Strafzettel aus Italien - was tun - ?

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FM
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Re: Strafzettel aus Italien - was tun - ?

Beitrag von FM » 14.12.14, 15:16

heckmair hat geschrieben: Parkgebühren haben den einzigen Zweck, die jeweiligen Kommunen (bzw. den Staat) zu finanzieren. Wenn sich aber jemand daran nicht beteiligen mag, ist der Begriff "Betrüger" wohl nicht angebracht.
Parken ohne Parkschein ist in der Tat kein Betrug, es sei denn man würde einen gefälschten Parkschein verwenden. Der Betrug käme erst später dazu:
Einspruch bei der italienischen Behörde einlegen mit der Begründung, er sei nicht gefahren
und zwar dann, wenn diese Aussage falsch ist. Denn Betrug ist wie folgt definiert:
Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, daß er durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält ...
Das wird in Italien wahrscheinlich ähnlich sein, und die Angabe man wäre nicht gefahren dient einem Vermögensvorteil (nicht zahlen müssen).

Will man eine Kommune nicht mit Parkgebühren finanzieren, nützt man eben deren Parkplatzangebot nicht. Auch in Italien gibt es oft als Alternative Parkhäuser und Tiefgaragen, die von privaten Unternehmen betrieben werden.

Die Verjährungsfrist beträgt laut Infos einer dortigen Verbraucherorganisation 5 Jahre
http://www.euroconsumatori.org/81913d82276.html

fodeure
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Re: Strafzettel aus Italien - was tun - ?

Beitrag von fodeure » 14.12.14, 17:43

FM hat geschrieben:
Einspruch bei der italienischen Behörde einlegen mit der Begründung, er sei nicht gefahren
und zwar dann, wenn diese Aussage falsch ist. Denn Betrug ist wie folgt definiert:
Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, daß er durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält ...
Das ist doch absurd. Welches Vermögen soll denn hier geschädigt werden?

Als Betroffener in einem Owi-Verfahren oder als Beschuldigter in einem Strafverfahren darf man lügen, daß sich die Balken biegen, solange man nicht jemand anderen direkt beschuldigt.

flokon
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Re: Strafzettel aus Italien - was tun - ?

Beitrag von flokon » 14.12.14, 23:26

Soweit ich weiss herrscht doch in Italien die Halterhaftung, also dürfte egal sein wer gefahren ist.

Ronny1958
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Re: Strafzettel aus Italien - was tun - ?

Beitrag von Ronny1958 » 15.12.14, 12:08

Richtig, die kassieren irgendwann das AUto, wenn dieses bei Nichtzahlung noch mal in Italien auftaucht.
Das Bonner Grundgesetz ist unverändert in Kraft. Eine deutsche Reichsverfassung, eine kommissarische Reichs-Regierung oder ein kommissarisches Reichsgericht existieren ebenso wenig, wie die Erde eine Scheibe ist. (AG Duisburg 26.01.2006)

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Re: Strafzettel aus Italien - was tun - ?

Beitrag von emad » 20.01.15, 22:24

Richtig, die kassieren irgendwann das AUto, wenn dieses bei Nichtzahlung noch mal in Italien auftaucht.
Das wusste ich nicht. Haben sie wircklich das Recht so was zu tun? :?
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Re: Strafzettel aus Italien - was tun - ?

Beitrag von ktown » 20.01.15, 22:42

emad hat geschrieben:
Richtig, die kassieren irgendwann das AUto, wenn dieses bei Nichtzahlung noch mal in Italien auftaucht.
Das wusste ich nicht. Haben sie wircklich das Recht so was zu tun? :?
Ja nach italienischem Recht schon.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

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"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

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Re: Strafzettel aus Italien - was tun - ?

Beitrag von Tastenspitz » 21.01.15, 06:37

Sowas gibt es zB. auch in der Schweiz. Wer da mit mehr als 80 km/h zu schnell unterwegs ist, der ist sein Auto los. Und zwar auf der Stelle.
Eig. Schade, dass es das bei uns nicht gibt. :evil:
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
Für individuelle Rechtsberatung bitte "ALT" und "F4" auf der Tastatur gleichzeitig drücken.

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Re: Strafzettel aus Italien - was tun - ?

Beitrag von ktown » 21.01.15, 08:08

Tastenspitz hat geschrieben:Schade, dass es das bei uns nicht gibt.
Soviel Parkplätze haben wir in Deutschland gar nicht. :wink:
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

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Re: Strafzettel aus Italien - was tun - ?

Beitrag von Tastenspitz » 21.01.15, 08:26

Naja beim Parken haben wir es in abgeschwächter Form ja schon. Die Karre wird abgeschleppt und muß ausgelöst werden.
Ich meinte eig. die im Vergleich dazu wesentlich schwerwiegenderen Verstöße, die man täglich auf den Autobahnen der Nation beobachten kann.
Dort wird man angehalten, freundlichst um seine Daten gebeten und anschließend gehts aber sofort weiter.
Mein Vorschlag: Ab 40 km/h drüber - raus auf den nächsten Parkplatz und sofort für zwei Tage die Kralle an das Auto. Stichwort Gefahr im Verzug. Schließlich besteht die offensichtliche und akute Gefahr für die anderen Verkehrsteilnehmer durch den Raser.
Aber das geht vermutlich nicht, weil die Polizei dann mit dem 12 Tonner ausrücken müßte um ausreichend Krallen dabei zu haben. :twisted:
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Re: Strafzettel aus Italien - was tun - ?

Beitrag von cmd.dea » 21.01.15, 08:32

fodeure hat geschrieben:Als Betroffener in einem Owi-Verfahren oder als Beschuldigter in einem Strafverfahren darf man lügen, daß sich die Balken biegen, solange man nicht jemand anderen direkt beschuldigt.
Sie werfen zwei Dinge durcheinander.

Für die bloße Lüge im Straf- und Bußgeldverfahren gibt es keinen eigenen Straftatbestand, so dass das tatsächlich als solches straflos ist und auch nicht zu einer Erhöhung des Strafmaßes führen darf.

Alle andere Vorschriften des Straf- und Zivilrechts geltend hier dennoch, so dass man durch entsprechende Falschaussagen selbstverständlichen jeden denkbaren Tatbestand begehen kann (einschließlich des Betruges und der falschen Verdächtigung).

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Re: Strafzettel aus Italien - was tun - ?

Beitrag von fodeure » 21.01.15, 18:55

cmd.dea hat geschrieben:
fodeure hat geschrieben:Als Betroffener in einem Owi-Verfahren oder als Beschuldigter in einem Strafverfahren darf man lügen, daß sich die Balken biegen, solange man nicht jemand anderen direkt beschuldigt.
cmd.dea hat geschrieben:Sie werfen zwei Dinge durcheinander.
Nein, ich habe die Ausnahmen nur zu eng gefaßt. Richtig wäre gewesen, darauf hinzuweisen, daß beim Lügen nicht gegen andere Gesetze verstoßen werden darf.
cmd.dea hat geschrieben:so dass man durch entsprechende Falschaussagen selbstverständlichen jeden denkbaren Tatbestand begehen kann (einschließlich des Betruges und der falschen Verdächtigung).
Letzteres habe ich auch angeführt.

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Re: Strafzettel aus Italien - was tun - ?

Beitrag von emad » 22.01.15, 16:19

Tastenspitz hat geschrieben:Sowas gibt es zB. auch in der Schweiz. Wer da mit mehr als 80 km/h zu schnell unterwegs ist, der ist sein Auto los.
Und wieviel dauert es bis man sein Auto zurück bekommt?
Jeder junge Mensch macht früher oder später die verblüffende Entdeckung, dass auch Eltern gelegentlich Recht haben können.

Flowjob
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Re: Strafzettel aus Italien - was tun - ?

Beitrag von Flowjob » 22.01.15, 17:29

Das hängt vom Urteil des Gerichts ab. Vor selbigem steht man nämlich irgendwann, da eine solche Geschwindigkeitsübertretung mit Freiheitsstrafe bis zu 4 Jahren oder sehr hoher Geldstrafe geahndet wird. In vielen Fällen sieht man das Auto jedenfalls nicht wieder.

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Re: Strafzettel aus Italien - was tun - ?

Beitrag von FM » 22.01.15, 17:54

Aus dem Konzept via sicura:
Massnahmen gegen Raser
Ein Raserdelikt liegt vor, wenn die vorgeschriebene Geschwindigkeit wie folgt überschritten wird:

• in der 30km/h-Zone: um 40 km/h
• innerorts (50km/h): um 50km/h
• ausserorts (80km/h): um 60km/h
• auf Autobahnen (120km/h): um 80 km/h.

Bei einem Raserdelikt wird der Führerausweis für mindestens 2 Jahre entzogen. Im Wiederholungsfall erfolgt dies für immer. Eine ausnahmeweise Wiedererteilung nach 10 Jahren ist nur möglich, wenn ein positives verkehrspsychologisches Gutachten vorliegt. Zudem wird die Strafandrohung bei Raserdelikten verschärft. Neu gilt eine Mindestfreiheitsstrafe von 1 Jahr, und die Höchststrafe wird auf 4 Jahre Freiheitsstrafe angehoben.

Einziehung und Verwertung von Motorfahrzeugen
Bei groben Verkehrsregelverletzungen, wie krassen Geschwindigkeitsübertretungen, kann das Fahrzeug eingezogen und verwertet werden, sofern der Täter oder die Täterin dadurch von der Begehung weiterer Delikte abgehalten werden kann.
http://www.astra.admin.ch/dokumentation ... g-id=46713

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Re: Strafzettel aus Italien - was tun - ?

Beitrag von emad » 23.01.15, 18:55

Booah, dass ist echt viel. Was für ein Gesetz.
Jeder junge Mensch macht früher oder später die verblüffende Entdeckung, dass auch Eltern gelegentlich Recht haben können.

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