen - da durfte das blut auch mal an die decke spritzen!
America's Army ist laut Aussagen der US-Army ein „cost-effective recruitment tool“ (engl. etwa: „kostengünstiges Rekrutierungs-Werkzeug“). Dieser Umstand war und ist Anlass zu weltweiten ethischen Diskussionen.
Das Spiel selbst ähnelt anderen teambasierten Taktik-Shootern, allerdings werden viele Spielelemente wesentlich realistischer modelliert als in vergleichbaren Spielen.
.
.
Sehr realistisch fällt auch die Simulation von Verletzungen aus. Ein angeschossener Spieler kann verbluten, wenn er keine Hilfe (Sanitäter, engl. Medic) sucht. Der Sanitäter kann zwar die Blutung stoppen, jedoch nicht vollständig heilen; außerdem wird die Bewegungs- und Zielfähigkeit des Verletzten je nach Grad der Verletzung eingeschränkt. Sprich, man fängt wegen der virtuellen Schmerzen beim Zielen zu zittern an, wodurch präzise Schüsse schwieriger werden. Die visuelle und akustische Darstellung eines Treffers bei einer Figur fällt hingegen unrealistischer aus. Sie beschränkt sich auf eine kleine rote „Blut-Wolke“. Der Grund dafür war, dass große Mengen an Blut auf den Boden und an Wänden, sichtbaren Verletzungen und Todesschreien zu einer Alterseinstufung geführt hätten, die nicht mehr der Zielgruppe entsprochen hätte.
http://de.wikipedia.org/wiki/America%E2%80%99s_Army
Dipl.-Sozialarbeiter
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Beitrag von Dipl.-Sozialarbeiter »

Roni hat geschrieben:...
ich habe mich gerade gestern mit einigen Jugendlichen wegen dieser Computerspiele unterhalten.
Die meinten, dass diese Spiele Agressionen abbauen würden, ohne so ein Ventil wäre viellt. schon mehr passiert ??
Könnte man das auch so sehnt ??
...
Sicher können PC-Spiele eine Ventilfunktion haben und im gewissen Grad auch Aggressionen (oder Frust) abbauen. Diesen Effekt hat im übrigen auch Alkohol. Mäßig (aber nicht regelmäßig) getrunken, führt dies auch nicht zur Sucht.

Die hier gemeinten PC-Spiele sind auch nicht der Auslöser eines Amoklaufes. Allerdings können sie die Hemmschwelle, andere Menschen zu töten, senken.

Wirkliche Prävention heißt, sich Kindern und Jugendliche zuzuwenden und stutzig zu sein, wenn ein Kind oder Jugendlicher still und nicht erreichbar ist. Solange sich "stille" Kinder oder Jugendliche selbst verletzen, schlucken und schweigen, oder sich nur selbst aber nicht andere verletzen oder töten, solange scheint ja unsere Welt in Ordnung zu sein.

Wer weiß eigentlich genau, wie viele Kinder jährlich bei uns im Straßenverkehr ums Leben kommen?

Oder von den eigenen Eltern getötet werden?
John Robie
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Beitrag von John Robie »

Hallo spraadhans!
Mir kann aber niemand erzählen, dass diese Gewaltspiele alleiniger Auslöser solcher Taten sein können, in der Entwicklung dieser Persönlichkeiten muss m.E. vorher schon jede Menge schief gelaufen sein.
Sehe ich auch so. Ich spiele hack 'n' slays seit vielen Jahren, ohne dass ich meine Hemmschwelle, Menschen zu töten, dadurch gesenkt sehe.

Zurzeit werden statistische Korrelationen als bewiesen darzustellen versucht, wohl weil dies den Eindruck erwecken soll, es werde etwas unternommen.

Ist ja auch billiger als Schulklassen zu verkleinern und qualitativ hochwertige Jugendtreffs einzurichten.

Freundliche Grüße
-John
häschen

Beitrag von häschen »

Ich halte nichts von blindem Aktionismus, und schon erst Recht nicht von Verallgemeinerungen- den ursprünglichen Verwendungszweck von Schusswaffenübungssimulatoren sollte man aber auch nicht klein zu reden suchen.

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