Arbeitsrecht oder politische Verfolgung?

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istdasso?
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Arbeitsrecht oder politische Verfolgung?

Beitrag von istdasso? » 24.02.15, 12:11

Hallo,

nachdem ich hier so einige Themen beobachtet habe stelle ich mir ernsthaft die Frage ob die Summe aller Vorschriften die in die Arbeits und Dienstverhältnisse eingreifen, allein schon aus "Verbessereungen" der letzten 25 Jahre, überhaupt noch dazu geeigent sind minimalen Standards zu genügen:

Man stelle sich vor, man unterschreibt einen Arbeitsvertrag - mit 5-Jahresbindung im Sicherheitsgewerbe wobei die Kosten für die Reise zum "Wachobjekt" zu lasten des Mitarbeiters gehen und die Dienstpläne unter vorbehalt jederzeit geändert werden können. Und das möglichst zum Mindestlohn.

Da kommt zum einen nix bei raus und privatleben ist ohnehin gestrichen.

Frage wäre noch zusätzlich: wie reagiert die ARGE wenn ein Langzeitarbeitsloser so einen Job ablehnt?
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Mir ist jetzt schon klar, dass jetzt alle sofort schreien: Ach wie toll sind unsere Sozialleistungen ...

Aber: Und das ist wohl der Aspekt den man verstehen mus, wenn man sich wundert, warum sich die Amis so gegen eine gesetzliche Krankenversicherung wehren:

In Deutschland erzeugt der Staat und seine Politik auch für einen hohen Druck auf den Arbeitnehmer:

Der deutsche Arbeiter wohnt i.d.R. zur Miete - und freut sich dafür auf eine tolle Rente
.Krankenkasenbeiträge müssen auch beigebracht werden - ist nicht steuerfinanziert....
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Objektiv betrachtet ist doch der Arbeitnehmer heute nicht besser dran als der Sklave im römischen Reich - nur ohne wirksame Alterversorgung und Kündigungsschutz :lachen:
(Dabei bitte darauf achten, was die Standards zu dieser Zeit waren)

Ich finde das artet langsam aus.
:arrow: Klar, man kann sich jetzt so anstellen als verstünde man nicht, was ich ausdrücken will - aber mehr Mühe gebe ich mir nicht mehr. Dafür ist der Anteil vorsätzlicher professioneller "Nichtversteher" hier zu hoch....

C31H42N2O6
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Re: Arbeitsrecht oder politische Verfolgung?

Beitrag von C31H42N2O6 » 24.02.15, 14:30

Das kommt alles wie immer darauf an - wir haben in meinen Augen ein Zwei-Klassen-Arbeitsrecht.
Und theoretisch haben wir sehr gute Standards - die aber aus diversen Gründen oft nicht durchgesetzt werden.
Gerade durfte ich live miterleben, wie einem MA gekündigt wird, weil er Rechtsberatung in Anspruch nahm, um seinen Arbeitsvertrag rechtssicher zu machen. Der AN musste viel unbezahlte Mehrarbeit leisten, mit dem Argument: "Wenn Du willst, dass Dein Vertrag verlängert wird, dann machst Du das." Klar wollte der AN das, und hat das monatelang gemacht. Dann irgendwann nicht mehr, und er erhielt die Kündigun, weil er "gleich zum Anwalt" gerannt ist.
Ersetzt wird er jetzt durch jemand politisch genehmes.
Jetzt kommt sicher wieder das Argument, dann hat der AN einfach nicht den richtigen Marktwert - mag sein.
Aber sind Gesetze nicht auch dafür da, den Schwachen zu schützen?
Das Strafrecht schützt ja auch die Schwachen, denn wer die nötige Langwaffe hat, braucht keinen Polizisten zum Einbruch zu rufen. Dann können wir auch gleich zum Faustrecht zurückkommen.
Was soll man da machen? BR gründen, wenn man städnig Angst haben muss, den Job zu verlieren? Oder wenn Du eh nur befristet bist, warum dich dann reinhängen?
Der Mindestlohn ist ein Anfang. Mehr nicht.
Das nächste, was jetzt kommen muss, ist eine Reform der Leih- und Zeitarbeit.

istdasso?
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Re: Arbeitsrecht oder politische Verfolgung?

Beitrag von istdasso? » 24.02.15, 14:36

Naja - wenn man sieht, wie schnell man mit dem Thema im SC (das ist der Bereich, der keinen Bezug zum deutschen Recht hat) gelandet ist, stellt man keine Fragen mehr :lachen:
Das nächste, was jetzt kommen muss, ist eine Reform der Leih- und Zeitarbeit.
Das ist so eine Sache mit den "Reformen" Das Nächste würde ja suggerierenm das da ein Weg beschritten wird - aber im Gegenteil : Da müsste (gerade auf dem Gebiet) gehörig zurück gerudert werden :lachen:
:arrow: Klar, man kann sich jetzt so anstellen als verstünde man nicht, was ich ausdrücken will - aber mehr Mühe gebe ich mir nicht mehr. Dafür ist der Anteil vorsätzlicher professioneller "Nichtversteher" hier zu hoch....

Ronny1958
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Re: Arbeitsrecht oder politische Verfolgung?

Beitrag von Ronny1958 » 24.02.15, 15:05

Der Eindruck ist der Verkehrteste nicht.

Der Kanzler der Bosse hat mehr "Verschlimmbesserungen" zustandegebracht als diese frühere Bundestagspartei mit den drei Buchstaben, deren Neamen ich nicht mehr kenne.

Das ist das Elend der früheren Arbeiterpartei SPD und auch einer der Gründe für ihren Absturz.

Ob sich die SPD und die Gewerkschaften noch einmal soweit annähern werden, wie es zu Zeiten eines Willy Brandt noch der Fall war, bleibt ofeen.
Der dicke fette Erzengel dessen Zitat: "Deutsche sind (...im Hinblick auf TTIP, CETA und TISA gemeint) reich und hysterisch" bereits eine bedenkliche Volksferne verdeutlicht, wird diesen Wandel wohl nicht einleiten. (Erl. in der Klammer von mir).
Das nächste, was jetzt kommen muss, ist eine Reform der Leih- und Zeitarbeit.
Prinzipiell einverstanden, aber...

Vorher müßte noch dieses (auch dem Kanzler der Bosse zu verdankende) vermaledeite Teilzeit- und Befristungsgesetz, welches sowohl mithalf die Sozialkassen auszuplündern , als auch eine Prekarisierung der Arbeitswelt einleiten half, ersatzlos gestrichen werden.
Das Bonner Grundgesetz ist unverändert in Kraft. Eine deutsche Reichsverfassung, eine kommissarische Reichs-Regierung oder ein kommissarisches Reichsgericht existieren ebenso wenig, wie die Erde eine Scheibe ist. (AG Duisburg 26.01.2006)

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Re: Arbeitsrecht oder politische Verfolgung?

Beitrag von ZetPeO » 24.02.15, 16:12

Tja, warum sollte eine Regierung, welch Farbenschimmer sie auch immer hat,
ein funktionierendes Lügen- und Verarschungssystem ändern.
Innovativ sind die nur im Bereich Statistik.

Gr
ZetPeO

Ronny1958
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Re: Arbeitsrecht oder politische Verfolgung?

Beitrag von Ronny1958 » 24.02.15, 16:17

Tja, warum sollte eine Regierung, welch Farbenschimmer sie auch immer hat,

Weil ich die Hoffnung nicht aufgeben will, dass der dumme deutsche Michel mal wach werden wird?
Das Bonner Grundgesetz ist unverändert in Kraft. Eine deutsche Reichsverfassung, eine kommissarische Reichs-Regierung oder ein kommissarisches Reichsgericht existieren ebenso wenig, wie die Erde eine Scheibe ist. (AG Duisburg 26.01.2006)

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Re: Arbeitsrecht oder politische Verfolgung?

Beitrag von ZetPeO » 24.02.15, 16:54

Tss, tss, tss, dann bricht doch unsere Wirtschaft zusammen.
Nur mit größter Mühe und Quersubventionen wird sie den Mindestlohn, immerhin (1.309.- p.M. bei 38,5 h) stemmen können.
Das Schlimmste daran - die so großzügig aus dem SPD- Füllhorn Überschütteten sparen das nicht, wie geplant fürs Alter sondern verprassen es sinnlos bei Ald., Lid. & Co.

Ich hab die Hoffnung aufgegeben. :cry:

Gr
ZetPeO
P.S.
Ich warte auf: „Es steht Ihnen frei eine Partei zu gründen“

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Re: Arbeitsrecht oder politische Verfolgung?

Beitrag von istdasso? » 24.02.15, 17:17

Naja - die Sache ist eigentlich noch viel schlimmer.

Wer ein kleines Bisschen über den Tellerrand schaut wundert sich auch kein Wenig, warum die Europartner nicht alle gut auf Deutschland zu sprechen sind.

Aber das Thema ist eigentlich zu ernst um es unter SC zu diskutieren. Die Deutschen hatten halt schon iöfters mal Probleme zu erkennen , was deutsches Recht betrifft oder einfach nur Recht ist.

@ZetPeO

Die SPD- ja ja , die SPD
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Re: Arbeitsrecht oder politische Verfolgung?

Beitrag von ZetPeO » 24.02.15, 18:14

Aber das Thema ist eigentlich zu ernst um es unter SC zu diskutieren.
Ganz im Gegenteil.
http://de.wikipedia.org/wiki/Speakers%E2%80%99_Corner

Zitat:
Obwohl die Mehrzahl der regelmäßig auftretenden Redner recht skurril ist, sah Speakers’ Corner auch Berühmtheiten wie Karl Marx, Lenin und George Orwell. Im Wahlkampf sieht man dort zuweilen auch Vertreter der großen Parteien.
Wollen wir nicht hoffen, dass man das Zitat:
Bis 1783 standen in der Nähe der heutigen Speakers’ Corner die Galgen von Tyburn, sodass die Verurteilten vor ihrer Hinrichtung mit einer „last dying speech“ noch ein letztes Mal das Wort ergreifen konnten.
..sinnbildlich verstehen muss. :?

Gr
ZetPeO

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Re: Arbeitsrecht oder politische Verfolgung?

Beitrag von istdasso? » 24.02.15, 18:21

:lachen:
Jo, nur findet die Vorlage der SC nicht unter Ausschluss der Öffentlichkeit im versteckten Winkel statt....
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Re: Arbeitsrecht oder politische Verfolgung?

Beitrag von ZetPeO » 24.02.15, 18:33

istdasso? hat geschrieben::lachen:
Jo, nur findet die Vorlage der SC nicht unter Ausschluss der Öffentlichkeit im versteckten Winkel statt....

Statistik
Beiträge insgesamt: 651357 | Themen insgesamt: 85424 | Mitglieder insgesamt: 112554 |
Hier erreicht man ein größeres Publikum als auf dem heimischen Marktplatz, zumal man dort Gefahr liefe eingewiesen zu werden,
zumindest in Bayern, bzw. dort ganz sicher.

Gr
ZetPeO
Und erfahrungsgemäß klinken siche viele ab der zweiten Seite ein, also in der SC. :wink:

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Re: Arbeitsrecht oder politische Verfolgung?

Beitrag von istdasso? » 01.03.15, 20:21

Ok, ich ergänze das Szenario: Man ist dabei noch in einer Unterkunft des Arbeitgebers, wo man fürr's 3-Bett Zimmer 240€ im Monat vom Lohn abgezogen bekommt....
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