Computerspiele doch schuld an Amok?

Moderator: FDR-Team

windalf
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Beitrag von windalf »

Mir ist in Deutschland kein einziger Fall bekannt, in dem ein Auto bewusst gegen Menschen eingesetzt wird.
Mir war so als ob ich da schon mal den einen oder anderen Artikel gelesen habe. Ob es dabei zu einem Toten kam oder "nur verletzt" weiß ich nicht mehr...
M.M. nach hat diese "aber es gibt doch viel mehr Unfalltote.."- Argumentation nix in einer Diskussion mit Morden zu tun.
Das ist ja nicht die Argumentationskettte. DIe Argumentationskette ist weil die Regeln im Straßenverkehr nicht regide (z.B. keine 0,0% Grenze, zu geringe Tempolimits) genug sind kommt es zu einer erhöhten Anzahl an Toten... Wenn auch nicht vorsätzlich dann zumindest billigend in Kauf genommen...
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.
flipmow

Beitrag von flipmow »

Letzten endes spielt es keine Rolle, WIE jemand zu Tode gekommen ist, sondern was man dagegen tun kann, dass die Anzahl an Toten (aus welchen Gründen auch immer) sich verringert.

Die Zahl der Unfalltoten kann man "überschaubarer" eindemmen, als Opfer von Amokläufen. Auch wenn ich trotzdem der Meinung bin, dass man sich auch mit den Gründen der Amokläufe auseinander setzen kann, um dann die richtigen Schritte einzuleiten, um dem entgegen zu wirken.
windalf
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Beitrag von windalf »

Letzten endes spielt es keine Rolle, WIE jemand zu Tode gekommen ist, sondern was man dagegen tun kann, dass die Anzahl an Toten (aus welchen Gründen auch immer) sich verringert.
100%ig Zustimmung. Man sollte die Hebel ziehen die am meisten bringen...
Auch wenn ich trotzdem der Meinung bin, dass man sich auch mit den Gründen der Amokläufe auseinander setzen kann, um dann die richtigen Schritte einzuleiten, um dem entgegen zu wirken.
Wobei man hierbei dann eigenltich abschätzen müsste wieviel Kostet mich das und was kann ich errreichen wenn ich diese Ressourcen woanders einsetzte.

Vielleicht ist es ja Gesellschaftlich sinnvoll x Amokläufe pro Jahr zu haben dafür aber y Tote woanders einsparen zu können...
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.
Paddy82
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Beitrag von Paddy82 »

Worauf ich hinaus wollte:
Die Quote derer, die nach dem Spielen von Gewaltspielen Amok laufen, liegt nach meinen persönlichen Schätzungen bei unter 0,01% (4 Täter in 10 Jahren bei einer Masse von Spielern).
Die Quote derer, die bei Geschwindigkeiten von mehr als 150 km/h auf Autobahnen verunglücken, liegt mit Sicherheit darüber.
Natürlich tötet der Amokläufer vorsätzlich, der Raser unfreiwillig. Für die Opfer, bzw. deren Angehörigen, spielt es dennoch keine große Rolle, ob er von einem Verrückten überfahren oder erschossen wurde.
Daher meine Argumentation:
Es ist viel einfacher, die Zahl der Unfall-Opfer wirksam zu verringern als Amokläufe zu verhindern.
Im Übrigen ist es kinderleicht, auch nach einem Killerspiel-Verbot an diese Spiele zu gelangen, solange sie im Ausland auf dem Markt sind.
Das wichtigste ist, wenn ich sterbe:
Begrabt mich in Hamburger Erde.
Dipl.-Sozialarbeiter
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Beitrag von Dipl.-Sozialarbeiter »

Eierhahn hat geschrieben:...
Mir ist in Deutschland kein einziger Fall bekannt, in dem ein Auto bewusst gegen Menschen eingesetzt wird.
...
Aber mir sind einige bekannt (letzter Fall m.W. in D'dorf). Aber sicher wirst Du im Internet mit den richtigen Suchbegriffen einiges finden. Ebenso finden auch erweiterte Suizide mit dem Auto (meist Frontalzusammenstoß) statt. Verfolgungsfahrten im Kontext zu Ehrenmordandrohungen hat es ebenfalls gegeben. Zum Schluß blieben noch die Alkoholfahrten und illegalen Autorennen.

Eigentlich müßte sich die Polizei mit diesen Themen auskennen. ;-)
Ronny1958
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Beitrag von Ronny1958 »

Wenn ich mir die Pseudo-Amok-Fahrten derTestfahrer mancher deutschen Nobelmarke mal unter dem Gesichtspunkt der Fahrlässigkeit, und des bedingten Vorsatzes anschaue, bin ich mir nicht mehr sicher, ob diese Aussage
Mir ist in Deutschland kein einziger Fall bekannt, in dem ein Auto bewusst gegen Menschen eingesetzt wird.
so stehen bleiben sollte.

Dolus directus schließe ich zwar auch aus,aber ein eventualis könnte schon bei rumkommen.
Das Bonner Grundgesetz ist unverändert in Kraft. Eine deutsche Reichsverfassung, eine kommissarische Reichs-Regierung oder ein kommissarisches Reichsgericht existieren ebenso wenig, wie die Erde eine Scheibe ist. (AG Duisburg 26.01.2006)
Ivanhoe

Beitrag von Ivanhoe »

flipmow hat geschrieben:Ich bin mittlerweile soweit, dass ich behaupten würde, dass Computerspiele ein Katalysator für Gewaltsein können. Sie sind aber nie der Auslöser.
Den Heavy Metal nicht zu vergessen! :roll:
Versicherungsmensch
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Beitrag von Versicherungsmensch »

Irgendwie wusste ich, dass dieser Kommentar irgendwann noch kommen musste. ;-)
Ich kann länger nicht rauchen als ein Nichtraucher rauchen. Ich bin somit der mental Stärkere. (Horst Evers)
Richard Gecko
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Beitrag von Richard Gecko »

Verbote von gewissen Computerspielen wird auch nichts helfen, da es viele Spiele von Fans gibt die die Open-Source-Engines von idgames nutzen und die Spiele nur uebers Internet (kostenlos) zu haben sind und sogar (wieder von idgames) es Quake Live gibt, dass in einem Browser laeuft (fast ohne Download).
pOtH
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Beitrag von pOtH »

windalf hat geschrieben:Vielleicht ist es ja Gesellschaftlich sinnvoll x Amokläufe pro Jahr zu haben dafür aber y Tote woanders einsparen zu können...
nette milchmädchenrechnung, was passiert aber wenn mal ein amoklauf "ausfällt" - schicken wir dann killertrupps durch D die wahllos leute erschießen, nur um die quote stabil zu halten? :wink:


es liegt m.M. nach eher an eltern, freunden u. lehrern "verhaltensauffällige personen" so früh als möglich hilfe anzubieten, so das amokläufe garnicht erst geplant od. gar durchgeführt werden können. es kann mir keiner erzählen das jemand von 0 auf 100 "durchstartet", amokläufe sind in den seltensten fällen spontantaten sondern "lange" geplant.
windalf
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Beitrag von windalf »

nette milchmädchenrechnung, was passiert aber wenn mal ein amoklauf "ausfällt"
WIso Milchmädchenrechnung? Wenn man nichts anders zum Rechnen hat geht man nunmal mit einer Statisktik und Verteilungen ran. Besser auf dieser Basis entscheidungen treffen als aus dem hohlen Bauch...
es liegt m.M. nach eher an eltern, freunden u. lehrern "verhaltensauffällige personen" so früh als möglich hilfe anzubieten, so das amokläufe garnicht erst geplant od. gar durchgeführt werden können. es kann mir keiner erzählen das jemand von 0 auf 100 "durchstartet", amokläufe sind in den seltensten fällen spontantaten sondern "lange" geplant.
Das daran gearbeitet werden soll bestreite ich ja nicht. Nur wenn jetzt irgendjemand meint großartig Gelder in die Hand nehmen zu wollen um im Schnitt einen Amoklauf pro zehn Jahre zu verhindern, sollte man sich schon fragen ob man das Geld nicht sinnvoller verwenden kann...
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.
pOtH
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Beitrag von pOtH »

milchmädchenrechnung bezog sich auf die von mir zitierte aussage von dir. was bringt es 100 verkehrstot "einzusparen" um dann 99 tote durch amokläufe zu haben.
wenn eltern u. lehrer "geschult" werden um so "verhaltensauffälligkeiten" früher zu erkennen, kostet das vielleicht nur einen bruchteil von dem was es kostet jedes jahr "selbstmörderstrecken" für mopeds zu sperren.
der mopedfahrer ist herr seines gefährtes u. kann sein schicksal selbst bestimmen, das opfer eines amoklaufes kann dies nicht!
windalf
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Beitrag von windalf »

wenn eltern u. lehrer "geschult" werden um so "verhaltensauffälligkeiten" früher zu erkennen, kostet das vielleicht nur einen bruchteil von dem was es kostet jedes jahr "selbstmörderstrecken" für mopeds zu sperren.
Zu Selbstmördern hab ich noch ne ganz andere Meinung. Wer das machen will soll das bitte auch machen können (natürlich so ohne andere damit zu gefährenden.) Eine Frechheit wenn sich der Staat da einmischen will wenn jemand über sein eigenes Leben entscheiden möchte...
der mopedfahrer ist herr seines gefährtes u. kann sein schicksal selbst bestimmen, das opfer eines amoklaufes kann dies nicht!
So lange er da keine anderen mit reinzieht ist das ja keine schlechte Sache...
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.
flipmow

Beitrag von flipmow »

Der Suizid ist in 99% der Fälle in keinster Weise der richtige Weg. Suizid ist eine Verzweiflungstat, die man nicht unterstützen sollte.

Natürlich kann jeder letztlich selbst darüber entscheiden, aber es gibt Zeiten im Leben, da kann jemand nicht selbst objektiv darüber entscheiden, ob sein Leben lebenswert ist oder nicht. Und selbst wenn es zu diesem Zeitpunkt nicht so rosig aussieht, kommen auf jeden Fall immer bessere Zeiten.
windalf
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Beitrag von windalf »

flipmow hat geschrieben:Der Suizid ist in 99% der Fälle in keinster Weise der richtige Weg. Suizid ist eine Verzweiflungstat, die man nicht unterstützen sollte.

Natürlich kann jeder letztlich selbst darüber entscheiden, aber es gibt Zeiten im Leben, da kann jemand nicht selbst objektiv darüber entscheiden, ob sein Leben lebenswert ist oder nicht. Und selbst wenn es zu diesem Zeitpunkt nicht so rosig aussieht, kommen auf jeden Fall immer bessere Zeiten.
Das was Sie da schreiben heisst es ist mal wieder toll Bürger zu entmündigen. Geht mir gegen den Strich... Ich will mein Schicksal selbst bestimmen und mir nicht vorschreiben lassen was ich mit meinem Körper zu tun oder lassen habe.... Der Staat hat sich da nicht einzumischen...
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