Warum so viele Flüchtlinge.

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Nordland
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Re: Warum so viele Flüchtlinge.

Beitrag von Nordland »

Mount'N'Update hat geschrieben:Ist mir ziemlich wurscht, wer das gesagt hat.
Das sollte es aber nicht.
Mount'N'Update hat geschrieben:Ein Experte war es jedenfalls nicht,
Doch, es war jemand mit feinem politischem Gespür.
Mount'N'Update hat geschrieben:und wenn doch, scheint es in Deutschland relativ leicht zu sein, ein solcher zu werden.
Seit 1945 hatten wir gerade mal acht von diesen Leuten.
Mount'N'Update hat geschrieben:Ich glaube aber nicht, dass die Zahl der Flüchtlinge ins Unermessliche steigen wird, einfach weil der weitaus größere Teil innerhalb Afrikas Zuflucht sucht, allein um die kenianische Stadt Dadaab leben über 700.000 Flüchtlinge (Stand 2014).
Es ist nicht undenkbar, dass diese weiterreisen. Klar, mit Binnenflüchtlingen bzw. Flüchtlingen ins Nachbarland fängt es meist an. Aber es kommen auch viele zu uns. Frau Kraft sagte jetzt, dass selbst die 800.000 zu kurz gegriffen sein könnten. Schau mal, wie sich die Zahlen entwickelt haben.
Nordland hat geschrieben:Vermutlich wird es auch so kommen, aber nicht gewaltsam und auch nicht so schnell.
Es wird langsam gehen. Aber schon heute ist erkennbar, wie es ablaufen wird. Die Prognose "nicht gewaltsam" hätte ich von dir nicht erwartet.
Es ist unser Land.

Mount'N'Update

Re: Warum so viele Flüchtlinge.

Beitrag von Mount'N'Update »

Nordland hat geschrieben:Seit 1945 hatten wir gerade mal acht von diesen Leuten.
Will ich dir jetzt auch ohne Quellenangabe so glauben. Aber auch Fachleute können sich irren. :wink:
Klar, mit Binnenflüchtlingen bzw. Flüchtlingen ins Nachbarland fängt es meist an. Aber es kommen auch viele zu uns. Frau Kraft sagte jetzt, dass selbst die 800.000 zu kurz gegriffen sein könnten. Schau mal, wie sich die Zahlen entwickelt haben.
Dennoch wollen die meisten nicht hierher, war in der Tagesschau so zu sehen.
Es wird langsam gehen. Aber schon heute ist erkennbar, wie es ablaufen wird. Die Prognose "nicht gewaltsam" hätte ich von dir nicht erwartet.
Was glaubst du denn, was passieren wird? Dass sie uns in Reservate sperren? Die sind zivilisierter als wir, die können mit uns leben. :roll:

Ronny1958
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Re: Warum so viele Flüchtlinge.

Beitrag von Ronny1958 »

Ich verstehe ehrlich gesagt die Nordland´sche Befürchtungsdiskussion in keinster Weise.

Was hier stattfindet ist einfache Evolution. Die Schwachen haben erkannt, dass sie sich zur Wehr setzen müssen, und dass sie sich auch zur Wehr setzen können.
Jahrhundertelang haben die Staaten der sog. Ersten Welt ihren Wohlstand auf Kosten der sog. Dritten Welt aufgebaut. Dort wurden Bodenschätze ausgebeutet deren Vorhandensein den Menschen in den Entwicklungsländern überhaupt nichts genutzt hat, im Gegenteil. Schaut man sich an, was westliche Ölkonzerne in Westafrika veranstalten, dreht sich einem der Magen um.

Ich habe Verständnis für jeden Flüchtling, auch den der allein aus wirtschaftlicher Not hier an unsere Tür klopft.

Diese Fluchtbewegungen haben bereits Entwicklungshilfeexperten (nicht die von unserer Politik dazu gemachten Dilettanten) vor 25 Jahren vorhergesagt. Wir als Exportnation wollten die globale Vernetzung (zwar aus anderen Motiven und mit anderen Konsequenzen als sie uns jetzt begegnen, aber sei es drum) deshalb müssen wir die Folgen tragen. Der Kampf ums Wasser wird diese Prozesse noch verstärken, der Klimawandel und die weitere Erwärmung der Meere wird zu noch dramatischeren Menschenmassenbewegungen führen.

Und wenn in der ersten Welt irgendwann die sog. abendländische Kultur zugunsten einer islamistischen, einer naturreligiösen oder einer atheistischen Kultur auf der Strecke bleibt, dann hatte Darwin mal wieder Recht:

Der Stärkere wird überleben, und wer nicht überlebt, der hatte halt Pech.
Das Bonner Grundgesetz ist unverändert in Kraft. Eine deutsche Reichsverfassung, eine kommissarische Reichs-Regierung oder ein kommissarisches Reichsgericht existieren ebenso wenig, wie die Erde eine Scheibe ist. (AG Duisburg 26.01.2006)

windalf
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Re: Warum so viele Flüchtlinge.

Beitrag von windalf »

Der Stärkere wird überleben, und wer nicht überlebt, der hatte halt Pech.
Wir halten also im Ergebnis fest. Sozial sein macht und schwach. Schwächen wir den Sozialstaat und stärken uns selbst :mrgreen:
...fleißig wie zwei Weißbrote
0x2B | ~0x2B
Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

Ronny1958
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Re: Warum so viele Flüchtlinge.

Beitrag von Ronny1958 »

Die paar Jahre meiner statistischen Lebenserwartung kann ich als Mann und alter Chauvi auch mit einem verschleierten Taliban-Regime verbringen.

Bei manchen weiblichen Wesen wirkt die Burka wie ein Segen für die Umgebung :devil:

Ich war das ganze Gegendere sowieso satt :devil:
Das Bonner Grundgesetz ist unverändert in Kraft. Eine deutsche Reichsverfassung, eine kommissarische Reichs-Regierung oder ein kommissarisches Reichsgericht existieren ebenso wenig, wie die Erde eine Scheibe ist. (AG Duisburg 26.01.2006)

Oce
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Re: Warum so viele Flüchtlinge.

Beitrag von Oce »

Ich hatte mich gestern mit jemanden aus Gambia über eine Soziale Plattform unterhalten und er schickte mir Bilder von seinem Haus (Naja Schuppen hätte es eher getroffen) In dem Ort soll Hochwasser sein und die Bude stand total unter Wasser und er wollte von mir Geld.

Ich habe den jenigen dann geblockt. Alles schlimm wie manche Menschen auf der Welt hausen, aber erstes weiß man nie ob das echt ist und zweitens darf man sich sowas nicht zu herzen nehmen, da kann man nur verlieren.

https://scontent-fra3-1.xx.fbcdn.net/hp ... e=55E65774

https://scontent-fra3-1.xx.fbcdn.net/hp ... e=55E78137

https://scontent-fra3-1.xx.fbcdn.net/hp ... e=55E780FD

Sylliska
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Re: Warum so viele Flüchtlinge.

Beitrag von Sylliska »

Oce hat geschrieben:Ich habe den jenigen dann geblockt. Alles schlimm wie manche Menschen auf der Welt hausen, aber erstes weiß man nie ob das echt ist und zweitens darf man sich sowas nicht zu herzen nehmen, da kann man nur verlieren.
Ich sehe das ganze mittlerweile recht pragmatisch. Wenn man mal überlegt, ist jeder Mensch von der Grundeinstellung her ein rein kapitalistisches Wesen. Denn wenn es hart auf hart kommt, schaut er in erster Linie nach sich selbst und vielleicht noch nach seinen engsten Angehörigen, dann ist Schluß.

Rein geographisch betrachtet hat sich die Menschheit kulturell eben immer so entwickelt, wie es die Örtlichkeiten am besten zugelassen haben. In der hintersten anatolischen Steppe gibt es eben nicht die reiche Landwirtschaft, wie in Europa mit seinem gemäßigtem Klima. Dort kann daher auch z. B. die Zwangsheirat Sinn machen, weil es das Überleben von Familien sichert.

Nun wird die Welt durch die modernen Medien immer kleiner und kleiner - auch im tiefsten Afrika ist zwischenzeitlich das Fatzebuch angekommen. Verübeln kann man es den Menschen daher nicht, wenn sie, egal aus welchen Gründen, in andere Gegenden drängen. Daß man helfen kann, steht außer Frage. Daraus scheint aber ein moralisches Muß geworden zu sein. Ja, die gerne in den Medien gezeigten Bilder berühren mich kurz, bereiten mir aber keinesfalls schlaflose Nächte, daß ich mir wirklich Sorgen um das in Decken gewickelte Flüchtlingskind machen würde - und sind wir mal ehrlich: sicherlich ebensowenig wie denjenigen, die sozial-moralische Verantwortung mahnen.

Und unter diesen Gesichtspunkten wird es mir zumindest deutlich unwohl, wenn nun 800.000 Leute gen Deutschland wandern. Denn das ist nur die Prognose für dieses Jahr. Wieviele sind es im nächsten? Und im übernächsten? Bei gleich hoher Prognose sind wir in vier Jahren dann schon bei 3,2 Mio. Und wieviele Leute, die ihren Asylantrag positiv verbeschieden bekommen haben, dürfen dann ihre Verwandtschaft nachholen?

Jetzt kann ich mir natürlich noch Gedanken machen, auf wessen Kosten mein absolut privilegierter Lebensstandard begründet wurde. Das ist richtig. Aber wer hat schon den Schneid, tatsächlich zu sagen: ja, ich gebe diesen Standard auf, damit andere ein "menschenwürdigeres" Dasein erhalten. Die Menschenwürde ist ja grundsätzlich abhängig von der jeweiligen Situation, in der man sich befindet und definiert sich daher in Deutschland anders als in Albanien oder in Syrien. Und da bin ich mir selbst mit meiner Familie am nächsten.

Bleibt also alles anders.

Oce
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Re: Warum so viele Flüchtlinge.

Beitrag von Oce »

Wo du gerade das kapitalistische Wesen ansprichst. Es gehen immer mehr Stars den Weg gegen Fremdenhass zu kämpfen, aber ist das wirklich die Meinung von den Leuten, oder nur ein Weg um in den Medien besser auszusehen?

In den Jahren der NZ Zeit waren in der Regel Menschen mit Geld gegen Juden und den Nazis zugewannt und heute tut man so als wenn man davon nichts wissen möchte. Mich würde mal sehr interessieren, wenn wir wieder eine faschistische Regierung bekommen würden, ob diese dann wirklich so wenig Anhänger hätte. Ich glaube aber nicht. :roll:

Die deutschen Arbeitgeber würden ihre AN auch gerne noch mehr ausnehmen, nur haben wir hier Gesetze die es nicht gestatten. In anderen Ländern funktioniert doch die Unterdrückung auch, warum sollten die Hirne der deutschen AG anders handeln?

Es gibt da diesen Schauspieler Till ....., wenn ich diesen schon reden höre bekomme ich das kotzen. Diesen Menschen nehme ich vom Wesen her schon nichts ab was er sagt. Es macht sich halt in der NOCHZeit gut so zu reden, aber bei anderen Umständen wäre er ggf. einer der jenigen die als erstes da mitspielen.

Es gab mal eine TalkShow wo eine Frau ....... über deutsche Autobahnen gesprochen hat die Hitler gebaut hatte und dieser Till hat sich so aufgeregt, dass man schon am Gesichtsausdruck erkennen konnte das er nur so redet, da es sich gerade gut macht. Er lief rot an und hatte eine merkwürdigen Ausdruck, so in der Art, "ah ich muß das jetzt so sagen"


Wenn ein Schwarzer in Afrika unzufrieden ist, wird er auf Deutsche nicht gut zu sprechen sein wenn diese mit ihren Geld im Urlaub protzen, warum sollte der Deutsche anders sein? Wenn es den deutschen schlechter geht, kommt auch Hass, das ist doch das normalste von der Welt. Verliert ein Millionär Geld und macht dafür wie damals die Juden verantwortlich, wird er sich gegen diese stellen, das ist auch normal und liegt in der Natur des Menschen. Auch Richter und Staatsanwälte müssen nicht so tun als wenn sie gegen Fremdenhass urteilen, in anderen Zeiten würden diese dafür sein nur um ihren Arbeitsplatz nicht zu verlieren und ihre Familien zu schützen.

Ronny1958
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Re: Warum so viele Flüchtlinge.

Beitrag von Ronny1958 »

Jetzt kann ich mir natürlich noch Gedanken machen, auf wessen Kosten mein absolut privilegierter Lebensstandard begründet wurde. Das ist richtig. Aber wer hat schon den Schneid, tatsächlich zu sagen: ja, ich gebe diesen Standard auf, damit andere ein "menschenwürdigeres" Dasein erhalten. Die Menschenwürde ist ja grundsätzlich abhängig von der jeweiligen Situation, in der man sich befindet und definiert sich daher in Deutschland anders als in Albanien oder in Syrien. Und da bin ich mir selbst mit meiner Familie am nächsten.
Faktisch bleiben uns zwei realistische Optionen:

1. wir ermöglichen denen dort wo sie leben, ein menschenwürdiges Leben, oder
2. wir ermöglichen es ihnen hier.

Kostet beides Geld, das hier auch ausreichend vorhanden ist. Insbesondere dann, wenn man die Verteilung des deutschen Vermögens mal kritisch hinterfragt.

Wir müssen uns über die Unausweichlichkeit der Option 1 oder 2 klar sein.

Verhindern wir nicht die Flucht aus ökonomisch, ökologisch und ggf. persönlichen Gründen durch eine absehbare und vor allem berechenbare Verbesserung der dortigen Lebensbedingungen, dann werden wir hier in Europa viel mehr Geld locker machen müssen.

Im Übrigen:

Knapp 40% der Flüchtlinge kommen aus den Balkanstaaten (Quelle aktuelle Hessenschau in HR 3).
Das Bonner Grundgesetz ist unverändert in Kraft. Eine deutsche Reichsverfassung, eine kommissarische Reichs-Regierung oder ein kommissarisches Reichsgericht existieren ebenso wenig, wie die Erde eine Scheibe ist. (AG Duisburg 26.01.2006)

Nordland
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Re: Warum so viele Flüchtlinge.

Beitrag von Nordland »

Ronny1958 hat geschrieben:Ich verstehe ehrlich gesagt die Nordland´sche Befürchtungsdiskussion in keinster Weise.
Und ich verstehe nicht, dass das alles immer unter Befürchtungen und Angst subsummiert wird. Die Dinge geschehen schon heute. In Duisburg-Marxloh erleben die Polizisten alles Tag für Tag. Und Diskussionen, ob man denn wenigstens "die Sorgen der Menschen ernst nehmen" solle, sind eine reine Luxusdiskussion, wenn die Politik es nach Jahren noch nicht einmal schafft, schwerkriminelle Mitglieder bestimmter Clans rauszuschmeißen, weil ja angeblich Formalitäten mit den Pässen nicht stimmen. Angesichts dessen ist es schon fast höhnisch, die Leute dazu anzuhalten, gute Deutsche zu sein und sich unter den Vertretern einer undifferenzierten Willkommenskultur einzureihen.
Ronny1958 hat geschrieben:Jahrhundertelang haben die Staaten der sog. Ersten Welt ihren Wohlstand auf Kosten der sog. Dritten Welt aufgebaut. Dort wurden Bodenschätze ausgebeutet deren Vorhandensein den Menschen in den Entwicklungsländern überhaupt nichts genutzt hat, im Gegenteil. Schaut man sich an, was westliche Ölkonzerne in Westafrika veranstalten, dreht sich einem der Magen um.
Viel zu kurz gegriffen. Die Konzerne haben genug gezahlt und würden theoretisch auch alle Standards einhalten, wenn nicht Politiker und Beamte dort die Hand aufhalten würden. Das kann man nicht der westlichen Welt anlasten.
Ronny1958 hat geschrieben:Ich habe Verständnis für jeden Flüchtling, auch den der allein aus wirtschaftlicher Not hier an unsere Tür klopft.
Das ist eine relativ nichtssagende Aussage. Ich habe auch Verständnis. Ich erwarte aber auch Verständnis für die Forderung, dass diese Menschen hier nicht bleiben können. Der Beweis ist doch schon längst da: Wir haben zu leichtfertig Leute aufgenommen. Und nun kommen allein nach Deutschland mehrere hunderttausend Menschen pro Jahr. Es ist genau das eingetreten, wovor die bösen Rechten schon vor Jahren gewarnt haben.
Ronny1958 hat geschrieben:Diese Fluchtbewegungen haben bereits Entwicklungshilfeexperten (nicht die von unserer Politik dazu gemachten Dilettanten) vor 25 Jahren vorhergesagt. Wir als Exportnation wollten die globale Vernetzung (zwar aus anderen Motiven und mit anderen Konsequenzen als sie uns jetzt begegnen, aber sei es drum) deshalb müssen wir die Folgen tragen. Der Kampf ums Wasser wird diese Prozesse noch verstärken, der Klimawandel und die weitere Erwärmung der Meere wird zu noch dramatischeren Menschenmassenbewegungen führen.
Das ist alles am Thema vorbei. Die Menschheit hat große technische Fortschritte erreicht. Man kann mehr Menschen ernähren als früher. Aber es gilt weiterhin das, auf das ich schon hingewiesen habe: Nur, wenn in den schlechter entwickelten Regionen der Erde die Geburtenraten unter Kontrolle gebracht werden, besteht die Aussicht auf die Ausprägung gesunder Wirtschafts- und Sozialstrukturen. Die Betonung liegt auf "nur". Es gibt keine Alternativen. Wenn die Menschen irgendwo anderen Zielen nachhängen, dann müssen wir an einem bestimmten Punkt hart sein und erkennen, dass wir den Menschen dort nicht helfen können und vor allem dass es nichts bringt, Menschen von dort bei uns aufzunehmen.
Ronny1958 hat geschrieben:Und wenn in der ersten Welt irgendwann die sog. abendländische Kultur zugunsten einer islamistischen, einer naturreligiösen oder einer atheistischen Kultur auf der Strecke bleibt, dann hatte Darwin mal wieder Recht:

Der Stärkere wird überleben, und wer nicht überlebt, der hatte halt Pech.
Das hat Darwin keineswegs gelehrt. Er hat stattdessen gesagt: Der am besten Angepasste wird überleben (survival of the fittest).
Es ist unser Land.

Oce
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Re: Warum so viele Flüchtlinge.

Beitrag von Oce »

Ronny1958 hat geschrieben:
Jetzt kann ich mir natürlich noch Gedanken machen, auf wessen Kosten mein absolut privilegierter Lebensstandard begründet wurde. Das ist richtig. Aber wer hat schon den Schneid, tatsächlich zu sagen: ja, ich gebe diesen Standard auf, damit andere ein "menschenwürdigeres" Dasein erhalten. Die Menschenwürde ist ja grundsätzlich abhängig von der jeweiligen Situation, in der man sich befindet und definiert sich daher in Deutschland anders als in Albanien oder in Syrien. Und da bin ich mir selbst mit meiner Familie am nächsten.
Faktisch bleiben uns zwei realistische Optionen:

1. wir ermöglichen denen dort wo sie leben, ein menschenwürdiges Leben, oder
2. wir ermöglichen es ihnen hier.

Kostet beides Geld, das hier auch ausreichend vorhanden ist. Insbesondere dann, wenn man die Verteilung des deutschen Vermögens mal kritisch hinterfragt.

Wir müssen uns über die Unausweichlichkeit der Option 1 oder 2 klar sein.

Verhindern wir nicht die Flucht aus ökonomisch, ökologisch und ggf. persönlichen Gründen durch eine absehbare und vor allem berechenbare Verbesserung der dortigen Lebensbedingungen, dann werden wir hier in Europa viel mehr Geld locker machen müssen.

Im Übrigen:

Knapp 40% der Flüchtlinge kommen aus den Balkanstaaten (Quelle aktuelle Hessenschau in HR 3).
Niemand will das es den Leuten in Afrika gut geht. Als ich vor über 20 Jahren noch zur Schule ging wurde schon für Afrika gesammelt und meine Eltern haben das auch schon in der Schule gemacht. Afrika wird nie einen flächendeckenden Wohlstand haben, also muß man sich da auch nichts vormachen und rumheucheln.

Name4711
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Re: Warum so viele Flüchtlinge.

Beitrag von Name4711 »

Naja, da haben wir sie ja mal alle Verdächtigen zusammen vom Darwinismus bis Kapitalismus - und ich muss sagen, auch eine interessante Sichtweise:

Geht es bei der ganzen Flüchtlingsgeschichte doch eigentlich immer ums "Teilen" .

Wo es um's Teilen geht, geht es aber auch immer um Überfluss.

Letzterer ist der Grund warum hier in Deutschland überhaupt mehr als vereinzelt Flüchtlinge aller Herren Länder erscheinen. Bei der Abstimmung mit den Füßen scheint die Überlegung naheliegend und auch legitim nicht mez denen teilen zu wollen, die selber nichts haben, sondern die Hilfe von "den Reichen" einzuforden.

Wer die Berichterstattung und mediale Aufarbeitung des Themas in den vergangenen Wochen beobachtet muss schon schwer unterbemittelt sein, wenn er - selbst als glühender Verfechter des Asylrechts und schärfster Gegner marodierenden Packes - den rosaroten pädagogischen Zuckerguss über dem Thema "Flüchtlingsproblematik" nicht bemerkt.
(Wer den wirklich nicht bemerkt, soll bitte den Anteil zuckersüßer fünfjähriger Mädchen mit golfballgroßen Kulleraugen in den Bildern zu entsprechenden Berichten und an der Gesamtbevölkerung/Flüchtlingsmenge vergleichen :mrgreen: )

Anfangs war mir nicht klar woher unsere Medienmaschine den Auftrag bezieht mit derart übertreiben viel Zuckerguss zu arbeiten, als ginge es darum Banken zu retten - und nicht rel. unbedeutende Flüchtlinge. Sind Flüchtlinge neuerdings Systemrelevant?

Die Lösung liegt wahrscheinlih darin, dass die Problematik des Teilens - die durch die Flüchtlingslage virulent wird maßlos gegen alle Prinzipien unseres (Finanz-)Kapitalismus verstößt:

Es gehört zum Guten Ton des modernen Kapitalismus Unsummen Geld zu horten, die weder durch konsum jemals verwendet - noch als Investition genutzt werden.
Die Verteilungskurven der Vermögen in der Welt sind sowohl im Zwischenstaatlichenvergleich aber auch besonders innerhalb der einzelnen Bevölkeruungen einigermaßen absurd.

Was würde man also darum geben, das Eine ohne das Andere zu betrachten?

Die Gefahr bestünde vom Einen auf das Ander zu schließen und zu hinterfragen, warum ein arbeitsloser Straßenarbeiter in Geselnkirchen sitzt und die Schlaglöcher in Bochum schon bald ganze Kleinwagen verschlucken während sich in Düsseldorf Anleger gedanken darüber machen wie man heute noch Geld anlegen kann, das man ohnehin nie braucht :mrgreen:

Cordelia
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Re: Warum so viele Flüchtlinge.

Beitrag von Cordelia »

Oce hat geschrieben:Es gehen immer mehr Stars den Weg gegen Fremdenhass zu kämpfen, aber ist das wirklich die Meinung von den Leuten, oder nur ein Weg um in den Medien besser auszusehen?
Um „in den Medien besser auszusehen“ gibt es wahrlich provitablere Themen, z.B. eine nette Benefiz-Veranstaltung mit Hummer-Häppchen oder eine seicht-rührige Geschichte in einem Schmierenblatt. Prominente ernten für ihre Aussagen nicht nur herbe Kritik sondern auch Drohungen und Beschimpfungen weit unterhalb der Gürtellinie, das ist auch für Prominente nicht eben angenehm.
Ronny1958 hat geschrieben:Wir müssen uns über die Unausweichlichkeit der Option 1 oder 2 klar sein.
Zustimmung
Nordland hat geschrieben:Viel zu kurz gegriffen. Die Konzerne haben genug gezahlt und würden theoretisch auch alle Standards einhalten, wenn nicht Politiker und Beamte dort die Hand aufhalten würden. Das kann man nicht der westlichen Welt anlasten.
Zur Bestechung gehören immer zwei und manchmal wär’s vielleicht auch besser gewesen, die „westliche Welt“ hätte sich mehr zurückgehalten, z.B. nicht mit Waffenlieferungen „unterstützt“ und politisch gezündelt.
Nordland hat geschrieben:Ich habe auch Verständnis. Ich erwarte aber auch Verständnis für die Forderung, dass diese Menschen hier nicht bleiben können
Und was soll dagegen unternommen werden? Die Flüchtlinge werden kommen, ob es Dir nun gefällt oder nicht. Da nützen keine Mauern und kein Stacheldraht, keine Ausweisungen und Gesetzesänderungen und erst recht nicht plumpe Stammtischsprüche oder Brandsätze. Sie werden auch kommen in dem Wissen nicht willkommen zu sein, weil sie oftmals gar keine andere Wahl haben.
Nordland hat geschrieben:Nur, wenn in den schlechter entwickelten Regionen der Erde die Geburtenraten unter Kontrolle gebracht werden, besteht die Aussicht auf die Ausprägung gesunder Wirtschafts- und Sozialstrukturen.
Du hättest Missionar werden sollen. Menschen in anderen Regionen der Erde haben möglicherweise andere Probleme als wir und was die „westliche Welt“ mit Entwicklungshilfe aufbaut, wird durch Handels- und Agrarpolitik wieder zunichte gemacht.

Name4711
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Re: Warum so viele Flüchtlinge.

Beitrag von Name4711 »

@Cordelia
Um „in den Medien besser auszusehen“ gibt es wahrlich provitablere Themen, z.B. eine nette Benefiz-Veranstaltung mit Hummer-Häppchen oder eine seicht-rührige Geschichte in einem Schmierenblatt. Prominente ernten für ihre Aussagen nicht nur herbe Kritik sondern auch Drohungen und Beschimpfungen weit unterhalb der Gürtellinie, das ist auch für Prominente nicht eben angenehm.
Trotz allem - bei allem verständlichen Engagement für die Belange von Flüchtlingen...

Ich habe mir - Mediatheken sei dank - z.B. öffentlich-rechtliche Nachrichten für Kinder angesehen. Ich war etwas in Schockstarre, deshalb kann ich nicht wörtlich zitieren - und kann selbst kaum Glauben was ich da gehört hatte:

Wenn mir nicht völlig die Großhirnrinde beschlagen ist, sagt da der sozusagen "Wochenschausprecher" die Flüchtlinge seien gut für uns, weil sie neue Arbeitsplätze schaffen - und jetzt kommt's - u.a. bei Polizei und Feuerwehr :!:

Im Abendprogramm war dann wieder ganz gewohnt für die Erwachsenen vom Fachkräftemangel bis 2050 die Rede...

Sorry - das riecht ja schon nach Color-Waschmittel für die Hirnwäsche. Je länger berichtet wird, desto mißtrauischer werde ich langsam bei der ganzen Geschichte.

Allerdings: Wenn mir dann im Tonfall des Bedauerns berichtet wird, dass ein "armer" Flchtling, der da in die Kamera schaut, bösen Schleusern 20.000,-$ auf den Tisch gelegt hat, um nach Deutschland zu kommen, kann ich nicht wirklich die Frage unterdrücken, warum er nicht mit 1000,-$ den Schleuser in die Türkei vergütet hat und sich für den Rest dort auf dem Dorf ein Haus zu kaufen - anstatt sich (statistisch wahrscheinlich) in einer deutschen Großstadt auf eine der raren Sozialbauwohnungen zu bewerben.

Davon, dass der arme Kerl ja auch mit 20 wirklich armen Landsleuten hätte teilen können um dem Krieg in weniger attraktive Gefilde zu entfliehen... davon will ich mal nicht anfangen :idea:

Ganz ehrlich: Was da bei den Medien läuft ist mir schleierhaft - Man könnte ja meinen Bundespräsident Wulff sei im amt und er habe ein Bobbycar als Geschenk angenommen :twisted:

windalf
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Re: Warum so viele Flüchtlinge.

Beitrag von windalf »

Faktisch bleiben uns zwei realistische Optionen:

1. wir ermöglichen denen dort wo sie leben, ein menschenwürdiges Leben, oder
2. wir ermöglichen es ihnen hier.

Kostet beides Geld, das hier auch ausreichend vorhanden ist. Insbesondere dann, wenn man die Verteilung des deutschen Vermögens mal kritisch hinterfragt.

Wir müssen uns über die Unausweichlichkeit der Option 1 oder 2 klar sein.
Nö es gibt noch mehr Optionen. Du brachtest doch selbst Darwin ins Spiel. Wer gewinnt wenn man dieses Spiel spielt dürfte doch ziemlich klar sein...
...fleißig wie zwei Weißbrote
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

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