Antiamerikanismus oder Recht auf Dummheit?

Moderator: FDR-Team

Nordland
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Verstöße gegen Foren-Regeln...

Beitrag von Nordland »

Heute ist der 11. September 2014. Vor 13 Jahren gab es die Terroranschläge in den USA, die durch Islamisten verübt wurden und bei denen mehrere tausend Menschen ums Leben kamen.

In der SC hat jemand einen Thread eröffnet, in dem er wiederholt auf Verschwörungstheorien zu 9/11 beharrt. Mittlerweile schreibt er zu den Anschlägen auch Dinge wie:
Was für ein "Unglück"? Doch nicht die 2500 und ein paar zerquetschten Toten.
Das ist zum einen menschenverachtend. Zum anderen ist es aber auch widersprüchlich. Denn wenn es doch gar keine Anschläge von außen gewesen sein sollen, wieso werden die Terroranschläge dann relativiert und durch die internationalen Aktivitäten der USA gerechtfertigt? Es zeigt sich, welches Ziel offenbar wirklich hinter diesem Thread steckt. Es geht weniger um Aufklärung als darum, die Anschläge - welche ja zweifelsfrei aufgeklärt sind - in ein weniger schlimmes Licht zu rücken.

Es ist daher verwunderlich, dass dieser Thread bestehen bleibt und die antiamerikanischen Hetze weiter betrieben werden kann.
Es ist unser Land.

Nordland
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Antiamerikanismus oder Recht auf Dummheit?

Beitrag von Nordland »

Moin,

diese Frage geht in erster Linie an das "FDR-Team", das die Speakers Corner moderiert. Ich habe bereits im Verstöße-Thread auf die Problematik des 9/11-Threads hingewiesen. Ohne Reaktion.

Letztendlich dürfte wohl jedem neutralen Beobachter klar sein, dass mit diesem Thread unter dem Vorwand der "Wahrheitsfindung" lediglich antiamerikanische Ressentiments verbreitet werden sollen. Da ist etwa davon die Rede, dass die 2.500 "und ein paar zerquetschten" Toten doch kein Unglück seien. Aussagen gehen in die Richtung, dass die Amerikaner selbst schuld seien. Es wird deutlich dass die Anschläge mit Hilfe der bekannten Verschwörungstheorien relativiert werden sollen. Zusätzlich gehen jetzt schon in dem Thread die Beleidigungen los.

Das FDR-Team hält es trotz ausdrücklichen Hinweises wohl nicht für nötig, aktiv zu werden. Nun gut, auch ich bevorzuge bis zu einem gewissen Grad die inhaltliche Auseinandersetzung. Und man könnte entgegnen, dass sich das Team durch die Untätigkeit nicht die Meinungen jedwedes Nutzers zu eigen macht. Jedoch dürfte eine Grenze überschritten sein, wenn die nachweislich falsche Aussage, "WTC 1,2 und 7 wurden gesprengt", unverhohlen als Tatsache dargestellt wird. Das finde ich für ein Rechtsforum außergewöhnlich. Zwar muss nicht alles falsche korrigiert werden. Jedoch gibt es andererseits auch kein Recht auf Dummheit, sodass ein Eingriff des Teams möglich wäre.

Ich muss daher leider davon ausgehen, dass das Team - da es ja den Thread noch nicht einmal geschlossen hat - an der Verbreitung antiamerikanischer Hetze nichts schlimmes sieht. Eine solche Einstellung stimmt einen bedenklich.

Gruß
Nordland
Es ist unser Land.

Gammaflyer
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Re: Antiamerikanismus oder Recht auf Dummheit?

Beitrag von Gammaflyer »

Ohne im (umfangreichen) Thread ausführlicher gelesen zu haben:
Doch, es gibt ein Recht auf Dummheit. Wer sollte es einem verbieten?

Antiamerikanismus ist auch erst mal nichts Verbotenes. Verschwörungstheorien auch nicht.
Was den Inhalt der Behauptungen angeht: Für eine inhaltliche Kontrolle ist die Moderation nicht zuständig. Was "nachweislich falsch" ist, wird weder in rechtlichen Diskussionen noch sonst "wegmoderiert".

Solch Äußerungen über Opfer von Terrorismus sind sicherlich geschmacklos. Ob sie zwingend Moderation verlangen, mag ich nicht entscheiden.

Nordland
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Re: Antiamerikanismus oder Recht auf Dummheit?

Beitrag von Nordland »

Hallo Gamma,

danke für deine Antwort. Du scheinst der einzige aus der Riege zu sein, der sich dazu äußert. Finde ich schwach von den anderen.

Möglicherweise liegt ein kleines Missverständnis vor. Selbstverständlich gibt es keine Pflicht zur Klugheit. Dann würde einiges für viele schwierig werden. Was ich aber meinte, ist, dass es kein Recht auf Dummheit gibt. Das heißt, man kann sich nicht immer darauf zurückziehen, etwas "nicht Verbotenes" zu tun. Wenn etwas nachweislich falsch ist, mag man gerne passiv bleiben. Wenn aber etwas nachweislich falsch ist und dazu noch klar wird, dass Diskreditierung dahinter steckt, fände ich persönlich Moderation angebracht.

Na gut, ich werde bei Gelegenheit möglicherweise mal auf dieses Thema zurückgreifen.
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Mike Gimmerthal
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Re: Antiamerikanismus oder Recht auf Dummheit?

Beitrag von Mike Gimmerthal »

Nordland hat geschrieben:Zusätzlich gehen jetzt schon in dem Thread die Beleidigungen los
Die nicht vom TE kamen, sondern ausschliesslich von Verfechtern der offiziellen Theorie der USA.
Das ging von "krank" bis zum "Drogenkonsument" und wurde selbst in andere Threads getragen.

Wurde auch nicht "wegmoderiert" - und das ist gut so :)
Voltaire hat geschrieben:Ich verabscheue ihre Meinung, doch ich werde mein Leben lang dafür kämpfen, daß sie sie äußern dürfen!
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Nordland
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Re: Antiamerikanismus oder Recht auf Dummheit?

Beitrag von Nordland »

@ Mike: Dann sag mir mal bitte, wie du "nicht ganz dicht" in akzeptabler Art und Weise ausdrücken würdest.

Im Übrigen wüsste ich nicht, dass ich jemanden als Idioten bezeichnet hätte, ich meine eher, das hätte ich mir anhören müssen. Aber darum ging es mir nicht in erster Linie.

Vielmehr ist das mit den "paar Zerquetschten" zwar keine Beleidigung im engeren Sinne, dafür aber aus meiner Sicht gegenüber den Opfern der islamistischen Attentate eine Taktlosigkeit, bei der jeder noch verbliebene Funken an Anstand verloren gegangen zu sein scheint.

Und schließlich: Erst den Eindruck zu erwecken, man wolle offen diskutieren, und später die dümmsten Verschwörungstheorien als Fakt darzustellen, passt nicht. Wenigstens hast du dich damit selbst entlarvt.
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Mike Gimmerthal
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Re: Antiamerikanismus oder Recht auf Dummheit?

Beitrag von Mike Gimmerthal »

Nordland hat geschrieben:@ Mike: Dann sag mir mal bitte, wie du "nicht ganz dicht" in akzeptabler Art und Weise ausdrücken würdest.
Was zu beweisen war.

Für mich hier EdT.

P.S.: "Idiot" würde ich so nicht schreiben. Ich würde eher sagen "sie sind intelektuell nicht in der Lage solche Zusammenhänge zu erkennen" [sicr] :mrgreen:
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Re: Antiamerikanismus oder Recht auf Dummheit?

Beitrag von j.fugger »

Nordland hat geschrieben:Verbreitung antiamerikanischer Hetze
Auch wenn ich die Thesen des 9/11-TS nicht teile, kann ich Hetze dort nicht erkennen, Verblendung vielleicht.
Ich empfinde es eher störend, wenn zu sehr Überzeugte ihre einzig echte Wahrheit mit allen Mitteln durchzusetzen versuchen und alle Form der Abweichung mundtot machen wollen. Das ist mir dann doch zu sehr weiss und schwarz. Diesen 'Schuh' kann sich nun anziehen wer will.
Der verfasste Beitrag stellt meine Meinung zu dem Thema dar. Ich bin kein Rechtsgelehrter.

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Re: Verstöße gegen Foren-Regeln...

Beitrag von Newbie2007 »

Nordland hat geschrieben: die antiamerikanischen Hetze
Man mag das als antiamerikanische Hetze sehen, allerdings sind die meisten Vertreter dieser Theorien selbst Amerikaner...

Redfox

Re: Verstöße gegen Foren-Regeln...

Beitrag von Redfox »

Newbie2007 hat geschrieben:Man mag das als antiamerikanische Hetze sehen, allerdings sind die meisten Vertreter dieser Theorien selbst Amerikaner...
Auch Amerikaner können antiamerikanisch hetzen.

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Re: Antiamerikanismus oder Recht auf Dummheit?

Beitrag von Dipl.-Sozialarbeiter »

Nordland hat geschrieben:Hallo Gamma,

danke für deine Antwort. Du scheinst der einzige aus der Riege zu sein, der sich dazu äußert. Finde ich schwach von den anderen.
...
Es hat sich doch ein Mod geäußert. Dies muss Ihnen reichen. Daher verweise ich mal auf K.V.:
Karl Valentin hat geschrieben:"Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen."
Dies ist auch nicht notwendig.

Nordland
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Re: Antiamerikanismus oder Recht auf Dummheit?

Beitrag von Nordland »

@ Klaus: Gamma hatte geschrieben: "Für eine inhaltliche Kontrolle ist die Moderation nicht zuständig." Dem stimmst du zu? Hätte ich nicht gedacht.

Abschließend: Über "zwingende Moderatoreneingriffe" wollte ich gar nicht reden. Es ging mir zunächst darum, aufzuzeigen, warum ein Moderatoreneingriff zumindest möglich sein dürfte. Wenn ein Moderatoreneingriff in dieser Situation unterbleibt, kann das verschiedene Hintergründe haben. Bei mehreren Moderatoren durchaus auch von Moderator zu Moderator abweichende.
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Mike Gimmerthal
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Re: Antiamerikanismus oder Recht auf Dummheit?

Beitrag von Mike Gimmerthal »

Nordland hat geschrieben:... Wenn ein Moderatoreneingriff in dieser Situation unterbleibt, kann das verschiedene Hintergründe haben. Bei mehreren Moderatoren durchaus auch von Moderator zu Moderator abweichende.
Mordi du willst doch nicht implizieren, dass das Moderatorenteam aufgrund antiamerikanischer und islamfreundlicher Strömungen die Moderation unterlässt. Oder?
Ich verabscheue Ihre Meinung, doch ich werde mein Leben lang dafür kämpfen, daß sie sie äußern dürfen!(E.B. Hall)
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Re: Antiamerikanismus oder Recht auf Dummheit?

Beitrag von Nordland »

Mike Gimmerthal hat geschrieben:[...] du willst doch nicht implizieren, dass das Moderatorenteam aufgrund antiamerikanischer und islamfreundlicher Strömungen die Moderation unterlässt. Oder?
Wenn ein Moderatoreneingriff in dieser Situation unterbleibt, kann das verschiedene Hintergründe haben. Bei mehreren Moderatoren durchaus auch von Moderator zu Moderator abweichende.
Mike Gimmerthal hat geschrieben:Mordi
Zwar keine Beleidigung im engeren Sinne, dafür aber aus meiner Sicht gegenüber den Opfern der islamistischen Attentate eine Taktlosigkeit, bei der jeder noch verbliebene Funken an Anstand verloren gegangen zu sein scheint.

@Gamma: Ich dachte, Verschwörungstheorien seien erlaubt und für eine inhaltliche Kontrolle sei der Moderator nicht zuständig? Vor diesem Hintergrund hat mich der Blick in die SC durchaus verwundert.
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Re: Antiamerikanismus oder Recht auf Dummheit?

Beitrag von Gammaflyer »

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