Warum so viele Flüchtlinge.

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all-in
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Re: Warum so viele Flüchtlinge.

Beitrag von all-in » 10.08.15, 15:45

Nordland hat geschrieben:Machen wir uns nichts vor, wir müssen uns dagegen abschotten
Wem willst du da etwas vormachen? Wir sind weitgehend abgeschottet. Es steht auch nicht an die Welt zu retten, aber ein Stück besser machen können wir sie schon. Dazu gehört es Menschen, die hier ankommen, einen gewissen Schutz zu bieten und eine Lebensperspektive zu ermöglichen. Das sind Ansprüche die jeder Mensch hat, unabhängig von Herkunft oder Nationalität. Wenn wir heute dort mit Nützlichkeitskriterien hantieren, dann morgen vielleicht bei den Kranken und Alten.
Okti und du versucht immer nur, ein schlechtes Gewissen hervorzurufen.
Hat jemand jetzt ein schlechtes Gewissen? Und was ich "immer nur" mache, weisst du doch gar nicht. Jedenfalls beschränke ich mich nicht darauf, meine Finger wund zu tippen, sondern unterstütze bspw. die medizinische Versorgung von Menschen in Krisenregionen. Und du, beschränkst du dich darauf heisse Luft zu reden, zu propagieren es müsse vor Ort etwas getan werden, oder tust du tatsächlich etwas?

Oktavia
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Re: Warum so viele Flüchtlinge.

Beitrag von Oktavia » 10.08.15, 23:23

@PurpleRain, da meine wenige Zeit lange Posts nicht zulässt habe ich einen ganz guten Artikel zu deinen Argumenten gefunden. Klick

In Afrika (und anderen Erdteilen) richten auch wir Deutschen/Europäer so einiges an. Subventionierte Lebensmittel nach Afrika zu liefern bringt die heimische Wirtschaft dort zum Erliegen genau wie der Export von gebrauchter Kleidung Klick
Hier etwas ausführlicher was zum Thema: Klick
Nordland hat geschrieben: Bei den geretteten Banken hast du dein Geld angelegt.
Bisher musste keine meiner Banken gerettet werden. Was vielleicht daran liegt dass ich nicht spekuliere und Wetten auf die Entwicklung von Lebensmittelpreisen abschliesse sondern mein Geld möglichst fair und langfristig anlege.
Nordland hat geschrieben:Diese Menschen behaupten durch ihren Asylantrag, dass sie von politischer Verfolgung bedroht seien. Da sollten doch die Erwartungen nicht zu hoch sein. Ist dir klar, was die Flüchtlinge in Dresden stattdessen gemacht haben? Abgesehen davon sind die Aufnahmekapazitäten in Deutschland nun mal erschöpft, weil zu viele kommen.
Oder sie sind vor einem Krieg geflohen. Es gibt noch mehr Gründe als politische Verfolgung die ein vorübergehendes Bleiberecht begründen können.
PurpleRain hat geschrieben:Wenn ich damit bemeint bin, dann werde mal etwas genauer, um welchen "Bullschit" es sich da handelt. Falls es andere sind, dann führe zumindest ein Paar beispiele auf.
Nein, damit meinte ich die Nazis in D die sich im Aufwind fühlen und unter ihrem Klarnamen in sozialen Netzwerken zu GEwalt gegenüber Flüchtlingen aufrufen und ihren Phantasien über bennende Kinder und Dreck die man schreddern sollte ausleben. Hier einige gesammelte Werke: Klick
und wie Rechtsradikale mittwerweile andersdenkende einschüchtern wird immer bedrohlicher : Klick. Vor einigen Monaten ist ein ehrenamtlicher Bürgermeister aus den gleichen Gründen zurückgetreten und es scheint niemanden zu interessieren.
Rechter Fussballclub agiert ganz offen: Klick
Nordland hat geschrieben:Okti und du versucht immer nur, ein schlechtes Gewissen hervorzurufen.
Welches man jedoch nur haben kann wenn man ein Gewisssen an sich sein eigen nennt.

ICh gebe von dem was ich habe und von meiner Zeit sehr viel ab und ich erwarte nicht dass andere dies auch tun. ich weiss wie privelegiert ich bin als in Deutschland zur Friedenszeiten geborene. Ich kenne die Geschichten von Kriegen, Hunger, Not und Elend nur aus zweiter Hand von Urgroßeltern und Großmutter. Ich kann mich aber auch auf Grund dieser Erzählungen aus 2 Weltkriegen in die Lage von Flüchtlingen hineinversetzen.

PurpleRain hat geschrieben:Einerseits ist das glücklicherweise nicht überall in Deutschland so. Andererseits verstehe ich Deine Logik nicht: Wenn etwas im Argen liegt, dann ist ein verschlimmern der Lage gut?
Davon abgesehen, wieso holt man sich von Außen Flüchtlinge, wenn man nicht einmal den eigenen Bedürftigen helfen kann?
Das Geheimnis ist Präzision. Es geht nicht darum, dass man den eigenen Bedürftigen nicht helfen kann sondern dass man ihnen nicht helfen will. Wir haben nicht nur unsere Infrastruktur (Brücken, Straßen, Stromnetze...) vernachlässigt sondern auch den sozialen Wohnungsbau, die Gesundheitsvorsorge und die Bildung. Dafür heban wir uns verdammt viel Schmonsens geleistet, auch in meiner Stadt. In Berlin entsteht ein Flughafen der wohl niemals fertig wird, bei mir in der Stadt ist es ein unbaubares Bauwerk das zwar noch steht aber doch Millionen verschlingt. Allein wegen der Baumängel sind 3 Ingenieure damit beschäftigt Ursachenforschung zu koordinieren und Verantwortliche fest zu stellen. Wir können uns on Blödsinn leisten und trotzdem Inklusion leben und die Schulen alle auf ein Mal sanieren. Und in meiner Stadt schafft man es immer noch neue Jugendfreizeitheime zu eröffnen. Meine Stadt kauft auch grade einem Großinvestor Häuser ab die dieser schon "entmietet" hatte. Hoffentlich bekommt man es hin diesen Wohnraum schnell für Menschen in sozialen Notlagen zur Verfügung zu stellen. Auch hier wurde der Soziale Wohnungbau total vernachlässigt und das holt uns jetzt ein.
"Alte Leute sind gefährlich; sie haben keine Angst vor der Zukunft."
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Re: Warum so viele Flüchtlinge.

Beitrag von windalf » 11.08.15, 07:58

Bisher musste keine meiner Banken gerettet werden. Was vielleicht daran liegt dass ich nicht spekuliere und Wetten auf die Entwicklung von Lebensmittelpreisen abschliesse sondern mein Geld möglichst fair und langfristig anlege.
Das leuchtet ja unmittelbar ein. Die Bank bei der man selbst Kunde ist musste vielleicht nicht gerettet werden, weil man selbst als einzelner Kunde vermeintlich nachhaltig angelegt hat. Wenn du nicht Multimilliardär bist ist diese Aussage einfach nur lächerlich...
Oder sie sind vor einem Krieg geflohen. Es gibt noch mehr Gründe als politische Verfolgung die ein vorübergehendes Bleiberecht begründen können.
So lange vorübergehend auch wirklich in der Praxis vorübergehend ist, hat damit ja eigentlich auch keiner ein Problem...
Welches man jedoch nur haben kann wenn man ein Gewisssen an sich sein eigen nennt.
Wie leicht doch das leben sein kann, wenn man keines hat :devil:
ICh gebe von dem was ich habe und von meiner Zeit sehr viel ab und ich erwarte nicht dass andere dies auch tun.
Ok das beeindruckt mich wirklich. Nicht das du was abgibst, sondern das du nicht erwartest das andere dies tun. Das nervt mich immer am meisten an den vermeintlichen Gutmenschen...
Es geht nicht darum, dass man den eigenen Bedürftigen nicht helfen kann sondern dass man ihnen nicht helfen will.
Das stimmt so nicht. Es kollidiert nur meistens, dass dabei auch denen geholfen wird, die gar keine Hilfe benötigen. Und genau das stößt übel auf... Hinzu kommt was genau helfen meint. Ich für mich defniere helfen sollte nicht mehr meinen als essen, medizinische Versorgung und Dach über dem Kopf aber nicht mehr. Den Rest muss sich jeder selbst beschaffen und einen hohen extrem hohen Anreiz haben sich selbst aus seiner sozialen Notlage zu befreien...
...fleißig wie zwei Weißbrote
0x2B | ~0x2B
Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

Oktavia
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Re: Warum so viele Flüchtlinge.

Beitrag von Oktavia » 11.08.15, 09:17

windalf hat geschrieben:Die Bank bei der man selbst Kunde ist musste vielleicht nicht gerettet werden, weil man selbst als einzelner Kunde vermeintlich nachhaltig angelegt hat.
Die Banken die gerettet werden mussten sind ja nicht die mit Kleinanlegern als Kunden. Und als Kleinanleger bezeichne ich Menschen bis weit in den sozialen Mittelstand. Wir haben aber Banken gerettet die sich verzockt hatten. Und das eigentliche Problem ist doch, dass diese Banken mittlerweile einfach so weitermachen.
windalf hat geschrieben:Ok das beeindruckt mich wirklich. Nicht das du was abgibst, sondern das du nicht erwartest das andere dies tun. Das nervt mich immer am meisten an den vermeintlichen Gutmenschen...
Es gibt eben Menschen die gewissen Dinge nicht können. Ich sehe das ähnlich wie bei anderen Handicaps. Wenn jemandem diese Fähigkeiten fehlen, dann hat er vielleicht andere Stärken. Ehrenamtliche Arbeit ist aber auch ein Invest für das man ziemlich viel zurückbekommt, sei es Emotional oder unterm Strich Monetär durch Bildung und Trainig on the Job. Und man tut manchmal absolut verrückte Dinge zu denen man im Berufsleben niemals die Chance bekäme. Wer sich das entgehen lässt, muss schon sehr Spaßresistent sein :D
windalf hat geschrieben:Das stimmt so nicht. Es kollidiert nur meistens, dass dabei auch denen geholfen wird, die gar keine Hilfe benötigen. Und genau das stößt übel auf..
Ich bin da manchmal zielich hart für meine Verhältnisse und habe kein Veerständnis für MitbürgerInnen die ihre Tage saufend und grölend auf öffentlichen Plätzen verbringen und auf der anderen Seite auf Menschen eintreten denen es auch Sch**** geht, die sich aber helfen lassen wollen. So wie dier "Frührentner" der da in Freital den Hitlergruß gezeigt hat. Diesen Blödmann alimentiere "ich" auch genau wie die meissten der Fuddels die regelmäßig vor Flüchtlingsheimen ihren Hass rauslassen.
Warum ist man da so destruktiv (was ja niemandem hilft). Die Zeit und Energie könnte man prima nutzen um seine Lebenswelt positiv zu verändern. Dazu braucht man nicht mal Geld.
windalf hat geschrieben: Hinzu kommt was genau helfen meint. Ich für mich defniere helfen sollte nicht mehr meinen als essen, medizinische Versorgung und Dach über dem Kopf aber nicht mehr. Den Rest muss sich jeder selbst beschaffen und einen hohen extrem hohen Anreiz haben sich selbst aus seiner sozialen Notlage zu befreien...
Hilfe zur Selbsthilfe ist immer am effektivsten, da gebe ich dir recht. Für Flüchtlinge ist das aber in D eine Unmöglichkeit. Ihr Status lässt vieles eben nicht zu. Sie dürfen ja manchmal sogar Buslinien nicht benutzen weil diese für eine Haltestelle den Landkreis verlassen. Meine Stadt hat einen Sozialarbeiter eingestellt um Flüchtlinge nach 3 Monaten in Arbeit zu vermitteln. Das funktioniert bisher wunderbar. Die meissten sind eben nicht ungelernte Analphabeten sondern Facharbeiter deren Abschluss bei uns sogar anerkannt weren kann. Viele der Kinder sind in der Schule hoch motiviert und lernen schnell deutsch. Leider sind viele jedoch traumatisiert von Krieg und Verfolgung. Das zu überwinden, da sollte man schon helfen damit es den Menschen auch möglich ist sich selbst zu helfen.
"Alte Leute sind gefährlich; sie haben keine Angst vor der Zukunft."
George Bernard Shaw

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Nordland
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Re: Warum so viele Flüchtlinge.

Beitrag von Nordland » 11.08.15, 09:34

Man sieht hier wirklich anschaulich, welches Prinzip verfolgt wird: Moralische Selbstüberhöhung durch Abwertung anderer. Klar erkennbar und eigentlich sogar ganz unmissverständlich formuliert:
Oktavia hat geschrieben:Welches man jedoch nur haben kann wenn man ein Gewisssen an sich sein eigen nennt.
Botschaft: Ich helfe Flüchtlingen und handle daher moralisch, ihr, die das nicht tut, habt kein Gewissen.
all-in hat geschrieben:Jedenfalls beschränke ich mich nicht darauf, meine Finger wund zu tippen, sondern unterstütze bspw. die medizinische Versorgung von Menschen in Krisenregionen. Und du, beschränkst du dich darauf heisse Luft zu reden, zu propagieren es müsse vor Ort etwas getan werden, oder tust du tatsächlich etwas?
Botschaft: Ich bin großer ehrenamtlicher Helfer und Retter (ob sich diese Rettung auf das Ausfüllen eines Überweisungsträgers beschränkt, bleibt offen), ihr dagegen tut nichts. Also ist auch das, was ich schreibe, richtiger als das, was ihr zum Thema Flüchtlingsansturm zu sagen habt.

Ich habe doch schon auf den Artikel in der Achse verwiesen. Hättet ihr ihn gelesen, wäre euch das vielleicht nicht passiert.
Meschnig hat geschrieben:So mag es eine individuell erhöhende und wohlfeile Sache sein, den Anspruch eines jeden Ausländers auf Einwanderung und Versorgung durch den deutschen Sozialstaat zu fordern („Kein Mensch ist illegal“), nüchtern betrachtet stellt das aber nur eine Einladung an Millionen von Wirtschaftsflüchtlingen aus der ganzen Welt dar, gleich, ob sie politisch verfolgt werden oder nicht, die verpflichtende Grundsicherung (Unterkunft, Verpflegung, Geldleistungen) hier in Anspruch zu nehmen.
Es ist unser Land.

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Re: Warum so viele Flüchtlinge.

Beitrag von Ronny1958 » 11.08.15, 09:52

@Nordland:

Was willst Du eigentlich mit Deiner "Das Boot ist voll" - Botschaft erreichen?
Das Bonner Grundgesetz ist unverändert in Kraft. Eine deutsche Reichsverfassung, eine kommissarische Reichs-Regierung oder ein kommissarisches Reichsgericht existieren ebenso wenig, wie die Erde eine Scheibe ist. (AG Duisburg 26.01.2006)

all-in
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Re: Warum so viele Flüchtlinge.

Beitrag von all-in » 11.08.15, 12:20

Nordland hat geschrieben:Ich habe doch schon auf den Artikel in der Achse verwiesen. Hättet ihr ihn gelesen, wäre euch das vielleicht nicht passiert.
Und das Zitat beginn gleich wieder mit dem nun oft genug vorgebrachten Todschlagargument, dass nicht die Welt in Deutschland Unterschlupf finden kann. Dieses realtitätsferne Geschwätz kann nur dich beeindrucken, du glaubst dann eben überrannt zu werden. Wäre dir nicht passiert, wenn du nicht auf jede Billigrhetorik hereinfallen würdest.
Nordland hat geschrieben:Botschaft: Ich bin großer ehrenamtlicher Helfer und Retter (ob sich diese Rettung auf das Ausfüllen eines Überweisungsträgers beschränkt, bleibt offen), ihr dagegen tut nichts. Also ist auch das, was ich schreibe, richtiger als das, was ihr zum Thema Flüchtlingsansturm zu sagen habt.
Komische Interpretation die du da hast, der kann ich so gar nicht folgen. Aber: man kann hier viel Reden, das ändert gar nichts. Wenn einem das Thema angeblich so am Herzen liegt, dann sollte man handeln, um nicht als Schwätzer dazustehen.

PurpleRain
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Re: Warum so viele Flüchtlinge.

Beitrag von PurpleRain » 11.08.15, 13:18

Oktavia hat geschrieben:@PurpleRain, da meine wenige Zeit lange Posts nicht zulässt habe ich einen ganz guten Artikel zu deinen Argumenten gefunden. Klick
Welchen meiner Argumente werden in dem "ganz guten" Artikel denn begegnet? Gehen wir den einzelnen Antworten mal nach:
  • "Die meisten Flüchtlinge kommen aus sicheren Herkunftsländern." - Hatte ich so nicht behauptet und ist eine manipulative Rhetorik mit dem Begriff "sicheres Herkunftsland". Wieso laut dem Artikel Menschen vor Krieg und Terror aus Pakistan flüchten müssen, ist mir nicht so klar. Zwei Länder, aus denen Menschen aus Kriegskonflikten fliehen müssen, stehen in der Tabelle des Artikels - Syrien und Irak - die machen selbst im Juni 2015 nur 28% der Asylanträge aus. 72% sind doch die meisten, oder?
  • "Ganz Afrika kommt nach Europa." - hatte ich das irgendwo behauptet? Davon abgesehen ist es wieder einfach Rhetorik ohne Sachargumente: "Auch Afrikaner verlassen ihre Heimat vor allem, um vor Krieg und massiver Unterdrückung zu fliehen." Es scheinen in Afrika immer nur die jungen Männer von Krieg und Unterdrückung betroffen zu sein - eine Sternstunde der Frauenrechte. Ohne Realitätsverleugnung sieht es so aus: "Ein ungebremstes Bevölkerungswachstum hält den Horrorkreislauf aus Armut und Gewalt am Laufen. Die aktuellen Nachrichten aus Nigeria, Somalia, Syrien oder dem Jemen zeigen, dass die Gewalt speziell dort außer Kontrolle gerät, wo das Wachstum der jungen Bevölkerung mit schwindenden Chancen einhergeht." - alle die In Afrika "zuviel" sind, suchen ihr Glück halt anderswo, wenn sie es schaffen, in Europa.
  • "Das Boot ist voll." - da kommen wir der Sache näher. Die Antwort des Artikels ist einfach: "Die Probleme bei der Unterbringung sind kein Hinweis auf räumliche oder finanzielle Engpässe, sondern auf politisches Versagen.", Ja, das ist genau die Gutmenschen-Logik - Wieso brauche ich ein Kraftwerk, der Strom kommt bei mir ja aus der Steckdose. Das nötige Geld können wir Drucken und das Personal wir dann schon kommen. Alles ist in unbeschränkter Menge zum verschenken vorhanden.
  • "Einwanderung gleicht den Geburtenrückgang in Deutschland aus." Was hat denn Flüchtlingshilfe mit Einwanderung zu tun? Leidet der Author an zeitweiliger Begriffsverwirrung?
  • "Die meisten Flüchtlinge sind gering qualifiziert." - hatte ich zwar nicht angeführt, aber o.k.. 17% geben an, eine Hochschule von innen gesehen zu haben, nach Fachrichtung, Zeugnissen oder gar Abschlüssen wird nicht gefragt. Das ist eine sehr präzise Antwort auf die Frage nach dem tatsächliche Qualifizierungsniveau. :cry:
  • "Die meisten Flüchtlinge sind junge Männer." - Hatte ich auch nicht behauptet, stimmt trotzdem, wie auch der Artikel zugibt.
  • "Wer die Schlepper bekämpft, hilft den Flüchtlingen." - den entsprechenden Text des Artikels will ich aber vollständig aufführen: "Diese Aussage ist so verlogen wie das europäische Asylrecht. Die Syrer, die es mit Fluchthelfern über das Mittelmeer an einen europäischen Strand und schließlich nach Deutschland geschafft haben, gelten hierzulande als "gute" Flüchtlinge. Ihre Landsleute, die noch in der Türkei, im Libanon oder in Ägypten auf ihre Chance zur Überfahrt warten, gehören zum unerwünschten Strom der illegalen Einwanderer, der mit grenzpolizeilichen Maßnahmen abgewehrt wird." Beantwortet das irgendwie die Frage? Müssen nun alle Syrischen Flüchtlinge nach Deutschland?
  • "Auch abgelehnte Asylbewerber bleiben in Deutschland." wurde von mir zwar nicht direkt angesprochen, die Tatsache muss man aber in der Problematik im Auge behalten. Die Antwort: "Stimmt – nicht mehr. ... Die Zahl der Abschiebungen steigt allerdings bereits seit 2014. Im vergangenen Jahr wurden 10.884 Menschen abgeschoben, so viele wie seit 2006 nicht mehr. Im ersten Halbjahr 2015 waren es 8178. Freiwillig kehrten von Januar bis Juni mehr als 12.600 Menschen in ihre Heimat zurück." Also kommen wir auf rund 30.000, die nach Ablehnung in den letzten eineinhalb Jahren Deutschland wieder verlassen haben. Tatsächlich bleiben also nicht alle abgelehnte Asylbewerber in Deutschland, sonden nur die meisten. Die 125.000 offiziell geduldeten, führt sogar der Beitrag auf. Wie wenig Deutschland wieder verlassen sieht man anhand von einer Überschlagsrechnung. In der Zeit sind rund 330.000 hier angekommen. Bei der derzeitigen Anerkennungsquote von rund einem Drittel, müssten eigentlich 220.000 Deutschland wieder verlassen.
Also von den acht Themen des Artikels geht nur ein Punkt auf meine Argumente ein und sogar der beantwortet die selber gestellte Frage nicht - so etwas nennst Du
Oktavia hat geschrieben:einen ganz guten Artikel zu deinen Argumenten
Um die Hauptfrage drückst Du dich aber irgendwie herum
Oktavia hat geschrieben:
PurpleRain hat geschrieben:Die effektivste Möglichkeit den Menschen, die vor Krieg flüchten müssen, zu Helfen, ist ortsnah eine gute Versorgung aufzubauen, den Konflikt zu beenden um die Rückkehr der Flüchtlinge zu ermöglichen und auch bei Friedenssicherung und Wiederaufbau zu helfen.
Hierbei stimme ich dir in vollem Umfang zu.
Wem willst Du nutzen oder schaden indem Du das Gegenteil davon machst und andere dazu anstiftest, als Du aus eigener Überzeugung für richtig hältst?
Oktavia hat geschrieben:In Afrika (und anderen Erdteilen) richten auch wir Deutschen/Europäer so einiges an. Subventionierte Lebensmittel nach Afrika zu liefern bringt die heimische Wirtschaft dort zum Erliegen genau wie der Export von gebrauchter Kleidung Klick Hier etwas ausführlicher was zum Thema: Klick
Das ist doch das übliche "Wir sind schuld" Gebrabbel ohne irgendwelche stichhaltigen Begründungen. Egal ob die Preise hoch oder niedrig sind oder ob wir gar einfach Lebensmittel an Hungernde spenden, alles ist wird irgendwie als schädlich identifiziert.
Wenn man mal aufhört, ausschließlich den Anderen, hauptsächlich besser betuchten, die Schuld für die eigenen Probleme zu geben, kann es auch schnell besser gehen wie man beispielsweise am Beispiel Äthiopien: Auf der afrikanischen Überholspur sieht.
Oktavia hat geschrieben:
PurpleRain hat geschrieben:Einerseits ist das glücklicherweise nicht überall in Deutschland so. Andererseits verstehe ich Deine Logik nicht: Wenn etwas im Argen liegt, dann ist ein verschlimmern der Lage gut? Davon abgesehen, wieso holt man sich von Außen Flüchtlinge, wenn man nicht einmal den eigenen Bedürftigen helfen kann?
Das Geheimnis ist Präzision. Es geht nicht darum, dass man den eigenen Bedürftigen nicht helfen kann sondern dass man ihnen nicht helfen will.
Dunkel ist deiner Worte Sinn ... Wieso will man den eigenen Bedürftigen nicht helfen, ausländischen Flüchtlingen aber doch? Überlege Dir mal woran das liegen könnte.
Oktavia hat geschrieben:Meine Stadt kauft auch grade einem Großinvestor Häuser ab die dieser schon "entmietet" hatte. Hoffentlich bekommt man es hin diesen Wohnraum schnell für Menschen in sozialen Notlagen zur Verfügung zu stellen.
Die hoffnung stirbt zuletzt. Nach der derzeitigen Lage werden die "Menschen in sozialen Notlagen" wohl keine einheimischen Arbeiter, sondern Asylantragsteller, denen das Wohnen in einer Flüchtlingsunterkunft nicht zugemutet werden kann, sein.
Ronny1958 hat geschrieben:Was willst Du eigentlich mit Deiner "Das Boot ist voll" - Botschaft erreichen?
Was wisst Du mit deiner "Kommt alle her"-Botschaft erreichen? Wir sind uns doch einig, dass es völlig unsinnig ist, Flüchtlinge vorübergehend um den halben Globus zu transportieren und in einem Land unterzubringen, dessen Sprachen sie nicht kennen und das überhaupt nicht zu deren Kulturkreis passt.
all-in hat geschrieben:Und das Zitat beginn gleich wieder mit dem nun oft genug vorgebrachten Todschlagargument, dass nicht die Welt in Deutschland Unterschlupf finden kann. Dieses realtitätsferne Geschwätz kann nur dich beeindrucken
O.K. also können alle Flüchtlinge dieser Welt, derzeit 60 Millionen, in Deutschland Unterschlupf finden - das ist realitätsnah :lachen:
all-in hat geschrieben:Aber: man kann hier viel Reden, das ändert gar nichts. Wenn einem das Thema angeblich so am Herzen liegt, dann sollte man handeln.
Das ist schon richtig, man sollte aber nicht irgendetwas, sondern das Richtige tun. Wenn ich mir so Deine Idee mit "laden wir halt mal alle Bedürftige in der Welt zu uns auf freie Kost und Logis und weiteren Extras ein, Mutti zahlt's eh" so anhöre, erscheint sie mir aber etwas unausgegoren.
Oktavia hat geschrieben:Meine Stadt hat einen Sozialarbeiter eingestellt um Flüchtlinge nach 3 Monaten in Arbeit zu vermitteln. Das funktioniert bisher wunderbar. Die meissten sind eben nicht ungelernte Analphabeten sondern Facharbeiter deren Abschluss bei uns sogar anerkannt weren kann.
Wieviele von den Facharbeitern sprechen denn Deutsch? Oder ist das in eine in Deiner Stadt nicht erforderliche Qualifikation?
:arrow: Mehr als 50% sind ausgebildete Facharbeiter - dieser sensationell hohe Anteil scheint aber sogar dem BAFM noch nicht aufgefallen zu sein. Nach unbelegten Eigenangaben der Flüchtlinge liegt der Anteil derer die die tertiäre Bildung zumindest angefangen haben selbst bei den über 24-Jährigen unter 15%. Realistisch dürften die Quote derer mit Abschlüssen wir wohl unter 10% liegen.
Oder ist Dir gerade die Phantasie durchgegangen?
Interessehalber: Welche abgeschlossenen Facharbeiterausbildungen haben die Flüchtlinge bei euch am meisten?
"Das ganze Problem mit der Welt ist, dass Dummköpfe und Fanatiker der Richtigkeit ihrer Sicht immer so sicher, weise Menschen aber so voller Zweifel sind." Bertrand Russel

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Re: Warum so viele Flüchtlinge.

Beitrag von Ronny1958 » 11.08.15, 13:56

Was wisst Du mit deiner "Kommt alle her"-Botschaft erreichen?
Die Aufnahme der Flüchtlinge aus Syrien und anderen Verfolgungsgebieten ist kein Herbeirufen nach dem oben zitierten Motto, sondern eine Erfüllung internationaler Verpflichtungen, zu deren Erfüllung wir uns auch verfassungsrechtlich verpflichtet haben.

Da lasse ich auch keine Diskussion zu, diese superreiche Republik muß es wirtschaftlich aushalten, die Dauer eines Asylverfahrens abzuwarten.

Wenn durch eklatante politische Fehler in der Vergangenheit die notwendigen Entscheidungskapazitäten abgebaut wurden, darf das nicht zu Lasten der Flüchtlinge gehen.

Ergo muß dieser Staat schlußendlich entweder schnellstmöglich die notwendigen Kapazitäten beim BAMF und BGS erhöhen, oder mit den Zuwanderungsfolgen leben lernen (wir alle).

--------------

Was ich allerdings weder durch internationale Verpflichtungen noch durch das Grundgesetz legitimiert sehe, ist die Situation der allein aus wirtschaftlichen Gründen hier aufschlagenden Menschen aus den (meine Sicht) sicheren Herkunftsstaaten auf dem Balkan.
Solange man etwa Serbien den Status eines Anhang 2- Staates (im Sinne der EG-VO 539/2001) zubilligt, kann es aus meiner Interpretation der gesetzlichen Regelungen per se keinen politisch Verfolgten im Sinne der GFK aus Serbien geben.
(Nur vorsorglich für das Roma-Argument: Gruppenspezifische nichtstaatliche Diskriminierung ist zwar bedauerlich, aber keine asylrelevante politische Verfolgung).

---------

Im Übrigen:

Angesichts des Reichtums den hier in diesem Lande etliche Familienclans (Quandt, Porsche, Krupp und Co) durch aktive Kriegsverbrechenunterstützung, -Duldung, - Billigung, und Teilnahme (in der Nazizeit) erworben haben, sehe ich auch heute noch genügend finanziellen Spielraum für diese Republik Bedürftige Flüchtlinge aufzunehmen.

Man muß die zur Vererbung bereitstehenden Vermögen nur zweckentsprechend staatlicher Verfügungsgewalt unterstellen.
Das Bonner Grundgesetz ist unverändert in Kraft. Eine deutsche Reichsverfassung, eine kommissarische Reichs-Regierung oder ein kommissarisches Reichsgericht existieren ebenso wenig, wie die Erde eine Scheibe ist. (AG Duisburg 26.01.2006)

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Re: Warum so viele Flüchtlinge.

Beitrag von all-in » 11.08.15, 14:25

Das ist schon richtig, man sollte aber nicht irgendetwas, sondern das Richtige tun. Wenn ich mir so Deine Idee mit "laden wir halt mal alle Bedürftige in der Welt zu uns auf freie Kost und Logis und weiteren Extras ein, Mutti zahlt's eh" so anhöre, erscheint sie mir aber etwas unausgegoren.
Das ist aber nicht meine Idee, sondern Deine Unterstellung. Derartiges bringst du ja nun am laufenden Band, wohl weil dir nichts besseres mehr einfällt. Tue das doch mal richtig und tätowiere es dir auf die Stirn :lachen:

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Re: Warum so viele Flüchtlinge.

Beitrag von Name4711 » 11.08.15, 15:29

Ronny1958 hat geschrieben: Im Übrigen:

Angesichts des Reichtums den hier in diesem Lande etliche Familienclans (Quandt, Porsche, Krupp und Co) durch aktive Kriegsverbrechenunterstützung, -Duldung, - Billigung, und Teilnahme (in der Nazizeit) erworben haben, sehe ich auch heute noch genügend finanziellen Spielraum für diese Republik Bedürftige Flüchtlinge aufzunehmen.

Man muß die zur Vererbung bereitstehenden Vermögen nur zweckentsprechend staatlicher Verfügungsgewalt unterstellen.
Äh.. hab ich das jetzt wirklich gelesen - oder falle ich gerade in einen Zuckerschock?

Das Erbe sowie das Vermögen ist in Deutschland heute doch sakrosankt - Vermögenssteuer vollständig und Erbschaftssteuer praktisch geschliffen!
Als nächstes fordern sie wohl noch Beamtenpensionen zu kürzen (glaube heute ja keiner einer der zahllosen willigen NS-Beamten hätte nach dem Krieg not gelitten.. :lol: )

Ich glaub der Pispers war's mit dem Spruch (sinngemäß):

Wir deutschen sind doch reich - Auf jeden fallen statistisch 60.000,-€ Vermögen und 25.000,- Staatsschulden. Oj, die 60.000 nur statistisch - die schulden haben sie wirklich :shock:

(is ein paar Jahre her, die Zahlen sind heute wohl höher....)

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Re: Warum so viele Flüchtlinge.

Beitrag von Ronny1958 » 11.08.15, 16:27

Das Erbe sowie das Vermögen ist in Deutschland heute doch sakrosankt - Vermögenssteuer vollständig und Erbschaftssteuer praktisch geschliffen!
DAS ist der größte Fehler in dieser Republik gewesen, leider vermutlich nicht mehr zu heilen. Aber wenn es eine Möglichkeit gäbe, sollte man ernsthaft drüber nachdenken.

Aber, unter Berücksichtigung heutiger Regelungen zur Geldwäsche hätten zahlreiche der von mir genannten Clans Schwierigkeiten, heute den Nachweis legalen Vermögenserwerbs durch ihre Vorfahren nachzuweisen. Niemand war im 3. Reich mehr wirtschaftlich mit den Nazis verbandelt, als ebendiese Familien. :evil:
Als nächstes fordern sie wohl noch Beamtenpensionen zu kürzen (glaube heute ja keiner einer der zahllosen willigen NS-Beamten hätte nach dem Krieg not gelitten.. :lol: )
Da hat es zahlreiche Verfahren gegeben, in denen Beamtenpensionen wegen der Nazivergangenheit gestrichen wurden, und das auch mit Recht.
Das Bonner Grundgesetz ist unverändert in Kraft. Eine deutsche Reichsverfassung, eine kommissarische Reichs-Regierung oder ein kommissarisches Reichsgericht existieren ebenso wenig, wie die Erde eine Scheibe ist. (AG Duisburg 26.01.2006)

Redfox

Re: Warum so viele Flüchtlinge.

Beitrag von Redfox » 11.08.15, 16:42

Ronny1958 hat geschrieben:Da hat es zahlreiche Verfahren gegeben, in denen Beamtenpensionen wegen der Nazivergangenheit gestrichen wurden, und das auch mit Recht.
Es gibt zwei Urteile des BVerfG - vom 17.12.1953 – Az. 1 BvR 147/52 – (BVerfGE 3, 58) und vom 19.02.1957 – Az. 1 BvL 13/54 – (BVerfGE 6, 222) - nach dem das Gericht zu dem Ergebnis gekommen ist, dass die Beamtenverhältnisse am 08.05.1945 erloschen sind.

Danach wäre allenfalls eine Nachversicherung der Beamten in der Rentenversicherung möglich gewesen.

Die Urteile wurden allerdings nicht beachtet.

Aber das ist nun ein anderes Thema.

Name4711
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Re: Warum so viele Flüchtlinge.

Beitrag von Name4711 » 11.08.15, 18:14

Ronny1958 hat geschrieben:
Das Erbe sowie das Vermögen ist in Deutschland heute doch sakrosankt - Vermögenssteuer vollständig und Erbschaftssteuer praktisch geschliffen!
DAS ist der größte Fehler in dieser Republik gewesen, leider vermutlich nicht mehr zu heilen. Aber wenn es eine Möglichkeit gäbe, sollte man ernsthaft drüber nachdenken.
Warum? Steuergesetze stehen nicht unter einer "Ewigkeitsgarantie" - und gerade diese beiden sind nicht nur unter Gesichtspunkten der Steuergerchtigkeit zu empfehlen - sondern könnten (bei einem ordentlichen Scluck aus der Pulle) das System sogar etwas stabilisieren.

Aber auch das wäre ein anders Thema...

PurpleRain
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Re: Warum so viele Flüchtlinge.

Beitrag von PurpleRain » 11.08.15, 18:25

Ronny1958 hat geschrieben:
Was wisst Du mit deiner "Kommt alle her"-Botschaft erreichen?
Die Aufnahme der Flüchtlinge aus Syrien und anderen Verfolgungsgebieten ist kein Herbeirufen nach dem oben zitierten Motto,
Da braucht man aber ein gerütteltes Maß Realitätsverleugnung, um solches zu behaupten. Selbstverständlich ist das Angebot der Aufnahme an alle Flüchtlinge, unabhängig von ihrem Herkunftsort, zur kostenlosen vollständigen Versorgung auf hiesigem Lebensstandard, also meist erheblich höherem als dem die Flüchtlinge vor dem Konflikt hatten, ein Herbeirufen. Den wirtschaftlichen Wert dieses Angebotes sieht man doch an den Preisen, die die Schlepper verlangen können. Geschickterweise schreibst Du zwar einschränkend "aus Syrien und anderen Verfolgungsgebieten" der Begriff "Verfolgung" ist aber dehnbar. Viele werden einfach von der wirtschaftlichen Situation verfolgt :idea:
Ronny1958 hat geschrieben:sondern eine Erfüllung internationaler Verpflichtungen, zu deren Erfüllung wir uns auch verfassungsrechtlich verpflichtet haben.
Da bin ich aber nicht so sicher, ob der derzeitige Asyltourismus tatsächlich unter diese Verpflichtung fällt - die tatsächliche Asyl-Anerkennungsquote liegt ja bei 1,x %. Die UN-Flüchtlingskonvention sieht für die Flüchtlinge auch keine weltweite Auswahl unter den Aufnahmeländern vor.
Ronny1958 hat geschrieben:Da lasse ich auch keine Diskussion zu, diese superreiche Republik muß es wirtschaftlich aushalten, die Dauer eines Asylverfahrens abzuwarten.
Ich ignoriere mal Deine unnötigen rhetorischen Zusätze und stimme Dir zu, das die Grundsätze unseres Rechtsstaates nicht einfach wegen wirtschaftlicher Erwägungen zu Disposition stehen. Was mir aber immer noch nicht klar ist, wieso die Verwaltung Jahre für eine so einfache Entscheidung braucht. Das "Abhängen lassen" von Fällen ist ist eine Spezialität des Deutschen Rechts- und Verwaltungssystems. Anscheinend wird die Anzahl der Planstellen anhand des Rückstaus bei den Anträgen berechnet - Ergeht die Entscheidung im Schnitt bereits nach einem Vierteljahr, steht wohl eine Planstelle zur Disposition :evil: Bei Asylanträgen wird die Spezialität besonders gern gepflegt, weil es ja im Interesse des Antragstellers - der kann länger dableiben -, der Versorgungsindustrie - der Kunde ist länger da - und der Behörde - Planstellen werden aufgestockt - ist.

Eigentlich wollte ich mit der Unterstellung der "Kommt alle her"-Botschaft, die Du so natürlich nicht gemeint hast, dich nur darauf Hinweisen, dass m.A. nach auch Nordland nicht behauptet, dass wir keine Flüchtlinge mehr aufnehmen können. Vielmehr weist er darauf hin, dass das derzeitige Verfahren nicht zukunftssicher ist. Bereits mit der Bevölkerungsentwicklung in Afrika - da sind wir derzeit bei einer Verdoppelung der Bevölkerung in 20 Jahre, Tendenz exponentielles Wachstum - müsste klar sein, dass wir es nicht mehr lange so packen werden.

Das eigentliche Problem ist, dass ein wichtiger Aspekt des Asyl- und Flüchtlingsrechts nach UN-Flüchtlingskonvention und -protokoll hierzulande einfach ignoriert wird: Die Flüchtlinge haben kein Recht, sich weltweit das genehmste Asylland auszuwählen, sondern müssen sich im ersten der 147 Unterzeichenrstaaten, den sie erreichen, melden und bekommen dort den Flüchtlingsstatus. Das ist nicht zufälligerweise so, sondern die örtliche Nähe ist auch für die Effektivität der Hilfsmaßnahmen und Organisation des Wiederaufbaus bzw. der Normalisierung entscheidend wichtig. Außerdem sollte kein Migrations- und Einwanderungsrecht geschaffen werden und damit der Anreiz das Asyl- und Flüchtlingsrecht für wirtschaftliche Belange zu missbrauchen. Das passt den Kreisen, die Asylbewerber hierzulande als Gelddruckmaschine nutzen natürlich nicht.
Tatsächlich bedeutet dies nicht, dass wir überhaupt keine Flüchtlinge mehr aufnehmen. Die Flüchtlingskonvention sieht ausdrücklich vor, dass Unterzeichnerstaaten, die nicht unmittelbar an einen Konfliktherd grenzen, auch Flüchtlingskontingente übernehmen. Tatsächlich hat Deutschland auch desöfteren Flüchtlingskontingente übernommen, letztens auch aus Syrien. Mit der richtigen Auswahl kann dann auch hier ein effektiver Hilfsbeitrag erbracht werden.
all-in hat geschrieben:
PurpleRain hat geschrieben:Deine Idee mit "laden wir halt mal alle Bedürftige in der Welt zu uns auf freie Kost und Logis und weiteren Extras ein, Mutti zahlt's eh"
Das ist aber nicht meine Idee, sondern Deine Unterstellung.
Wie konnte ich Dich denn so missverstehen. Du kannst aber sofort richtigstellen, was an der Formulierung falsch ist: Werden Asylbewerber nur noch aus bestimmten Regionen zugelassen, gibt es keine Versorgung, Unterkunft oder andere Leistungen mehr oder haben wir dafür kein Budget mehr?
all-in hat geschrieben:Derartiges bringst du ja nun am laufenden Band, wohl weil dir nichts besseres mehr einfällt.
:?: Habe den Thread gerade noch einmal durchgeschaut und habe nicht so richtig greifbares gefunden. Könntest Du für deine Behauptung auch ein paar Beispiele bringen?
all-in hat geschrieben: Tue das doch mal richtig und tätowiere es dir auf die Stirn
Ooh, ich glaube, dein Gehirn hat gerade eine Notabschaltung gemacht :kopfstreichel: oder kannst Du mir erklären was ich mir auf die Stirn tätowieren und was das bringen soll :?:
"Das ganze Problem mit der Welt ist, dass Dummköpfe und Fanatiker der Richtigkeit ihrer Sicht immer so sicher, weise Menschen aber so voller Zweifel sind." Bertrand Russel

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